Die Duftblüten (Osmanthus) sind eine Pflanzengattung in der Familie der Ölbaumgewächse (Oleaceae).

Beschreibung mini|links|Illustration von Osmanthus delavayi

Vegetative Merkmale Die Osmanthus-Arten wachsen als immergrüne Sträucher oder Bäume. Die gegenständig angeordneten Laubblätter sind in Blattstiel und -spreite gegliedert. Die Blattspreite ist einfach. Der Blattrand ist ganz oder gesägt.

Die zymösen Blütenstände stehen gebündelt in den Blattachseln oder die Blüten stehen in kurzen rispigen Blütenständen. Es gibt zwei Hochblätter.

Generative Merkmale Die Exemplare sind zwittrig und oft auch männlich, also sind die Arten oft androdiözisch. Die Blüten aller Arten duften süß (daher der Name). Die in der Regel zwittrigen oder männlichen Blüten sind radiärsymmetrisch und vierzählig mit doppelter Blütenhülle. Die vier Kelchblätter sind glockenförmig verwachsen. Die vier verwachsenen Kronblätter sind meist weiß oder gelblich. Es sind nur zwei (selten vier) Staubblätter vorhanden. Der zweikammerige Fruchtknoten ist oberständig, die Narbe ist ganz oder zweilappig. In den männlichen Blüten kann ein Pistillode vorkommen.

Osmanthus-Arten bilden meist einsamige Steinfrüchte.

mini|Osmanthus delavayi mini|Stachelblättrige Duftblüte (Osmanthus heterophyllus) mini|Stachelblättrige Duftblüte (Osmanthus heterophyllus) mini|Frühlings-Duftblüte (Osmanthus × burkwoodii)

Systematik und Verbreitung Die Gattung Osmanthus wurde 1790 durch den des portugiesischen Missionar und Botaniker João de Loureiro in Flora Cochinchinensis, 1, Seite 28 aufgestellt.

Alle Arten kommen in Paläotropis vor. Einige Arten kommen in Vorderasien, im Himalaja und in Neukaledonien vor. Die meisten Arten sind in Südostasien verbreitet.

Die Gattung Osmanthus umfasst seit 2015 nur noch etwa 29 Arten:

Osmanthus armatus : Sie kommt in den chinesischen Provinzen Hubei sowie Sichuan vor. Osmanthus attenuatus : Die Heimat ist die Türkei, Armenien und Georgien. Osmanthus austrocaledonicus : Die drei Unterarten kommen in Neukaledonien vor. Osmanthus cooperi : Sie gedeiht in Höhenlagen von 400 bis 800 Metern in den chinesischen Provinzen Anhui, Fujian, Jiangsu, Jiangxi sowie Zhejiang. Osmanthus cymosus : Die Heimat ist Neukaledonien. Osmanthus decorus (Syn.: Phillyrea decora ): Die Heimat reicht von der nordöstlichen Türkei bis Transkaukasien. Osmanthus delavayi (Syn.: Siphonosmanthus delavayi ): Die Heimat ist China (Guizhou, Sichuan, Yunnan). Osmanthus didymopetalus : Sie kommt nur in der chinesischen Provinz Hainan vor. Osmanthus enervius : Die Heimat ist Taiwan und die japanischen Ryūkyū-Inseln. Osmanthus fordii : Sie kommt in den chinesischen Provinzen Guangdong sowie Guangxi vor. Süße Duftblüte (Osmanthus fragrans ) (Syn.: Osmanthus aurantiacus , Osmanthus fragrans var. aurantiacus , Osmanthus fragrans var. thunbergii ): Sie ist vom Himalaja bis Japan verbreitet. Osmanthus gracilinervis : Sie ist im Himalaya in Indien, Bhutan, Nepal, Myanmar, Thailand, Japan und in den chinesischen Provinzen Guizhou, Sichuan sowie Yunnan verbreitet. Osmanthus hainanensis : Sie kommt nur in der chinesischen Provinz Hainan vor. Osmanthus henryi : Sie kommt in den chinesischen Provinzen Guizhou, Hunan sowie Yunnan vor. Stachelblättrige Duftblüte (Osmanthus heterophyllus , Syn.: Ilex heterophylla , Olea aquifolium , Olea ilicifolia sowie Osmanthus ilicifolius ): Die Heimat ist Japan und Taiwan. Osmanthus insularis : Die Heimat ist Korea und die japanischen Nansei-shoto sowie Ogasawara-Inseln. Osmanthus iriomotensis : Es ist ein Endemit von Nansei-shoto. Osmanthus kaoi : Die Heimat ist Taiwan. Osmanthus lanceolatus : Sie gedeiht in Höhenlagen von 2000 bis 3000 Metern in Taiwan. Osmanthus marginatus : Sie ist in China, Taiwan und auf den japanischen Ryukyu-Inseln verbreitet. Osmanthus pubipedicellatus : Sie kommt nur in der chinesischen Provinz Guangdong vor. Osmanthus reticulatus : Sie kommt in den chinesischen Provinzen Guangdong, Guangxi, Guizhou, Hunan sowie Sichuan vor. Osmanthus rigidus : Es ist ein Endemit der japanischen Insel Kyushu. Osmanthus serrulatus : Sie kommt in den chinesischen Provinzen Fujian, Guangxi sowie Sichuan vor. Osmanthus suavis : Sie ist im Himalaya von Indien, Bhutan, Nepal, Myanmar bis Tibet sowie Yunnan verbreitet. Osmanthus urceolatus : Sie kommt in den chinesischen Provinzen Hubei sowie Sichuan vor. Osmanthus venosus : Sie kommt nur in der chinesischen Provinz Hubei vor. Osmanthus yunnanensis (Syn.: Osmanthus forrestii sowie Pittosporum yunnanense ): Sie kommt in den chinesischen Provinzen Sichuan sowie Yunnan und in Tibet vor.

Etwa sechs Arten wurden 2012 und 2015 in die Gattung Cartrema gestellt: Amerikanische Duftblüte (Osmanthus americanus ); Syn.: Osmanthus mexicanus ; → Cartrema americana : Sie ist von den südöstlichen USA über Mexiko bis Honduras verbreitet. Osmanthus floridanus (Syn.: Osmanthus megacarpus ) → Cartrema floridana : Dieser Endemit kommt nur im zentralen Florida vor. Osmanthus longipetiolatus , Osmanthus matsumuranus , Osmanthus maximus , Osmanthus obovatifolius , Osmanthus pedunculatus , Osmanthus wilsonii → Cartrema matsumurana : Sie kommt von Assam über Laos, Thailand, Kambodscha, Vietnam und China bis Taiwan vor. Osmanthus minor → Cartrema minor : Sie kommt in den chinesischen Provinzen Fujian, Guangdong, Guangxi, Jiangxi sowie Zhejiang und Hainan vor. Osmanthus scortechinii → Cartrema scortechinii : Sie kommt von der Thailändischen Halbinsel über Malaysia bis Sumatra vor. Osmanthus sumatranus → Cartrema sumatrana : Sie kommt nur in Sumatra vor.

Nutzung Vor allem die Blüten der Süßen Duftblüte (Osmanthus fragrans) werden in Asien als vielfältig eingesetztes Gewürz verwendet: In der Teemischung „Chin Hsuan Cha“ werden Osmanthusblüten zu Grünem Tee gemischt; ebenso werden sie dem Duftwein als Zutat beigegeben.

Einige Sorten werden als Zierpflanzen verwendet.

Es wurden auch einige gärtnerische Kreuzungen gezüchtet: Frühlings-Duftblüte (Osmanthus ×burkwoodii ): Es ist eine Hybride aus Osmanthus decorus × Osmanthus delavayi, Syn.: × Osmarea burkwoodii : Osmanthus ×fortunei : Es ist eine Hybride aus Osmanthus fragrans × Osmanthus heterophyllus; Diese Hybride ist im westlichen Mitteleuropa, etwa in Deutschland, Österreich und der Schweiz, winterhart.

Einzelnachweise Mei-chen Chang, Lien-ching Chiu, Zhi Wei, Peter S. Green: Oleaceae.: Osmanthus, S. 286 - textgleich online wie gedrucktes Werk, In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven (Hrsg.): Flora of China, Volume 15 - Myrsinaceae through Loganiaceae, Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis, 1996, ISBN 0-915279-37-1. Guy L. Nesom: Synopsis of American Cartrema (Oleaceae). In: Phytoneuron, 2012-96, 2012, S. 1–11. Volltext-PDF. José Ignacio De Juana Clavero: Cambios nomenclaturales en la sección Leiolea (Spach) P. S. Green, del género Osmanthus Lour. (Oleaceae). In: Bouteloua, Band 22, 14. November 2015, S. 28–39. Volltext-PDF.

Weblinks

Einige Informationen zur Gattung. (deutsch)

Kategorie:Ölbaumgewächse