Leo Oskarowitsch Arnstam, auch Lew Arnstam (; * in Jekaterinoslaw, Russisches Kaiserreich, heute: Ukraine; † 29. Dezember 1979 in Moskau, Sowjetunion) war ein sowjetischer Filmregisseur und Autor.

Leben Arnstam studierte von 1919 bis 1923 am Leningrader Konservatorium im Fachbereich Klavier, beschäftigte sich ab 1922 mit der Konzerttätigkeit und ging nach seinem Studium zu Wsewolod Meyerhold, wo er von 1924 bis 1927 den musikalischen Teil des Meyerhold-Theaters leitete.vgl. https://www.peoples.ru/art/cinema/producer/arnshtam/ (russisch) Parallel dazu schrieb er auch eigene Bühnenmusik.vgl. Filmspiegel Nr. 7/1980, Seite 31 Durch die Begegnung mit Grigori Kosinzew und Leonid Trauberg kam Arnstam 1929 zum Medium Film, wo er zunächst als Tonregisseur arbeitete. Zwei Jahre später versuchte er sich auch als Mitverfasser des Drehbuchs zum Film Goldene Berge (Златые горы), den Regisseur Sergei Jutkewitsch 1931 inszenierte.

1936 debütierte er als Filmregisseur im Bereich Spielfilm mit dem Streifen Freundinnen (), gefolgt von einer Reihe historischer Streifen für die Lenfilm, für die er bis 1942 arbeitete. 1945 wechselte er zu Mosfilm und realisierte mit Soja und Glinka gleich zwei international hochdekorierte Filme, die ihm zwei Stalinpreise einbrachten. Im Jahr 1960 inszenierte er gemeinsam mit Filmschaffenden der DEFA den Film Fünf Tage – Fünf Nächte, der die Rettung der Dresdner Gemäldegalerie thematisierte. 1968 verfilmte er seinen letzten Film über die russische Revolutionärin und Aktivistin der Narodnaja-Wolja-Bewegung, Sofia Perowskaja, mit dem Titel Der Tag wird kommen. Fortan trat er nicht mehr künstlerisch in Erscheinung.

Filmografie (Auswahl) 1931: Goldene Berge () 1935: Freundinnen () 1944: Soja () 1946: Glinka () 1955: Romeo und Julia () 1961: Fünf Tage – Fünf Nächte () 1968: Der Tag wird kommen ()

Auszeichnungen 1946 und 1947: Stalinpreis 1946: Nominierung für den Großen Preis beim Filmfestival von Cannes für Soja 1947: Nominierung für den „Goldenen Löwen“ beim Internationalen Filmfestival von Venedig für Glinka 1955: Nominierung für die „Goldene Palme“ bei den 8. Internationalen Filmfestspielen von Cannes für Romeo und Julia 1969: Volkskünstler der Russischen SFSR Ehrenzeichen der Sowjetunion

Weblinks

Biografie auf peoples.ru (russisch)

Einzelnachweise

Kategorie:Drehbuchautor Kategorie:Filmregisseur Kategorie:Träger des Stalinpreises Kategorie:Träger des Ordens Zeichen der Ehre Kategorie:Verdienter Künstler der RSFSR Kategorie:Volkskünstler der RSFSR Kategorie:Person (Dnipro) Kategorie:Sowjetbürger Kategorie:Geboren 1905 Kategorie:Gestorben 1979 Kategorie:Mann