miniatur|Kurt Deglerk Kurt Deglerk (* 18. August 1879 in Dittersbach, Kreis Waldenburg, Provinz Schlesien; † 6. Juni 1931 in Potsdam) war ein deutscher Politiker (DNVP).
Leben Deglerk war ein Sohn des Lokomotivführers Bernhard Deglerk und der Ida, geborene Schöps. Er besuchte die Volksschule in Dittersbach (1885–1887), anschließend die Städtische Mittelschule in Hirschberg (1887–1889) sowie das Gymnasium in Hirschberg (1889–1897).
Vom 1. Mai bis 31. Oktober 1897 absolvierte Deglerk ein Volontariat beim Landratsamt in Hirschberg. Im November 1897 trat er in die Dienste der Reichsbahn. In dieser durchlief er nacheinander Stellungen als Zivilsupernumerar, Praktikant, Gütervorsteher, Obersekretär und zuletzt Rechnungsrevisor. Vom 1. Oktober 1899 bis 30. September 1900 gehörte er dem Telegraphen-Bataillon Nr. 2 in Frankfurt (Oder) an.
1901 erreichte Deklerk im Staatseisenbahndienst die Stellung eines Eisenbahnzivilsupernumerar (d. h.: "überzähliger" Beamtenanwärter ohne Einkommen). Nach weiteren Tätigkeiten bei der Reichsbahnverwaltung wurde er 1908 zum Eisenbahnobersekretär und 1917 zum Eisenbahnrechnungsrevisor befördert.
Deglerk war zeitweise 1. Vorsitzender des Bezirks Breslau des Eisenbahn-Beamtenbundes (Bund der Beamten der preußisch-hessischen Staats- und Reichseisenbahnen) und des Deutschen Beamtenbundes. Des Weiteren war er zeitweise zweiter Vorsitzender des Eisenbahnpraktikantenvereins in Breslau und Erster Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Breslauer Lehrer und Beamten. Außerdem gehörte er den Vorständen diverser weiterer berufsständischer Organisationen und des III. Breslauer Turnvereins an.
1919 trat Deglerk in die neugründete Deutschnationale Volkspartei (DNVP) ein.
Im selben Jahr wurde er als Abgeordneter der DNVP in die Weimarer Nationalversammlung gewählt. Bei der Wahl zum ersten regulären Reichstag der Weimarer Republik im Jahr 1920 wurde Deglerk erneut als Abgeordneter gewählt. Er gehörte dem Reichstag anschließend knapp vier Jahre lang, bis zur Wahl vom Mai 1924, als Abgeordneter an.
Bei der Reichstagswahl von 1928 kandidierte Deglerk als Reichswahlvorschlag der DNVP für den Wahlkreis Potsdam II für den Reichstag, konnte aber kein Mandat gewinnen.Amtsblatt für den Regierungsbezirk Potsdam Jg. 1928, S. 150 verzeichnet Deglerk als Nr. 33 auf der Liste der Reichswahlvorschläge für den 3. Wahlkreis "Potsdam II" für diese Wahl.
Bis zu seinem Tod stand Deglerk im Dienst des Rechnungshofs des Deutschen Reiches, zuletzt mit dem Rang eines Ministerialamtmanns. Er lebte während dieser Jahre in Potsdam in der Waldemarstraße 21.Adressbuch für Potsdam für das Jahr 1930, S. 106.
Ehe und Familie Deglerk heiratete am 27. Juni 1910 Anita Fromberger, eine Tochter des Bauerngutsbesitzers Hermann Fromberger. Aus der Ehe gingen drei Söhne hervor: Bernhard (* 19. Oktober 1911 in Breslau; † 5. Oktober 2003), Günter (* 25. Juni 1917 in Breslau) und Helmut (* 14. Oktober 1919 in Breslau). Der Sohn Helmut Deglerk starb am 11. Mai 1942 als Leutnant der Reserve bei Kriegshandlungen in Ogus Tobe am Zugang zur Halbinsel Kertsch.Datenbank Kriegsgräber: Eintrag zu Helmut Deglerk.
Archivarische Überlieferung Das Bundesarchiv verwahrt in der Biografischen Sammlung Deutscher Parlamentarier eine Akte zu Deglerk (B 564/526). Außerdem besitzt es eine Personalakte zu Deglerk aus seiner Tätigkeit beim Rechnungshof des Deutschen Reiches (R 2301/10443).
Schriften Die deutschnationale Fraktion der Deutschen Nationalversammlung und die Beamtenschaft, Verlag des Deutschnationalen Landsverbandes Mittelschlesien, Breslau s. a. . Deutschnationale Besoldungspolitik im Reichsparlament, Deutschnationale Schriftenvertriebsstelle, Berlin 1921. Wider den Beamtenabbau, Deutschnationale Schriftenvertriebsstelle, Berlin 1924.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Mitglied der Weimarer Nationalversammlung Kategorie:Reichstagsabgeordneter (Weimarer Republik) Kategorie:DNVP-Mitglied Kategorie:Funktionär (DBB Beamtenbund und Tarifunion) Kategorie:Person (Wałbrzych) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1879 Kategorie:Gestorben 1931 Kategorie:Mann