mini|16 A 400 V 3P+N+20px Anbausteckdose 6h IP44 mini|16 A 230 V P+N+20px Normkonforme Kontaktbelegung einer Wandaufbausteckdose 6h IP44 („Caravansteckdose“) mini|Links grüner CEE-Stecker für 50-500 Volt 16 A 2P+PE 100-300 Hz, rechts roter CEE-Stecker 200/346–240/415 V 16 A 3P+N+PE 50/60 Hz mit vorgeschraubtem Sperrriegel

IEC 60309 (bis 1999 IEC 309) ist eine internationale Norm für „Stecker, Steckdosen und Kupplungen für industrielle Anwendungen“. Er stellt eine Form von Industrie- und Mehrphasenstecker dar.

Teil 1 des Standards beschreibt die allgemeinen Anforderungen an jeden industriell genutzten Steckverbinder. Teil 2 spezifiziert eine Reihe von Steckverbindern mit runden Gehäusen bei unterschiedlicher Anzahl und Anordnung der Kontaktstifte für verschiedene Anwendungen. Die höchstzulässige Spannung beträgt 690 Volt (Gleich- oder Wechselspannung), die maximale Strombelastbarkeit liegt bei 125 Ampere. Die zulässige Betriebstemperatur reicht von −25 bis +40 °C. Die Gestaltung als Kragenstecker bewirkt einen guten mechanischen Schutz der Steckstifte beim Umgang mit den Steckern (Baustellen, Industrie, Landwirtschaft).

Als CEE-Drehstromsteckverbinder, CEE-Steckvorrichtungen oder CeKon-Stecker/Kupplung werden umgangssprachlich die zwei gebräuchlichsten Steckverbinder des Steckersystems bezeichnet: Es sind rote Steckverbinder für Dreiphasenwechselstrom mit Neutral- und Schutzleiter und einer Nennspannung von 400 Volt sowie der blaue Verbindertyp mit nur einem Außenleiter, Neutral- und Schutzleiter für eine Spannung von 230 Volt.

Standardisierung und Normung Diese Rundsteckvorrichtung wurde ursprünglich von der CEE () entworfen, die seit 1985 als IECEE (System für Konformitätsbewertungssysteme elektrotechnischer Betriebsmittel und Komponenten) ein Standardisierungsorgan der Internationalen Elektrotechnischen Kommission (IEC) ist. Es war dieselbe Kommission, die auch die Standardisierung der europäischen Netzsteckertypen vorantrieb (CEE-System mit CEE 7/4 alias Schuko-Stecker, CEE 7/5 Frankreich und CEE 7/7 deutsch/französischer Hybridstecker, später dann CEE 7/16 Eurostecker).

Die Rundsteckverbindung basiert auf einem Design der Walterwerke, die diese 1960 als Normierungsvorschlag einreichten. Die Normierung der Industriesteckertypen wurde in der CEE 17 in den 1960er-Jahren durchgeführt, die 1968 im Vereinigten Königreich als BS 4343 sowie später als IEC 309 übernommen und 1999 zur IEC 60309 wurde. Daher kommt auch die aus der englischen „CEE-form plug“ entlehnte Bezeichnung als CEE-Steckverbinder.

Die Normenreihe ist in Deutschland unter der Bezeichnung DIN EN 60309, in Österreich als OEVE/OENORM EN 60309, sowie in der Schweiz als SN EN 60309 genormt. Ebenso führt der VDE diese Norm unter der Klassifikation VDE 0623.

Seit 1. Januar 1975 durften in Westdeutschland keine Drehstromsteckverbinder nach alter Norm DIN 49450 / DIN 49451 (Flachsteckvorrichtung) mehr eingesetzt werden; mit der Wiedervereinigung mussten die in der DDR noch länger existierenden Anlagen bis 1998 auf Rundstecker umgerüstet werden. Während Rundstecker auch die ebenfalls in den 1960er-Jahren entstandenen Perilex-Stecker sein können, wurde zumeist auf die IEC-60309-Stecker umgestellt, da diese sich in Europa und international schon durchgesetzt hatten. In der Schweiz wird für 10 bzw. bis 16 A dagegen der Typ 15 bzw. Typ 25 nach der Norm SN 441011 verwendet; die Verbreitung der CEE-Stecker beschränkt sich dort auf Anlagen höherer Stromaufnahme sowie auf den Camping- & Marinebereich.

Steckerbauweise IEC-60309-2-Steckverbinder existieren in vielen Varianten, wobei sie so entworfen wurden, dass jeweils immer nur der Stecker eines Typs in eine Buchse desselben Typs passt. Des Weiteren ist die Beschaffenheit und der Durchmesser der Verbinder von ihrer Strombelastbarkeit abhängig. Es wird zwischen den Stromstärken 16 A, 32 A, 63 A und 125 A unterschieden. Dadurch ist es nicht möglich, Stecker und Buchsen verschiedener Stromstärken zu verbinden. Die Kontaktstifte bei Steckern für 16 A haben 5 mm Durchmesser, die bei 32 A 6 mm, die bei 63 A 8 mm und die bei 125 A 10 mm Durchmesser. Der Kontaktstift des Schutzleiters hat bei allen Ausführungen einen jeweils 2 mm größeren Durchmesser. Die Stifte sind aus Vollmaterial und bei qualitativ höherwertigen Ausführungen an der Oberfläche vernickelt.

Es existieren Steckverbinder mit drei, vier, fünf oder sieben Kontakten. Die Sonderbauform mit sieben Kontakten entspricht den fünfpoligen Verbindern plus zwei Kontakte für „multifunktionale Anwendungen“ im Industriebereich. Alle Kontaktstifte sind im Gehäuse kreisförmig angeordnet (bei siebenpoligen Varianten mit einem Kontakt im Mittelpunkt des Kontaktkreises).

Bei der Gestaltung der IEC-60309-2-Steckverbinder wurde auf die Unverwechselbarkeit von Außenleiter (L) und Neutralleiter (N) sowie auf eine optimale Stromübertragung durch große Kontaktflächen zwischen den Stiften des Steckers und den Buchsen der Dose beziehungsweise Kupplung Wert gelegt. Die Buchsen sind hierzu als geschlitzte Messinghülsen mit Stahl-Spannfedern ausgeführt, so dass fast die gesamte Zylindermantelfläche zum Stromübergang zwischen Buchse und Stift wirksam ist. Unerwünschter Erwärmung bei hoher Strombelastung wird so entgegengewirkt. Als Nachteil kann die vergleichsweise große Einsteck- und Ausziehkraft gesehen werden. Eine zusätzliche Sicherung gegen unerwünschtes Trennen wird durch die Hakenfunktion des federgespannten Klappdeckels der Dose und Kupplung bewirkt.

Kennfarben Je nach Nennspannung und Frequenz sind die Gehäuse von Stecker und Kupplung farbig markiert. Die landestypischen Netzspannungen und -frequenzen basieren heute durchgehend auf einer Frequenz von 50 oder 60 Hz, so dass die Gehäusefarbe die Nennspannung bezeichnet. Verbreitet sind dadurch gelb (110 Volt), blau (230 Volt) und rot (400 Volt). Schwarz mit 500 Volt findet man häufiger auf Schiffen.

Bei Frequenzen über 60 Hz (bis 500 Hz) wird die Kennfarbe grün verwendet. Die Kennfarbe grau wird immer dann verwendet, wenn es keine andere passende Kennfarbe für Spannung oder Frequenz gibt. Hieraus ergibt sich folgende Zuordnung der Kennfarben:

Spannungsebene Frequenzbereich Farbe 20–25 V 50/60 Hz violett 40–50 V 50/60 Hz weiß 100–130 V 50/60 Hz gelb 200–250 V 50/60 Hz blau 380–480 V 50/60 Hz rot 500–690 V 50/60 Hz schwarz 20–500 V 60–500 Hz grün alle anderen grau

Position des Schutzkontaktes Die verschiedenen Spannungen und Frequenzen der Verbinder werden durch die Lage des Schutzkontaktes festgelegt. Der Schutzleiter befindet sich in einer von zwölf möglichen Positionen, aufgeteilt in 30°-Schritten im Uhrzeigersinn. Position 6 ist dabei aus Sicht einer Steckerbuchse die unterste Stelle. Diese ist markiert durch eine Außennase am Stecker und die dazugehörige Aussparung an der Steckdose. Des Weiteren ist der Schutzleiter dicker als die restlichen Kontakte. So ist Verpolungssicherheit gewährleistet. Zudem verringert sich der Übergangswiderstand, was gerade beim Schutzleiter lebenswichtig sein kann. Die Position des Schutzleiters ist darüber hinaus auf dem Deckel der Buchse in einem Stundenformat dargestellt. 6h beispielsweise bedeutet, dass der Schutzkontakt auf 6 Uhr, also an Position 6 angeschlossen ist.

Stecker für Spannungen bis 50 Volt Stecker für Spannungen bis 50 Volt haben keinen Schutzkontakt. An dessen Stelle haben die Stecker eine Hilfsnase (und die Buchsen eine Aufnahme dafür), die wie die Hauptnase bei 6 Uhr ausgeformt ist, aber auf dem Umfang unterschiedliche Positionen einnehmen kann. Die Stecker und Kupplungen sind dadurch gegen Verpolung geschützt und können für Gleichspannung eingesetzt werden. Das Kupplungsteil ist beispielsweise violett gefärbt.

Typentabelle In der Norm IEC 60309 sind keine genaue Spezifikationen hinsichtlich der Farben angegeben.

LagedesSchutz-kontaktes Anzahl der Kontakte32L+PE oder L+N+PE43L+PE53L+N+PE Spannung Gehäusefarbe Spannung Gehäusefarbe Spannung Gehäusefarbe 1h Alle nicht aufgeführten Betriebsspannungen und/oder -ströme 2h >50 V, 300–500 Hz, nur 16 A/32 A grün >50 V, 300–500 Hz, nur 16 A/32 A grün >50 V, 300–500 Hz, nur 16 A/32 A grün 3h 50–250 V Gleichspannung grau 380 V, 50 Hz, nur 16 A/32 A440 V, 60 Hz, nur 16 A/32 A rot 220/380 V, 50 Hz, nur 16 A/32 A250/440 V, 60 Hz, nur 16 A/32 A rot 4h 100–130 V, 50–60 Hz gelb 100–130 V, 50–60 Hz gelb 57/100–75/130 V, 50–60 Hz gelb 5h 277 V, 60 Hz grau 600–690 V, 50/60 Hz schwarz 347/600–400/690 V, 50/60 Hz schwarz 6h 200–250 V, 50–60 Hz blau 380–415 V, 50/60 Hz rot 200/346–240/415 V, 50/60 Hz rot 7h 480–500 V, 50–60 Hz grau 480–500 V, 50/60 Hz grau 277/480–288/500 V, 50/60 Hz grau 8h > 250 V Gleichspannung grau — — 9h 380–415 V, 50–60 Hz rot 200–250 V, 50/60 Hz blau 120/208–144/250 V, 50/60 Hz blau 10h — > 50 V, 100–300 Hz grün — 11h — 440–460 V, 60 Hz rot 250/400–265/460 V, 60 Hz rot 12h 50/60 Hz grau 50/60 Hz grau —

Lage derHilfsnase Anzahl der Kontakte 2P 3P 2h 20–25 V und 40–50 V, 300 Hzgrünes Gehäuse 3h 20–25 V und 40–50 V, 400 Hzgrünes Gehäuse 4h 40–50 V, 100–200 Hzgrünes Gehäuse 10h 20–25 V Gleichspannungviolettes Gehäuse40–50 V Gleichspannungweißes Gehäuse — 11h 20–25 V und 40–50 V, > 400 Hz (bis 500 Hz)grünes Gehäuse 12h 40–50 V, 50/60 Hzweißes Gehäuse keine 20–25 V, 50/60 Hzviolettes Gehäuse

Schutzart Alle Steckverbinder müssen so gestaltet sein, dass sie mindestens die Schutzart IP44 erfüllen. Ab einem Bemessungsstrom von 125 A ist die Schutzart IP67 vorgeschrieben. Um die Schutzart IP67 zu erreichen, wird in der Regel ein ringförmiger Bajonettverschluss mit Dichtungsring verwendet.

Auch Steckverbinder der kleineren Bemessungsstromstärken werden in Schutzart IP67 angeboten. Steckverbinder der Schutzart IP44 sind unempfindlich gegenüber Regenwasser, dürfen aber nicht in Wasser eingetaucht oder einem Wasserstrahl ausgesetzt werden.

Pilotkontakt mini|CEE-Stecker 63 A 6h mit Pilotkontakt Das Unterbrechen eines unter Last stehenden Stromkreises durch das Trennen der Steckverbindung bewirkt einen Schaltlichtbogen zwischen Stift und Buchse, der zum Verschleiß der Kontakte und eventuell zu einer Gefährdung der ausführenden Person führen kann.

IEC-60309-Steckverbindungen ab der 63-A-Ausführung sehen darum optional einen mittigen Pilotkontakt vor, der kürzer ist als die restlichen Kontakte und dazu dient, den Stromfluss beim Abziehen des Steckers zu unterbrechen, bevor es zu einem Schaltlichtbogen kommt. Dies kann geschehen, indem über den Pilotkontakt ein Steuerstrom fließt, dessen Unterbrechung ein Schütz auslöst, das seinerseits den Haupt-Stromkreis unterbricht.

Häufig verwendete Typen Die verbreitetsten Typen sind CEE blau L+N+PE und CEE rot 3L+N+PE. Auf den Steckergehäusen werden manchmal die Außenleiter statt mit dem Buchstaben „L“ für das englische Live, zu deutsch ‚Leiter‘, mit „P“ für ‚Phase‘ bezeichnet – nicht zu verwechseln mit „PE“ Protective Earth, was den Schutzleiter bezeichnet. Die Gehäusefarbe bezieht sich auf die regional verfügbare Netzspannung, bei 110 V gelb, bei 230 V blau und bei 400 V rot. Jeweils vorherrschend sind die 16-Ampere- und 32-Ampere-Versionen.

L+N+PE, 6h

mini|Wechselstromstecker 16 A 230 V L+N+PE 6h IP44, (umgangssprachlich auch „Caravanstecker“) mini|Rückseitiger geöffneter Anschlussraum einer 230-V-Buchse CEE 16 A mit Kennzeichnung der Kontaktbelegung: L/+: Phase (braun) 20px: PE (grün-gelb) ohne Kennzeichnung: Neutral (blau)

Der blaue Steckverbinder „L+N+PE, 6h“ kann für das in europäischen Haushalten übliche einphasige 230-Volt-Wechselstromnetz eingesetzt werden. Der Stecker ist technisch höherwertiger als die in Hausinstallationen üblichen Steckverbindungen (z. B. Schukostecker in Deutschland und Österreich oder SN 441011 (SEV 1011) in der Schweiz): mechanischer Schutz der Stifte durch Steckerkragen Verpolungsschutz (im Vergleich zu Schuko) Stecksicherheit durch Verriegelung größere Kontaktflächen höherer Kontaktdruck