Die Nieharde (dänisch: Ny Herred) war eine Harde in Schleswig. Noch heute ist sie als Landschaftsbezeichnung bekannt. Sie liegt im nordöstlichen Angeln an der Flensburger Förde. Der Name Nieharde weist darauf hin, dass sie von einer oder mehreren anderen Harden abgetrennt wurde.
Gründung Die Halbinsel Angeln bestand in der Wikingerzeit aus zunächst fünf Harden. Diese waren im Istathesyssel zusammengefasst. Später kam die Nieharde zum Amt Flensburg, dem späteren Landkreis Flensburg.
In König Waldemars Erdbuch wird die Nieharde 1231 unter anderem mit den Dörfern Wippendorf, Rundhof, Wackerballig und Röst genannt.
Verwaltungsorganisation Nye Herred, später Nieharde (eingedeutscht neue Harde), stand für eine aus militärischen und verwaltungstechnischen Gründen definierte Teilregion in der Region Angeln, die über eine dem Zweck einer Harde entsprechend minimale Bevölkerungsstärke (insbesondere im militärischen Sinne) verfügte. Im zeitlichen Verlauf nach der Festlegung der Nieharde und der anderen Harden bekamen diese auch die Aufgabe auf unterster Ebene für Ordnung und vor allem auch für Recht zu sorgen. Tingstätte der Nieharde war Dingholz bei Sterup.
Hardevögte In der Nieharde in Angeln wurden aus deren personeller Mitte von 1500 bis 1850 folgende Mitbürger mit dem Amt als dortiger Hardesvogt (temporär) betraut: 1500–1540 Marquard Diedrichsen 1540–1570 Jes Marquardsen 1570–1584 Dietrich Marquardsen 1585–1601 Jürgen Marquardsen 1601–1610 Claus Marquardsen 1610–1622 Peter Rasch 1622–1630 Claus Rasch 1630–1636 Nis Jürgensen 1638–1651 Moritz Moritzen 1652–1654 Gottschalk Behr 1654–1671 Wilhelm Piper 1671–1714 Thomas Petersen 1714–1724 Diedrich Nicolaus Petersen 1724–1733 Albert Hein 1733–1758 Emanuel Hemsen 1758–1775 Johann Boysen 1775–1788 Peter Christian Kellermann 1788–1789 Peter Sievers 1789–1798 Michael Friedrich Luders 1798–1815 Gerhard Hinrich Nasser 1815–1846 Friedrich August Thiessen 1846–1850 Moritz Andreas Moritzen
Wappen Das Symbol der Nieharde ist eine liegende silberne Mondsichel und über ihr ein silberner Stern, wie es auch in den Wappen der Gemeinden Esgrus, Steinbergkirche und Steinberg sowie im Angler Wappen vorkommt.
Ablösung durch preußische Hierarchien Das Herzogtum Schleswig erfuhr nach kriegerischen Zeiten von 1850 bis 1864 eine Loslösung von dänischen Abhängigkeiten und wurde nach Beendigung der preußisch-österreichischen Streitigkeiten 1865 Preußen zugeordnet, was ob preußischer Verwaltungsregularien wohl das Ende der Einsetzung von Hardesvögten zur Folge hatte.
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