mini|Mitsubishi Fuso Canter der aktuellen Generation
Der Fuso Canter ist ein Nutzfahrzeug von Mitsubishi Fuso, gebaut seit 1963 in der inzwischen 9. Generation.
Produktion und Absatz Anfangs wurde der Canter nur nach Südostasien exportiert, schnell kamen aber weitere Regionen hinzu, z. B. Australien, Neuseeland, Nahost und ab Mitte der 1980er Jahre die USA. Indonesien (dort als „Colt Diesel“) ist seit langen Jahren der wichtigste einzelne ExportmarktMitsubishi Fuso Introduces Latest Generation Light-Duty Trucks In Indonesia – Company’s Largest International Market, 26. März 2007., gefolgt von Nahost und Taiwan. Insgesamt wird der Canter weltweit in über 150 Ländern erfolgreich verkauft. Außer in Japan unterhält Daimler/Fuso eigene Werke für den Canter in Chennai/Indien und Tramagal/Portugal. Hinzu kommen Endmontagen aus CKD-Bausätzen in einigen weiteren Ländern, z. B. Ägypten, den Philippinen, Venezuela, Türkei und Russland. Bei einem lokalen Lieferanteil von 50 % beliefert das Werk Tramagal u. a. ganz Westeuropa (EU plus Norwegen und Schweiz).
Produkt Im Ursprung war der Canter ein schmales Fahrzeug mit 2 Tonnen Nutzlast. Etwa seit der 4. Generation wurde das Programm zunehmend stärker ausgeweitet und heute verbergen sich hinter diesem Namen sehr unterschiedliche Produkte. Während der 5. Generation wurde wohl der japanische Fighter Mignon als „Canter 7,5 Tonner“ oder „Canter FH“ in Europa verkauft. Inzwischen bietet der Canter 2 parallele Lieferprogramme (8. Generation und General Export Modell) jeweils mit schmalen und breiten Varianten von 3,5 bis 8,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht. Auf einigen Märkten gehören zur Canter-Familie heute aber auch Canter Guts (rebadged Nissan NT400) und CanterVan (rebadged Nissan NV350). Hinzu kommen noch lokale Anpassungen einschließlich der Motorisierungen.
2010, noch in der 7. Generation, wurden in Tramagal neue umweltfreundlichere Antriebsstränge mit Motoren von Iveco/FPT und Getrieben von ZF eingeführt., Presseerklärung des Herstellers vom 20. Juli 2010. Die 8. Generation mit diesen „Weltmotoren“ wird in entwickelte Länder mit strikten Abgasgrenzwerten geliefert, zusätzlich gibt es sie als Eco-Hybrid und als vollelektrischen eCanter. Für die weniger entwickelten Länder wird das General Export Modell basierend auf der 7. Generation geliefert.
1962–1968 1. Generation T720 Der Ur-Canter war der Nachfolger des von 1960 bis 1963 produzierten T710 und verfügte über zwei runde Frontscheinwerfer, das Facelift ab 1964 hingegen hatte Doppelscheinwerfer. Bei einer Nutzlast von 2 Tonnen gab es ihn mit dem 90 PS starken Ottomotor KE42 oder dem 68 PS starken Dieselmotor 4DQ11A.
1968–1973 2. Generation T90/T91 mini|2. Generation T90
Sein Dieselmotor 4DR1 leistete 75 PS, im Juli 1970 kam ein neuer Dieselmotor 4DR5 mit 2,7 l Hubraum und 80 PS. Zusätzlich gab es 2 Benzinmotoren, den vom Vorgänger bekannten KE42 mit 66 kW @ 4800, sowie den stärkeren KE47 mit 70 kW @ 4500 und 172 Nm @ 2800 1/min.
1973–1978 3. Generation T200 mini|3. Generation T200 (1976)
Die 200er Serie war gegliedert in die Typen T200/210 mit 4DR5 80 PS Dieselmotor und T205/215 mit KE47 Ottomotor mit 2,315 l und 74 kW, außerdem gab es den KE42 Benzinmotor mit 1,995 l und 70 kW. Im Januar 1975 wurden die Benzinmotoren ersetzt durch 4G52 (1,995 l, 74 kW) und 4G53 (2,384 l, 81 kW @ 5000 1/min). Es gab verschiedene Radstände und Pritschenhöhen und zusätzlich eine Variante mit 3 Tonnen Nutzlast.
1978–1985 4. Generation FE1../FE2.. In Japan wurden mit der 4. Generation zusätzlich zum bekannten schmalen Fahrzeug mit 2 Tonnen Nutzlast Varianten mit 3 Tonnen Nutzlast sowie breite Fahrzeuge mit 2 und 3 Tonnen Nutzlast eingeführt. Februar 1980 folgte eine Servolenkung für die breiten Fahrzeuge, Ende des gleichen Jahres ein schmaler 1,5 Tonner und ein breiter 3,5 Tonner. Ab November 1982 kamen neue direkteinspritzende Dieselmotoren 4D30 (Saugmotor) bzw. 4D31 (Turbo) mit 90 und 117 PS (66 und 86 kW) hinzu. Je nach Quelle hatten diese Motoren etwas höhere Leistungen bis 100 bzw. 130 PS (74 bzw. 96 kW). Ab Dezember 1983 gab es einen 1,5 Tonner als „Walk Through Van“. Alle Angaben hier sind Nutzlasten.
mini|4. Generation Canter 20 (1985) Modell (Deutschland) Canter 35 Canter 46 Canter 55Zulässiges Gesamtgewicht 3,5 t 4,6 t 5,5 tmax. Nutzlast (geschätzt) 1,5 t 2,1 t 3,0 t Getriebe (Serienmäßig) 5-Gang-Schaltgetriebe Die geschätzten Nutzlasten dienen dem besseren Vergleich zum Text.
Motor Einsatz Hubraum Leistung @ 1/min Drehmoment @ 1/min Kraftstoffzufuhr Steuerung Luftzufuhr 4G52 1,995 l 74 kW Benzinmotor+Einzelvergaser SOHC Sauger 4DR51A 2,659 l 54 kW RE+Wirbelkammer 4DR5 59 kW @ 3700 4D30 11/82- 3,276 l 66 kW 215 Nm @ 2200 RE+Direkteinspritzung OHV 4D31 86 kW 279 Nm @ 2000 Turbo 4DR51A ist ein 4DR5 bzw. eine Teilmenge. 54 kW ist vermutlich falsch, da der Motor in der 3. Generation schon 59 kW gehabt haben soll.
1985–1996 5. Generation FB.../FE3../FE4.. Die Abgrenzung des Canters zu anderen Modellen von Fusō erscheint etwas unscharf. So gab es in Japan den Fighter Mignon, ein Fightergestell mit Canter Kabine und 4 t Nutzlast. Aufgrund der gleichen Optik wurde dieser offenbar in Europa unter der bekannten Marke Canter mit 7,5 t Gesamtgewicht vermarktet. Hinzu kamen zunehmend lokale Anpassungen an die jeweiligen Märkte. Durch die Ausweitung des Programms, zunehmende Internationalisierung und aufkommende Abgasvorschriften gab es auch eine Ausweitung des Motorenprogramms bis hin zum Wildwuchs. Bis zur Übernahme durch Daimler 2003 wurden so in einzelnen Märkten während einer Generation in einer Leistungsklasse bis zu 3 verschiedene Motoren nacheinander eingesetzt.
Kurz nach Einführung der 5. Generation wurde im Juli 1986 ein Allradantrieb für die Canter mit 2 und 3 t Nutzlast lieferbar. Im Januar 1987, ein Jahr nach Einführung der 5. Generation, wurde der leichteste Canter mit bis zu 1,5 t Nutzlast umbenannt in Canter Guts. Möglicherweise erfolgte diese Umbenennung nur in Japan. Der Guts hatte den 4DR5 Dieselmotor mit 2,65 l Hubraum und das schmale Fahrerhaus als Einzel- oder Doppelkabine. Im November 1989 gab es eine Modellpflege und Optimierungen beim Abgasverhalten, im Juli 1991 ABS als Option.
mini|5. Generation Canter 20 Modell (Deutschland) Canter 35 Canter 60 Canter 75 alternative Bezeichnung FE444 FH100 Zulässiges Gesamtgewicht 3,5 t 6,0 t 7,5 t max. Nutzlast (geschätzt) 1,5 t 2,5 t 3,5 t Motor (Deutschland) 4M40/4D31 4D30/4D31 6Zyl. Getriebe (Serienmäßig) 5-Gang-Schaltgetriebe Die geschätzten Nutzlasten dienen dem besseren Vergleich zum Text.
Motor (Japan) Einsatz Hubraum Leistung @ 1/min Drehmoment @ 1/min Kraftstoffsystem Steuerung Luftzufuhr 4G63 1990- 1,997 l Benzinmotor + Vergaser OHC Sauger 4DR5 -1/87~ 2,659 l RE+Wirbelkammer 4DR7 ~5/91- 2,835 l 4D32 ~3/86-11/93~ 3,567 l RE+Direkteinspritzung OHV 4D33 ~9/91~ 4,214 l 4D34 ~4/92~ 3,908 l Turbo 4D36 ~8/94- 3,56 l Vermutlich war der 4G52 aus dem Vorgänger auch in der 4. Generation bis 1990 eingesetzt worden.Die Benzinmotoren, 4DR. und 4M40 waren jeweils nur in den leichtesten Fahrzeugen eingesetzt worden. Die 4M40 bis 1995/96 könnten tatsächlich 4D56 gewesen sein.~1990- bzw. -2001~ bedeutet der Motor war „ab 1990 oder früher“ bzw. „bis 2001 oder später“ eingesetzt worden, ~1995~ bedeutet entsprechend „um 1995“.
Motor (Deutschland) Einsatz Hubraum Leistung @ 1/min Drehmoment @ 1/min Kraftstoffsystem Steuerung Luftzufuhr 4M40 1982-1/89 2,5 l 51 kW 149 Nm @ 2300 Wirbelkammer OHC Sauger 1/89- 2,477 l 55 kW 152 Nm @ 2300 Sauger 4D30 3,298 l 66 kW 215 Nm @ 2200 RE+Direkteinspritzung OHV 4D31 ~10/95~ 3,298 l 86 kW 279 Nm @ 2000 Turbo (6Zyl.) 4,948 l 107 kW 355 Nm @ 2000 Benzinmotoren, 4DR. und 4M40 waren jeweils nur in den leichtesten Fahrzeugen eingesetzt worden. Der 4M40 bis 1995/96 könnte tatsächlich ein 4D56 gewesen sein.~1990- bzw. -2001~ bedeutet der Motor war „ab 1990 oder früher“ bzw. „bis 2001 oder später“ eingesetzt worden, ~1995~ bedeutet entsprechend „um 1995“.
1996–2005 6. Generation Die 6. Generation des Canters wurde in Japan ab November 1993 eingeführt, 1996 in Deutschland. Im November 1995 folgten Varianten in schmal mit 3,5 t und in breit mit 4 t Nutzlast (Gesamtgewicht geschätzt 6,5 t und >7 t). Zumindest in Japan für den Guts wurde im Oktober 1997 der zuschaltbare 4WD mit Kriechgang geändert auf permanenten 4WD. In Deutschland durften ab 2002 alle Canter einschließlich des 3,5 Tonners Anhänger bis 3,5 t Gewicht ziehen, 2004 folgte noch eine Modellpflege mit der einige Modelle ABS erhielten.
mini|6. Generation (letzte Version) Modell (Deutschland) Canter 35 (Canter 55?) Canter 60 Canter 75 (Canter 4x4?) alternative Bezeichnung FB35 FE35 FE60 Canter HD Zulässiges Gesamtgewicht 3,5 t 5,5 t 6,0 – 6,3 t 7,5 t max. Nutzlast (geschätzt) 1,5 t 2,7t Motor (Deutschland) 4M40/41/42 4D34 Getriebe (serienmäßig) 5-Gang-Schaltgetriebe Tankinhalt 100 l, 80 l bei Radstand 2500mm
Motor (Japan) Einsatz Hubraum Leistung @ 1/min Drehmoment @ 1/min Kraftstoffsystem Steuerung Luftzufuhr 4G63 6/97- 1,997 l 74 kW Benzinmotor + Vergaser OHC Sauger 4G64 2/96- 2,351 l 85 kW @ 5000 Ottomotor LPG 9/97- Ottomotor CNG OHC Sauger 4DR7 -8/99~ 2,835 l RE + Wirbelkammer 4M40 ~2/96-8/99 Wirbelkammer+VE OHC 4D33 4,214 l RE+Direkteinspritzung OHV Sauger 4D35 ~3/95-9/97~ 4,560 l 4D36 -3/98~ 3,567 l 81 kW @ 3500 4M50 10/97- 4,899 l Direkteinspritzung DOHC 4M51 ~7/98- 5,240 l Benzinmotoren, 4DR. und 4M40 waren jeweils nur in den leichtesten Fahrzeugen eingesetzt worden.~1990- bzw. -2001~ bedeutet der Motor war „ab 1990 oder früher“ bzw. „bis 2001 oder später“ eingesetzt worden, ~1995~ bedeutet entsprechend „um 1995“.
Motor (Deutschland) Einsatz Hubraum Leistung @ 1/min Drehmoment @ 1/min Kraftstoffsystem Steuerung Luftzufuhr Emissionsklasse 4M40 -2/99 2,835 l 69 kW 191 Nm @ 2000 Wirbelkammer+VE OHC Euro 2 4M41 2/99-9/01 85 kW 216 Nm @ 2000 Turbo+LLK 4M42-OAT 9/01- 2,977 l 92 kW @ 3200 294 Nm @ 1800 Direkteinspritzung+VE+EDC DOHC Euro 3 4D34 -2002 3,908 l 100 kW Direkteinspritzung+RE OHV Euro 2 4D34 2002- 3,908 l 105 kW @ 2700 412 Nm @ 1600 Euro 3
2005–2012 7. Generation Die 7. Generation des Canters wurde in Japan ab Juni 2002 eingeführt, in Deutschland 2005. Hauptziele bei der Entwicklung waren ein modernes Fahrzeug, bessere Sicherheit (neu: Scheibenbremsen, teilweise Xenon-Licht) und mehr Komfort, z. B. wurde die breite Fahrerkabine 20 mm höher und um 100 mm nach vorne verlängert. Für eine bessere Bewegungsfreiheit in der Kabine wurde der Schalthebel vom Motortunnel in die Armaturenanlage verlegt, eine Weltneuheit für Frontlenker-LKW.mitsubishi-motors.com MMC Launches New-generation Canter & Canter Guts Series, 18. Juni 2002.
In Japan hatte man sich offenbar bis zum Auslaufen der 7. Generation mit Motoren ohne SCR-Filter behelfen können, in Deutschland wurden zunächst die Motoren aus der Vorgängergeneration übernommen, dann durch Mitsubishi Motoren mit Common Rail Einspritzung und schließlich durch moderne Motoren von FPT ersetzt.mitsubishi-fuso.com Mitsubishi Fuso Unveils Advanced, New Powertrain for Light-Duty Trucks, 20. Juli 2010. Ab Produktionsbeginn der 8. Generation werden diese „Weltmotoren“ auch in Japan und weltweit in den entwickelten Ländern mit strikten Abgasgrenzwerten eingesetzt, für weniger entwickelte Länder gibt es daneben die General Export Modelle.