Hohentengen ist eine Gemeinde im Landkreis Sigmaringen in Baden-Württemberg. mini|Hohentengen mini|Hohentengen von Südosten Geographie Geographische Lage Hohentengen liegt etwa 20 Kilometer südöstlich von Sigmaringen in einer eiszeitlichen Endmoränenlandschaft auf einer Höhe von . Der Landschafts- und Verwaltungsraum, dessen Hauptort Hohentengen ist, wird Göge genannt. Die Gemarkungsfläche umfasst rund 3657 HektarGemarkungsfläche 36.568.377 m² (Stand: 31. Dezember 2010).Angaben nach Helga Binder, Bürgermeisteramt der Gemeinde Hohentengen, vom 16. Februar 2011.
Gemeindegliederung Die Gemeinde besteht aus den Gemeindeteilen Beizkofen (mit dem Dorf Beizkofen, dem Gehöft Ostrachmühle und den Häusern Riedsäge), Bremen, Eichen, Enzkofen (mit dem Dorf Enzkofen und dem Gehöft Notzenmühle), Günzkofen, Hohentengen (mit dem Dorf Hohentengen und dem Gehöft Riedmühle), Ölkofen (mit dem Dorf Ölkofen und dem Weiler Hagelsburg), Ursendorf (mit dem Dorf Ursendorf und den Weilern Altensweiler und Repperweiler), sowie Völlkofen (mit dem Dorf Völlkofen und dem Weiler Birkhöfe).Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band VII: Regierungsbezirk Tübingen. Kohlhammer, Stuttgart 1978, ISBN 3-17-004807-4. S. 795–882. Insgesamt hat die Gemeinde Hohentengen 4201 Einwohner (Stand: 31. Dezember 2019).
Wappen Ortsteil Einwohner(Stand: Dez. 2023) Fläche(Stand: 31. Dez. 2010) 30px|Hohentengen Hohentengenmit Beizkofen 2.256 694 ha 6.938.183 m² 30px|Kein Wappen Verfügbar Bremen 292 260 ha 2.603.961 m² 30px|Eichen Eichen 140 304 ha 3.037.190 m² 30px|Kein Wappen Verfügbar Enzkofen 219 185 ha 1.845.094 m² 30px|Kein Wappen Verfügbar Günzkofen 244 335 ha 3.352.674 m² 30px|Kein Wappen Verfügbar Ölkofen 471 607 ha 6.070.994 m² 30px|Kein Wappen Verfügbar Ursendorfdavon Altensweilerdavon Repperweiler 327???? 661 ha 6.607.144 m² 30px|Kein Wappen Verfügbar Völlkofen 399 611 ha 6.113.137 m²
Schutzgebiete
In Hohentengen liegt das Natur- und Landschaftsschutzgebiet Ölkofer Ried sowie die Landschaftsschutzgebiete Enzkofer Ried und Schlucht im Grund. Nordwestlich von Hohentengen liegt zudem ein Teilgebiet des FFH-Gebiets Riede und Gewässer bei Mengen und Pfullendorf.
Geschichte Ortsgeschichte Der älteste archäologische Fund ist das Skelettgrab von Beizkofen aus der Frühbronzezeit.
Alemannen wanderten im 6. Jahrhundert in die Gegend ein und siedelten sich um den Kugelberg an. Aus einer wohl heidnischen Kultstätte ging dann später die St.-Michaels-Kirche hervor. 1250 standen die Vogt- und Patronatsrechte über die Pfarrkirche Hohentengen dem Grafen Wolfrad senior von Veringen zu.Sebastian Locher: Regesten zur Geschichte der Grafen zu Veringen. Sigmaringen 1872. Um 1275 war Hohentengen (Diengen) eines der größten Dekanate der Diözese Konstanz. Es umfasste Hohentengen, Mengen, Ennetach, Blochingen, Scheer, Bingen, Sigmaringendorf, Ablach, Krauchenwies, Rulfingen, Rosna, Habsthal, Levertsweiler, Hausen, Bittelschieß, Zell, Magenbuch, Einhart, Ostrach, Waldbeuren, Königseggwald, Hoßkirch, Bachhaupten und Friedberg.Hohenzollerischer Geschichtsverein (Hrsg.): Mitteilungen. Band 1–4. 1868, S. 41. Am 19. Mai 1282 verkaufte Graf Mangold von Nellenburg die Grafschaft Tiengewe und Ergewe (Ertigau) an König Rudolf von Habsburg.Hohenzollerischer Geschichtsverein (Hrsg.): Mitteilungen. Band 1–4. 1868, S. 73 f. Hohentengen (Diengen) wurde Sitz eines eigenen Amtes und Sitz des Hochgerichts. Die Thingstätte der Göge war ebenfalls in Hohentengen.
Der Name „Hohentengen“ hat im Laufe der Jahrhunderte verschiedene Wechsel erfahren: Diengen (1272), Dyengen (1412), Hohentuengen (1469).Wilhelm Schneider: Arbeiten zur alamannischen Frühgeschichte: Arbeiten zur Kirchengeschichte. Teil 1. W. Schneider (Selbstverlag), 1975. S. 167. In einer Urkunde, die auf den 25. August 1553 datiert, wird der Flecken als Hochendengen genannt.Robert Kretzschmar: Fürstlich Thurn und Taxissches Archiv Obermarchtal, Grafschaft Friedberg-Scheer: Urkundenregesten 1304-1802. Verlag W. Kohlhammer, 1993. S. 284, ISBN 3-17-011199-X Dieser wiederum ist ein -ingen-Ort und nach der Sippe der Tuginge benannt, die sich in einer Reihe von Orten niedergelassen hat.Wilhelm Schneider: Arbeiten zur alamannischen Frühgeschichte, Band 5-6. W. Schneider (Selbstverlag), 1975. S. 409.
Im 16. Jahrhundert wuchs der Widerstand der Bauern gegen den Adel, viele Bauern schlossen sich dem Baltringer Haufen an. 1591 kam es im Widerstand gegen die Bauernschinderei des waldburg’schen Truchsessen Christoph von Scheer zur „Hohentenger Rebellion“. Während des Dreißigjährigen Kriegs (1618–1648) blieb der Landstrich nicht verschont, um 1635 standen ganze Dörfer leer.
Im Jahr 1799, während der Schlacht bei Ostrach, entspann sich um Hohentengen ein wechselvoller Kampf. Hohentengen wurde mehrmals eingenommen und wieder verloren, bis die kaiserlich-österreichischen Truppen durch die Wegnahme der Dörfer Bremen und Enzkofen die Franzosen endgültig zum Rückzug nötigten.Moriz Angeli: Erzherzog Carl von Österreich als Feldherr und Heeresorganisator, Band 2. Verlag W. Braumüller, 1896. S. 72.Eduard Duller: Erzherzog Carl von Oesterreich. 2. Auflage 1859, Verlag G. Heckenast. Bis 1806 gehörte der Ort zu Vorderösterreich. Im Zuge der Neuordnung Europas durch Napoleon kam er an das Königreich Württemberg. Hohentengen gehörte seither zum Oberamt Saulgau. Die Verwaltungsreform während der NS-Zeit in Württemberg führte 1938 zur Zugehörigkeit zum Landkreis Saulgau. 1945 wurde Hohentengen Teil der Französischen Besatzungszone und gelangte somit zum neu gegründeten Land Württemberg-Hohenzollern, welches 1952 im Land Baden-Württemberg aufging.
Mit der Auflösung des Landkreises Saulgau kam Hohentengen am 1. Januar 1973 zum Landkreis Sigmaringen.
Eingemeindungen Im Zuge der Gebietsreform in Baden-Württemberg wurden Beizkofen (am 1. Januar 1970), Enzkofen, Ölkofen und Völlkofen (am 1. Januar 1973), Eichen und Günzkofen (am 1. Januar 1974) sowie Bremen und Ursendorf (am 1. Januar 1975) nach Hohentengen eingemeindet.
Politik Gemeinderat Die gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäte und der Bürgermeister als stimmberechtigter Vorsitzender bilden den Gemeinderat. Dieser wird in Hohentengen nach dem Verfahren der unechten Teilortswahl gewählt. Dabei kann sich die Zahl der Gemeinderäte durch Überhangmandate verändern. In der aktuellen Wahlperiode hat er 18 Mitglieder. Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte bei einer Wahlbeteiligung von 63,3 % (2019: 65,7 %) zu folgendem amtlichen Endergebnis:Wahlergebnis der Wahl zum Gemeinderat 2019 (PDF) hohentengen-online.de; abgerufen am 10. Oktober 2019.
Partei / Liste Stimmenanteil +/- Sitze +/- CDU 67,5 % +9,2 12 +1 Freie Wähler 32,5 % −9,2 6 - 1
In der Gemeinde Hohentengen gibt es keine Ortschaftsverfassung, d. h., es gibt keine Ortschaftsräte, keine Ortsvorsteher und keine Ortschaftsverwaltung. Alle kommunalen Angelegenheiten werden durch den Gemeinderat geregelt.
Bürgermeister Am 22. September 2024 wurde Florian Pfitscher mit 63,4 Prozent der Stimmen zum Bürgermeister gewählt. Amtsinhaber Peter Rainer war nicht erneut angetreten. Pfitscher trat das Amt am 1. Dezember 2024 an.
1967–1987: Gerhard Mattes 1987–1992: Harald Klein 1992–2008: Franz Ott (FWV) 2008–2024: Peter Rainer (CDU) seit 2024: Florian Pfitscher
Wappen
Gemeindepartnerschaften Seit 2001 unterhält die Gemeinde Hohentengen Partnerschaften mit den elf selbständigen Gemeinden des Gemeindeverbandes Communauté de communes Cœur de Combrailles in Frankreich (Ayat-sur-Sioule, Biollet, Châteauneuf-les-Bains, Charensat, Espinasse, Gouttières, Sainte-Christine, Saint-Gervais-d’Auvergne, Saint-Julien-la-Geneste, Saint-Priest-des-Champs und Sauret-Besserve).(wb): Zehnjähriges Bestehen der Partnerschaft ist Höhepunkt des Jahres. Hohentengener feiern langjährige Freundschaft mit Region „Cœur de Combrailles“ in Frankreich. In: Schwäbische Zeitung vom 14. November 2011. Sie wird durch den „Partnerschaftsverein Hohentengen“ und auf französischer Seite durch das „Comité de Jumelage“ gepflegt.Vulkane und Herzlichkeit begeistern. In: Schwäbische Zeitung vom 16. Juli 2008.
Sie geht zurück auf eine seit 1965 bestehende freundschaftliche Beziehung zwischen den beiden Sportvereinen AS Charensat und SV Hohentengen,Dieter Blersch: 30. März 2010; abgerufen am 14. November 2011.Hans Bleicher: 30. März 2010; abgerufen am 14. November 2011. die 1991 in die Gründung einer kommunalen Partnerschaft zwischen den Gemeinden Charensat und Hohentengen mündete. Die beiden damaligen Bürgermeister Albert Besse (Charensat) und Klein (Hohentengen) unterzeichneten damals die Partnerschaftsurkunde in einem feierlichen Akt in Hohentengen. Jedoch fanden die Bürgerbegegnungen auch Jahre danach fast ausschließlich zwischen den beiden Sportvereinen statt. Ein wesentlicher Grund dafür lag im Ungleichgewicht der Einwohnerzahlen und damit auch an vergleichbaren Vereinsangeboten. Durch die Eingemeindungen hatte Hohentengen rund 4.000 Einwohner, Charensat nur rund 700 Einwohner. Bürgermeister Franz Ott suchte nach einem Weg, die Partnerschaft auf eine breitere Basis zu stellen und fand für seinen Vorschlag einer Partnerschaftserweiterung die mehrheitliche Zustimmung unter den Bürgermeisterkollegen des Kantons Saint-Gervais-d’Auvergne. Nachdem danach auch der Gemeinderat Hohentengen ihre Zustimmung erteilte, erfolgte die Erweiterung 2001.Herzliche Einladung an alle Bürgerinnen und Bürger. 10 Jahre Partnerschaft mit den Gemeinden Coeur de Combrailles – Am Sonntag, 4. September 2011 wird in Frankreich gefeiert. In: Amtsblatt der Gemeinde Hohentengen, Nr. 28, 15. Juli 2011.
Im Sommer 1991 wurde anlässlich der 25-jährigen Freundschaft eine Gedenktafel bei der Schule in Hohentengen errichtet.
Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Marienkapelle in Hohentengen mini|Kapelle St. Arbogast in Repperweiler Hohentengen ist Teil der Tourismusregion „Oberschwäbische Donau“.Vera Romeu (vr): Geburt: Neue Region heißt Oberschwäbische Donau. Sigmaringendorf, Krauchenwies, Mengen, Scheer, Hohentengen und Herbertingen sollen sich zusammenschließen. In: Schwäbische Zeitung vom 19. Februar 2011.
Bauwerke Die Kirche St. Michael in Hohentengen stammt ursprünglich aus dem 15. Jahrhundert. Sie wurde 1848–1852 von Gottlieb Pfeilsticker neu gebaut und gilt als bedeutendster Kirchenbau der Jahrhundertmitte in Oberschwaben. Die Marienkapelle ist die älteste Kapelle der Gegend; die ursprünglich gotische Wallfahrtskirche wurde 1784 barockisiert. Die Kapelle im Ortsteil Beizkofen wurde 1728 erbaut. Aus dem Jahr 1732 stammt die dem Heiligen Wendelin geweihte Dorfkapelle in Eichen. Die Kapelle in Enzkofen wurde 1926 nach Entwurf des Architekten Otto Linder im expressionistischen Stil ausgeführt. Die neugotische Kapelle im Ortsteil Günzkofen wurde im Jahr 1877 erbaut. Die Kapelle in Völlkofen ist ebenfalls neugotisch. Die Ursendorfer Kapelle wurde 1900 in Backstein-Sichtmauerwerk erbaut. Die Kapelle St. Wendelin in Eichen besitzt ein im Jägersee gefundenes massives Holzkreuz mit dem gekreuzigten Jesus in Lebensgröße. In der Sandgrube in Ursendorf wurden etwa 20 Millionen Jahre alte Haifischzähne gefunden.
Sport In der Gemeinde Hohentengen gibt es zahlreiche Sportvereine: den Sportverein Hohentengen, den Sportverein Ölkofen, den Tennisclub Hohentengen, den Freizeitsportverein Göge-Hohentengen, die Radfreunde Göge, den Gögemer Angelverein, Tae Kwon Do Mengen-Hohentengen und Kickboxen Hohentengen.
Musik Der Musikverein Hohentengen wurde 1819 als Beizkofer Blechblasgesellschaft gegründet, außerdem gibt es einen Kinder- und Jugendchor, die Schalmeienkapelle Völlkofen, den Spielmannszug Bremen, den Fanfarenzug Enzkofen und den Musikzug Ölkofen.
Regelmäßige Veranstaltungen