mini|Wasserschloss in Neuhaus mini|Pfarrkirche St. Matthäus mini|hochkant|Kapelle
Neuhaus () ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Adelsdorf im Landkreis Erlangen-Höchstadt (Mittelfranken, Bayern). Die Gemarkung Neuhaus hat eine Fläche von 5,970 km². Sie ist in 796 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 7499,74 m² haben.
Geographie Das Pfarrdorf liegt drei Kilometer südlich von Adelsdorf und 14 Kilometer von Erlangen entfernt. Es ist ein langgezogenes Straßendorf mit einem Wasserschloss. Der Ort liegt am Neuhauser Mühlgraben, der eine Kette von Weihern speist und weiter nördlich als rechter Zufluss in den Staffelbach mündet. Auch im Westen befinden sich Weiher (Kirchleitenteiche, Kirchenweiher, Steinweiher). Im Nordwesten liegt der Galgenberg und der Bucher Wald. Im Nordosten grenzt das Flurgebiet Große Bodenleite an und im Osten der Neuhauser Wald. Noch weiter nördlich befindet sich die Flur Ziegenanger, ein Naturschutzgebiet.
Die Kreisstraße ERH 16 verläuft zur Bundesstraße 470 bei Adelsdorf (1,8 km nördlich) bzw. die A 3 überbrückend zur Staatsstraße 2240 (1,8 km südlich) zwischen Buch im Nordwesten und Klebheim im Südosten. Die Kreisstraße ERH 35 verläuft nach Heppstädt (2,1 km östlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße verläuft, die A 3 überbrückend, nach Buch zur St 2240 (1,5 km südwestlich).
Geschichte Neuhaus bestand ursprünglich aus den drei Orten Schwabenberg, Grub und Neuhaus. Der untere Teil mit dem Schloss gab schließlich den Namen für das ganze Dorf. 1151 wurde Grub erstmals urkundlich erwähnt. Das Schloss war ursprünglicher Besitz der Herzöge von Andechs-Meranien. Nach deren Aussterben kam es an die Herren von Truhendingen, die es 1382 König Wenzel verpfändeten. Dieses Pfand löste das Hochstift Bamberg ein. Um 1470 gelangte Neuhaus an die Herren von Heßberg. 1504 hatte Sigismund von Heßberg von Maximilian I. die Ausübung der Hohen Gerichtsbarkeit als Reichslehen auf seinen Besitzungen erhalten. Dadurch wurde aber die Obrigkeit der Bamberger Bischöfe angetastet. 1544 einigte man sich in einem Vertrag, dass Schloss und Halsgericht von Bamberg zu Lehen genommen wurden. Karl V. bestätigte diesen Vertrag, der im folgenden Jahr mit dem neuen Schlossherren Wolf von Crailsheim erneuert wurde. Der Galgenberg zwischen Neuhaus und Buch erinnert noch an das ehemalige Halsgericht.F. Krug (Hrsg.): Der Landkreis Erlangen-Höchstadt, S. 81f. = G. Daßler (Hrsg.): Landkreis Höchstadt a. d. Aisch, S. 104 = Ortsteile auf der Website adelsdorf.de
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Neuhaus aus 64 Anwesen. Das Hochgericht übte das Adelige Halsgericht Neuhaus der Freiherren von Crailsheim aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Rittergut Neuhaus. Grundherren waren das Rittergut Neuhaus (Schloss, 4 Höfe, Freiwirtshaus, Badstube, 16 Güter, 14 Gütlein, 23 Häuser, Ziegelei, Mühle, Brauhaus) und das Rittergut Buch (1 Gut).H. H. Hofmann: Höchstadt-Herzogenaurach, S. 76.
1802 kam Neuhaus an das Kurfürstentum Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurden 1811 der Steuerdistrikt und die Ruralgemeinde Neuhaus gebildet, zu denen Heppstädt gehörte. 1818 bildete Heppstädt eine eigene Ruralgemeinde. Die Gemeinde Neuhaus war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Herzogenaurach zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Erlangen (ab 1847: Rentamt Herzogenaurach). In der freiwilligen Gerichtsbarkeit und der Ortspolizei unterstand der ganze Ort dem Patrimonialgericht Neuhaus (bis 1848).H. H. Hofmann: Höchstadt-Herzogenaurach, S. 134. Ab 1862 gehörte Neuhaus zum Bezirksamt Höchstadt an der Aisch (1939 in Landkreis Höchstadt an der Aisch umbenannt) und ab 1880 zum Rentamt Höchstadt (1919 in Finanzamt Höchstadt umbenannt, 1929–1972: Finanzamt Forchheim, seit 1972: Finanzamt Erlangen). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Herzogenaurach, von 1879 bis 1959 war das Amtsgericht Höchstadt an der Aisch zuständig, von 1959 bis 1973 das Amtsgericht Forchheim, seitdem ist es das Amtsgericht Erlangen. Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 5,966 km².
Am 1. Januar 1972 wurde Neuhaus im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Adelsdorf eingegliedert.
Baudenkmäler In Neuhaus gibt es sieben Baudenkmäler: Neuhauser Hauptstr. 44: St. Matthäus (Neuhaus, Adelsdorf) Schlossstr. 18: Wohnhaus Schlossstr. 24: Wasserschloss Schlossstr. 25: Ehemalige Schlossscheune Kapelle Fischhaus Brunnen
Einwohnerentwicklung Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970 1987Einwohner 392 407 443 438 421 420 436 427 437 425 389 399 406 411 428 446 428 414 401 682 632 550 489 529 715HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 70 78 84 84 83 82 85 93 186Quelle
Religion Neuhaus ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und Sitz der Pfarrei St. Matthäus. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach St. Stephanus (Adelsdorf) gepfarrt.
Literatur
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Ort im Landkreis Erlangen-Höchstadt Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Erlangen-Höchstadt) Kategorie:Geographie (Adelsdorf) Kategorie:Ersterwähnung 1151 Kategorie:Gemeindegründung 1811 Kategorie:Gemeindeauflösung 1971 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp) Kategorie:Gemarkung im Landkreis Erlangen-Höchstadt