Die Snookerweltmeisterschaft 2007 fand vom 21. April bis zum 7. Mai 2007 im Crucible Theatre in Sheffield statt.
Weltmeister wurde der Schotte John Higgins, der das Finale gegen Mark Selby gewann. Titelverteidiger aus dem Vorjahr war Graeme Dott, der bereits in Runde eins ausschied.
Preisgelder Preisgelder 2007 Gewinn in £ Sieger 220.000 unterlegener Finalist 111.000 Halbfinale 42.000 Viertelfinale 22.000 Achtelfinale 14.000 letzte 32 10.600 letzte 48 7.400 letzte 64 4.500 Höchstes Break (Hauptrunden) 10.000 Höchstes Break (Qualifikation) 1.000 Maximum Break (Hauptrunden) 147.000 Maximum Break (Qualifikation) 5.000 Insgesamt 941.000 £
Vor-Qualifikation Die Vor-Qualifikation fand in Prestatyn statt.
Runde 1
Runde 2
Qualifikation Die Qualifikationsrunden 1 bis 4 fanden vom 23. Februar bis zum 2. März 2007 in Prestatyn statt. Die letzte Qualifikationsrunde fand zwischen dem 12. und 15. März 2007 in Sheffield statt.
Endrunden
Übersicht
Erste Runde Mit 17 Jahren war Judd Trump jüngster Teilnehmer der Endrunde. Der älteste Spieler war der sechsfache Weltmeister Steve Davis mit 49 Jahren.
Bereits in der ersten Runde schieden einige der Favoriten aus. Der Titelverteidiger und Erste der provisorischen Weltrangliste, Graeme Dott, scheiterte an Ian McCulloch. Ebenso verlor der Weltranglistenzweite, Ken Doherty, trotz des mit 135 Punkten höchsten Breaks der ersten Runde, sein Auftaktspiel. Auch der ehemalige Weltmeister Mark J. Williams scheiterte bereits in der ersten Runde. Im Duell der beiden „Altmeister“ Steve Davis gegen John Parrott, die bereits das Finale der Weltmeisterschaft 1989 bestritten hatten, gewann Parrott knapp mit 10:9. Mit Spannung erwartet wurde das Spiel zwischen Ronnie O’Sullivan und Ding Junhui. Die beiden Spieler waren bereits zweimal in der Saison im Finale eines Turniers aufeinandergetroffen, wobei jeder Spieler einmal gewann. Im Vorfeld hatte O’Sullivan wegen der Auslosung Manipulationsverdacht geäußert, zumal ihm auch in der zweiten Runde ein sehr starker Gegner zugelost wurde, der zweifache Turniersieger der laufenden Saison, Neil Robertson. Sein Erstrundenspiel gewann „The Rocket“ jedoch souverän mit 10:2.
Achtelfinale Im Achtelfinale war für einige weitere Favoriten Endstation. Der Vorjahresfinalist Peter Ebdon verlor gegen den stark spielenden Mark Selby, während der siebenfache Weltmeister Stephen Hendry nach einer insgesamt schwachen Turnierleistung gegen Allister Carter ausschied. Stark wie bereits in der ersten Runde spielte John Higgins, der gegen Fergal O’Brien mühelos mit 13:4 gewann. Das wahrscheinlich beste Spiel des Turniers bis zu jenem Zeitpunkt lieferten sich jedoch Ronnie O’Sullivan und Neil Robertson. Nachdem zuerst O’Sullivan mit 8:3 in Führung gegangen war, gewann Robertson sechs Frames in Folge (dabei gelang ihm mit 140 Punkten das bis dahin höchste Break der WM) und ging 8:9 in Führung. Am Ende schaffte es O’Sullivan aber doch noch, das Spiel mit 13:10 für sich zu entscheiden.
Viertelfinale Im Viertelfinale spielte O’Sullivan erneut gegen einen der Titelfavoriten, diesmal gegen John Higgins. O’Sullivan verlor 9:13 gegen Higgins, der schon in den Runden zuvor überragend spielte und mit dem Einzug ins Halbfinale die Führung im Provisional Ranking übernahm. Dort traf er in einem rein schottischen Duell auf Stephen Maguire, der Anthony Hamilton zuvor klar mit 13:7 besiegte. In der unteren Hälfte des Turnierbaums mussten beide Halbfinalteilnehmer im Viertelfinale über die volle Distanz von 25 Frames gehen. Ali Carter musste sich Mark Selby mit 12:13 geschlagen geben, ebenso unterlag Matthew Stevens im letzten Frame gegen Shaun Murphy. Stevens war bereits mit 11:5 und danach mit 12:7 in Führung gelegen und benötigte nur mehr einen Frame zum Sieg. Murphy startete jedoch eine dramatische Aufholjagd, gewann sechs Frames in Folge und zog damit ins Halbfinale ein. Für Stevens war diese Niederlage doppelt bitter, da er dadurch in der aktualisierten Snookerweltrangliste danach nicht mehr den Top-16-Spielern angehörte.
Halbfinale Bis zum Viertelfinale finden im Crucible die Spiele parallel auf zwei Snookertischen nebeneinander statt, ab dem Halbfinale wird traditionell nur noch auf einem Tisch gespielt.
Im ersten Halbfinale zwischen John Higgins und Stephen Maguire konnte sich Higgins mit 17:15 durchsetzen. Maguire war zwar fast das ganze Spiel hindurch nach Frames in Führung und ging auch mit vier Frames Vorsprung in die letzte Session, dort drehte Higgins jedoch das Spiel noch um. Der entscheidende 32. Frame war geprägt von großer Nervosität beider Spieler sowie von zahlreichen relativ groben Fehlern, die ein hohes Break unmöglich machten. Die Entscheidung fiel nach längerem Safety-Duell, als Higgins die letzte Rote lochte und danach Maguire mit einem Snooker scheiterte.
Finale
Nachdem John Higgins am Ende des ersten Tages mit 12:4 Frames in Führung gegangen war und dabei die zweite Sitzung mit 7:1 klar dominiert hatte, schaffte Mark Selby es in der Afternoon-Session des zweiten Spieltages, sechs Frames in Folge zu gewinnen und somit seinen Rückstand auf 12:10 zu verkürzen. In der entscheidenden Evening-Session konnte er beim Stand von 14:13 sogar bis auf einen Frame herankommen. Die Frames bis dahin waren lang und hart umkämpft gewesen. Selby zeigte in dieser letzten Stunde teilweise atemberaubende Pots quer über den Tisch, etwa als Steilstoß oder als Mehrfach-Kombination, konnte jedoch wegen Stellungsproblemen oder leichter Fehler nie das Break fortsetzen. Währenddessen fand Higgins wieder ins Spiel zurück, erkämpfte sich die nächsten beiden Frames und gewann den folgenden mit einem Century-Break. Einen Frame vor dem Sieg stehend nutzte er dann die erste Gelegenheit zu einem spielentscheidenden Break und gewann letztendlich mit 18:13. Das Match endete um 0:55 Uhr GMT und steigerte damit den Vorjahresrekord nochmals um zwei Minuten. Finalschiedsrichter war Eirian Williams.
Century Breaks
Qualifikationsrunde Das höchste Runde der Qualifikation erzielte Rory McLeod mit einer 145. Sämtliche Century-Breaks der Qualifikationsrunde sind in der nachfolgenden Übersicht aufgelistet.
Rory McLeod 145 Judd Trump 142, 116, 106, 101 Marco Fu 142 David Morris 141, 107 Tian Pengfei 139 Mark Selby 139 James Leadbetter 138, 126, 112 Robert Milkins 138 Stuart Bingham 136 Ian Preece 135 Ben Woollaston 134, 126 Marcus Campbell 132 Jamie Cope 132 Dominic Dale 131 Jamie Burnett 130, 115, 114, 106, 104, 103 Mark Joyce 130 Jimmy White 130 Mark Davis 129, 117, 100 Mark Allen 128, 124, 117, 102 Nigel Bond 128 Ricky Walden 127 Ding Junhui 126, 114 Shokat Ali 124 Matthew Couch 123, 115 Joe Delaney 120 Alfie Burden 115 Joe Jogia 112, 101 (2×) Passakorn Suwannawat 112 Bradley Jones 111, 106 David Gilbert 110, 104 Liang Wenbo 105 Dave Harold 104 Andy Hicks 104 Issara Kachaiwong 104 Jimmy Michie 103 Liu Song 103 Ian McCulloch 102 Roy Stolk 101 Scott MacKenzie 100
Hauptrunde Mit 68 Century Breaks in der Endrunde wurde der vorherige Rekord aus dem Jahr 2002 egalisiert. Die meisten Century Breaks erzielte Weltmeister John Higgins; das höchste Allister Carter.
Ali Carter 144, 129, 112, 111 Stephen Maguire 143, 137, 131, 124, 108, 106, 102 Neil Robertson 140 John Higgins 135, 134, 129, 122, 113, 110, 106, 104 (2×), 100 (2×) Ken Doherty 135 Shaun Murphy 132, 131, 101 (2×), 100 Mark Selby 130, 129, 128, 122, 121, 119, 116 (2×), 111, 109, 104, 100 Ronnie O’Sullivan 129, 109, 105, 104, 100 Barry Hawkins 129 John Parrott 126, 123 Stephen Lee 126 Fergal O’Brien 120 Matthew Stevens 118, 108, 101 Mark Allen 118, 101 Nigel Bond 114, 104 Joe Swail 114, 104 Anthony Hamilton 111, 107 Ian McCulloch 110 Marco Fu 107 Ding Junhui 103 Steve Davis 100 Ryan Day 100 David Gilbert 100
Weblinks Snookerweltmeisterschaft 2007 bei CueTracker Chris Downer: Crucible Almanac (2011 edition)., Bournemouth 2011.
Berichte von der Snooker WM 2007
#2007 Kategorie:Snookerveranstaltung 2007 Kategorie:Billardturnier in Sheffield Kategorie:Crucible Theatre