mini|Wappenschild von Erzabt Petrus Klotz mini|Klotz’ größter schriftstellerischer Erfolg mini|Kruzifix von Jakob Adlhart im Kolleg St. Benedikt mini|Klotzbankl mit Blick auf den Kalterer See Petrus II. Klotz, OSB (bürgerlicher Name: Karl Josef Klotz; * 9. April 1878 in Kaltern, Südtirol; † 6. Oktober 1967 in Wien) war Benediktiner-Mönch, Priester und Reiseschriftsteller. Von 1922 bis 1931 war er Abt (seit 1927 Erzabt) des Stifts Sankt Peter in Salzburg.

Leben Karl Josef Klotz kam im Haus Mitterdorf Nr. 69 auf die Welt. Er war der Sohn des Schmieds Johann Klotz,Johann Klotz (* 18. April 1848 in St. Pauls; † 12. Dez. 1895), in II. Ehe (6. Juli 1875) mit Anna Florian verheiratet. seine Mutter hieß Anna, geb. Florian.Anna Florian (* 26. April 1847; † 3. Jänner 1895), verehl. Klotz. In: KB_KALTERN_CALDARO - Kirchenbücher KALTERN. Von Jugend an war Karl Josef ein unbändiger Reisetrieb eigen. Im Alter von elf / zwölf Jahren wanderte er allein vom Überetsch nach Rom und Neapel und gelangte bis nach Tunis. Seine Eltern waren da noch nicht tot, sie starben im Jahr 1895, laut seiner eigenen Angaben aber entwischte er einfach seinem Vormund.

Zum Schulbesuch am Borromäum kam er 1889 nach Salzburg ins Konvikt des Benediktinerstifts St. Peter. Nach der Matura trat er 1898 in das Noviziat von St. Peter ein, wo er den Ordensnamen Petrus erhielt. Das Stift war ihm durch seine Tante bekanntgemacht worden, Magdalena III. Klotz, 1876–1889 Äbtissin am Nonnberg. Er studierte Philosophie und Theologie. Am 22. September 1901 empfing er die Priesterweihe durch Kardinal-Erzbischof Johannes Baptist Katschthaler.

Von 1912 bis 1916 unternahm er eine Weltreise, bei der er 200.000 km zurücklegte. Seine Erfahrungen kommunizierte er in vielen Vorträgen und in sieben Büchern (u. a. An fremder Welten Tor, Was ich unter Palmen fand). 1922 wurde er zum 83. Abt von St. Peter gewählt. 1925 wurde Klotz zudem zum Abtpräses der Benediktinerkongregation vom Hl. Joseph gewählt.

Mit dem Vorbild der bis 1810 bestehenden Salzburger Benediktineruniversität vor Augen, bemühte sich Abt Petrus um die Wiedererrichtung einer katholischen Universität in Salzburg. 1926 führte dies zur Gründung des Studienkollegs der Benediktiner, des Kollegs St. Benedikt, durch eine Konföderation aller deutschsprachigen Benediktinerklöster. Um die Studenten unterzubringen, wurde 1924–1926 ein dritter Klosterhof in der Abtei St. Peter geschaffen; die Pläne dazu stammten vom deutschen Architekten und Designer Peter Behrens.

Der Kollegbau wurde 1927 vom Heiligen Stuhl durch die Erhebung des Stiftes St. Peter zur Erzabtei gewürdigt, womit Petrus Klotz der erste Erzabt von St. Peter wurde. Der Bau verursachte beträchtliche finanzielle Schwierigkeiten; mit 3 Mio. Schilling Schulden stand die Erzabtei vor dem Konkurs. Alle deutschsprachigen Benediktinerabteien hatten zwar die Salzburger Pläne begrüßt, für die Baukosten haftete aber allein die Abtei St. Peter. Die Weltwirtschaftskrise verunsicherte die Lage zusätzlich.

Nach einer apostolischen Visitation im Jahr 1931 trat Petrus Klotz zurück. Sein Nachfolger Jakob Reimer musste Grundstücke und Kunstschätze des Klosters verkaufen, um Schulden abzudecken. Auf Wunsch der Religiosenkongregation musste die Konföderation der Klöster im Jahr 1934 einen Teil der Schulden tilgen.

Klotz lebte nach seinem Rücktritt hauptsächlich in Wien und Südtirol. Er veröffentlichte Bücher, führte eine ausführliche Korrespondenz – unter anderen mit Max Reinhardt – und bewegte sich im Künstler- und Literatenmilieu. Er war zudem einer der Initiatoren der Salzburger Hochschulwochen.

Redner Klotz trat häufig als Redner auf und berichtete über seine Reisen. Die folgende Einleitung zu einer Rede entstammt einem Abendvortrag in der Wiener Urania im Jahr 1916.

Mitgliedschaften Klotz war Mitglied unter anderem in folgenden katholischen Studentenverbindungen: KÖHV Franco-Bavaria Wien (1919) KÖStV Austria Wien (1924) Vindelicia Innsbruck K.Ö.L. Maximiliana Wien MKV Amelungia Innsbruck K.Ö.L. Austria Salzburg

Gedenken An Petrus Klotz erinnert eine von dem Bildhauer und Medailleur Theodor Georgii geschaffene Medaille. Auf deren Vorderseite befindet sich ein Porträt von Thomas Klotz mit der Umschrift PETRVS ABB. S. PETRI SALISBVRG (übersetzt: Petrus Abt von Sankt Peter in Salzburg Erbauer). Auf der Rückseite befinden sich drei Wappenschilde, rechts das Wappen des Stifts St. Peter, links das Wappen des Abtes, mittig der Kolleghof mit der Festung Hohensalzburg, darunter das Datum der Einweihung und drei weitere Zeilen: MCMXXVI/KAL. MAII / I. + INAVG. SOLL. COLLEG. BENEDICT. AD S. PETR. SALISBURG (übersetzt Feierliche Einweihung des Collegium Benedictinum bei St. Peter in Salzburg).Christoph Mayrhofer (2017). Medaillenporträts zweier Benediktiner. Salzburg Museum, 30. Jahrgang, April 2017, Blatt 348.

Die Erzabt-Klotz-Straße im Salzburger Stadtteil Nonntal erinnert an ihn; in der Straße liegen moderne Universitätsbauten und eine Teilbibliothek der Universitätsbibliothek. Weiteres trägt in Kaltern, Südtirol eine Holzbank die Inschrift „1901 Dr. Petrus Klotz 1951“.

Publikationen (Auswahl)

Bücher

Aufsätze (Auswahl) Im Lande der Pagoden, Benediktus-Bote 1 (1927), S. 79. Am Perlfluß, Benediktus-Bote 4 (1930), S. 281.

Literatur Alkuin Schachenmayr: Petrus Klotz als Medienpersönlichkeit. In: Erinnerung und Vergegenwärtigung. 100 Jahre Kolleg St. Benedikt in Salzburg. Geschichte und Ziele des benediktinischen Kollegs St. Benedikt in Salzburg. Hrsg. von Korbinian Birnbacher. EOS Verlag, St. Ottilien 2026, S. 51–64. Online.

Friedrich Hermann: Erzabt Petrus Klotz. In: Deo et Fratribus. Kolleg St. Benedikt 1926-1976. Salzburg 1976, S. 21–25.

Weblinks

Erzabt-Klotz-Straße auf Salzburg-Wiki

Einzelnachweise

Kategorie:Abt (Sankt Peter, Salzburg) Kategorie:Römisch-katholischer Geistlicher (20. Jahrhundert) Kategorie:Autor Kategorie:Reiseliteratur Kategorie:Literatur (Deutsch) Kategorie:Person (Salzburger Festspiele) Kategorie:Korporierter im CV Kategorie:Korporierter in katholischer Burschenschaft (RKDB/RKAB) Kategorie:Korporierter im MKV Kategorie:Korporierter im KÖL Kategorie:Person (Cisleithanien) Kategorie:Österreicher Kategorie:Geboren 1878 Kategorie:Gestorben 1967 Kategorie:Mann