mini|Empfangsgebäude
Der Bahnhof Schleusingen ist ein Bahnhof südlich des Rennsteiges. Er stellt den Gleisanschluss für die Stadt Schleusingen dar und wird seit 1998 nicht mehr im täglichen Schienenpersonennahverkehr (SPNV) bedient.
Lage Im Bahnhof Schleusingen laufen die Rennsteigbahn von Ilmenau, die Friedbergbahn von Suhl sowie die Bahnstrecke von Themar zusammen. Er liegt in der Unterstadt von Schleusingen westlich des Stadtzentrums. In unmittelbarer Nähe befindet sich ein Gewerbegebiet sowie ein größeres Wohngebiet. Westlich wird er von der Haardt und dem Kohlberg überthront.
Bauliche Anlagen Der Bahnhof Schleusingen besitzt drei Personengleise an zwei Bahnsteigen. Dahinter schließen sich diverse weitere Gleise an, die zu einem dreitürigen Lokschuppen (an der Nordausfahrt) führen. Am südlichen Bahnsteigende steht ein Stellwerk in DDR-Bauweise. An Gleis 1 befindet sich das dreigeschossige Empfangsgebäude mit einem Güterschuppen als Anbau. Nördlich und südlich wird der Bahnhof von zwei Bahnübergängen begrenzt.
Geschichte 1888 wurde die Bahnstrecke Schleusingen–Themar errichtet. So erhielt Schleusingen Anschluss an das Eisenbahnnetz. Bis 1904 stellte der Bahnhof noch den Endbahnhof aus Richtung Themar dar. 1904 war die Rennsteigbahn fertiggestellt, so dass er nun eine nördliche Ausfahrt nach Ilmenau und somit direkten Anschluss nach Erfurt erhielt. Diese Bahnstrecke bedeutete einen enormen wirtschaftlichen Aufschwung für die Region am mittleren Rennsteig, die von großer Armut bestimmt wurde. 1911 verband die Friedbergbahn Schleusingen nun auch mit Suhl, das an der Bahnstrecke Neudietendorf–Ritschenhausen liegt. Über die Jahre waren auf allen Strecken, die den Bahnhof Schleusingen durchlaufen, die Fahrgastzahlen stabil, wenn auch die Friedbergbahn im Laufe der Zeit durch zunehmenden schnelleren Omnibusverkehr an Bedeutung verlor. Nach 1990 brach allerdings das Fahrgastaufkommen stark ein, der Bahnverkehr über den Rennsteig wurde bedeutungslos. So wurde am 31. Mai 1997 die Friedbergbahn nach Suhl stillgelegt. Im Mai 1998 bestellte das Land Thüringen den Personenverkehr auf der Rennsteigbahn ab, im Juni 1998 auch nach Themar.
2003 pachtete die Rennsteigbahn GmbH die Rennsteigbahn zusammen mit der Strecke nach Themar, einige Zeit später baute sie wieder den Verladebahnhof am ehemaligen Holzwerk Schleusingen auf. So wird etwa zweimal wöchentlich durch die Railssystems RP GmbH Holz nach Schweinfurt über Themar transportiert, welches von der Holzhandelsfirma WHF aus den Rennsteigregionen nach Schleusingen angeliefert wird. Sonderfahrten durch die Dampfbahnfreunde Mittlerer Rennsteig finden vor allem auf der Rennsteigbahn, aber auch der Strecke nach Themar in unregelmäßigen Abständen statt.
Kesselexplosion am 2. November 1890 mini|Lok 44 (Krauss Typ XV) nach der Kesselexplosion
Vorherige Station (kein SPNV) Nächste Station Schleusingen Ost Bahnstrecke Plaue–Themar Rappelsdorf St. Kilian Friedbergbahn -
Literatur
Erich Preuß: Schleusingen. In: Oliver Strüber [vorm. Erich Preuß] (Hrsg.): Das große Archiv der deutschen Bahnhöfe (= 14. Ergänzungsausgabe). GeraNova Zeitschriftenverlag, München 1998, (1 Bl., 4 S.).
Weblinks
Einzelnachweise
Schleusingen Schleusingen Kategorie:Verkehrsbauwerk im Landkreis Hildburghausen Kategorie:Bauwerk in Schleusingen