Großenried ist ein Gemeindeteil des Marktes Bechhofen im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern). Die Gemarkung Großenried hat eine Fläche von 8,092 km². Sie ist in 1072 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 7549,01 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Aub, Kleinried und Weidendorf.
Geographie Das Pfarrdorf liegt am Südufer der Altmühl in einer flachhügeligen Ebene bestehend aus Ackerland und Grünland mit vereinzeltem Baumbestand. Im Südwesten liegen die Flurgebiete Moosklinge und Im Gottendorf, im Südosten die Heerstraße. Südlich des Ortes fließen der Moosklingengraben (im Unterlauf Roßbachgraben genannt) und der Holzwiesengraben, beides rechte Zuflüsse der Altmühl.
Die Staatsstraße 2221 führt nach Kleinried (0,5 km nördlich) bzw. zum Gewerbegebiet Bechhofen (3 km südlich). Die Kreisstraße AN 55 führt nach Weidendorf (1 km nordwestlich) bzw. nach Mörlach (2,7 km östlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Liebersdorf (2 km westlich).
Geschichte 1188 war Großenried im Besitz der Staufer. In der Folgezeit gehörte der Ort zum Hochstift Eichstätt.
Mit dem Gemeindeedikt (frühes 19. Jahrhundert) wurde der Steuerdistrikt Großenried gebildet. Zu diesem gehörten Aub, Kleinried, Liebersdorf, Mörlach und Weidendorf. Wenig später entstand die Ruralgemeinde Großenried mit den Orten Aub, Kleinried und Weidendorf. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Herrieden und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Herrieden zugeordnet (1919 in Finanzamt Herrieden umbenannt). Ab 1862 gehörte Großenried zum Bezirksamt Feuchtwangen (1939 in Landkreis Feuchtwangen umbenannt) und seit 1929 zum Finanzamt Ansbach. In der Gerichtsbarkeit blieb das Landgericht Herrieden zuständig (1879 in Amtsgericht Herrieden umbenannt), seit 1931 ist es das Amtsgericht Ansbach. Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 8,085 km².
Im Zusammenhang mit der Gebietsreform in Bayern kam die Frage nach dem Fortbestand der Gemeinde auf. Als Alternative wurde die Eingliederung in eine Gemeinde diskutiert. Hierfür kamen Burgoberbach, Herrieden und Bechhofen in Frage. Die Bürger entschieden sich für die Eingemeindung nach Bechhofen,Reinhard Dugas: Die Gemeindereform Anfang der siebziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts, in: Arbeitskreis Buch des Marktes Bechhofen (Hrsg.): Bechhofen. 650 Jahre Marktrecht, Bechhofen 2001, S. 89. die am 1. Juli 1971 vollzogen wurde.
Bis in die 1970er Jahre hinein hatte Großenried einen eigenen Bahnhof an der mittlerweile stillgelegten Bahnstrecke Leutershausen-Wiedersbach–Bechhofen.
Einwohnerentwicklung Gemeinde Großenried Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970 Einwohner 390 519 488 484 487 459 457 453 484 488 493 491 460 486 493 534 518 515 511 826 783 719 648 679HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 99 97 96 99 100 100 100 111 122 Quelle Für die Gemeinde Großenried zuzüglich der Einwohner und Gebäude von Aub (S. 6), Kleinried (S. 48) und Weidendorf (S. 100). Laut Historischem Gemeindeverzeichnis hatte die Gemeinde 509 Einwohner. Angaben Zahl der Wohngebäude und Haushaltungen vertauscht.
Ort Großenried Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 2001 2011 2017 2023Einwohner 259 355 334 312 325 334 353 492 436 470 467 563 636 619 650Häuser 68 66 68 71 69 73 84 114 Quelle
Baudenkmäler 270px|mini|Katholische Pfarrkirche Sankt Laurentius In Großenried gibt es zwölf Baudenkmäler: katholische Pfarrkirche St. Laurentius: Saalkirche, neuromanischer Bau von 1886/88, Turmuntergeschoss im Kern spätmittelalterlich, Sakristei ehem. Chor des späten 14. Jahrhunderts, teilweise ziegelsichtiger Bau mit Zier- und Gliederungselementen in Naturstein, westlich flankierender Turm mit Rhombendach; die Wandfresken sind von Josef Wittmann aus 1930 und haben Themen aus dem Leben des hl. Laurentius und die Trinität. Ausstattung; erhaltene Teile der Ummauerung des aufgelassenen alten Friedhofs mit Mauerresten des abgerissenen Pfarrhauses, 18./19. Jahrhundert Nähe Kirchenallee: Neuer Friedhof, ummauerte Anlage nordwestlich der Kirche, mit gusseisernem Kruzifixus auf Sandsteinsockel von 1882; Grabsteine, spätes 19. und frühes 20. Jahrhundert Goethestraße 3 und 5: Wohngebäude, zweigeschossiger giebelständiger Satteldachbau, massiv, mit rustizierten Ecklisenen, Putzgliederungen und profilierten Rahmungen, 1779 und 1788 Goethestraße 13: ehemaliges Wohngebäude im Charakter eines herrschaftlichen Amtshofs, jetzt Gasthaus, zweigeschossiger Satteldachbau in Ecklage, mit Eckquaderungen, im Kern 16. Jahrhundert, rückseitig Fachwerkgiebel 17./18. Jahrhundert; reicher Innenausbau, spätes 18. Jahrhundert; Hofeinfahrt mit Kugelpfeilern und erhaltene Teile der Grundstücksummauerung, wohl 18. Jahrhundert In der Triebgasse: Wegkreuz, Gusseisenkruzifixus auf Hausteinsockel, Mitte 19. Jahrhundert; ca. 300 m außerhalb des Ortes, jenseits Kleinried an der Straße nach Irrebach Kirchenallee: Steinkreuz, mittelalterlich; daneben Sockel eines verlorenen Bildstocks; südlich der Hauptstraße in der Nähe der Kirche. Kirchenallee: Kriegerdenkmal mit Sandsteinkruzifixus, 1914/18; bei der Kirche. Kirchenallee 1: Gasthaus, zweigeschossiger massiver Satteldachbau in Ecklage, Ecklisenen in Naturstein, zweite Hälfte 18. Jahrhundert Kirchenallee 9: Wohnhaus, zweigeschossiges Gebäude mit Frackdach, verputzt, erste Hälfte 19. Jh., mit Steinkruzifix, 16./17. Jahrhundert, an der Giebelwand Prof.-Sand-Straße. Wegkreuz, Gusseisenkruzifixus auf Sandsteinsockel, zweite Hälfte 19. Jahrhundert; am Ortsausgang nach Mörlach Brücke über die Altmühl, dreibogiger Hausteinquaderbau, 18. Jahrhundert, moderner Betonaufsatz, mit Brückenfigur des hl. Laurentius, Mitte 18. Jahrhundert, renoviert 1800 am Gothendorfer Weg: Wegkreuz, Gusseisenkruzifixus auf Hausteinsockel, zweite Hälfte 19. Jahrhundert, bei der Straße nach Bechhofen, ca. 200 m außerhalb des Ortes an einem Feldweg zur Kirche
Bodendenkmäler In der Gemarkung Großenried gibt es drei Bodendenkmäler.
Religion Der Ort ist römisch-katholisch geprägt und Sitz der Pfarrei St. Laurentius. Die Protestanten sind nach Sommersdorf gepfarrt.
Literatur
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Geographie (Bechhofen, Mittelfranken) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Ansbach) Kategorie:Gemeindeauflösung 1971 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp) Kategorie:Ort an der Altmühl Kategorie:Gemarkung im Landkreis Ansbach