Der Bahnhof Husum ist der Personenbahnhof der nordfriesischen Kreisstadt Husum.

Das heutige Empfangsgebäude wurde 1910 erbaut. Es löste einen älteren Vorgängerbau ab, welcher heute im westlichen Bahnhofskopf baulich noch erhalten ist, aber nicht mehr bahnbetrieblichen Zwecken dient.

Bedeutung mini|Luftaufnahme des Bahnhofsareals

Der Bahnhof ist Eisenbahnknotenpunkt: er verbindet die Strecke Westerland–Hamburg (Marschbahn) mit der Strecke nach Bad Sankt Peter-Ording auf der Halbinsel Eiderstedt und der Bahnstrecke Jübek–Husum, über die Züge auch weiter nach Kiel gelangen.

Geschichte Der erste Husumer Bahnhof, der englische Bahnhof in der Poggenburgstraße, ging mit der Bahnstrecke Flensburg–Husum–Tönning mit einem Empfangsgebäude von Gottlieb Bindesbøll im heutigen Westkopf des Bahnhofs am 1. April 1854 in Betrieb. Er lag auf einem zum erst 1934 eingemeindeten Dorf Rödemis gehörigen Feld. 1861 war aus diesem Bahnhof eine Pferdebahn zum Husumer Hafen und zur Werft ergänzt worden, die bis 1972 im Dampfbetrieb erhalten blieb. Die Strecke nach Tönning verließ den Bahnhof nach Westen und führte im Bahnhof Büttel auf die heute nach Tönning führende Strecke, die seit 1905 auf der 1887 gebauten Marschbahn nach Süden geführt wird und in der Südermarsch einen Abzweig erhielt.Hans Bock: Die Marschbahn von Altona nach Westerland. Boyens, Heide 1989, ISBN 3-8042-0458-9, S. 67

Ebenfalls 1867 wurde die Strecke nach Flensburg durch einen Abzweig nach Jübek und Entwidmung des bisherigen Streckenastes zur Bahnstrecke Jübek–Husum. 1903 bis 1910 wurde der Bahnhof zum Anschluss der neuen Strecke Bahnstrecke Rendsburg–Husum umgestaltet und das heute (2019) noch benutzte dritte Husumer Empfangsgebäude erhielt einen zweigeschossigen walmgedeckten, unter Denkmalschutz gestellten Backsteinbau im Stil der Heimatschutzarchitektur.Denkmalliste Nordfriesland, Nr. 41429 Nach Stilllegung der Rendsburger Strecke wird der Verkehr nach Kiel nur noch über Jübek abgewickelt. Die Bahnstrecke Flensburg–Husum über Löwenstedt bestand nur von 1926 bis 1959 und ihre Trasse wurde in den 1970er Jahren teilweise zum Neubau der Bundesstraße 200 genutzt.

Betrieb Im Anschluss an eine Ausschreibung durch den Nahverkehrsverbund Schleswig-Holstein wurde zunächst für die Zeit ab Dezember 2011 die Verkehrsleistung auf den Strecken nach Kiel und Bad St. Peter-Ording (Bestandteil des sogenannten Los A im Netz Nord) vom Unternehmen DB Regio zurückgewonnen. Bis 2023 wurde diese Strecke mit LINT41 von der DB Regio bedient. Seit Ende 2023 werden diese Leistungen von der nordbahn mit sogenannten FLIRT Akku betrieben.

Für den Betrieb ab dem Fahrplanwechsel im Dezember 2016 (sogenanntes Netz West) erhielt auch auf der Marschbahn DB Regio die Verkehrsleistung bis Dezember 2034.

In Husum halten überdies auch einige Intercity-Züge des Unternehmens DB Fernverkehr. Es sind täglich in Hamburg durchgebundene Verbindungen der Intercity-Linien 26, 27 und 39 zur direkten Weiterfahrt bis Westerland.

Eine Übersicht der Verkehre ermöglicht die folgende Tabelle.

Linie Verlauf Taktfrequenz ZugnummernEVUFahrzeuge IC 26 Westerland (Sylt) – Niebüll – Husum – Heide (Holst) – Itzehoe – Hamburg Dammtor – Hamburg – Hamburg-Harburg – Lüneburg – Uelzen – Celle – Hannover – Göttingen – Kassel-Wilhelmshöhe – Wabern (Bz Kassel) – Treysa – Marburg – Gießen – Friedberg (Hessen) – Frankfurt (Main) – Darmstadt – Bensheim – Weinheim (Bergstraße) – Heidelberg – Wiesloch-Walldorf – Bruchsal – Karlsruhe-Durlach – Karlsruhe ein Zugpaar IC 2374/2375 DB Fernverkehr AG218 + IC-Wagen IC 27 Westerland (Sylt) – Niebüll – Husum – Heide (Holst) – Itzehoe – Hamburg – Büchen – Ludwigslust – Wittenberge – Berlin-Spandau – Berlin – Berlin Südkreuz ein Zugpaar IC 2072/2073 DB Fernverkehr AG218 + IC-Wagen IC 39 Köln – Düsseldorf – Duisburg – Essen – Münster (Westf) – Hamburg – Hamburg Dammtor – Itzehoe – Heide (Holst) – Husum – Niebüll – Westerland (Sylt) zwei Zugpaare IC 2310/2311 IC 2214/2215 DB Fernverkehr AG245/218 + IC-Wagen RE 6 Westerland (Sylt) – Niebüll – Husum – Heide (Holst) – Itzehoe – Elmshorn – Hamburg-Altona Stundentakt DB Regio AG SH245 + 6–10 Married-Pair-Wagen RE 60 Westerland (Sylt) – Niebüll – Husum – Hamburg-Altona / Hamburg Hbf einzelne Züge im Sommerhalbjahr DB Regio AG SH245 + 6–10 Married-Pair-Wagen RE 74 Husum – Jübek – Schleswig – Owschlag – Rendsburg – Kiel Hbf Stundentakt nordbahnFlirt Akku RB 64 Husum – Tönning – Bad St Peter-Ording Stundentakt nordbahnFlirt Akku

Gleise Im Bahnhof werden vier Bahnsteiggleise benutzt. Die Züge fahren wie folgt:

Gleis 1: Regionalzüge von und nach Kiel Gleis 3: Regionalzüge von und nach Bad St. Peter-Ording, Regionalzüge von Westerland mit Husum als Endbahnhof Gleis 4: Fern- und Regionalzüge nach Westerland (Sylt) Gleis 5: Fern- und Regionalzüge Richtung Hamburg, Regionalzüge von und nach Bad St. Peter-Ording

Alle Nahverkehrs-Relationen haben in Husum zur Minute .30 einen Taktknoten.

Die beiden Mittelbahnsteige sind 76 cm hoch. Der Bahnsteig an den Gleisen 4 und 5 ist 430 Meter lang, der Bahnsteig an den Gleisen 1 und 3 ist 360 Meter lang. Die Gleise 1, 3 und 5 sind als Bestandteil einer Oberleitungsinselanlage elektrifiziert und werden aus einem 5MVA-Ladeunterwerk versorgt.

Bahnhof Husum Nord mini|Ehemaliges Empfangsgebäude Bf Husum Nord mini|Gelände des ehemaligen Bw Husum G in Husum Nord – 2026 Abstellanlage 1887 wurde an der Marschbahn der Bahnhof Husum Nord mit dem Güterzugbetriebswerk Marschbahnhof gebaut. Die Reichsbahn hatte bereits 1924 seine Stilllegung beantragt, ihn aber auf Basis jährlicher Zahlungen durch die Stadt Husum für den Personenverkehr beibehalten. Nach Bombenschäden von 1943 wurde er stillgelegt. Danach wurde er als Abstellanlage, als Knotenfunktion für die Zustellung von Gütern zum Außenhafen und als Standort des zentralen Stellwerks reduziert.Hans Bock: Die Marschbahn von Altona nach Westerland. Boyens, Heide 1989, ISBN 3-8042-0458-9, S. 66 und 166 ff. Nach Einstellung des Viehmarktes und Stilllegung des Bahnbetriebswerk wird er heute nur noch als Abstellanlage verwendet.

Siehe auch Bahnbetriebswerk Husum Liste der Intercity-Bahnhöfe

Literatur Hans Bock: Die Marschbahn von Altona nach Westerland. Boyens, Heide 1989, ISBN 3-8042-0458-9. Erich Preuß: Husum. In: Oliver Strüber [vorm. Erich Preuß] (Hrsg.): Das große Archiv der deutschen Bahnhöfe (= 58. Ergänzungsausgabe). GeraMond Verlag, München 2005, (1 Bl., 4 S.).

Weblinks

Einzelnachweise

Husum Kategorie:Kulturdenkmal in Husum Kategorie:Bauwerk des Heimatschutzstils in Schleswig-Holstein Kategorie:Backsteinarchitektur Husum Husum