mini|Schloss Weisendorf mini|Weisendorf von Süden mit der katholischen (links) und der evangelischen Kirche (rechts) mini|Weisendorf aus südwestlicher Blickrichtung mit der katholischen Kirche am rechten Bildschirmrand

Weisendorf ist ein Markt im mittelfränkischen Landkreis Erlangen-Höchstadt in Bayern. Er ist seit 1978 das Kleinzentrum des Seebachgrundes.

Geografie Lage Der Markt Weisendorf ist 14 Kilometer von Erlangen, 8 Kilometer von Herzogenaurach und 12 Kilometer von Höchstadt an der Aisch entfernt. Er befindet sich in der Metropolregion Nürnberg zentral zwischen Erlangen, Herzogenaurach und Höchstadt an der Aisch. Nürnberg liegt 36 km und Fürth 30 km südöstlich. Durch Weisendorf fließt die Seebach.

Gemeindegliederung Der Markt Weisendorf hat 14 Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):

Es gibt die Gemarkungen Boxbrunn (nur Gemeindeteil 1), Großenseebach (nur Gemarkungsteil 1), Hammerbach (nur Gemarkungsteil 1), Kairlindach, Oberlindach, Reinersdorf, Rezelsdorf, Sauerheim, Unterreichenbach (nur Gemarkungsteil 1) und Weisendorf. Die Gemarkung Weisendorf hat eine Fläche von 5,050 km² und ist in 2388 Flurstücke aufgeteilt. In ihr liegt neben dem namensgebenden Ort der Gemeindeteil Reuth.

Nachbargemeinden Nachbargemeinden sind (im Norden beginnend im Uhrzeigersinn): Höchstadt an der Aisch, Heßdorf, Großenseebach, Herzogenaurach, Aurachtal, Oberreichenbach, Gerhardshofen, Dachsbach, Uehlfeld.

Geschichte Der Ort wurde 1288 als „Weizzendorf“ erstmals urkundlich erwähnt. Das Bestimmungswort des Ortsnamens ist das Adjektiv wîz (mhd. für weiß). Im Dorf gab es vermutlich auffallend weiße Gebäude.Wolf-Armin von Reitzenstein: Lexikon fränkischer Ortsnamen, S. 237.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Weisendorf aus 72 Anwesen (Schloss, Ökonomiegebäude, Amts- und Brauhaus, Jägerhaus, Gärtnerhaus, Schäferhaus, 2 Wirtshäuser, 2 Schenkstätten, 46 Häuser, 1 Mühle, Badhaus, Judenschule. In der Vorstadt 13 Häuser mit kleinen Grundstücken). Das Hochgericht übte das Rittergut Weisendorf im begrenzten Umfang aus. Es hatte ggf. an das bambergische Centamt Herzogenaurach auszuliefern. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Rittergut Weisendorf. Alleiniger Grundherr war das Rittergut Weisendorf. Das Rittergut hatte auch die Dorf- und Gemeindeherrschaft über Schmiedelberg inne und Grundbesitz in Schmiedelberg (5) und Sauerheim (?).

1810 kam Weisendorf an das Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde 1811 der Steuerdistrikt und 1813 die Ruralgemeinde Weisendorf gebildet. 1813 wurden Mitteldorf und Sintmann dem Steuerdistrikt Weisendorf zugewiesen.Nach , im Jahr 1812. Die Gemeinde Weisendorf war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Neustadt an der Aisch zugewiesen und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Neustadt an der Aisch. In der freiwilligen Gerichtsbarkeit und der Ortspolizei unterstand der ganze Ort bis 1848 dem Patrimonialgericht Weisendorf. Am 12. Juli 1827 wurde die Gemeinde dem Landgericht Herzogenaurach überwiesen, am 1. Oktober 1847 schließlich auch dem Rentamt Herzogenaurach.= Ab 1862 gehörte Weisendorf zum Bezirksamt Höchstadt an der Aisch (1939 in Landkreis Höchstadt an der Aisch umbenannt) und weiterhin zum Rentamt Herzogenaurach (1919–1929: Finanzamt Herzogenaurach, seit 1929: Finanzamt Erlangen). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Herzogenaurach (1879 in das Amtsgericht Herzogenaurach umgewandelt), seit 1959 ist das Amtsgericht Erlangen zuständig. Die Gemeinde hatte ursprünglich eine Fläche von 3,864 km². Mit der Eingliederung von Reuth im Jahr 1956 vergrößerte sich die Fläche auf 5,036 km².

Eingemeindungen Am 1. Januar 1972 wurden durch die Gebietsreform in Bayern die Gemeinden Reinersdorf und Rezelsdorf eingemeindet sowie die Gemeindeteile Nankendorf aus der Gemeinde Hammerbach und Buch aus der Gemeinde Unterreichenbach eingegliedert. Am 1. Mai 1978 kamen die Gemeinden Kairlindach und Oberlindach sowie Boxbrunn aus der aufgelösten Gemeinde Boxbrunn hinzu.

Einwohnerentwicklung Gemeinde Weisendorf Jahr 1961 1970 1987 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 20172021Einwohner 1316 1598 4089 6208 6233 6257 6291 6303 6354 6407 6465 6492 64936671Häuser 216 1063 1803 1845 1861 18691940Quelle

Ort Weisendorf (= Gemeinde Weisendorf bis 1956) Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939Einwohner 751 662 666 623 574 546 616 617 663 643 624 616 592 567 603 638 687 770 753HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet und von 1871 bis 2017 als Wohngebäude. 94 110 108 110 111 122 Quelle Dort als Weißendorf aufgelistet. Jahr 1946 1950 1952 1961 1970 1987 2019Einwohner 1212 1261 1200 1253 1545 2380 4677Häuser 150 204 602 Quelle auf der Website weisendorf.de. Höchstwahrscheinlich inkl. Nebenwohnsitzen.

Konfessionsstatistik In Weisendorf ist das Verhältnis der beiden christlichen Konfessionen fast ausgeglichen. Laut dem Zensus 2011 waren 40,1 % der Einwohner evangelisch und 38,9 % römisch-katholisch. 21,0 % waren konfessionslos, gehörten einer anderen Religionsgemeinschaft an oder machten keine Angabe.Weisendorf, Religion. Zensus 2011. Die Zahl der Protestanten und Katholiken ist seitdem gesunken. Im Jahr 2017 waren von den Einwohnern 36,7 % (2503) Protestanten und 35,5 % (2419) Katholiken. 27,9 % (1901) hatten entweder eine andere oder keine Konfessions- oder Religionszugehörigkeit.Nur 72 Katholiken fehlen für einen Feiertag. In Weisendorf ist das Verhältnis der beiden Konfessionen fast ausgeglichen. Statistik 2017, abgerufen am 23. Dezember 2020.

Politik Hauptamtliche Erste Bürgermeister Von 2002 bis 2008 Armin Stürmer (BWG-FW) Von 2008 bis 2014 Alexander Tritthart (CSU) Von 2014 bis 2020 Heinrich Süß (UWG) † Von 2020 bis 2026 Karl-Heinz Hertlein (CSU) Seit 2026 Timo Wendel (UWG)

Marktgemeinderat Der Marktgemeinderat hat 20 Mitglieder zuzüglich des Ersten Bürgermeisters:

CSU SPD Grüne Bürgerliche Wählergemeinschaft Freie Wähler UWG Buch-Nankendorf Gesamt 2020 7 1 3 1 3 5 20 Sitze 2014 7 2 2 3 3 3 20 Sitze (Stand: Kommunalwahl am 15. März 2020)

Wappen und Flagge Wappen

Flagge Die Gemeindeflagge ist schwarz-gelb-grün.

Baudenkmäler

Bodendenkmäler

Verkehr Weisendorf liegt ca. sechs Kilometer von der Bundesautobahn 3 Würzburg–Nürnberg (Autobahnanschlussstelle Erlangen-West) entfernt. Durch den Ort verläuft die Staatsstraße 2259 nach Rezelsdorf (3,9 km westlich) bzw. an Reinersdorf vorbei nach Großenseebach (3,7 km östlich). Die Staatsstraße 2263 verläuft nach Oberlindach (1,3 km nördlich) bzw. über Nankendorf nach Hammerbach (3,7 km südöstlich). Gemeindeverbindungsstraßen verbinden mit Sauerheim (1,5 km westlich), mit Mitteldorf (1,2 km südwestlich) und mit Reuth (1,8 km südöstlich).

Durch den Ort verlaufen der Fernwanderweg Rangau-Ostweg und die Magnificat-Route des Fränkischen Marienwegs.

Messstationen Radioaktivitätsmessnetz In Weisendorf befindet sich eine von rund 1800 Messstellen des Radioaktivitätsmessnetzes des Bundesamts für Strahlenschutz (BfS). Die Messstation misst die Gamma-Ortsdosisleistung (ODL) am Messort und sendet die Daten an die Zentrale des Messnetzes. Die über 24 Stunden gemittelten Daten können im Internet abgerufen werden.

Grundwassermessstelle Auf dem Gemeindegebiet des Marktes Weisendorf befindet sich zudem eine Grundwassermessstelle des Bayerischen Landesamts für Umwelt, die durch das Wasserwirtschaftsamt Nürnberg betrieben wird. Die Messwerte sind auf der Website des Niedrigwasser-Informationsdienstes Bayern tagesaktuell einsehbar.

Gesellschaftliches In Weisendorf gibt es über 60 Vereine in den Bereichen Sport, Natur, Kultur und Freizeit. Durch Erschließung neuer Baugebiete, die sehr gute Infrastruktur sowie hervorragende Lebensqualität steigt die Zahl der Einwohner stetig an. Der Markt ist ein bevorzugtes Wohngebiet für Familien und Pendler in der Metropolregion Nürnberg.

Söhne und Töchter der Gemeinde Ernst von Gagern (1878–1954), deutscher Admiral der Kriegsmarine, geboren und gestorben in Neuenbürg Karl Theodor zu Guttenberg (1921–1972), CSU-Bundestagsabgeordneter, 1967–1969 Parlamentarischer Staatssekretär, Großvater des ehemaligen Bundesverteidigungsministers mit gleichem Namen Sabine Stockhorst (* 1986), deutsche Handballspielerin

Panoramabild

Literatur

Weblinks

Website des Marktes Weisendorf

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Erlangen-Höchstadt Kategorie:Fränkisches Rittergut Kategorie:Ersterwähnung 1288 Kategorie:Gemeindegründung 1813 Kategorie:Markt in Mittelfranken

Kategorie:Ort am Seebach (Regnitz) Kategorie:Gemarkung im Landkreis Erlangen-Höchstadt