mini|Kantonsbibliothek Lugano Die Kantonsbibliothek von Lugano (KBL; Biblioteca cantonale di Lugano) ist einer der vier Standorte der Kantonsbibliotheken des Kantons Tessin in Lugano. Die weiteren Standorte befinden sich in Bellinzona, Locarno und Mendrisio. Das oberste Ziel der Kantonsbibliotheken ist es, die italienische Kultur zu verbreiten. Dazu orientieren sie sich insbesondere an den Bereichen Literatur und Geschichte. Neben dieser Hauptaufgabe sind die Bibliotheken auch für das kantonale Kulturerbe sowie für die Bereitstellung von Informationen und Dokumentationen für die breite Öffentlichkeit zuständig.
Geschichte mini|Kantonsbibliothek Lugano Die Kantonsbibliothek von Lugano wurde 1852 nach einer Reihe von Reformen der politischen Behörde gegründet. Sie wurde ans (zum Kloster San Antonio gehörende) Liceo (Gymnasium) angebaut. 1861 begann das Sammeln der Libreria Patria, deren Ziel es war, alle Werke von Tessiner Schriftstellern oder über den Kanton sowie Werke, die im Kanton Tessin gedruckt wurden, in der Kantonsbibliothek aufzubewahren. 1904 zog die KBL ins neue Bildungsgebäude von Lugano ein: bei dieser Gelegenheit bekam sie auch ein neues Reglement, grössere finanzielle Mittel und einen neuen Direktor. 1936 wurde ein Architekturwettbewerb ausgeschrieben, an dem nur Teilnehmer aus dem Tessin Projektvorschläge einreichen durften. 1941 wurde das aktuelle Gebäude der KBL nach dem Entwurf von Rino Tami und Carlo Tami gebaut und im Juni 1942 eingeweiht. Von diesem Zeitpunkt an war die Bibliothek unabhängig vom Gymnasium. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Bibliothek immer wichtiger, hauptsächlich aufgrund der wachsenden Einschulung. Dies führte bald zu logistischen Problemen. 2003 gewährte der Bund der Bibliothek einen Kredit für ihre Erweiterung. 1989 begann die Bibliothek, ihren Bestand zu automatisieren. Seit 1993 gibt es im Ganzen vier Kantonsbibliotheken, die sich gegenseitig ergänzen; diese befinden sich in Lugano, Bellinzona, Locarno und Mendrisio. 2003 wurde mit der Informatisierung des Katalogs begonnen: Das Projekt Medea wurde 2004 abgeschlossen.
Bestand
Die KBL besitzt heute ungefähr 300'000 Dokumente und 1'300 Zeitschriften. Zur Sammlung gehören ebenfalls zahlreiche audiovisuelle Dokumente, darunter CD-ROMs, DVDs, Mikrofilme, Datenbanken und eine Sammlung von Webseiten. Es gibt ein Onlinekatalog für die 300'000 Dokumente. Daneben besitzt die Bibliothek noch immer Zettelkataloge für alle Bücher, die vor 1990 in die Bibliothek gekommen sind. Die Zeitschriften werden im Moment systematisch katalogisiert.
Die Bibliothek besitzt ebenfalls einen historischen Bestand (Fondo Antico), der aus den Beständen von fünf Klosterbibliotheken, die Mitte des 19. Jahrhunderts säkularisiert wurden, besteht. Die Sammlung zählt insbesondere 198 Inkunabeln; 100 dieser Inkunabeln sind der Bibliothek 1962 vom bibliophilen Tessiner Sergio Colombi geschenkt. Im Ganzen zählt der historische Bestand 20'000 Bände.
Die KBL verwahrt den Nachlass des Schriftstellers und Verlegers Giuseppe Prezzolini, der 1978 vom Kanton Tessin erworben wurde und damit faktisch den Grundstein für das Archiv der Bibliothek legte, das aus diesem Grund Archivio Prezzolini heißt. Seitdem sind zahlreiche Autorenachlässe in das Archiv eingegangen.
Siehe auch Liste der Kulturgüter in Lugano
Weblinks Offizielle Website (italienisch) Handbuch der historischen Buchbestände in der Schweiz (italienisch) Beschreibung (italienisch) und Dokumente der Sammlung Biblioteca cantonale di Lugano (conferenze pubbliche) bei der Schweizerischen Nationalphonothek
Einzelnachweise
Lugano Lugano Kategorie:Bildung in Lugano Kategorie:Bauwerk in Lugano Kategorie:Kulturgut von nationaler Bedeutung im Kanton Tessin Kategorie:Kultur (Lugano) Kategorie:Organisation (Lugano) Kategorie:Bildungseinrichtungsgründung 1852