John Colum Crichton-Stuart, 7. Marquess of Bute, genannt Johnny Dumfries oder auch John Bute (* 26. April 1958 in Rothesay, Schottland; † 22. März 2021), war ein britischer Automobilrennfahrer. Bis 1993 führte er den Höflichkeitstitel Earl of Dumfries.

Motorsportkarriere Dumfries begann seine Motorsport-Laufbahn in verschiedenen britischen Nachwuchsformeln. Um seine adligen Ursprünge zu vertuschen, gab er sich als Maler aus. 1983 stieg Dumfries in die Britische Formel-3-Meisterschaft auf. Ein Jahr später errang er in dieser Klasse mit 14 Saisonsiegen unangefochten die britische Meisterschaft. In der Formel-3-Europameisterschaft wurde er 1984 Zweiter in der Gesamtwertung. 1985 unterschrieb Dumfries einen Vertrag mit Onyx für die neu ins Leben gerufene Internationale Formel-3000-Meisterschaft. Nach vier Rennen wechselte er in das Lola-Team; er errang in dieser Saison einen Meisterschaftspunkt.

Trotz der schlechten Ergebnisse fand Dumfries 1986 ein Cockpit in der Formel-1-Weltmeisterschaft im Lotus-Team, das seinerzeit zu den Spitzenteams gehörte. Er profitierte dabei davon, dass sich Ayrton Senna weigerte, Derek Warwick als zweiten Fahrer im Team zu akzeptieren. Dumfries qualifizierte sich in Monaco nicht für den Grand Prix, da er im Qualifying den 22. Platz belegte und nur 20 Fahrzeuge zum Rennen auf dem engen Kurs zugelassen waren. Mit dem fünften Platz in Ungarn und dem sechsten Platz in Australien erzielte er insgesamt drei WM-Punkte. Damit belegte er am Saisonende den 13. Platz in der Fahrerwertung. Seinem Teamkollegen Senna war er deutlich unterlegen, der Brasilianer wurde mit 55 Punkten WM-Vierter.

Als das Lotus-Team 1987 auf Honda-Motoren umstieg, musste Dumfries seinen Platz an Satoru Nakajima abtreten. Da auch kein Platz in anderen Teams frei wurde, nahm Dumfries einen Testfahrervertrag bei Benetton an. Ohne Aussicht auf Fortsetzung seiner Formel-1-Karriere unterschrieb er einen Vertrag mit dem Jaguar-Team von Tom Walkinshaw für die Sportwagen-Weltmeisterschaft. Dort feierte Dumfries 1988 den größten Erfolg in seiner Rennfahrerkarriere. Mit seinen Teamkollegen Andy Wallace und Jan Lammers gewann er das 24-Stunden-Rennen von Le Mans. 1991 beendete er seine Rennsportlaufbahn.

Privatleben Dumfries war Nachkomme von König Wilhelm IV. und dessen Mätresse Dorothea Jordan. Er war der Sohn des John Crichton-Stuart, 6. Marquess of Bute aus dessen erster Ehe mit Beatrice Nicola Grace Weld Forester. 1993 erbte er durch den Tod seines Vaters dessen Titel Marquess of Bute und wurde dadurch Mitglied des House of Lords. Durch die Reformen des House of Lords Act 1999 verlor er im November 1999 seinen erblichen Parlamentssitz. Sein Familiensitz war Mount Stuart House. In der Sunday Times Rich List 2008 stand er auf Platz 616 mit einem geschätzten Vermögen von rund 125 Millionen Pfund. 2007 verkaufte er Dumfries House für 45 Mio. £ an ein Konsortium unter der Leitung von Prince Charles, die es erhalten und eine Versteigerung des Inventars verhindern wollten.Informationen des Dumfries House TrustRichard Kay, in Daily Mail: Profits tumble for Prince Charles' stately gamble Dumfries House, 13. Januar 2013 Im Folgejahr wurde das Herrenhaus für die Öffentlichkeit geöffnet.

Aus seiner ersten Ehe mit Carolyn Waddell, die 1984 geschlossen und 1993 geschieden wurde, hinterließ er drei Kinder: Lady Caroline Crichton-Stuart (* 1984); Lady Cathleen Crichton-Stuart (* 1986); John Bryson Crichton-Stuart, 8. Marquess of Bute (* 1989).

Aus seiner 1999 geschlossenen zweiten Ehe mit Serena Solitaire Wendell, hinterließ er ein Kind: Lady Lola Affrica Crichton-Stuart (* 1999).

Nach Angaben seiner Familie starb er im März 2021 nach kurzer schwerer Krankheit.Ex-Formula 1 driver Marquess of Bute dies aged 62. auf news.stv.tv, 22. März 2021.

Statistik Statistik in der Formel-1-Weltmeisterschaft Gesamtübersicht Saison Team Chassis Motor Rennen Siege Zweiter Dritter Poles schn.Rennrunden Punkte WM-Pos. 1986 John Player Special Team Lotus Lotus 98T Renault 1.5 V6t 16 – – – – – 3 13.

Einzelergebnisse Saison 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 1986 9 DNF DNF DNQ DNF DNF 7 DNF 7 DNF 5 DNF DNF 9 DNF 6

Le-Mans-Ergebnisse Jahr Team Fahrzeug Teamkollege Teamkollege Platzierung Ausfallgrund 1987 Kouros Racing Sauber C9 Chip Ganassi Mike Thackwell Ausfall Getriebeschaden 1988 Silk Cut Jaguar Jaguar XJR-9 LM Jan Lammers Andy Wallace Gesamtsieg 1989 Toyota Team Tom’s Toyota 89C-V Geoff Lees John Watson Ausfall Unfall 1990 Toyota Team Tom’s Toyota 90C-V Aguri Suzuki Roberto Ravaglia Ausfall Unfall 1991 Courage Compétition Courage C26S Anders Olofsson Thomas Danielsson Ausfall Motorschaden

Einzelergebnisse in der Sportwagen-Weltmeisterschaft Saison Team Rennwagen 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 1984 Lloyd RacingPorsche Porsche 956 DNF DNF 1985 Lloyd Racing Porsche 956 DNF 1987 Swiftair EcosseSauber MotorsportDauer RacingLiqui MolyJaguar Ecosse C286Sauber C9Porsche 962Jaguar XJR-8 8 DNF DNF 2 DNF 1 2 1988 Jaguar Jaguar XJR-9 DNF DNF DNF DNF 1 3 DNF 8 DNF DNF 4 1989 Team Tom‘s Toyota 89C-VToyota 88C DNF 4 10 DNF 7 10 8 DNF 1990 Team Tom‘s Toyota 90C-VToyota 89C-V 20 DNF DNF 16 DNF DNF DNF 13 DNF 1991 Courage Compétition Cougar C26 DNF

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