mini|Deutsche Versionen: T2000, T2500 und WorldBlazer Telebit war ein US-amerikanischer Modem-Hersteller, der besonders durch seine TrailBlazerBild eines TrailBlazers + genannten Hochgeschwindigkeitsmodems bekannt wurde. Der TrailBlazer, eines der ersten Modems mit einer Übertragungsgeschwindigkeit von mehr als 9600 bit/s, nutzte ein firmeneigenes Modulationsschema, das extrem widerstandsfähig gegenüber Leitungsstörungen war. Das hatte zur Folge, dass diese Produkte einen fast legendären Ruf für ihre Zuverlässigkeit auf Telefonleitungen mit ungenügenden Übertragungseigenschaften erhielten. Diese Modems wurden besonders häufig in Unix-Installationen in den 1980er und 1990er Jahren genutzt.
Telebit wurde ursprünglich von Paul Baran gegründet. Baran hatte zuvor in Cupertino im Silicon Valley eine Firma mit dem Namen Packet Technologies gegründet, die an Systemen für ein interaktives Fernsehen arbeitete. Während dieser Arbeit hatte er die Idee für eine neue Art eines Hochgeschwindigkeitsmodems und gründete Telebit. Packet Technologies war ein wichtiger Testkunde für Telebit Ende 1985. Packet Technologies scheiterte später; einige Angestellte wurden von Telebit übernommen, während die meisten der anderen StrataCom gründeten, Hersteller der ersten Asynchronous Transfer Mode (ATM)-Switches.
PEP und das TrailBlazer-Modem mini|Bearbeiteter Terminalmitschnitt: MDG 19K2-31 mit maximaler Übertragungsrate mini|Bearbeiteter Terminalmitschnitt: Eine schlechte Verbindung um 1990 in die DDR mini|Bearbeiteter Terminalmitschnitt: MDG 23MX-21
Im Unterschied zu den bereits existierenden und von der ITU-T genormten Modems mit einer maximalen Übertragungsgeschwindigkeit von 2400 bit/s (V.22bis)ITU-T Recommendation V.22 bis: 2400 bits per second duplex modem using the frequency division technique standardized for use on the general switched telephone network and on point-to-point 2-wire leased telephone-type circuits benutzte das für den TrailBlazer entwickelte PEP (Packet Ensemble Protocol)-Verfahren eine große Anzahl (bis zu 512) Trägerfrequenzen in dichtem Abstand, jede einzelne mit 0, 2, 4, oder 6 Bits pro Baud moduliert.A Brief Technical Overview of the Telebit Trailblazer Modem. Unter günstigen Bedingungen konnte diese Entwicklung Übertragungsgeschwindigkeiten von 18.031 bit/s erreichen; davon müssen allerdings bis zu 20 % für modeminterne Kommunikation abgezogen werden. Falls ein Frequenzbereich verzerrt war, verminderte Qualität hatte oder gestört wurde, konnte er ausgeschaltet werden; der Datendurchsatz wurde mit abnehmender Leitungsqualität vermindert, war aber immer möglich. Das PEP-Verfahren wurde auch in Europa patentiert.
Die hohe Übertragungsrate des TrailBlazers war nur in einer Richtung verfügbar. In dieser Zeit waren Modems recht einfache Entwicklungen; die Übertragung konnte entweder vollduplex oder halbduplex mit der gleichen Geschwindigkeit stattfinden. Der TrailBlazer war das erste „anpassungsfähige Duplex-Modem“. Das Modem arbeitete in Richtung der Fernmeldeleitung halbduplex, in Richtung der Schnittstelle duplex. Die Halbduplex-Umschaltung geschah aufgrund der im Sendebuffer vorhandenen Daten und wurde nicht bei jedem zu übertragenen Zeichen durchgeführt. Die Richtungsumkehr eines echten Halbduplex-Modems beinhaltet eine Wartezeit von bis zu 100 ms zur Verringerung von Leitungsechos. Der TrailBlazer wollte dies verhindern. Dazu speicherte das Modem die von der Schnittstelle kommenden Daten und übertrug diese erst bei einem gewissen Füllstand des SendespeichersMessungen des Datendurchsatzes am Modem MDG 19K2-31, keine Datenkompression, PEP-Modus; Prüftext Fox (englisch) entsprechend ITU-T R.52, Messdauer 30 Minuten: Duplex-Betrieb: Senderichtung 8.006 Bit/s, Empfangsrichtung 8.016 Bit/s Simplex-Betrieb: 15.418 Bit/s. Das Partnermodem wird angewählt, eine Datenübertragung wird nicht gestartet. Hörbar ist die Anwahl, die Phase der Messung der Leitungsqualität und danach das ständige Umschalten der Übertragungsrichtung, da keine Daten zur Übertragung anstehen. Im Duplex-Betrieb wird von beiden Richtungen ein kontinuierlicher Datenstrom gesendet, der TrailBlazer speichert die Daten und sendet sie als Datenblock aus. Ein Echtzeitbetrieb ist nicht möglich, die Verzögerung zwischen Senden und Empfangen beträgt mehr als eine Sekunde. Der Datendurchsatz in dieser Messung beträgt ca. 800 Zeichen/Sekunde für beide Richtungen. Der hörbar leisere Anteil sind Daten aus der Empfangsrichtung. Im Simplex-Betrieb wird nur von einer Richtung ein kontinuierlicher Datenstrom gesendet, der TrailBlazer speichert die Daten und sendet sie als Datenblock aus. Ein Echtzeitbetrieb ist auch hier nicht möglich, die Verzögerung zwischen Senden und Empfangen beträgt mehr als eine Sekunde. Der Datendurchsatz in dieser Messung beträgt über 1500 Zeichen/Sekunde.
Der Trailblazer war dadurch imstande, große Dateien schnell zu versenden. Dieses Verhalten machte aber die interaktive Benutzung eines einfachen Terminals zu einem Rechenzentrum über eine Modemverbindung schwierig. In einer solchen Verbindung wird oft das gesendete Zeichen erst nach dem Empfang eines Zeichen-Echos auf dem Bildschirm angezeigt. Diese Verzögerung konnte bis zu 1,5 Sekunden dauern, bedingt durch den Versuch des Trailblazers, eine Richtungsumkehr auf der Übertragungsleitung zu verhindern. Das verursachte zusätzlich Probleme bei einigen Datenübertragungsprotokollen, zum Beispiel UUCP oder Kermit. In diesen Protokollen wird die Datenübertragung nach dem Senden eines Datenblockes erst fortgesetzt, wenn eine extrem kurze Bestätigung empfangen wurde, es muss also ständig die Übertragungsrichtung gewechselt werden. Diese Art der Dateiübertragung war teilweise langsamer als bei herkömmlichen Modems.
Der TrailBlazer umging dieses Problem durch eine spezielle Technik, die als protocol-spoofing bekannt ist. Wenn der lokale Rechner einen Datenblock zur Übertragung zum Modem sendete, antwortete dieses sofort mit einer Bestätigung. Diese Täuschung war möglich, da der TrailBlazer intern ein firmeneigenes Sicherungsprotokoll ähnlich dem MNP-Verfahren nutzte und das Modem damit sicher war, das irgendwann eine positive Empfangsquittung vom entfernten Ende kommen musste. Dieses Verhalten wird auch innerhalb der X.25-Vermittlungstechnik angewendet, da auch dort zwischen den Vermittlungssystemen eine durch HDLC gesicherte Verbindung besteht (D-Bit im X.25-Header, das durch die Vermittlungsknoten manipuliert wird).
Neben dem UUCP-g-ProtokollUUCP-g mit Telebit-Unterstützung wurden Kermit und das in der asynchronen PC-Technik häufig genutzte X-Modem/Y-Modem-Protokoll mittels protocol-spoofing unterstützt; der Datendurchsatz konnte dadurch bis auf das Zehnfache gesteigert werdenMessungen der Übertragungsdauer einer Datei mit dem Modem MDG 19K2-31 durch das X-Modem-Protokoll, keine Datenkompression, PEP-Modus, Dateilänge 1.047.777 Byte. Die übertragene Datei war ein nichtkomprimierbares Zip-Archiv. Ohne protocol spoofing: 119 Minuten Mit protocol spoofing: 12 Minuten. Für die synchrone Datenübertragung gab es eine Unterstützung für die SDLC. Dateiübertragung, X-Modem-Protokoll, kein protocol-spoofing aktiviert. Datendurchsatz ca. 145 Zeichen/Sekunde. Hörbar ist die ständige Umschaltung der Übertragungsrichtung; die Quittung eines Datenblockes von 128 Byte Länge besteht aus nur einem Byte. Dateiübertragung, X-Modem-Protokoll, protocol-spoofing aktiviert. Datendurchsatz ca. 1400 Zeichen/Sekunde. Die Quittungen der empfangenen Seite werden nicht übertragen, das Modem arbeitet fast im Simplex-Betrieb.
Diese Technik war nicht einfach zu verwirklichen, der TrailBlazer Plus zum Beispiel nutzte einen der ersten 32-Bit-Mikroprozessoren, den Motorola 68000; diese Modems waren daher allgemein sehr teuer. Trotzdem waren die TrailBlazer-Modems sehr verbreitet bei Unix-Anwendern, da sie durch ihre Modulationsart und Protokoll-Spoofing selbst bei sehr schlechten Fernmeldeverbindungen, auf denen andere Modems nicht mehr arbeiten konnten, einen herausragenden Datendurchsatz erreichten. Der Geschwindigkeitsvorteil gegenüber einem standardisierten 2400 bit/s-Modem konnte das Zehnfache betragen. Die Kosten einer Fernverbindung zum Austausch von UUCP-Mails machten den Einsatz eines TrailBlazers damit schnell bezahlt.
Der TrailBlazer wurde durch Kommandos auf der seriellen Schnittstelle programmiert. Während die meisten einfachen Befehle auf dem AT-Befehlssatz der Firma Hayes basierten, wie zum Beispiel eine Telefonnummer zu wählen oder die Verbindung zu beenden, wurden die besonderen Fähigkeiten des Modems durch firmenspezifische Kommandos ausgelöst. Die meisten dieser Kommandos schrieben einfach Werte in Modemregister, was zu extrem langen und ohne Handbuch nahezu unverständlichen Kommandozeilen führte.Beispielkonfigurationen, hauptsächlich durch Veränderung einzelner Register wie Sxx=yyy
1988 brachte Telebit den T1000 heraus.Ankündigung des T1000 mit verminderten Leistungsmerkmalen Dies war ein Modem mit einer auf 9600 bit/s reduzierten Übertragungsgeschwindigkeit im PEP-Modus. Das Modem war aber kompatibel mit den bereits existierenden TrailBlazern. Der T2000 war ein erweiterter TrailBlazer mit der Fähigkeit einer synchronen Datenübertragung; diese wurde hauptsächlich zwischen Zentralrechnern verwendet.
Der NetBlazer Ein anderes bekanntes Produkt von Telebit war der NetBlazer, der weltweit erste Router, der bei Bedarf eine Wählverbindung in das Internet aufbaute.
Der NetBlazer bestand aus einem kleinen PC mit der entsprechenden Software in einem großen, modemähnlichen Gehäuse; zusammen mit einer unterschiedlich Anzahl von Modems oder anderen Verbindungsmöglichkeiten (zum Beispiel ISDN) in das Internet. Die Anschaltung der Benutzer und die Konfiguration des NetBlazers erfolgte über ein lokales Datennetz mittels Ethernet.
Die erste Version des NetBlazers unterstützte TCP/IP über das SLIP-Protokoll, später kamen PPP, IPX und AppleTalk hinzu. Spätere Hardwareversionen tauschten den Prozessor Intel 80386 mit einer kostengünstigeren Mikrocontroller-Version des Motorola 68030 aus, dem MC68EN360.
International standardisierte Geschwindigkeiten und der TrailBlazer mini|Deutsche Version des T2000 mini|Deutsche Version des T2500, mit aufgestecktem Rockwell-Modul (V.32) mini|Deutsche Version des WorldBlazers Die ersten TrailBlazer-Modems, T1000 und T2000, waren kompatibel mit dem international gebräuchlichen V.22bis-Standard mit 2400 bit/s. Damit konnten auch Verbindungen zu Modems anderer Hersteller aufgebaut werden.
Der erste internationale Standard für Wählmodems im Fernsprechnetz mit einer Geschwindigkeit von 9600 bit/s wurde 1984 als V.32ITU-T Recommendation V.32: A family of 2-wire, duplex modems operating at data signalling rates of up to 9600 bit/s for use on the general switched telephone network and on leased telephone-type circuits von der ITU-T veröffentlicht. Zunächst waren V.32-Modems sehr teuer, aber Rockwell International brachte fertige Modemmodule und Chipsätze heraus, die die Preise senkten. Auch Telebit erweiterte sein T2000 mit dem Rockwell-Modemmodul und nannte es T2500. Damit konnte dieses Modem neben PEP auch 2400 und 9600 bit/s als Übertragungsgeschwindigkeit. Eine Version ohne PEP-Unterstützung war das T1500. Das später auf den Markt gekommene T1600 hatte die gleichen Funktionen wie das T1500, nutzte allerdings nicht mehr das Rockwell-Modul, sondern eine eigene Entwicklung der Firma Telebit mit besseren Leistungsdaten; dies machte sich auch in reduzierten Produktionskosten bemerkbar. Sowohl das T1500 als auch das T1600 kosteten trotzdem mehr als 1000 Dollar; die Spitzenmodelle anderer Modem-Hersteller (zum Beispiel Hayes und USRobotics) lagen preislich um 700 Dollar.