Burnhaupt-le-Bas () ist ein Dorf und eine Gemeinde mit Einwohnern (Stand ) im französischen Département Haut-Rhin in der Region Grand Est (bis 2015 Elsass). Die Gemeinde gehört zum Arrondissement Thann-Guebwiller, zum Kanton Masevaux-Niederbruck und zum Gemeindeverband Vallée de la Doller et Soultzbach.

Geografie Die Gemeinde Burnhaupt-le-Bas liegt etwa 15 Kilometer südwestlich von Mülhausen, nahe der Burgundischen Pforte. Das Gemeindegebiet wird vom Krebsbach durchquert, der hier noch Spechbach genannt wird. An der nördlichen Grenze verläuft die Doller. Die Gemeinde ist ein wichtiger Verkehrsknoten im südwestlichen Elsass. Hier treffen die A 36 (Mülhausen – Besançon), die zweistreifig ausgebaute D 83 (nach Colmar) sowie einige Landstraßen aufeinander. Auf dem Gebiet der Gemeinde liegt die Autobahnraststätte Porte d’Alsace.

Nachbargemeinden von Burnhaupt-le-Bas sind Schweighouse-Thann im Norden, Heimsbrunn im Osten, Bernwiller im Südosten, Ammertzwiller im Süden, Gildwiller im Südwesten, Soppe-le-Bas im Westen sowie Burnhaupt-le-Haut im Nordwesten.

Geschichte Burnhaupt-le-Bas wurde 823 als Brunhobetun erstmals urkundlich erwähnt. 1271Brunnehoupten. Die Abtei Masevaux war schon früh im Ort begütert. Bis 1324 gehörte der Ort zur Grafschaft Pfirt und kam dann durch die Heirat der Johanna von Pfirt mit Herzog Albrecht II. von Österreich an Habsburg. Im Westfälischen Frieden 1648 ging der Ort mit dem ganzen elsässischen Besitz der Habsburger an die französische Krone. Bis zur Revolution 1789 war Burnhaupt Hauptort der zur Herrschaft Thann gehörigen Vogtei Burnhaupt. Dem großen Dorfbrand von 1850 fielen 80 Häuser zum Opfer.

Von 1871 bis zum Ende des Ersten Weltkrieges gehörte Niederburnhaupt als Teil des Reichslandes Elsaß-Lothringen zum Deutschen Reich (Kreis Thann, Bezirk Oberelsaß). Im Ersten Weltkrieg blieb der Ort bis zum Kriegsende in deutscher Hand und wurde durch Artilleriebeschuss schwerst beschädigt. Auf der Gemarkung existieren noch Bunker des Ersten Weltkriegs, darunter ein Artillerie-Schießstand. (Sentier des Bunkers mit Informationstafeln). Die Bevölkerung wurde im Januar 1915 bis zum Kriegsende evakuiert. Im Zweiten Weltkrieg erlebten die Einwohner nach dem Waffenstillstand im Juni 1940 die deutsche Besatzung. Vom 27. bis 29. November 1944 ereigneten sich um Burnhaupt schwere Kämpfe. General de Lattre de Tassigny stieß beim Versuch, das 63. deutsche Armeekorps einzukesseln, auf erbitterten Widerstand. Erst am 29. November konnte Burnhaupt-le-Bas von der Naziherrschaft befreit werden, nachdem die Deutschen in der Nacht zuvor abgezogen waren.

Bevölkerungsentwicklung Jahr 1910 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2007 2017Einwohner 790 759 778 870 894 1018 1187 1512 1878

Kultur und Sehenswürdigkeiten Die Peter-und-Paulkirche (Église Saints-Pierre-et-Paul): Nach dem Ersten Weltkrieg neu (1925–27) errichtet. Über der Westfassade erhebt sich eine interessante Turmkomposition (verjüngender Übergang vom Kubus zum Oktogon, dann zum runden Querschnitt). Klassizistischer Doppelsäulenportikus vor dem Westportal. Die Innenausstattung orientiert sich stilistisch frei am Frühklassizismus des Louis-Seize-Stils („Zopfstils“). Der Kreuzweg im Innern ist eine Deschwanden-Kopie. Fenster von 1928 aus der Werkstatt der Gebrüder Ott in Straßburg. Beachtenswerte Fresken im Chor.

Wendelinskapelle (Chapelle Saint-Wendelin): Die dem Schutzpatron der Hirten und Bauern geweihte Kapelle war bereits im 15. Jahrhundert eine vielbesuchte Wallfahrtsstätte. Bis 1914 betreute ein Einsiedler die Kapelle. Sie wurde im Krieg zerstört und etwas verkleinert wieder aufgebaut. Bei der Kapelle die Skulptur des schlafenden Petrus aus einer abgegangenen Ölberggruppe.

Nur einige wenige Fachwerkhäuser haben die Kriegszerstörungen überlebt.

Burnhaupt-le-Bas war bekannt für seinen Rechenmarkt am Pfingstmontag.

Literatur Le Patrimoine des Communes du Haut-Rhin. Flohic Editions, Band 1, Paris 1998, ISBN 2-84234-036-1, S. 135–136.

Siehe auch Liste der Monuments historiques in Burnhaupt-le-Bas

Weblinks

Village de Burnhaupt-le-Bas bei cartesfrance.fr

Nachweise

Kategorie:Ort in Grand Est

Kategorie:Ersterwähnung 823 Kategorie:Träger des Croix de guerre 1914–1918 (Ort in Frankreich)