mini|Abbildung von Contz auf dem Trierer Gerichtsbild von 1589 mini|Rathaus mini|Mündung der Saar in die Mosel mini|Ehemaliges Kloster Konz-Karthaus mini|Ruinen der römischen Kaiservilla mini|hochkant=0.7|Statue des Konzer Doktors

Konz (früher: Conz; von ) ist eine Stadt im Landkreis Trier-Saarburg in Rheinland-Pfalz. Sie ist Verwaltungssitz der Verbandsgemeinde Konz, der sie auch angehört. Konz ist gemäß Landesplanung als Mittelzentrum ausgewiesen.

Geographie Konz liegt an der Mündung der Saar in die Mosel, etwa sieben Kilometer von Trier entfernt. Größere Gewässer im Stadtgebiet sind der Konzer Bach oder der Oberemmeler Bach, weitere siehe in der Liste der Gewässer in Konz.

Stadtgliederung Stadtteil EinwohnerStand 31. Dez. 2010Konz: Gemeindestatistik, Stand 31.12.2010 (archivierte Website) Konz mit Karthaus12.315Filzen333Hamm108Kommlingen409Könen2.295Krettnach494Niedermennig863Oberemmel1.630Obermennig294 Summe Stadt Konz 18.741 Gemarkung Flächekm²Flächenangaben gemäß geoindex.io Filzen mit Hamm 2,73 Kommlingen 2,45 Könen 6,69 Konz mit Karthaus 11,61 Krettnach mit Obermennig 5,22 Niedermennig 2,15 Oberemmel 13,70 Summe Stadt Konz 44,56

Ortsbezirke laut Hauptsatzung sind Filzen-Hamm, Kommlingen, Könen, Niedermennig/Obermennig/Krettnach (gelegen im Konzer Tälchen) und Oberemmel.

Nachbargemeinden Benachbarte Gemeinden sind Trier, Franzenheim, Pellingen, Paschel, Vierherrenborn, Wiltingen, Kanzem, Wawern, Tawern und Wasserliesch.

Klima Der Jahresniederschlag beträgt 764 mm.Niederschlagsmittelwerte von Deutschland für den Zeitraum von 1961 bis 1990, Quelle: DWD

Geschichte war der Name einer spätrömischen Kaiservilla (die Kaiservilla von Konz), deren Reste ergraben sind und die auch in antiken Quellen genannt wird. Besondere geschichtliche Bedeutung erlangte die am 11. August 1675 bei Konz ausgefochtene Schlacht an der Konzer Brücke während des Holländischen Krieges, in der kaiserliche Truppen unter Führung des Generals Grana ein Heer Ludwigs XIV. unter Marschall François de Bonne de Créqui vernichtend schlugen. Zur Erinnerung an diese Schlacht errichtete man im Jahre 1892 auf der Granahöhe, einer niedrigen Felsterrasse am Rande des Schlachtfeldes unweit der Konzer Brücke, das Granadenkmal.

Aus der französischen Mairie Konz im Kanton Konz entstand Anfang des 19. Jahrhunderts die Bürgermeisterei Konz und daraus später das Amt Konz und die Verbandsgemeinde Konz.

Ende des 19. Jahrhunderts entwickelte sich Konz durch die verkehrsgünstige Lage zu einem Eisenbahnknotenpunkt. Die Linien von Saarbrücken, von Thionville, von Luxemburg und aus dem Sauertal treffen hier auf die Verbindung nach Trier. Eisenbahnbrücken überspannen seitdem Mosel und Saar.

Die beiden Gemeinden Konz und Merzlich wurden 1930 zur Gemeinde Karthaus-Konz zusammengeschlossen. Am 24. November 1937 wurde der Gemeindename Karthaus-Konz in Konz geändert.Statistik des Deutschen Reichs, Band 450: Amtliches Gemeindeverzeichnis für das Deutsche Reich, Teil I, Berlin 1939; Seite 268

Am 18. Juli 1946 wurde Konz gemeinsam mit weiteren 80 Gemeinden der Landkreise Trier und Saarburg dem im Februar 1946 von der übrigen französischen Besatzungszone abgetrennten Saargebiet angegliedert, das zu der Zeit nicht mehr dem Alliierten Kontrollrat unterstand. Am 6. Juni 1947 wurde diese territoriale Ausgliederung bis auf 21 Gemeinden wieder zurückgenommen, damit kam Konz zum 1946 neugebildeten Land Rheinland-Pfalz.

In der Nachkriegszeit entstand durch den Bau des Rathauses mit dem vorgelagerten Marktplatz ein neues Ortszentrum. Im Jahre 1959 wurde Konz zur Stadt erhoben. 2009 wurde das 50-jährige Stadtjubiläum gefeiert.

Am 7. Juni 1969 wurde die bis dahin eigenständige Gemeinde Kommlingen eingemeindet. Am 7. November 1970 erfolgte die Eingemeindung von Filzen, Könen, Mennig und Oberemmel. Die Gemeinde Filzen war zuvor am 7. Juni 1969 aus den Gemeinden Filzen und Hamm bei Filzen neu gebildet worden, die Gemeinde Mennig entstand am selben Tag aus den Gemeinden Krettnach und Niedermennig.

Bevölkerungsentwicklung Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Konz bezogen auf das heutige Stadtgebiet; die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten

Politik Stadtrat Der Stadtrat von Konz besteht aus 32 ehrenamtlichen Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem Vorsitzenden.

Die Sitzverteilung im Stadtrat: Wahl SPD CDU Grüne FDP FWG AfD Linke Gesamt 2024 6 12 3 2 8 – 1 32 Sitze 2019 6 11 5 2 6 1 1 32 Sitze 2014 7 12 3 2 8 – – 32 Sitze 2009Wahlband Kommunalwahl 2009 (wahlen.rlp.de) 7 12 3 2 8 – – 32 Sitze 2004Gemeinderatswahl 2004 Stadt Konz (Internet Archive) 7 14 3 2 6 – – 32 Sitze FWG = Freie Wählergemeinschaft Stadt Konz e. V.

Stadtbürgermeister Guido Wacht (CDU) wurde am 1. Oktober 2025 Stadtbürgermeister von Konz. Bei der Direktwahl am 14. September 2025 hatte er sich mit einem Stimmenanteil von 69,6 % gegen einen von SPD und Grünen nominierten Bewerber durchgesetzt.

Bisherige Bürgermeister: Michael Kutscheid, vom 1. September 1957 bis 15. Mai 1975 Hermann Hendricks, vom 16. Juni 1975 bis 31. Mai 1992 Winfried Manns, vom 1. Juni 1992 bis 30. September 2008 Karl-Heinz Frieden, vom 1. Oktober 2008 bis 31. Dezember 2017 Joachim Weber, vom 1. Januar 2018 bis 30. September 2025

Wappen

Partnerstädte Konz ist mit vier Städten partnerschaftlich verbunden: Brienon (Frankreich), seit 1966 Charny (Yonne) (Frankreich), seit 1970 Koksijde (Belgien), seit 1973 Puck (Polen), seit 2003

Religion mini|links|hochkant|Evangelische Kirche Konz-Karthaus mini|St. Nikolaus Konz mini|St. Briktius Konz-Oberemmel Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts wohnten neben einer kleinen jüdischen Gemeinde nur Katholiken in Konz. Mitglieder anderer religiöser Vereinigungen kamen durch Zuwanderung in die Stadt. Heute konzentrieren sich die Gotteshäuser verschiedener Religionsgemeinschaften vor allem im Stadtteil Konz-Karthaus: Die katholische Pfarrkirche und ehemalige Klosterkirche St. Johann, die Evangelische Kirche Konz-Karthaus, eine Neuapostolische Kirche, seit 1991 die türkisch-islamische Moschee Haci Bayram Camii und die 2014 eröffnete deutsch-arabisch-sprachige Albukhary Moschee für Muslime aus über 20 Nationen. Zwischen den Glaubensgemeinschaften bestehen durchaus freundschaftliche Beziehungen. So wurde im September 2014 ein gemeinsamer Rundgang durch die christlichen und muslimischen Gotteshäuser veranstaltet.

Weiterhin gibt es in der Stadt Konz einschließlich der eingemeindeten Ortsteile sechs weitere Kirchen (St. Nikolaus über dem Stadtzentrum, in Krettnach, Könen, Hamm sowie zwei Kirchen in Oberemmel) und drei Kapellen (in Niedermennig, Obermennig und Filzen).

Die jüdischen Gemeinden existieren nicht mehr. Sie wurden während der NS-Zeit ausgelöscht. Die ehemalige Synagoge in der Lindenstraße ist heute ein Wohnhaus, in der ehemaligen Synagoge in Konz-Könen arbeitet heute ein Bootsbauer und die Synagoge in Oberemmel wurde in der Nachkriegszeit abgerissen.

Konfessionsstatistik Laut Zensus 2022 waren 54,0 % der Einwohner römisch-katholisch, 9,8 % evangelisch und 36,3 % waren konfessionslos, gehörten einer anderen Glaubensgemeinschaft an oder machten keine Angabe.Stadt Konz Zensus 2022 Religion Der Anteil der evangelischen und katholischen Kirchenmitglieder an der Gesamtbevölkerung ist seitdem gesunken. Ende Juni 2026 waren 47,1 % der Einwohner römisch-katholisch und 8,4 % evangelisch. 44,5 % gehörten entweder einer anderen Glaubensgemeinschaft an oder waren konfessionslos.Stadt Konz Gemeindestatistik abgerufen am 8. Juli 2026

Kultur und Sehenswürdigkeiten Freilichtmuseum Roscheider Hof Der Menhir „Weißer Wacken“ Kloster Karthaus Evangelische Kirche Konz-Karthaus mit ehemaliger evangelischer Schule Ehemaliges Verwaltungsgebäude der Firma Zettelmeyer – heute Stadtbibliothek – Entwurf von Egon Eiermann mit Fresken von Georg Meistermann Museum Westwallbunker Villa Gartenlaube Saarmündung Zwei Skulpturenwege Steine am Fluss und Skulpturen am Fluss, Teilabschnitte des Skulpturenwegs Rheinland-Pfalz Der Moselsteig führt durch den Ort. Historische Ölmühle im Ortsteil Niedermennig Konzer Doktorbrunnen Ruinen der Kaiservilla Fresken von Georg Meistermann in der Kirche St. Nikolaus

Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Konz und Liste der Stolpersteine in Konz

Kunst im öffentlichen Raum mini|Entsorgungsmale von Friedrich Gräsel Das Konzer Stadtbild wird stark von modernen Plastiken geprägt. Die älteste Gruppe von im Straßenraum stehenden Plastiken sind die 1983 ursprünglich auf der Könener Seite des Saarufers aufgestellten drei Entsorgungsmale von Friedrich Gräsel. Am auffälligsten sind jedoch die seit dem Jahr 2000 zumeist in der Amtszeit des Bürgermeisters Winfried Manns entstandenen Kunstwerke in nahezu allen Kreisverkehren.

Veranstaltungen mini|Martinszug Februar: Karnevalszug von Karthaus ins Stadtzentrum und Kappensitzungen März: Frühlingsfest (Marktplatz im Stadtzentrum, nicht jedes Jahr) April: Berendsborner Stadtteilfest – Maifest (Berendsbornplatz am Brunnen) Juni: Rosenblütenfest (Freilichtmuseum Roscheider Hof) Juli: Wein- und Heimatfest (Marktplatz im Stadtzentrum) August: Oberemmeler Weinfest im Stadtteil Oberemmel September: Kinderfestival Konz (Stadtzentrum, alle zwei Jahre), Bauerntag (Freilichtmuseum Roscheider Hof) Oktober: Keltertag (Freilichtmuseum Roscheider Hof) November: Martinszüge in Konz-Karthaus, im Stadtzentrum und in mehreren Stadtteilen Dezember: Weihnachtsdorf (Freilichtmuseum Roscheider Hof)

Wirtschaft und Infrastruktur mini|Weingut Falkensteinerhof in Konz-Niedermennig mini|Bahnhof Konz mit ehemaligem Empfangsgebäude mini|Bahnhof Konz-Karthaus Die im sogenannten Konzer Tälchen liegenden Stadtteile sind erheblich geprägt vom Weinbau und führen dazu, dass Konz mit 256 Hektar bestockter Rebfläche nach Piesport, Zell und Leiwen viertgrößte Weinbaugemeinde an der Mosel ist. Es wird traditionell überwiegend Riesling vor allem am Steilhang angebaut.

Industriell als auch städtebaulich entwickelte sich die Stadt in ihrem Ursprung durch die Eisenbahn, auch wenn seit den 1950er Jahren durch die Bahn bei den Bahnhöfen in Konz die meisten Arbeitsplätze abgebaut wurden. Die Eisenbahnanlagen waren für Konz dominant, wozu auch Bahnbrücken über die Mosel (Konzer Moselbrücke) und die Saar gehörten. Die im Volksmund als „Hindenburgbrücke“ bezeichnete zweite Eisenbahnbrücke (1912 in Betrieb genommen) führte über die Mosel, wurde jedoch Ende des Zweiten Weltkrieges zerstört. In Konz treffen sich die Eisenbahnlinien Luxemburg–Igel–Trier, Thionville–Trier und Saarbrücken–Trier sowie ein Abzweig zur Trierer Weststrecke, so ist auch die Anzahl von vier innerstädtischen Bahnhöfen zu erklären.

Im Jahre 1897 wurde durch Hubert Zettelmeyer das Straßenbau- und Maschinenbauunternehmen Zettelmeyer gegründet. Dieser Betrieb war neben der Eisenbahn ein weiterer Garant für die industrielle Entwicklung der Stadt. 1981 wurde der Traditionsbetrieb vom Stadtzentrum in das Industriegebiet Konz-Könen verlagert.

Die Arbeitsplatzverluste bei der Eisenbahn wurden durch die Ansiedlung zweier weiterer Betriebe der Kunststoff- bzw. Textilverarbeitungsindustrie (Pegulan-Werke und KUAG) Ende der 1950er und Anfang der 1960er Jahre zumindest mittelfristig etwas kompensiert.

Bei Konz-Oberemmel befindet sich der Windpark Konz.

Ansässige Unternehmen Volvo Construction Equipment (ehemals Zettelmeyer) Tarkett (ehemals Pegulan)

Öffentliche Einrichtungen mini|Schulzentrum Konz, Zustand 2016 Stadtbibliothek Volkshochschule Hallenbad

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