Bergholtz () ist eine französische Gemeinde mit Einwohnern (Stand ) im Département Haut-Rhin in der Region Grand Est (bis 2015 Elsass). Sie ist Mitglied des Gemeindeverbandes Région de Guebwiller.
Geografie mini|links|Blick auf Bergholtz am Rand der Oberrheinebene Das Dorf liegt am Ostrand der Vogesen in der Oberrheinebene, zwischen den Talausgängen von Quierenbach und Lauch. Der Westen des Gemeindeareals ist bewaldet (Forêt communale de Bergholtz). Hier wird an den östlichen Klippen des Oberlinger mit 574 m über dem Meer der höchste Punkt erreicht. Die Entfernung zu den Städten Colmar im Norden und Mülhausen im Süden beträgt jeweils etwa 25 Kilometer.
Das Gemeindegebiet von Bergholtz ist Teil des Regionalen Naturparks Ballons des Vosges.
Nachbargemeinden von Bergholtz sind Bergholtzzell und Orschwihr im Norden, Rouffach im Nordosten, Gundolsheim im Osten, Issenheim im Süden sowie Guebwiller im Südwesten.
Geologie Bergholtz liegt am Rande der hier von einem Lösssaum bedeckten quartären Schotterebene des Rheins. Der Quierenbach hat sich in diese Lössdecke eingetieft. Den Untergrund der Rebhänge bilden Schichten der tertiären Rheingrabenfüllung. Darüber erhebt sich der Steilanstieg des bewaldeten Buntsandsteins, der früher auch hier abgebaut wurde. Über dem Buntsandstein lagert noch Muschelkalk. Die Gemarkung von Bergholtz befindet sich also zum größten Teil in der durch eine Vielzahl von Verwerfungen in einzelne Schollen zerlegten Vorbergzone der Vogesen.
Geschichte Ersterwähnung 680. Bergholtz befand sich seit dem 9. Jahrhundert und bis zur Revolution im Besitz des Klosters Murbach (Vogtei Gebweiler). Der Gründungslegende nach sollen sich die ersten Mönche dieses Klosters zuerst in Bergholtz-Zell (bis 1824 zur Gemeinde Bergholtz gehörend) niedergelassen haben. Ein Burghügel auf der Gemarkung, eine sogenannte Motte, erinnert an eine mittelalterliche Burg, die in der Revolution zerstört wurde und von der nur noch Grundmauern erhalten sind.
1699 wurde der Vauban-Kanal eröffnet, auf dem unter anderem Steine aus den Brüchen von Bergholtz zum Bau der Festung Neu-Breisach transportiert wurden. 1790 wurde der Kanal verfüllt.
Von 1871 bis zum Ende des Ersten Weltkriegs gehörte Bergholz als Teil des Reichslandes Elsaß-Lothringen zum Deutschen Reich und war dem Kreis Gebweiler im Bezirk Oberelsaß zugeordnet.
Bergholtz wurde zum Ende des Zweiten Weltkriegs am 5. Februar 1945 durch Truppen der 1. französischen Armee unter General de Lattre de Tassigny von der Naziherrschaft befreit. Dies geschah im Zuge der Endoffensive der Alliierten gegen den von den Deutschen noch immer hartnäckig verteidigten Brückenkopf Elsass (poche de Colmar).
Bevölkerungsentwicklung Jahr 1910 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2008 2017 Einwohner 539 543 567 526 834 920 1008 1068 1078
Bauwerke mini|Pfarrkirche St. Gallus Kirche St. Gallus (Église Saint-Gall), zwischen 1759 und 1764 errichtet. Sie besitzt spätbarocke Ausstattungsstücke und eine Verschneider-Orgel.
Wirtschaft mini|links|hochkant=1.4|Weinlage Spiegel oberhalb des Ortes Der Weinbau spielt eine herausragende wirtschaftliche Rolle; auf dem Gebiet der Gemeinde befindet sich ein Teil der Alsace-Grand-Cru-Weinlage Spiegel, deren anderer Teil auf der Gemarkung Guebwiller liegt. Entsprechend liegt der Ort an der Elsässer Weinstraße.
Gemeindepartnerschaften Bergholtz pflegt seit dem Jahr 2000 eine Partnerschaft mit der belgischen Gemeinde Hotton in den Ardennen.
Söhne und Töchter der Gemeinde Erlolf von Bergholz, Abt der Klöster Murbach und Fulda
Literatur Le Patrimoine des Communes du Haut-Rhin. Band 1. Flohic Editions, Paris 1998, ISBN 2-84234-036-1, S. 465–468.
Weblinks
Gemeindepräsentation (französisch) Einwohnerentwicklung seit 1793
Einzelnachweise
Kategorie:Ort in Grand Est
Kategorie:Ersterwähnung 680 Kategorie:Weinbauort in Frankreich