Eysölden ist ein ehemaliger Markt und heute Gemeindeteil des Marktes Thalmässing im Landkreis Roth (Mittelfranken, Bayern). Die Gemarkung Eysölden hat eine Fläche von 6,530 km². Sie ist in 1064 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Flurstücksfläche von 6137,48 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Neumühle und Ziegelhütte.

Geographische Lage Das Pfarrdorf ist nach dem Hauptort Thalmässing der größte Gemeindeteil und liegt rund sieben Kilometer nördlich davon, am Nordrand des Naturparks Altmühltal. Die Roth durchfließt den Ort. Durch Eysölden führt die Kreisstraße RH 24 in Richtung der 4 km westlich verlaufenden Autobahn A 9 (Auffahrt AS 56 Hilpoltstein). Von dieser zweigen die Kreisstraßen RH 25 und RH 40 ab.

Geschichte Im 11. Jahrhundert gehörte Eysölden einer Schwester des Bischofs von Mainz. 1068 wird der Ort als „Isselde“ erstmals urkundlich erwähnt. Grundwort ist „selida“ (ahd. für Haus), Bestimmungswort der Personenname „Isi“, der als Gründer des Ortes angesehen werden kann.W.-A. v. Reitzenstein: Lexikon fränkischer Ortsnamen, S. 69.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Eysölden aus 80 Anwesen, einer Kirche, einem Pfarrhaus, einem Schulhaus, einem Rathaus und einer Schmiedstatt. Das Hochgericht übte das ansbachische Oberamt Stauf aus. Grundherren waren das Kastenamt Stauf (59 Anwesen), das Pflegamt Hilpoltstein (4 Güter), die Domdekanei Eichstätt (2 Höfe, 2 Halbhöfe, 3 Güter, 4 Häuser), das Kloster Seligenporten (1 Halbhof, 2 Viertelhöfe), die Reichsstadt Nürnberg (Landesalmosenamt: 2 Güter; Klaramt Nürnberg: 1 Gut).G. Hirschmann: Eichstätt, S. 103f. Hier werden abweichend 81 Anwesen als Gesamtzahl angegeben.

Nach dem Zweiten Weltkrieg siedelten sich viele Heimatvertriebene in Eysölden an.

Zu dem ehemals eigenständigen Markt gehörten die Gemeindeteile Neumühle und Ziegelhütte. 1972 wurden im Zuge der Gemeindegebietsreform zunächst die Gemeinden Offenbau und Pyras eingegliedert, bevor am 1. Mai 1978 Eysölden selbst mit allen Gemeindeteilen zu Thalmässing kam.

Ortsentwicklung Baugebiete Neben dem ursprünglichen Kernort wurden nachfolgende Bebauungspläne für Wohnbau und Gewerbe erschlossen. In der Hüll, Wohngebiet südwestlich des Kernortes, Erschließung 1978 Mittelsteig, Wohngebiet nordwestlich des Kernortes, Erschließung 1994 Letten, Wohngebiet östlich des Kernortes, Erschließung 2019 Eysölden Ost, Gewerbegebiet östlich des Kernortes, Erschließung 2020 An der Pyraser Straße, Wohngebiet nordöstlich des Kernortes, Erschließung 2023

Einwohner Jahr 1852 1961 1970 1987 2014 2021 2022 Einwohner 562 749 747 682 826 786 803

Sehenswürdigkeiten Baudenkmäler mini|Pfarrkirche St Thomas und Ägidius Als Nachfolger einer wohl bereits um 900 bestehenden Kirche wurde im Mittelalter die Kirche St. Thomas und Ägidius erbaut und 1749 im Markgrafenstil umgestaltet. Die katholische Heilig-Kreuz-Kirche wurde 1965 nach Plänen von Josef ElfingerElfinger, Zahn und Partner (Hrsg.): Elfinger, Zahn und Partner – 50 Jahre Architekturbüro. 1936–1986. errichtet und von Joseph Schröffer geweiht. Erwähnenswert ist auch das Schloss aus dem 11. Jahrhundert.

Baumdenkmal Die Einheitseiche am Schützenhaus wurde am 3. Oktober 1990 gepflanzt.(cb/sm/bey/hi/w): Zarte Pflanzen brauchen viel Pflege. In: Hilpoltsteiner Kurier, 4. Oktober 1990.

Sonstiges Am Wochenende zwischen dem 7. und 13. Oktober wird Kirchweih gefeiert. Auf dem Marktplatz findet der alljährliche Weihnachtsmarkt statt.

Literatur

Weblinks

Fußnoten

Kategorie:Ortsteil von Thalmässing Kategorie:Ort im Landkreis Roth Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Roth) Kategorie:Ehemaliger Markt in Bayern Kategorie:Ersterwähnung 1068 Kategorie:Gemeindeauflösung 1978 Kategorie:Ort an der Roth (Rednitz) Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp) Kategorie:Gemarkung im Landkreis Roth