Die Fußball-Regionalliga Nord der Frauen ist in Nordwestdeutschland (Niedersachsen, Bremen, Hamburg, Schleswig-Holstein) die dritthöchste Spielklasse im deutschen Frauenfußball. Die Liga untersteht dem norddeutschen Fußballverband.

Geschichte Die Liga wurde 1986 als Oberliga Nord gegründet. Zur damaligen Zeit war die Oberliga Nord die höchste Spielklasse in Norddeutschland. Der Meister qualifizierte sich zusammen mit den jeweils bestplatzierten Mannschaften der vier Landesverbände für die Endrunde um die deutsche Meisterschaft. Erster Meister wurde Lorbeer Rothenburgsort aus Hamburg. Die neue Spielklasse konnte aber die chronische Erfolglosigkeit der norddeutschen Vereine bei der deutschen Meisterschaft nicht beenden. Vor Gründung der Liga erreichten nur zwei norddeutsche Clubs das Halbfinale. Von den Oberligisten schaffte lediglich Fortuna Sachsenroß Hannover 1988 das Halbfinale. Beide Spiele verloren die Hannoveranerinnen gegen den KBC Duisburg mit 1:0. In der Saison 1989/90 ging es um die Qualifikation zur neuen Bundesliga. Die fünf Plätze nahmen Fortuna Sachsenroß Hannover, der SC Poppenbüttel, der Schmalfelder SV, der SV Wilhelmshaven und der VfR Eintracht Wolfsburg ein.

Fortan war die Oberliga nur noch zweitklassig und der Oberligameister, in manchen Jahren auch der Vizemeister, mussten in einer Aufstiegsrunde um die Beförderung ins Oberhaus kämpfen. Hierbei waren die Nordclubs weniger erfolgreich. Lediglich der Schmalfelder SV (zweimal) sowie der TV Jahn Delmenhorst und der VfL Wittekind Wildeshausen (je einmal) schafften den Aufstieg auf sportlichem Wege. 1997 wurde die Bundesliga auf eine Gruppe mit zwölf Mannschaften verkleinert. Die Regionalligisten (die Liga wurde 1994 umbenannt) konnten sich durch eine Relegation für die neue Klasse qualifizieren. Zwar wurde der Hamburger SV nur Zweiter hinter Fortuna Sachsenroß Hannover, da sich die Niedersächsinnen aus finanziellen Gründen zurückzogen, kam der HSV als Nachrücker in die Bundesliga. In der Saison 1997/98 sorgte der WSV Wolfsburg für eine Kuriosität. Während der Saison musste die Mannschaft nur ein Gegentor hinnehmen. Dieser Treffer bedeutete allerdings die einzige Niederlage. Wolfsburg stieg auf, dafür kam der HSV wieder runter. Nach zwei vergeblichen Anläufen, in der Saison 1999/2000 gewann der HSV alle Saisonspiele, konnte die Mannschaft erst 2001 den Wiederaufstieg feiern.

In der Saison 2003/04 ging es um die Qualifikation für die neue 2. Bundesliga. Die vier Plätze nahmen der SV Victoria Gersten, die zweite Mannschaft des HSV, der SuS Timmel und der MTV Wolfenbüttel ein. Seit 2004 ist die Regionalliga Nord nur noch die dritthöchste Spielklasse. Der Meister steigt fortan direkt in die 2. Bundesliga auf.

Modus Die Regionalliga Nord besteht aus vierzehn Mannschaften, die im Ligasystem gegeneinander antreten. Ein Sieg wird mit drei, ein Unentschieden mit einem Punkt belohnt. Bis 2017 war die punktbeste Mannschaft Meister und stieg in die 2. Bundesliga auf. Seit 2019 ermitteln die fünf Regionalligameister und ein Regionalligavizemeister in drei gelosten Paarungen mit Hin- und Rückspiel die Aufsteiger in die 2. Bundesliga. Der teilnehmende Regionalligavizemeister wird anhand einer Leistungstabelle der Regionalverbände ermittelt, in die das Abschneiden der Vereine in den letzten drei Spielzeiten in der ersten und zweiten Bundesliga eingeht. Verzichtet der Meister auf seine Teilnahme oder der Sieger der Spiele auf sein Aufstiegsrecht bzw. wird dem Sieger der Aufstieg vom DFB verwehrt, rückt der Verlierer nach. Wird auch dem Verlierer der Aufstiegsrunde der Aufstieg verwehrt oder verzichtet er, steigt keine Mannschaft auf. Im Gegensatz zum Männerfußball dürfen auch zweite Mannschaften in die 2. Bundesliga aufsteigen. Dies geschah erstmals 2006, als die zweite Mannschaft des Hamburger SV Meisterschaft und Aufstieg feiern konnte.

Auf der anderen Seite der Tabelle steigen die zwei letztplatzierten Mannschaften in die jeweilige Verbandsliga ab. Die Absteiger werden durch zwei Aufsteiger aus den Verbandsligen ersetzt. Der erste Aufsteiger wird von den Meistern der Niedersachsenligen West und Ost in Hin- und Rückspiel ermittelt. Die Meister der Verbandsligen Schleswig-Holstein, Hamburg und Bremen ermitteln in einer Aufstiegsrunde, in der jede Mannschaft einmal auf jede andere trifft, den zweiten Aufsteiger. Steigen zwei oder mehr Mannschaften aus der 2. Bundesliga in die Regionalliga Nord ab, so erhöht sich die Zahl der Absteiger aus der Regionalliga dementsprechend. Sollte keine norddeutsche Mannschaft aus der 2. Bundesliga absteigen, muss nur ein Regionalligist in die Verbandsliga absteigen.

Zieht ein Verein vor dem Beginn bzw. während der Saison seine Mannschaft zurück, so wird diese automatisch an das Tabellenende gesetzt und gilt als Absteiger.

Aktuelle Teilnehmer

Bisherige Meister

Rekordmeister Rang Verein Titel Saisons 1 20px Hamburger SV 6 1999, 2000, 2001, 2003, 2022, 2023 2 20px TV Jahn Delmenhorst 4 1991, 1992, 1995, 1997 20px Holstein Kiel 2005, 2012, 2014, 2026 4 20px SV Henstedt-Ulzburg 3 2015, 2020, 2024 5 20px FTSV Lorbeer Rothenburgsort 2 1987, 1988 20px VfL Wittekind Wildeshausen 1994, 1996 20px VfL Wolfsburg 1990, 1998 20px SV Victoria Gersten 2002, 2004 20px Mellendorfer TV 2008, 2011 20px Bramfelder SV 2016, 2018 20px Hamburger SV II 2006, 2025 20px Werder Bremen II 2017, 2019 13 20px Fortuna Sachsenroß Hannover 1 1989 20px Schmalfelder SV 1993 20px FFC Oldesloe 2000 2007 20px Werder Bremen 2009 20px BV Cloppenburg 2010

Rekorde Stand: Juni 2022

Meiste Siege: Der Hamburger SV (1999/2000) und VfL Wolfsburg II (2012/13) gewannen alle 22 Spiele. Wenigste Siege: Die Sportfreunde Salzgitter (1994/95), Sparta Göttingen (2003/04) und SF Wüsting-Altmoorhausen (2013/14) blieben ohne Saisonsieg. Meiste Unentschieden: Der Wittenseer SV spielte in der Saison 2000/01 elf Mal unentschieden. Wenigste Unentschieden: Neun Vereine blieben in einer Saison ohne Unentschieden. Meiste Niederlagen: Die Sportfreunde Salzgitter (1994/95), der SV Kettenkamp (2000/01) und der MTV Wolfenbüttel (2006/07) verloren jeweils 20 Saisonspiele. Wenigste Niederlagen: Fünfmal blieb eine Mannschaft in einer Saison ungeschlagen. Der Hamburger SV schaffte dies dreimal. Während die Mannschaft in der Saison 1999/2000 alle Spiele gewinnen konnte, gab es ein Jahr später ein Unentschieden. In der Saison 2021/22 kam es zu Punktverlusten durch zwei Unentschieden. Die anderen Vereine waren der TV Jahn Delmenhorst (1991/92), der SV Victoria Gersten (2003/04) und der FFC Oldesloe 2000 (2006/07) Meiste Tore geschossen: Torhungrigste Mannschaft der Ligageschichte war der WSV Wolfsburg, der in der Saison 1997/98 121 Mal ins gegnerische Tor traf. Wenigste Tore geschossen: Die SF Wüsting-Altmoorhausen in der Saison 2013/14 gelangen nur sieben Saisontore. Meiste Tore kassiert: In der Saison 1997/98 musste der Sporting Clube Hamburg 107 Gegentore hinnehmen. Wenigste Tore kassiert: Der WSV Wolfsburg kassierte in der Saison 1997/98 nur ein Gegentor. Dieses Gegentor besiegelte die einzige Saisonniederlage.

Alle Teilnehmer der Regionalliga Nord Verein Zeitraum Bemerkung SV Ahlerstedt/Ottendorf 2004–2015 TSG Ahlten 2009–2010 SV Heidekraut Andervenne 2014–2016 TuS Appen 1993–1994 SpVg Aurich 2025– HSV Barmbek-Uhlenhorst 1986–1987 TSV Barmke 2022–2026 ASV Bergedorf 85 2007–2009 ab 2009: FC Bergedorf 85 FC Bergedorf 85 2009–2017 bis 2009: ASV Bergedorf 85, Rückzug 2017 Bramfelder SV 2012–2013, 2014–2016, 2017–2018 Meister 2016, 2018, Rückzug 2018 Eintracht Braunschweig 2023–2024 Eintracht Bremen 1991–1993 Polizei SV Bremen 1986–1988, 1989–1997, 2004–2005 Rückzug 2005 Werder Bremen 2008–2009 Meister 2009 Werder Bremen II 2011–2022, 2023– TuS Büppel 2003–2009, 2018–2024 ATS Buntentor 2001–2002, 2015–2018, 2020– Fortuna Celle 2013–2018 BV Cloppenburg 2008–2010 -2008: SV Höltinghausen, Meister 2010 TV Jahn Delmenhorst 1986–2013, 2015–2017, 2018–2023 Meister 1991, 1992, 1995, 1997 TSV DUWO 08 2015–2017 TV Eiche Horn 2026– Eimsbütteler TV 2022–2023, 2024– Grün-Weiss Eimsbüttel 1990–1992, 1999–2003 Kickers Emden 1997–1999 SG Erbstorf/Ilmenau 1992–1995 FT Geestemünde 1987–1988, 1990–1992 SV Victoria Gersten 1993–2004 Meister 2002, 2004 Sparta Göttingen 2003–2004 TSG Burg Gretesch 1991–2023 SpVgg Groß-Flottbek 1988–1990 SV Hage 1988–1991 SSC Hagen Ahrensburg 2026– Sporting Clube Hamburg 1997–1999 Rückzug 1999 SC Victoria Hamburg 2025–2026 Hamburger SV 1990–1997, 1998–2001, 2002–2003, 2012–2016, 2019–2023 Meister 1999, 2000, 2001, 2003, 2022, 2023 Hamburger SV II 2003–2004, 2005–2006, 2023– Meister 2006, 2025 Fortuna Sachsenroß Hannover 1986–1990 Meister 1989 TSV Havelse 2008–2017 Rückzug 2017 SV Henstedt-Ulzburg 2013–2015, 2018–2021, 2022– Meister 2024 SV Höltinghausen 2007–2008 ab 2008: BV Cloppenburg Hamburger TS 1996–1997 Hannover 96 2019– SV Hastenbeck 2002–2006, 2025–2026 SV Henstedt-Ulzburg II 2017–2018 FC Huchting 1992–1993 TSV Eintracht Immenbeck 2010–2014FC Jesteburg-Bendestorf 2008–2011 2023–2024 bis 2023: VfL Jesteburg VfL Jesteburg 2016–2023 seit 2023: FC Jesteburg-Bendestorf Holstein Kiel 1999–2001, 2002–2005, 2011–2012, 2016– -2004: Wittenseer SV SV Kettenkamp 1998–2001 Kieler MTV 2024–2025 MTV Leck 1996–1997 TSV Limmer 2014–2019 SV Lurup 2004–2005, 2006–2008 TuRa Meldorf 2014–2015 Mellendorfer TV 2005–2008, 2010–2011, 2011–2012 Meister 2008, 2011, Rückzug 2012 FFC Oldesloe 2000 2004–2007, 2013 Meister 2007, Rückzug 2013 SV Meppen II 2017–2025 TSV Nahe 2005–2009 FFC Oldesloe 2000 II 2010–2012 Osnabrücker SC 2020–2023 VfL Oythe 2006–2013 SC Poppenbüttel 1987–1990, 1992–1994 Ratzeburger SV 2000–2002 Rotenburger SV 1987–1991 Rückzug 1991 FTSV Lorbeer Rothenburgsort 1986–1994 Meister 1987, 1988 Schmalfelder SV 1986–1990, 1992–1993, 1995–1996, 1997–1998 Meister 1993, Rückzug 1998 ATSV Stockelsdorf 1986–1989 Rückzug 1989 TuS Schwachhausen 2018–2019 SV Sereetz 1995–1996, 2001–2003 FC St. Pauli 2016– Sportfreunde Salzgitter 1993–1995 SG Schamerloh 1997–2007 VfL Westercelle 1990–1991 Rückzug 1991 TuS Westerholz 1994–2002 FSV Westerstede 1990–1993, 2000–2005 Rückzug 2005 VfL Wittekind Wildeshausen 1986-–1996 Meister 1994, 1996 SV Wilhelmshaven 1989–1990, 1991–2000 Rückzug 2000 Wittenseer SV 1986–1989, 1990–1992, 1999–2001, 2002–2004 ab 2004: Holstein Kiel MTV Wolfenbüttel 2004–2004, 2006–2007 bis 2002: Wolfenbütteler SV VfR Eintracht Wolfsburg 1986–1990 Meister 1990 WSV Wolfsburg 1997–1998 Meister 1998 VfL Wolfsburg II 2012–2013, 2024–2025 Meister 2013 SV Stöckheim 1996–1998 SuS Timmel 2001–2004, 2007–2010, 2026– ab 2024: SV TiMoNo FSG Twist 2004–2008 SV Upen 1998–2000 Walddörfer SV 2017–2022, 2026– SC Wedemark 1994–1995 TSC Wellingsbüttel 2020–2022 MTV Wohnste 1996–1997 SF Wüsting-Altmoorhausen 2011–2014

Tabellen 1986/87

1987/88 Trotz des Abstiegs nahm der Polizei SV Bremen als bestplatzierter bremischer Vertreter an der deutschen Meisterschaft teil.

1988/89

1989/90 Wolfsburg, Wilhelmshaven, Schmalfeld, Hannover und Poppenbüttel qualifizierten sich für die neu geschaffene Bundesliga. Der Polizei SV Bremen hatte seine Bewerbung zurückgezogen.

1990/91 Ab dieser Saison war die Regionalliga Nord nur noch zweitklassig. Der Rotenburger SV und der VfL Westercelle zogen ihre Mannschaften zurück.

1991/92

1992/93

1993/94 Der FTSV Lorbeer Rothenburgsort zog freiwillig seine Mannschaft zurück. Da der SC Poppenbüttel auf das Nachrücken verzichtete verlieb der Tabellenletzte TuS Appel in der Liga.

1994/95 Die Oberliga Nord wurde in Regionalliga Nord umbenannt.

1995/96 Ab dieser Saison gilt die Drei-Punkte-Regel. Der TuS Appen zog freiwillig die Mannschaft zurück. Da der SV Seeretz auf das Nachrücken verzichtete verlieb der Tabellenletzte Polizei SV Bremen in der Liga.

1996/97 Der MTV Wohnste und der MTV Leck zogen freiwillig die Mannschaften zurück.

1997/98 Der Schmalfelder SV zog freiwillig die Mannschaft zurück.

1998/99 Der Sporting Clube Hamburg zog während der Saison die Mannschaft zurück.