Der Artikel Schurken im Superman-Universum befasst sich mit den Gegenspielern der Comicfigur Superman.

Zunächst wird ein zusammenfassender Überblick über die allgemeine Entwicklung des Ensembles der Schurken im Laufe der vergangenen Jahrzehnte gegeben, die sich dem Zeitgeist entsprechend angepasst haben.

Im zweiten Abschnitt werden die einzelnen Widersacher, die in den Superman-Geschichten (Comics und Filme) zu verschiedenen Zeiten auftraten, in kurzen Charakterskizzen vorgestellt. Die Sortierung erfolgt alphabetisch.

Ensemble der Superman-Schurken im Laufe der Zeit Superman besitzt eine der ältesten und umfangreichsten Schurkengalerien der Comic-Welt. Sein wohl bekanntester Gegenspieler ist Lex Luthor, der seit den frühen 1940er Jahren in zahlreichen Inkarnationen – vom stereotypen Mad Scientist bis zum turbokapitalistischen Unternehmer – dem „Mann aus Stahl“ das Leben schwer gemacht hat. Bis heute ist er in jeder Verfilmung des Superman-Stoffes aufgetaucht, meist verkörpert durch prominente Schauspieler wie Gene Hackman und Kevin Spacey. Im Fernsehen schlüpften Darsteller wie John Shea oder Michael Rosenbaum in die Rolle.

In der breiten Öffentlichkeit der unbestritten bekannteste Superman-Gegenspieler gilt Luthor gemeinhin als Supermans Erzfeind oder Nemesis. Weitere weithin bekannte Feinde Supermans sind der außerirdische Wissenschaftler Brainiac vom Planeten Colu, der Zauberer Mr. Mxyzptlk aus der 5. Dimension, der Cyborg-Mensch Hank Henshaw, der Diktator Darkseid vom Planeten Apokolips, der fehlgeschlagene Superman-Klon Bizarro und das Monster Doomsday, das Superman einmal getötet hat.

Eine Sonderstellung in Supermans Schurken-Galerie nimmt Supermans erster Gegner der Ultra-Humanite ein, der als einer der ersten „Supervillains“ der Comic-Geschichte einer der „Urväter“ eines Figurentypus ist. Bei Ultra-Humanite handelt es sich um einen Wissenschaftler, der seinen Geist in andere Körper, unter anderem auch in Tiere, transferieren kann.

Während des Zweiten Weltkrieges kämpfte Superman hauptsächlich gegen die deutschen Nationalsozialisten – bis hin zu Adolf Hitler, den er wie auch Stalin in der Geschichte How Superman would end the War (1940) gefangen nahm und vor den Gerichtshof des Völkerbundes zerrte –, denen er auf den Kriegsschauplätzen Übersee, aber auch – bei der Abwehr von Sabotageaktionen – an der „Heimatfront“ entgegentrat. Daneben kämpfte der „Mann aus Stahl“ aber auch im Pazifikraum gegen die Truppen des japanischen Militärfaschismus.

Parallel zu seinen Kämpfen mit dem „absolut Bösen aus der realen Welt“ stellten sich dem Superhelden aber auch immer wieder kindgerechte Clowns und pittoreske Spinner entgegen, wie etwa der Prankster (1942), ein notorischer Streichespieler, oder der Toyman (1943), der versuchte, Superman mit elaborierten Spielsachen zu Leibe zu rücken. Mit dem verrückten Mr. Mxyzptlk (1944), der gegen Ende des Zweiten Weltkrieges in die Serie eingeführt wurde, wurde endgültig ein Trend von lebensbedrohlichen Kämpfen mit blutrünstigen Gegnern, wie sie dem Lebensgefühl der Kriegsjahre geschuldet waren, zu gutmütigen Scherereien mit im Grunde liebenswerten Chaoten, die eher dem Geist der anbrechenden Friedenszeit entsprachen, eingeleitet.

Mit dem radioaktiven außerirdischen Material Kryptonit, das Superman töten kann und das seit den 1940ern immer häufiger in der Comic-Serie auftauchte, wurde zudem ein Plot-Element in die Serie eingeführt, das es ermöglichte, auch normale menschliche Gauner ohne irgendwelche „Super“-Fähigkeiten zu ernst zu nehmenden Bedrohungen für den übermächtigen Helden zu machen. Das in seinem Ursprungszustand kräftig grün schimmernde Mineral wurde zu einer ewigen Achillesferse in den Superman-Comics.

In den 1950er Jahren hatte der „Stählerne“ es – vom Zeitgeist des Jahrzehnts der Raumfahrerprogramme und der Nuklearforschung beeinflusst – vor allem mit Außerirdischen und schreckenerregenden Ungeheuern zu tun. Der wichtigste und bleibendste dieser Außerirdischen war der grünhäutige Wissenschaftler Brainiac vom Planeten Colu. Daneben machte Superman – eine Reminiszenz an die vom Trauma der Atombombenabwürfe geschürten Ängste eines nuklearen Super-GAUs – zu dieser Zeit erstmals Bizarro, ein verzerrtes Spiegelbild seiner selbst, zu schaffen.

In den 1960er Jahren hatte Superman weiterhin vor allem mit dem „Alien der Woche“ zu tun, bekam es aber auch mit den Produkten von Laborunfällen wie dem Parasiten zu tun. Zeittypische Gegner waren zudem auch immer wieder Roboter, von denen Metallo der berühmteste wurde, und Paradiesvögel wie der Weltraumcowboy „Terra-Man“.

Die 1970er Jahre brachten für den Stählernen auf der einen Seite weiterhin Bedrohungen von kosmischen Ausmaßen wie die Götter vom Planeten Apokolips unter ihrem despotischen Anführer Darkseid. Ganz im Gegensatz dazu musste Superman sich aber auch immer häufiger mit verzwickten Alltagssituationen und den Streichen des Sportreporters Steve Lombard, einem Arbeitskollegen seines Alter Egos Clark Kent, herumschlagen.

Die 1980er Jahre brachten einen Trend zu zunehmend brutaleren Widersachern, so etwa der grausame außerirdische Kriegsherr Mongul oder der verstörte Vietnamkriegs­veteran Bloodsport. Die zunehmende Brutalisierung der einstmals auf Kinder und Jugendliche zielenden Unterhaltung setzte sich auch in den 1990er Jahren und 2000ern fort und schlug sich schon in den Namen der Übeltäter nieder: Beispiele hierfür sind Bloodthirst, Massacre oder Killer-Cyborg.

Mit dem Monstrum Doomsday – dem es gar gelang, Superman zu töten (in The Death of Superman) – wurde 1992 ein weiterer vielbeachteter Schurke geschaffen. Die Spaßvögel früherer Zeiten verschwanden dagegen fast völlig: Der Prankster war in den 1990er Jahren in gerade einmal fünf von nahezu tausend in dieser Dekade erschienenen Superman-Comics zu sehen, während der Toyman, der früher Kinder gegen Erwachsene beschützt hatte, zum schreckenerregenden Kindermörder mutierte. Häufig wurden zudem seit den 1980ern Wesen aus der Unterwelt – Zombies, Dämonen und dergleichen mehr, wie etwa der Höllenfürst Neron, Lord Satanus oder die Wiedergängerin Silver Banshee – Protagonisten von Superman und des gesamten DC-Universums. Neben den Robotern der 1950er bis 1980er Jahre traten neue High-Tech-Wesen, wie die Frau namens High-Tech, vor allem aber auch der Cyborg-Superman.

Schurken im Superman-Universum im Überblick Aethyr Aethyr ist eine extradimensionale Entität, eine sogenannte „Überseele“ (zusammengesetzt aus unzähligen verlorenen Seelen), die über die Phantomzone herrschte. Die Phantomzone wurde einst von den Bewohnern Kryptons benutzt, um ihre gefährlichsten Verbrecher dorthin zu verbannen. Eines Tages entkamen General Zod und einige andere Verbrecher aus der Zone und schafften es, Superman und dessen kryptonischen Freund und ehemaligen Gegner Quex-Ul dorthin zu versetzen. Bei dem Versuch, Aethyr und der Phantomzone zu entkommen, kam Quex-Ul ums Leben, doch Superman gelang die Flucht und – mithilfe der Gerechtigkeitsliga – die Vereitelung von Zods Plan, die Erde aus Rache an Superman ebenfalls in die Phantomzone zu versetzen (Phantom Zone #1–4, 1982). In anderen Medien In der TV-Serie Smallville ist Aethyr genauso wie Nam-Ek eine Untergebene von General Zod, in Anlehnung an den Charakter Ursa aus der Verfilmung Superman II – Allein gegen alle.

Anomaly Anomaly („Anomalie“, deutsch: Abart) ist ein von der Forschungseinrichtung Projekt Cadmus geschaffener Klon des Kriminellen und Mörders Floyd Barstow. Anomaly debütierte in Adventures of Superman #539 (Autor: Karl Kesel, Zeichner: Stuart Immonen).

Der Zweck hinter dem Klon-Experiment war es, nachzuweisen, dass Kriminalität einer Person keine Frage der genetischen Veranlagung, sondern der Sozialisierung ist. Man hoffte dadurch belegen zu können, dass es so etwas wie ein kriminelles Gen nicht gibt. Das Experiment schien zunächst geglückt zu sein – Barstows Klon erwies sich als ein friedfertiger und anständiger Mann, der frei von jeglichen kriminellen Neigungen war. Schließlich wurde er jedoch von Alpträumen geplagt, in denen er schlimme Dinge tat. Barstow verlor die Kontrolle über sich und verwandelte sich in Anomaly und beging zahlreiche Verbrechen. Später, wieder in Barstow zurückverwandelt, versuchte er aus Scham diese Taten zu verheimlichen.

Als Anomaly verfügt Barstow über die Fähigkeit, seinen Körper in jede Substanz zu verwandeln, die er berührt. Nach mehreren Auseinandersetzungen mit Superman wurde Barstow erneut an Projekt Cadmus übergeben, wo man sich seither bemüht, ihn von seinem Alter Ego zu befreien. Anomaly gehörte der ersten Formation der von Morgan Edge ins Leben gerufenen Organisation Superman Revenge Squad an. Später schloss er sich auch kurzzeitig dem Verbrechersyndikat Intergang an.

Arclight Arclight, alias Noah Pastenetti, ist ein Geldeintreiber des Mobs. Er debütierte in Superman #99 vom April 1995 (Autor: Dan Jurgens). Als seine Bosse entdecken, dass Pastenetti Informationen über Aktivitäten des Mobs an die Reporterin Alicia Allison Parker weitergibt, schließen sie ihn in ein Atomkraftwerk ein und sprengen es. Pastenetti überlebt die Explosion, ist von der freigesetzten Strahlung jedoch nachhaltig verändert worden. Anstatt aus einem physisch greifbaren Körper bestand er fortan aus lebendiger Energie. Um dieser Energie eine Form zu geben, trägt er einen von LexCorp entwickelten Eindämmungsanzug. Seitdem führt Pastenetti einen Privatkrieg gegen den Mob, in dessen Zuge er zahlreiche Mitglieder ermordet. Nach mehreren vergeblichen Versuchen, Arclight dingfest zu machen, kann Superman ihn schließlich mit Hilfe von Jimmy Olsen und der Newsboy Legion stellen (Superman #104).

Atomic Skull Der Atomic Skull, alias Joseph „Joe“ Martin ist ein Geisteskranker, der sich für den Helden eines alten Film-Serials der 1940er Jahre hält.

Der Atomic Skull der Film-Serials ist ein Regierungsagent, der in den 1930er Jahren die Aktivitäten des bösen Doktor Electron untersucht, der ihn durch eine seiner Erfindungen in den Atomic Skull verwandelte. Skull verliebt sich in Electrons Tochter Zelda Wentworth, die ihm im Kampf gegen Electron und seine Handlanger beisteht. Schließlich vereitelt er die Pläne des Doktors und verwandelt sich in sein altes Ich zurück.

Joe Martin war ein Student, der bei den S.T.A.R.-Labs als Bote jobbte, um sein Studium zu finanzieren. Dort entdeckte man schließlich, dass er über das Meta-Gen verfügt, das es Menschen ermöglicht, Superkräfte zu entwickeln. Bei einem Laborunfall wurde er radioaktiv verstrahlt. Als er kurz darauf von drei Straßenräubern überfallen wurde, erlitt er eine schwere Kopfverletzung. Martin trug eine Gehirnerschütterung davon und glaubte in seiner schweren Verwirrung fortan, er wäre einer seiner eigenen Lieblingshelden. Martin glaubt weiterhin, Superman sei in Wahrheit sein Erzfeind „Doktor Psycho“, der versucht, ihn zu täuschen. Die Reporterin Lois Lane hält er zudem für seine Geliebte Zelda, die von Doktor Psycho einer Gehirnwäsche unterzogen wurde.

Atomic Skull verfügt über eine Vielzahl von Superkräften – übermenschliche Körperkraft, Schnelligkeit und Ausdauer sowie die Fähigkeit, tödliche Infrarot- und Mikrowellenstöße abzufeuern, und die Fähigkeit zu fliegen – als Folge seiner atomaren Verstrahlung. Ein Nebeneffekt von Martins Verstrahlung ist, dass sein Kopf immerzu Röntgenstrahlung abgibt, die seinen Totenschädel durch die Kopfhaut hindurch sichtbar macht. Joseph Martin debütierte in The Adventures of Superman #483 von 1991, der Atomic Skull in Action Comics #670 (1991). Eine frühere Version des Charakters – mit dem Alter Ego Michaels – debütierte in der Ausgabe #303 der ersten Superman-Serie vom September 1976 (Autor: Gerry Conway, Zeichner: Curt Swan)

Als Martin letztendlich von seinen Zwangsvorstellungen geheilt werden kann, versucht er – unter anderem mit Hilfe von Superman – ein Held zu werden.