mini|Evangelisch-lutherische Pfarrkirche St. Markus

Dottenheim (fränkisch: DodnaE. Fuchshuber: Uffenheim. S. 39. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: „dǫdna“.) ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Dietersheim im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim (Mittelfranken, Bayern). Die Gemarkung Dottenheim hat eine Fläche von 6,063 km². Sie ist in 683 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 8877,14 m² haben.

Geografie Das Pfarrdorf liegt an der Aisch. 0,75 km östlich des Ortes erhebt sich der Schellkopf (), 0,5 km südöstlich der Weinberg (), 0,5 km südlich liegt das Waldgebiet Luderschlag, 0,75 km südwestlich das Trempelein, 0,75 km südwestlich Im Oberen Ried und 0,5 km nördlich Am Wasen. Durch den Ort verläuft die Bundesstraße 470 nach Dietersheim (2 km nordöstlich) bzw. nach Ipsheim (3,5 km südwestlich). Die Kreisstraße NEA 26 führt nach Altheim (0,8 km nordwestlich) bzw. nach Walddachsbach (2,3 km südöstlich). Ein Anliegerweg führt zur Schormühle (0,3 km nordwestlich).

Geschichte Der Ort wurde 744 als „Tottenheim“ erstmals urkundlich erwähnt. Das Bestimmungswort des Ortsnamens ist der Personenname Totto.E. Fuchshuber: Uffenheim. S. 39 ff. Dottenheim war zeitweise ein freies Reichsdorf. Nach Aufhebung der Reichsunmittelbarkeit um 1300 kam der Ort an das Haus Hohenlohe, anschließend an die Reichsstadt Rothenburg und 1525 an das Fürstentum Ansbach. Trotz der Einführung der Reformation in der Region ab 1528, wurde noch 1535 und 1540 das katholische Fronleichnamsfest in Dottenheim gefeiert.M. Döllner: Entwicklungsgeschichte der Stadt Neustadt an der Aisch bis 1933. S. 191. Im Dreißigjährigen Krieg, in welchem im Oktober 1621 eine von dem Oberstleutnant Muffel gezogene Reiterlinie (zum Schutz der kriegswichtigen Orte Birkenfeld, mit seinem Gestüt, und Neustadt) vor den in das Gebiet eingedrungenen Söldnertruppen ihre Befehlsstelle hatte,M. Döllner: Entwicklungsgeschichte der Stadt Neustadt an der Aisch bis 1933. S. 231 f. wurde das gesamte Dorf zerstört. Zudem starben 30 Menschen an der „Pest“. Im Jahr 1641 befanden sich von ursprünglich 130 Mannschaften (selbständigen Haushalten) noch neun in Dottenheim.M. Döllner: Entwicklungsgeschichte der Stadt Neustadt an der Aisch bis 1933. S. 243. Nach dem Dreißigjährigen Krieg wurde der Ort durch protestantische Glaubensvertriebene aus Österreich östlich der Kirche wieder aufgebaut.Siehe Website www.dietersheim.de

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Dottenheim 57 Anwesen. Das Hochgericht übte das brandenburg-bayreuthische Vogtamt Lenkersheim aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Kastenamt Ipsheim. Grundherren waren das Fürstentum Bayreuth (48 Anwesen; Kastenamt Ipsheim: Pfarrhaus, Schulhaus, Kirche, 2 Wirtshäuser, 24 Güter, 1 Gütlein, 2 Schmieden, 10 Häuser; Klosteramt Birkenfeld: 3 Häckersgüter, 1 Gut; Vogtamt Altheim: 5 Sölden), das Spital Neustadt an der Aisch (2 Halbhöfe, 2 Häckersgüter), die Pfarrei Ipsheim (1 Haus), die Reichsstadt Windsheim (1 Gütlein, 2 Häckersgütlein) und das Rittergut Ullstadt (1 Gut).H. H. Hofmann: Neustadt-Windsheim. S. 90.

Von 1797 bis 1810 unterstand der Ort dem Justizamt Külsheim und Kammeramt Ipsheim. 1810 kam Dottenheim zum Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde es dem 1811 gebildeten Steuerdistrikt Altheim und der 1817 gebildeten Ruralgemeinde Altheim zugeordnet. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) entstand die Ruralgemeinde Dottenheim.H. H. Hofmann: Neustadt-Windsheim. S. 226. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Windsheim zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Ipsheim. Die freiwillige Gerichtsbarkeit und die Polizei für ein Anwesen hatte bis 1848 das Patrimonialgericht Ullstadt inne.H. H. Hofmann: Neustadt-Windsheim. S. 212. Ab 1862 gehörte Dottenheim zum Bezirksamt Uffenheim (1939 in Landkreis Uffenheim umbenannt) und ab 1856 zum Rentamt Windsheim (1919 in Finanzamt Windsheim umbenannt, seit 1972 Finanzamt Uffenheim). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Windsheim (1879 in Amtsgericht Windsheim umbenannt), seit 1973 ist das Amtsgericht Neustadt an der Aisch zuständig. Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 6,032 km².

Am 1. Juli 1972 wurde Dottenheim im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Dietersheim eingemeindet.

Baudenkmäler In Dottenheim gibt es vier Baudenkmäler: evangelisch-lutherische Pfarrkirche St. Markus Friedhofsummauerung Wohnstallhäuser

Bodendenkmäler In der Gemarkung Dottenheim gibt es drei Bodendenkmäler.

Einwohnerentwicklung Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970 1987 2014Einwohner 410 441 411 417 426 406 419 441 419 417 385 355 341 331 317 321 331 317 506 513 495 426 415 395 354 405HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahr 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 58 74 74 77 77 80 73 75 83 98 Quelle

Religion Der Ort ist Sitz der Pfarrei St. Markus und ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt.

Literatur

Weblinks

Fußnoten

Kategorie:Geographie (Dietersheim) Kategorie:Ort im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim) Kategorie:Ersterwähnung 744 Kategorie:Weinort in Franken Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Gemeindeauflösung 1972 Kategorie:Ort an der Aisch Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp) Kategorie:Gemarkung im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim