Die 1&1 AG ist ein deutscher Telekommunikationsanbieter mit Sitz in Montabaur. Die Drillisch AG (heute Teil der 1&1 AG) war ein deutscher Mobilfunk-Anbieter und Virtual Network Operator, der 2017 mit der 1&1 Telecommunication SE zur heutigen 1&1 AG fusionierte. United Internet hält die Mehrheit der 1&1 AG. Die Discount-Marken wie smartmobil.de, winSIM oder simply sind unter dem Dach der Drillisch Online GmbH gebündelt, während 1&1 das Premium-Segment im Mobilfunk abdeckt.
Infrastruktur 1&1 betreibt seit Dezember 2023 ein eigenes Mobilfunknetz und ist damit der vierte Mobilfunknetzbetreiber (MNO) in Deutschland neben Telekom, Vodafone und Telefónica. Im Jahr 2019 hatte das Unternehmen bei der Versteigerung von 5G-Frequenzen den Zuschlag für den Aufbau eines eigenen Mobilfunknetzes erhalten. Das Unternehmen teilte damals mit, der Start für ein eigenes Netz sei für das Jahr 2021 geplant. Bis Ende Dezember 2025 gab das Unternehmen seinen früheren MVNO-Status auf; nach eigenen Angaben wurden mehr als 12,5 Millionen Mobilfunkkunden auf das eigene Kernnetz umgestellt. In Gebieten ohne eigene Netzabdeckung greifen die Kunden über Antennen des National-Roaming-Partners Vodafone auf das 1&1-Netz zu.
Als National-Roaming-Partner diente zunächst Telefónica. Am 23. August 2024 unterzeichneten 1&1 und Vodafone den Hauptvertrag ihrer National-Roaming-Partnerschaft; Neukunden nutzten ab dem 29. August 2024 das Vodafone-Netz. Die Migration aller verbliebenen Bestandskunden vom Telefónica- in das 1&1-Netz mit Vodafone als Roaming-Partner wurde am 11. November 2025 abgeschlossen.
Historisch bedingt greift der Konzern bei Digital Subscriber Line und Glasfaser neben dem konzerneigenen Netz von 1&1 Versatel weiterhin auf die Netze anderer Anbieter zurück. Dazu ist das bundesweite Glasfasertransportnetz von 1&1 Versatel mit lokalen Netzen verbunden. Es bestehen unter anderem Partnerschaften mit Deutsche Telekom, Deutsche Glasfaser, OXG, Tele Columbus und zahlreichen weiteren lokalen Carriern.
Konzernsparten Das Kerngeschäft Mobilfunk ist angesiedelt bei den hundertprozentigen Tochtergesellschaften 1&1 Telecommunication SE 1&1 Telecom GmbH Drillisch Online GmbH (Big SIM, Bildconnect, Black SIM, Cyber SIM, Handyvertrag.de, M2M-Mobil, Maxxim, Premium SIM, SIM 24, SIM.de, Simdiscount, Simplytel, Smartmobil, Win SIM und Yourfone) 1&1 Mobilfunk GmbH IQ-optimize Software GmbH (zur Erbringung vor allem konzerneigner IT-Dienstleistungen rund um das Mobilfunkgeschäft)
Seit dem Start der mobilen Dienste am 8. Dezember 2023 betreibt 1&1 ein eigenes Mobilfunknetz auf Basis der Open-RAN-Technologie. Die Marke 1&1 adressiert Value- und Premiumsegmente, während die Discount-Marken des Konzerns unter dem Dach der Drillisch Online GmbH preisbewusste Zielgruppen ansprechen. Unter den Marken der Drillisch-Tochtergesellschaften werden insbesondere Mobilfunkanbieter für Privatkunden über das Internet vermarktet, aber auch M2M-Produkte an Geschäftskunden. Der Privatkundenanteil am Gesamtgeschäft beträgt etwa 20 Prozent und die Geschäftsvorgaben für die Tochtergesellschaften erfolgen weitgehend zentral, sodass die meisten Marken ein ähnlich strukturiertes Tarifportfolio aufweisen. Zum 1. April 2014 wurde bei allen Anbietern eine neue Tarifwelt vorgestellt.
Die Maintaler Tochtergesellschaft der Drillisch AG, die IQ-optimize Software GmbH, firmierte bis 29. Mai 2007 unter dem Namen „IQ-work Software AG“. Sie stellt vor allem technische Dienstleistungen für den Mutterkonzern bereit. In geringerem Umfang bietet das Unternehmen artverwandte Leistungen auch anderen Geschäftskunden an. Neben den reinen Dienstleistungen vertreibt die IQ-optimize Software GmbH auch Lizenzen für eine hausintern entwickelte „Workflow-Management“-Software unter dem Namen „Mapito“.
Im September 2014 wurde bekannt, dass Drillisch neben der Nutzung von 30 Prozent der Netzkapazitäten des Fusionsunternehmens (aus o2 und E-Plus) im Jahr 2015 den Aufbau bzw. die Übernahme von bis zu 600 Shops von o2/E-Plus in Deutschland plant. Seit 22. Januar 2015 ist durch ein Interview klar, dass diese Shops unter dem neu erworbenen Markenlabel „Yourfone“ betrieben werden sollen.
Zum 1. April 2015 wurde im Rahmen konzerninterner Umstrukturierungen das operative Geschäft der Eteleon AG und der MS Mobile Services GmbH auf die Drillisch Telecom GmbH übertragen. Die Eteleon AG wurde aufgrund des Verschmelzungsvertrages vom 17. März 2015 auf die MSP Holding GmbH verschmolzen.Amtsgericht München Aktenzeichen: HRB 161593, bekannt gemacht am: 28. März 2015; Amtsgericht Hanau Aktenzeichen: HRB 92260, bekannt gemacht am: 31. März 2015 Die MS Mobile Services GmbH wurde hingegen aufgrund des Verschmelzungsvertrages vom 17. März 2015 direkt mit der Drillisch Telecom GmbH verschmolzen.Amtsgericht Hanau Aktenzeichen: HRB 91912, bekannt gemacht am: 31. März 2015 Yourfone wird die stationäre Premiummarke des Konzerns bilden, während Smartmobil die Online-Premiummarke wird.
Am 27. Mai 2015 wurde bekannt, dass Drillisch rund 300 Ladengeschäfte von Telefónica Deutschland übernimmt. Am 24. September 2015 nahm die Tochtergesellschaft Drillisch Telecom GmbH die Rechtsform einer Aktiengesellschaft an und firmiert nun als Drillisch Online AG. Am 28. Dezember 2017 informierte Heiko Hambückers, Vorstand Vertrieb und Marketing der Drillisch Online AG, dann darüber, dass die Shops an Aptus verkauft werden sollen, deren Geschäftsführer René Schuster ist. Die Drillisch Online AG nahm am 18. Juli 2018 die Rechtsform einer GmbH an und firmiert nun als Drillisch Online GmbH. Am 23. Oktober 2020 wurde die Tochtergesellschaft Mobile Ventures GmbH auf die Drillisch Online GmbH verschmolzen.
Am 21. November 2025 gab die 1&1 AG den Erwerb von 1&1 Versatel bekannt. Damit bündelt der Mutterkonzern United Internet seine Aktivitäten und Infrastruktur im Telekommunikationsgeschäft unter dem Dach der 1&1 AG.
Eigentümerstruktur Die Eigentümerstruktur setzte sich am 31. Dezember 2025 wie folgt zusammen: Anteil Anteilseigner 86,46 % United Internet AG 13,40 % Streubesitz 4,51 % Norman Rentrop 0,14 % 1&1 AG (eigene Aktien) 0,07 % Vorstand (S. D'Avis, A. Nava)
Geschichte Gründung und erste Jahre der Drillisch AG Im Jahre 1957 wurde die Fernseh-Hugo Forster OHG gegründet, deren Gründungstätigkeit in der Errichtung von Hauptantennenverteilern sowie von Kommunikations- und Überwachungsanlagen bestand. Die Drillisch-Vertriebs- und Servicegesellschaft Nachrichten Technik mbH in Maintal wurde 1983 gegründet. 1985 wurde die Produktpalette um Mobiltelefone des C-Netzes erweitert.
Im Jahr 1989 begann man mit der Vermarktung von Telefaxgeräten. Ab 1991 wurden digitale Alarmierungssysteme für Feuerwehren und Errichtung von Feuerwehr- und Rettungsleitständen vermarktet.
Im Jahr 1992 wurde die Fernseh-Hugo Forster OHG in die Forster Kommunikationselektronik GmbH umgewandelt. Zwei Jahre darauf wurde die Drillisch Vertriebs-Serviceges. Nachrichtentechnik mbH & Co. KG gegründet und es begann die Tätigkeit als Service Provider im Mobilfunkbereich für das D2-Netz. 1997 wurde die Drillisch AG durch Hans Jochen Drillisch, Marc Brucherseifer und Nico Forster gegründet. Aus zuvor rechtlich selbständigen Gesellschaften entstand die Drillisch-Gruppe mit der Drillisch AG als Muttergesellschaft. Als Service-Provider kaufte das Unternehmen, welches über keine eigene Netzinfrastruktur verfügte, im großen Stil Telefoneinheiten vom Netzbetreiber Mannesmann Mobilfunk ein und verkaufte diese, verschnürt in spezielle Tarifpakete, an Endkunden weiter. Im einstigen Kerngeschäft, dem Handel mit Mobiltelefonen, Faxgeräten und sonstigem Zubehör erlösten sie noch etwa 48 Prozent des Gesamtumsatzes von 117,5 Millionen Mark.
Börsengang Die damalige Drillisch AG ging 1998 an die Börse. Insgesamt sollten bis zu 600.000 Stammaktien im Nennwert von fünf Mark emittiert werden (inklusive Greenshoe von 40.000 Aktien), von denen 360.000 aus einer Erhöhung des Grundkapitals auf neun Millionen Mark und 240.000 Aktien aus dem Bestand der Altaktionäre stammten.
Das Unternehmen erhielt 1998 eine Festnetzlizenz. Ein Jahr später wurde das Angebot um Internet-by-Call-Zugangsdienste ergänzt.
Im Jahr 2000 wurde die Festnetzlizenz an den finnischen Telekom-Konzern Elisa veräußert und das Unternehmen auf das mobile Internet ausgerichtet, um eine Insolvenz zu vermeiden. Das Unternehmen richtete die Suchmaschine Acoon für Web- und WAP-Dienste ein. Durch den Kauf des finnischen WAP-Programmierers und Content-Lieferanten Open-Net Oy verfolgte man den weiteren Ausbau des Internet-Content.
Im Jahr 2001 stand Drillisch zum Verkauf.
Ab 16. Februar 2004 vermarktete das Unternehmen UMTS-Produkte für D2 Vodafone über die Tochtergesellschaften Alphatel GmbH sowie die Victorvox AG. Am 31. März 2005 schied der bisherige Vorstandssprecher Marc Brucherseifer auf eigenen Wunsch aus dem Vorstand aus. Seit 2006 plante der Vorstandssprecher Paschalis Choulidis, die Serviceprovider Talkline und Debitel aus steuerrechtlichen Gründen und wegen der zunehmenden Sättigung des Handy-Markts unter Mobilcom-Debitel zu vereinigen.
Im Januar 2007 übernahm Drillisch seinen Wettbewerber Telco Services GmbH aus Idstein im Taunus mit rund 300.000 Kunden zum geschätzten Kaufpreis von 40 bis 50 Millionen Euro. Am 19. Dezember 2008 wurde bekannt, dass die Drillisch AG die Aktienmehrheit an der eteleon e-solutions AG, einem Internet-Vertriebsspezialisten, übernimmt. Der Vertrag über den Erwerb von 71,4 % wurde im März 2009 vollzogen und ab dem 16. August 2009 war die eteleon e-solutions AG eine Tochtergesellschaft der Drillisch AG.
Übernahmeversuch der Freenet-Mobilfunksparte und Unternehmensbeteiligung durch United Internet mini|Ehemaliges Logo der Drillisch Telecom GmbH Am 22. August 2007 gab Drillisch bekannt, dass der bisherige Anteil von 10,07 % am Wettbewerber freenet AG auf 28,56 % aufgestockt werden soll. Der Kauf stand jedoch noch unter dem Vorbehalt der Kartellbehörden. Im September 2007 traten Drillisch und United Internet mit dem Plan an die Öffentlichkeit, gemeinsam die Freenet AG übernehmen zu wollen. Drillisch und United Internet kontrollierten über die Holding MSP ungefähr 29 % der Freenet AG. Die Holding MSP gehörte beiden Unternehmen zu gleichen Teilen.
Am 31. Oktober 2007 äußerte sich Drillisch-Vorstandschef Paschalis Choulidis im Quartalsbericht erstmals konkret zu den Plänen bezüglich einer Übernahme von Freenets Mobilfunksparte (siehe Mobilcom). Am 20. November 2007 gab United Internet das Scheitern der Gespräche über eine Freenet-Übernahme bekannt. Drillisch-Vorstand Choulidis wurde dem Vernehmen nach von dieser Ankündigung überrascht und sei lediglich durch eine Pflichtmitteilung der United Internet darüber informiert worden.
United Internet erwarb Ende November 2007 überraschend 5,15 Millionen Drillisch-Aktien und war nun mit 9,68 Prozent an Drillisch beteiligt. Am 14. Dezember verkündeten Drillisch und United Internet noch die Erhöhung des Anteils der MSP Holding GmbH an Freenet auf 20,05 %.
Am 20. Dezember 2007 erklärte Freenet die Übernahmeverhandlungen bezüglich der Mobilfunksparte mit Drillisch ebenfalls für beendet.
Im Oktober 2009 verkaufte United Internet seine Anteile an der Drillisch AG.
Im Jahre 2013 reduzierte Drillisch seine Beteiligung an Freenet von ursprünglich 20,8 Prozent in zwei Schritten, zuerst im März 2013 und im Oktober 2013 auf 0,39 Prozent.
Am 27. April 2015 gab die United Internet bekannt, insgesamt 20,7 Prozent der Aktienanteile an der Drillisch AG zu übernehmen und damit größter Drillisch-Einzelaktionär werden zu wollen. Am 26. Mai 2015 wurde das Vorhaben des Unternehmens vom Bundeskartellamt ohne Auflagen genehmigt.
Streit und Einigung über Provisionszahlungen mit der Deutschen Telekom AG