U 123 war ein U-Boot vom Typ IX B, das im Zweiten Weltkrieg von der deutschen Kriegsmarine eingesetzt wurde. Das Boot wurde nach der Selbstversenkung 1944 im folgenden Jahr von der Französischen Marine repariert und wieder in Dienst gestellt und 1959 abgewrackt.
Geschichte Der Auftrag für das Boot wurde am 15. Dezember 1937 an die Werft AG Weser (Deschimag) in Bremen vergeben. Die Kiellegung erfolgte am 15. April 1939, der Stapellauf am 2. März 1940, die Indienststellung unter Kapitänleutnant Karl-Heinz Moehle fand schließlich am 30. Mai 1940 statt.
Das Boot gehörte von der Indienststellung am 30. Mai 1940 bis zum 30. September 1940 als Ausbildungsboot zur 2. U-Flottille in Wilhelmshaven. Dabei wurde es in der Zeit vom 16. bis 31. August 1940 für Dreharbeiten zum Propagandafilm „U-Boote westwärts!“ der UFA zur Verfügung gestellt.Vergleiche Kriegstagebuch von U 123, http://uboatarchive.net/U-123/KTB123-1.htm (abgerufen am 27. Januar 2025). Siehe auch U 95, von denen einige Besatzungsmitglieder hierfür als Komparsen abkommandiert wurden. Nach der Ausbildung gehörte U 123 vom 1. Oktober 1940 bis zum 17. Juni 1944 als Frontboot zur 2. U-Flottille in Wilhelmshaven bzw. Lorient. Nach der Außerdienststellung am 17. Juni 1944 wurde es bis zum August 1944 in Lorient als Frontschulboot verwendet
U 123 unternahm während seiner Dienstzeit zwölf Feindfahrten, auf denen es 46 Schiffe mit 238.588 BRT versenken und sechs Schiffe mit 53.568 BRT beschädigen konnte.
Einsatzstatistik Erste Unternehmung Das Boot lief am 21. September 1940 um 5.00 Uhr von Kiel aus und lief am 23. Oktober 1940 um 11.25 Uhr in Lorient ein. Auf dieser 33 Tage dauernden und zirka 5.400 sm langen Unternehmung in den Nordatlantik, dem Nordkanal, sowie westlich der Rockall Bank, wurden sechs Schiffe mit 25.878 BRT versenkt.
6. Oktober 1940: Versenkung des britischen Dampfers Benlawers () mit 5.943 BRT. Der Dampfer wurde durch einen Torpedo versenkt. Er hatte Armeegüter inklusive LKWs geladen und befand sich auf dem Weg von Swansea nach Durban und Port Said. Das Schiff war ein Nachzügler der Konvois OB-221 mit 35 Schiffen. Es gab 24 Tote und 27 Überlebende. 10. Oktober 1940: Versenkung des britischen Dampfers Graigwen () mit 3.697 BRT. Der Dampfer wurde durch einen Torpedo versenkt. Er hatte 6.160 t Mais geladen und befand sich auf dem Weg von Montreal über Sydney nach Barry Roads. Das Schiff gehörte zum Konvoi SC-6 mit 38 Schiffen. Es gab sieben Tote und 27 Überlebende. 19. Oktober 1940: Versenkung des britischen Dampfers Sedgepool () mit 5.556 BRT. Der Dampfer wurde durch einen Torpedo versenkt. Er hatte 8.720 t Weizen geladen und befand sich auf dem Weg von Montreal (Kanada) über Sydney (Nova Scotia) nach Manchester. Das Schiff gehörte zum Konvoi SC-7 mit 35 Schiffen. Es gab drei Tote und 36 Überlebende. 19. Oktober 1940: Versenkung des niederländischen Dampfers Boekelo () mit 2.118 BRT. Der Dampfer wurde durch einen Torpedo versenkt. Er hatte 1.018 t Bauholz geladen und befand sich auf dem Weg von Chatham (Neubraunschweig) nach London. Das Schiff war ein Nachzügler des Konvois SC-7 mit 35 Schiffen. Es gab keine Verluste, 25 Überlebende. 19. Oktober 1940: Versenkung des britischen Dampfers Skekatika () mit 5.458 BRT. Der Dampfer wurde durch vier Torpedos versenkt. Er hatte 2.003 t Stahl sowie 6.000 t Grubenholz geladen und befand sich auf dem Weg von Gaspé über Sydney (Neubraunschweig) nach Hartlepool. Das Schiff war ein Nachzügler des Konvois SC-7 mit 35 Schiffen. Es gab keine Verluste, 36 Überlebende. 19. Oktober 1940: Versenkung des britischen Dampfers Clintonia () mit 3.106 BRT. Der Dampfer wurde durch Artillerie versenkt. Er hatte 3.850 t Bauholz geladen und befand sich auf dem Weg von St. Francis (Nova Scotia) über Sydney (Nova Scotia) nach Manchester. Das Schiff gehörte zum Konvoi SC-7 mit 35 Schiffen. Es gab einen Toten und 35 Überlebende.
Zweite Unternehmung Das Boot lief am 14. November 1940 um 17.00 Uhr von Lorient aus und lief am 28. November 1940 um 14.30 Uhr wieder dort ein. Auf dieser 13 Tage dauernden und 2.300 sm langen Unternehmung in den Nordatlantik, westlich des Nordkanals, wurden sechs Schiffe mit 27.895 BRT versenkt.
22. November 1940: Versenkung des britischen Dampfers Cree () mit 4.791 BRT. Der Dampfer wurde durch einen Torpedo versenkt. Er hatte 5.500 t Eisenerz geladen und befand sich auf dem Weg von Pepel (Sierra Leone) über Freetown nach Workington (Großbritannien). Das Schiff war ein Nachzügler des Konvois SL-53 mit 24 Schiffen. Es war ein Totalverlust mit 45 Toten. 23. November 1940: Versenkung des griechischen Dampfers Kolchis mit 2.219 BRT. Der Dampfer wurde durch einen Torpedo versenkt. Er hatte Getreide geladen und befand sich auf dem Weg von Colchis (Kanada) über Sydney (Nova Scotia) nach Belfast und Cardiff. Das Schiff gehörte zum Konvoi OB-244 mit 46 Schiffen. Es war ein Totalverlust mit 23 Toten. 23. November 1940: Versenkung des britischen Dampfers Oakcrest () mit 5.407 BRT. Der Dampfer wurde durch einen Torpedo versenkt. Er fuhr in Ballast und war auf dem Weg von Liverpool nach New York. Das Schiff war ein Nachzügler des Konvois OB-244 mit 46 Schiffen. Es gab 35 Tote und sechs Überlebende. 23. November 1940: Versenkung des britischen Dampfers Tymeric () mit 5.228 BRT. Der Dampfer wurde durch einen Torpedo versenkt. Er hatte 6.150 t Kohle geladen und befand sich auf dem Weg von Kingston upon Hull nach Buenos Aires. Das Schiff war ein Nachzügler des Konvois OB-244 mit 46 Schiffen. Es gab 71 Tote und fünf Überlebende. 23. November 1940: Versenkung des britischen Dampfers King Idwal () mit 5.115 BRT. Der Dampfer wurde durch einen Torpedo versenkt. Er fuhr in Ballast und war auf dem Weg von Liverpool nach Baltimore. Das Schiff gehörte zum Konvoi OB-244 mit 46 Schiffen. Es gab zwölf Tote und 28 Überlebende. 23. November 1940: Versenkung des schwedischen Dampfers Anten () mit 5.135 BRT. Der Dampfer wurde durch einen Torpedo versenkt. Er fuhr in Ballast und war auf dem Weg von Liverpool nach Südafrika. Das Schiff gehörte zum Konvoi OB-244 mit 46 Schiffen. Es gab einen Toten und 32 Überlebende.
Dritte Unternehmung Das Boot lief am 14. Januar 1941 um 18.00 Uhr von Lorient aus und lief am 28. Februar 1941 um 17.15 Uhr wieder dort ein. Auf dieser 44 Tage dauernden und zirka 6.750 sm langen Unternehmung in den Nordatlantik, westlich des Nordkanals und Irlands, wurden vier Schiffe mit 22.186 BRT versenkt.
24. Januar 1941: Versenkung des norwegischen Dampfers Vespasian () mit 1.570 BRT. Der Dampfer wurde durch einen Torpedo versenkt. Er fuhr in Ballast und war auf dem Weg von Tyne und Oban zum Mackenzie. Es war ein Totalverlust mit 18 Toten. 4. Februar 1941: Versenkung des britischen Dampfers Empire Engineer () mit 5.358 BRT. Der Dampfer wurde durch einen Torpedo versenkt. Er hatte 7.047 t Stahl geladen und befand sich auf dem Weg von Sydney (Nova Scotia) nach Newport. Das Schiff war ein Nachzügler des Konvois SC-20 mit 38 Schiffen. Es war ein Totalverlust mit 39 Toten. 15. Februar 1941: Versenkung des britischen Dampfers Alnmoor () mit 6.573 BRT. Der Dampfer wurde durch sechs Torpedos versenkt, von denen nur einer traf. Er hatte Stückgut inklusive Mehl, Stahl sowie Eisenlegierungen geladen und befand sich auf dem Weg von New York über Sydney (Nova Scotia) nach Glasgow. Das Schiff war ein Nachzügler des Konvois SC-21 mit 38 Schiffen. Es war ein Totalverlust mit 55 Toten. 24. Februar 1941: Versenkung des niederländischen Dampfers Grootekerk () mit 8.685 BRT. Der Dampfer wurde durch zwei Torpedos versenkt. Er hatte Kohle sowie Stückgut geladen und befand sich auf dem Weg von Swansea (Großbritannien) über Freetown (Sierra Leone) nach Penang. Es war ein Totalverlust mit 52 Toten.
Vierte Unternehmung Das Boot lief am 10. April 1941 um 18.00 Uhr von Lorient aus und lief am 11. Mai 1941 um 8.24 Uhr wieder dort ein. Auf dieser 31 Tage dauernden und 5.952 sm langen Unternehmung in den Nordatlantik, südwestlich von Island, wurde ein Schiff mit 6.991 BRT versenkt.
17. April 1941: Versenkung des schwedischen Motorschiffes Venezuela mit 6.991 BRT. Das Schiff wurde durch fünf Torpedos, von denen drei Treffer waren, versenkt. Es hatte Zellstoff geladen und war auf dem Weg von Göteborg nach Rio de Janeiro. Es war ein Totalverlust mit 49 Toten.
Fünfte Unternehmung mini|U-Boote U-123 und U-201 am 8. Juni 1941 auslaufend aus Lorient Das Boot lief am 8. Juni 1941 um 18.41 Uhr von Lorient aus, musste aber wegen Maschinenproblemen am 12. Juni 1941 um 20.45 Uhr wieder dort einlaufen. Es lief am 15. Juni 1941 um 8.00 Uhr wieder von Lorient aus und lief am 23. August 1941 um 09.10 Uhr wieder dort ein. Auf dieser 76 Tage dauernden und 12.253 sm über und 151 sm unter Wasser langen Unternehmung in den Mittelatlantik, den Kapverdischen Inseln, vor Freetown, Gibraltar und den Azorischen Inseln, wurden fünf Schiffe mit 21.507 BRT versenkt. U 123 lief am 25. Juni 1941 in Las Palmas ein, um dort 40 m³ Brennstoff und Proviant zu ergänzen, es lief am gleichen Tag um 6.40 Uhr wieder dort aus.
20. Juni 1941: Versenkung des portugiesischen Dampfers Ganda () mit 4.333 BRT. Der Dampfer wurde durch einen Torpedo und Artillerie versenkt. Er hatte Stückgut, Portwein sowie 16 Passagiere an Bord und befand sich auf dem Weg von Lissabon nach Luanda. Drei Crewmitglieder und zwei Passagiere kamen ums Leben. 47 Crewmitglieder und 14 Passagiere wurden gerettet. Portugal war im Zweiten Weltkrieg neutral geblieben. Der B.d.U befahl dementsprechend Kommandant Hardegen, diese Versenkung aus dem Kriegstagebuch zu entfernen. 27. Juni 1941: Versenkung des britischen Dampfers P.L.M. 22 () mit 5.646 BRT. Der Dampfer wurde durch einen Torpedo versenkt. Er hatte 7.600 t Eisenerz geladen und befand sich auf dem Weg von Pepel (Sierra Leone) über Freetown (Sierra Leone) nach Middlesbrough. Das Schiff gehörte zum Konvoi SL-78 mit 25 Schiffen. Es gab 33 Tote und zwölf Überlebende. 27. Juni 1941: Versenkung des niederländischen Dampfers Oberon () mit 1.996 BRT. Der Dampfer wurde durch einen Torpedo versenkt. Er hatte 2.355 t Palmkerne sowie 253 t Stückgut geladen und befand sich auf dem Weg von Douala nach Kingston upon Hull. Das Schiff gehörte zum Konvoi SL-78 mit 25 Schiffen. Es gab sechs Tote und 28 Überlebende. 29. Juni 1941: Versenkung des britischen Dampfers Rio Azul () mit 4.088 BRT. Der Dampfer wurde durch einen Torpedo versenkt. Er hatte 6.700 t Eisenerz geladen und befand sich auf dem Weg von Pepel (Sierra Leone) über Freetown (Sierra Leone) nach Middlesbrough (Großbritannien). Das Schiff gehörte zum Konvoi SL-78 mit 25 Schiffen. Es gab 33 Tote und neun Überlebende. 3. Juli 1941: Versenkung des britischen Dampfers Auditor () mit 5.444 BRT. Der Dampfer wurde durch einen Torpedo versenkt. Er hatte Stückgut sowie zehn Flugzeuge geladen und befand sich auf dem Weg von London und Kapstadt nach Beira. Das Schiff gehörte zum Konvoi OB-337 mit 51 Schiffen. Es gab einen Toten und 75 Überlebende.
Sechste Unternehmung Das Boot lief am 14. Oktober 1941 um 13.30 Uhr von Lorient aus und lief am 22. November 1941 um 10.00 Uhr wieder dort ein. Auf dieser 40 Tage dauernden und 6.666 sm langen Unternehmung in den Nordatlantik, südöstlich Grönland, der Belle-Isle-Straße und Neufundland, wurde ein Schiff mit 13.984 BRT beschädigt.
21. Oktober 1941: Beschädigung des britischen Hilfskreuzers Aurania (F.28) mit 13.984 BRT. Der Hilfskreuzer wurde durch drei Torpedos, von denen zwei Treffer waren, beschädigt. Er lief am 23. Oktober 1941 in der Rothesay Bay ein. Es gab drei Tote. Das Schiff wurde 19 Monate später als Werkstattschiff Artifex wieder in Dienst gestellt.
Siebte Unternehmung mini|Einlaufen von U-123 am 9. Februar 1942 in Lorient