Die Pazifische Hurrikansaison 1997 war ein Ereignis in der Meteorologie im Jahre 1997. Diese Saison war eine der aktivsten im östlichen Pazifik seit Beginn der Aufzeichnungen und mit hunderten von Toten und Schäden in Höhe von vielen Milliarden US-Dollar auch eine der tödlichsten und teuersten.

Die herausragenden Stürme waren die schweren Hurrikane Linda, Pauline und Nora. Linda wurde der intensivste Sturm im östlichen Pazifik überhaupt, Pauline tötete durch schwere Überschwemmungen hunderte von Menschen in Mexiko und Nora verursachte schwere Schäden und Überschwemmungen im Südwesten der Vereinigten Staaten. Außerdem haben sich in der Region östlich der Datumsgrenze die Supertaifune Oliwa und Paka gebildet, die wesentliche Schäden im westlichen Pazifikraum angerichtet.

Saisonüberblick Saffir-Simpson-Hurrikan-Windskala TD TS 1 2 3 4 5 Die Pazifische Hurrikansaison 1997 begann offiziell im östlichen Pazifik am 15. Mai 1997 und am 1. Juni 1997 im mittleren Pazifik und dauerte bis zum 30. November 1997. Mit dieser Konvention wird die Zeitperiode bestimmt, in der sich im nordöstlichen Pazifik die meisten Wirbelstürme bilden. Im Jahre 1997 wurde dieser Zeitraum wesentlich überschritten, da der tropische Sturm Paka sich am 2. Dezember 1997 bildete und sich erst nach einer Wanderung in den Westpazifik 19 Tage später auflöste.

Die hohe Aktivität in dieser Hurrikansaison war durch einen starken El Niño beeinflusst, der Windscherungen und hohe Wassertemperaturen mit sich brachte und damit günstige Bedingungen für die Bildung tropischer Wirbelstürme schaffte.

Insgesamt wurden 24 tropische Zyklone verzeichnet, einschließlich fünf nicht benamter tropischer Tiefdruckgebiete. Davon entstanden 19 östlich des 140. Längengrades westlich von Greenwich, als im östlichen Pazifik. Acht dieser Stürme entwickelten sich zu tropischen Stürmen und zehn zu Hurrikanen. Sieben dieser Hurrikane erreichten den Status eines schweren Hurrikans, als einem Hurrikan mindestens der Kategorie 3 auf der Saffir-Simpson-Hurrikan-Windskala, einschließlich der Supertaifune Oliwa und Paka, die erst im westlichen Pazifik zu Taifunen wurden.

Auch im mittleren Pazifik (also zwischen dem 140. Längengrad und der Datumsgrenze) war die Aktivität überdurchschnittlich. Dort bildeten sich zwei tropische Stürme und mehrere tropische Tiefdruckgebiete. Insgesamt wurden in dem Gebiet neun tropische Stürme beobachtet, die vierthöchste Zahl seit Beginn der Beobachtungen mit Wettersatelliten.

Stürme Tropischer Sturm Andres

Andres entstand aus einer Störung, die sich am 1. Juni langsam zum tropischen Tiefdruckgebiet Eins-E aufbaute. Am 2. Juni wurde das System zu einem tropischen Sturm. Nach einer kurzen Phase, in der Andres normal in Richtung Nordwesten wanderte, geriet der Sturm in eine westliche Windströmung und wurde der erste benannte pazifische Wirbelsturm, der Mittelamerika bedrohte. Die Vorhersagen gingen von einer Überquerung der Landenge und der Fortsetzung des Zugweges von Andres in die Karibik aus, aber der Sturm drehte sich nach Südosten und wanderte parallel zur Küste. Dies war das erste Mal, dass ein Sturm einen solchen Weg genommen hatte. Schließlich nahm Andres wieder Kurs in nordöstlicher Richtung. Er schwächte sich zu einem tropischen Tiefdruckgebiet ab und am 7. Juni 1997 gelangte das System bei San Salvador, El Salvador über Land. Es löste sich danach auf. Die einzigen Personenschäden waren zwei Fischer, die als vermisst gemeldet wurden. Außerdem verursachte Andres Stromausfälle, Überflutungen, Verkehrsunfälle und Gebäudeschäden, vor allem in Nicaragua. Die höchste Niederschlagsmenge in Mexiko wurde von Mazatan mit 290 Millimetern gemeldet.Hydrometeorological Prediction Center (2007). , abgerufen am 22. April 2007 Auch in Nicaragua waren Schäden durch Andres zu verzeichnen. Überschwemmungen infolge von Andres töteten in der Provinz Usulatan vier Personen.

Tropischer Sturm Blanca

Blanca war ein kurzlebiger tropischer Sturm. Am 9. Juni bildete sich das tropische Tiefdruckgebiet Zwei-E, das sich binnen sechs Stunden zu einem tropischen Sturm entwickelte. Es wanderte nordwestwärts und bedroht die Küste, sodass durch den nationalen mexikanischen Wetterdienst (Servicio Meteorológico Nacional) Warnungen ausgegeben wurden. Eine Hochdruckfront drängte Blanca allerdings von der Küste ab.

Obwohl der Sturm über warmes Wasser geriet, setzte sich der Trend zu einer Schwächung fort und Blanca wurde zu einem Tiefdruckgebiet zurückgestuft. Kurz darauf, am 12. Juni verlor Blanca seine Rotationsbewegung. Blanca verursachte wesentliche Regenfälle, aber es wurden keine Personen- oder Sachschäden gemeldet.

Tropisches Tiefdruckgebiet Drei-E

Das tropische Tiefdruckgebiet Drei-E bildete sich am 21. Juni. Es wanderte schnell westwärts, ohne sich zu verstärken und löste sich früh am 24. Juni auf.

Tropischer Sturm Carlos

Am 25. Juni driftete eine Tropische Welle vom Atlantik herein und wurde zunächst ein tropisches Tief und dann zum tropischen Sturm Carlos. Carlos geriet dann über kühleres Wasser und verlor seines Status schon nach einem Tag. Das Tiefdruckgebiet löste sich am 28. Juni endgültig auf. Mit Ausnahme der Socorro-Insel, in deren Nähe Carlos vorüberzog, hat das System niemals Land gefährdet.

Tropisches Tiefdruckgebiet Fünf-E

Am 29. Juni gegen Mittag entstand das tropische Tiefdruckgebiet Fünf-E, das auf einem herumirrenden Kurs westwärts zog. Nachdem sich die Vorwärtsgeschwindigkeit verringert hatte, löste sich das System am 4. Juli auf.

Hurrikan Dolores

Dolores entstand aus der tropischen Depression Sechs-E, die sich am 5. Juli bildete und erreichte den Status eines tropischen Sturms am darauffolgenden Tag. Auf dem Weg nach Westen wurde Dolores am 7. Juli zum ersten Hurrikan des Jahres. Seinen Höhepunkt erreichte Dolores mit Windgeschwindigkeiten von 80 Knoten (150 Kilometer pro Stunde). Dolores wurde dann der erste Hurrikan innerhalb von zwei Jahren, der über den 125. westlichen Längengrad hinaus zog. Dann verlor Dolores an Stärke. Am 11. Juli war Dolores nur noch ein tropisches Tiefdruckgebiet und am nächsten Tag löste sich das System auf. Dolores hatte zu keiner Zeit Land gefährdet.

Hurrikan Enrique

Enrique war der erste schwere Hurrikan der Saison. Er entstand am 12. Juli, als sich ein tropisches Tiefdruckgebiet bildete, dass zwölf Stunden später zu einem tropischen Sturm wurde und am 13. Juli zu einem Hurrikan aufgestuft wurde. Seinen Höhepunkt erreichte Enrique am 14. Juli mit Windgeschwindigkeiten von 100 Knoten (190 Kilometer pro Stunde) und einem Luftdruck von 960 hPa. Danach wurde der Wirbelsturm, der nie Land gefährdete, schwächer und löste sich über kälterem Wasser am 16. Juli auf.

Hurrikan Felicia

Das tropische Tief Acht-E bildete sich am 12. Juli 1997 südlich der mexikanischen Hafenstadt Manzanillo. Seine Entwicklung wurde durch eine Windscherung als Folge der räumlichen Nähe zu Hurrikan Enrique verzögert. Am späten 15. Juli wurde das Tief zu einem tropischen Sturm und bewegte sich in Richtung West-Nord-West. Am 17. Juli wurde der Sturm zu einem Hurrican, aber erneut durch eine Windscherung in seiner Entwicklung gebremst. Nachdem diese sich aufgelöst hatte, erreichte Felicia Windgeschwindigkeiten von bis zu 115 Knoten (215 Kilometer pro Stunde) und der Luftdruck fiel auf 948 hPa. Damit wurde Felicia der zweite größere Hurrikan der Saison und erreichte Kategorie 4. Kurz nachdem Felicia den 140. westlichen Längengrad überquert hatte, wurde das System zu einem tropischen Sturm zurückgestuft. Als Felicia sich am 22. Juli 1997 auflöste, hatte das System keinerlei Landgebiete gefährdet.

Tropisches Tiefdruckgebiet Eins-C

Das Tropische Tiefdruckgebiet Eins-C bildete sich am 26. Juli aus einer Störung, die bereits drei Tage lang Anzeichen für eine Entwicklung aufwies. Das System wanderte in westsüdwestlicher Richtung durch eine ungünstige Umgebung und wurde am Morgen des 27. Juli durch Windscherung eines Höhentroges zerstört.

Hurrikan Guillermo

→ Hauptartikel: Hurrikan Guillermo (1997)

Eine tropische Welle, die über den Atlantik gedriftet war, gelangte am 27. Juli in den Pazifikraum. Sie formierte sich am 30. Juli zum tropischen Tief und erhielt am nächsten Tag den Status als tropischer Sturm mit dem Namen Guillermo. Der Sturm entwickelte sich schnell und wurde am 1. August zum Hurrikan heraufgestuft. Der Hurrikan verstärkte sich und erreichte Kategorie 4 am 3. August. Nach einer vorübergehenden leichten Abschwächung gewann Guillermo wieder an Kraft und wurde am 4. August zu einem Hurrikan der Kategorie 5 und erreichte Windgeschwindigkeiten von 140 Knoten (260 Kilometer pro Stunde). Der niedrigste Luftdruck wurde mit 919 hPa gemessen.

Danach schwächte sich der Hurrikan kontinuierlich ab und wurde am 8. August zu einem tropischen Sturm zurückgestuft. Er überquerte den 140. westlichen Längengrad. Er schwächte sich am 10. August zu einem tropischen Tief ab, geriet aber dann nochmal über wärmeres Gewässer und wurde erneut zu einem tropischen Sturm. Am 15. August schwächte sich Guillermo erneut und endgültig ab und verlor seine tropischen Eigenschaften früh am darauffolgenden Tag.

Die Überbleibsel des Systems wanderten über den nördlichen Pazifik und wurden bis zu einem Punkt etwa 500 Seemeilen westlich von Vancouver Island verfolgt, wo sie dann für einige Tage bewegungslos blieben, bevor das Tief in eine südliche Strömung geriet und letztlich am 24. August vor der Küste Kaliforniens von einer subtropischen zyklonischen Windströmung absorbiert wurde.

Tropischer Sturm Hilda

Das tropische Tief Zehn-E bildete sich am 10. August 1997 und wurde am nächsten Tag ein tropischer Sturm. Eine Windscherung jedoch schwächte Hilda. Der Sturm wurde am 14. August wieder zum Tief abgestuft und löste sich am 15. August auf, ohne jemals Land gefährdet zu haben.

Tropischer Sturm Ignacio

Der tropische Sturm Ignacio entwickelte sich innerhalb von zwölf Stunden aus einem am 17. August 1997 entstandenen tropischen Tief. Der Ort, an welchem sich Ignacio zu einem Zyklon entwickelte, lag nördlicher und westlicher als in den meisten anderen Fällen. Eine stetige Windströmung trieb Ignacio nordwärts, wo der Wirbelsturm mit abflauenden Winden und kälterem Wasser konfrontiert wurde. Am 19. August verlor Ignacio seine wirbelsturmspezifischen Eigenschaften. Die Reste des Systems bewegten sich nach Norden und verursachten an der kalifornischen Küste heftige böige Winde, bevor sie sich völlig auflösten und von demselben Windsystem absorbiert wurden, das auch schon die Überbleibsel von Hurrikan Guillermo absorbiert hatte. Ignacio verursachte starke Regenfälle an der amerikanischen Westküste, bis hinauf nach Washington.

Hurrikan Jimena

Der nächste Hurrikan, Jimena, entwickelte sich ebenso schnell, wie er sich auflöste. Das tropische Tief Zwölf-E bildete sich am 25. August und wurde am Tag darauf zu einem tropischen Wirbelsturm. Am 27. August war aus dem Sturm ein Hurrikan geworden. Die Windgeschwindigkeiten wuchsen innerhalb von 12 bis 15 Stunden von 65 auf 115 Knoten (120 auf 215 Kilometer pro Stunde). Der Hurrikan erreichte mit 120 Knoten seinen Höhepunkt und wanderte Richtung Nordwesten. Er traf mit einer Gegenströmung in der Höhe zusammen, was die Windgeschwindigkeiten binnen eines Tages von 115 auf 30 Knoten reduzierte. Jimena löste sich, kurz nachdem er in den Zentralpazifik gewandert war, am 30. August vollständig auf, ohne eine Gefahr für Land gewesen zu sein.

Tropischer Sturm Oliwa

Supertaifun Oliwas Weg durch den Pazifik begann als eine tropische Störung, die südlich des Johnston-Atolls herumdümpelte und dann am 2. September 1997 das tropische Tief Zwei-C bildete. Zwei-C wurde später an diesem Tage zum Tropischen Sturm Oliwa (hawaiisch für Oliver) und wanderte langsam Richtung Westen. Am späten 3. September 1997 driftete das System über die Datumsgrenze. Da im pazifischen Becken die Stürme nicht beim Überschreiten der Gebietsgrenzen umbenannt werden, behielt Oliwa seinen Namen.