Das Trainwesen der Österreichisch-Ungarischen Landstreitkräfte war für den Nachschub und die Versorgung der Truppe im Kriegsfalle zuständig. mini|k.u.k. Trainleutnant vor 1908 mini|Siegelmarke K.u.K. Militärstationskommando Marburg mini|Siegelmarke Kommando des K.u.K. Trainregiments No. 2 (Alle Angaben beziehen sich auf August 1914. Für die Entwicklung des Trains und das „Militärfuhrwesen-Korps“ in Österreich im 19. Jahrhundert: siehe Hauptartikel → Train.)

Beschreibung und Organisation

Die Traintruppe bestand im Frieden nur aus Kaderverbänden (ähnlich wie in Deutschland). Es wurde hauptsächlich an der Aus- und Weiterbildung des Stammtruppenpersonals gearbeitet sowie das vorhandene Material des Armeetrains gewartet und verwaltet.

Zum Train gehörten alle der Armee beigestellten Transportmittel, Fuhrwerke, Pferde, Tragtiere und das zugehörige Personal, womit der Train der kämpfenden Truppe alles zuzuführen hatte, was diese zur Aufrechterhaltung ihrer Schlagfertigkeit benötigte. (Munition, Bekleidung, Verpflegung, Sanitätsmaterial, Baumaterial usw.)

Die Traintruppe bestand aus drei Regimentern, welche sich im Frieden in je einen Regimentsstab und fünf (ein Regiment mit sechs) Traindivisionen (Bataillonen) gliederte. Die Traindivision war die eigentliche Einheit dieser Truppengattung und wurde selbstständig geführt.

Im Frieden bestand die Traindivision aus dem Stab, einer unterschiedlichen Anzahl von Traineskadronen und einem Ersatzdepotkader. Bei den Traindivisionen Nr. 6, 11, 12 und 14 war zusätzlich noch ein gekaderter Gebirgstrain eingestellt. Ab 1914 wucherte das Trainwesen dermaßen aus, dass es den Rahmen sprengen würde, wollte man im Detail darüber berichten. Es führte dazu, dass ganze Trägerkolonnen aus russischen und serbischen Kriegsgefangenen die Versorgung in die hochalpinen Stellungen des italienischen Kriegsschauplatzes sicherstellen mussten.

Bewaffnung Den Kavalleriesäbel führten Offiziere, Kadetten, Wachtmeister, Rechnungsunteroffiziere, Kurschmiede und Einjährig-Freiwillige, Zugsführer, Korporale und Trompeter, die mit Reitpferden versehenen Traineskadronen, Trainbegleitungseskadronen und Traindetachements für die Feldbäckereien. (Zugsführer, Korporale und Trompeter der Gebirgseskadronen und des Gebirgsdivisiontrainparks waren hiervon ausgenommen.) Alle anderen trugen den Pioniersäbel.

Den Revolver trugen alle Unteroffiziere mit Ausnahme der Regimentsprofessionisten. Die Mannschaften führten den Karabiner (Wie überall, wurde das Trainwesen bei der Ausstattung mit Waffen benachteiligt. Lange wurde hier noch der Karabiner M 1873/77 geführt.)

Adjustierung und Ausrüstung

Als Kopfbedeckung dienten den Mannschaften und Unteroffizieren der Tschako der Infanterie bzw. die rote Feldkappe der Dragoner. Offiziere trugen sowohl Tschako als auch Feldkappe nach dem Muster der Infanterie. Wie bei der Artillerie war der Waffenrock aus dunkelbraunem Tuch gefertigt. Knöpfe weiß und glatt, die Egalisierungsfarbe war lichtblau. Die Offiziere hatten auf dem Waffenrock eine goldene Anhängeschnur und eine gleiche Achselschlinge. Unteroffiziere trugen eine schwarzgelbe Wollschnur auf der Achsel. Die Waffenröcke der Mannschaften wiesen braune Schnüre auf. Beim Train hatte man nicht, wie bei der Kavallerie, die Mannschaftsbluse abgeschafft; sie bestand aus dunkelblauem Tuch und hatte hellblaue Parolis.

Als Mantel diente der braune Kavalleriemantel mit hellblauen Parolis. Die Hosen und Stiefel entsprachen denen der Dragoner. Außer Dienst war den Offizieren das Tragen von Salonhosen gestattet. Die Mannschaften trugen die Kavalleriefeldflasche und den Kavallerieleibriemen, an dem sich die Revolverpatronentasche für die Munition (Revolver oder Karabiner!) befand.

Trainoffiziere trugen die Offizierspatronentasche als Dienstabzeichen.

Traininspektionskommandos Wien: Traininspizierender: Oberst Albrecht Walz (1./2./3. Traindiv.) Budapest: Traininspizierender: Oberst Johann Jordan (4./7./12. Traindiv.) Lemberg: Traininspizierender: Oberst Ludwig Kraus (6./10./11. Traindiv.) Agram: Traininspizierender: Oberst Anton Fettinger (5./13. Traindiv.) Innsbruck: Traininspizierender: Generalmajor Johann Formanek Edler von Waldringen (8./9./14. Traindiv.) Sarajevo: Traininspizierender: Generalmajor Maximilian Haller (15./16. Traindiv.)

Die Trainzeugsanstalten Zur Traintruppe gehörten noch die Anstalten des Trainzeugswesens, das Trainzeugsdepot in Klosterneuburg und die Trainzeugsfilialdepots in Budapest und Sarajewo. In den Anstalten wurde größtenteils das Trainmaterial für das Heer erzeugt. Außerdem wurden hier die Reservebestände für den Mobilmachungsfall gelagert.

Das Personal setzte sich aus Offizieren, Unteroffizieren (Meistern) und Soldaten sowie technischen Beamten und Werkmeistern zusammen.

Die technischen Beamten führten folgende Rangbezeichnungen: Oberwerkführer 1. oder 2. Klasse (Hauptmannsrang), Werkführer (Oberleutnantsrang), Werkführerassistent (Leutnantsrang). Sie zählten zu den Beamten ohne Portepee, trugen einen dunkelbraunen Waffenrock mit lichtblauer Egalisierung und glatten weißen Knöpfen, waren ansonsten ähnlich ausgestattet wie die Artilleriezeugsbeamten.

Trainzeugsdepot Klosterneuburg Kommandant: Oberst Otto Reimitzer Edler von Reimitztal Trainzeugsfilialdepot Budapest Kommandant: Rittmeister Matthias Sonntag Trainzeugsfilialdepot Sarajevo Kommandant: Major Anton Peterźilka

Dislozierung mini|Hauptmann zur Parade (vor 1908) Trainbataillon Nr. 1 Errichtet: 1910 – I. Korps Ergänzungsbezirk: I. Korps Garnison: Festung Krakau (Weichseldepotkaserne) Kommandant: Major Theodor Indra

Trainbataillon Nr. 2 Errichtet: 1910 – II. Korps Ergänzungsbezirk: II. Korps Garnison: Wien (Ruckergasse 62/Meidlinger Trainkaserne) Kommandant: Major Ignaz Čermák

Trainbataillon Nr. 3 Errichtet: 1910 – III. Korps Ergänzungsbezirk: III. Korps Garnison: Graz (Schönau) Kommandant: Oberstleutnant Carl Zieritz

Trainbataillon Nr. 4 Errichtet: 1910 – IV. Korps Ergänzungsbezirk: IV. Korps Garnison: Budapest VI. Bez. (Aréna-út 58/Trainkaserne) Kommandant: Major Franz Breitwieser

Trainbataillon Nr. 5 Errichtet: 1910 – V. Korps Ergänzungsbezirk: V. Korps Garnison: Pozsony Kommandant: Oberstleutnant Edmund Steindler

Trainbataillon Nr. 6 Errichtet: 1910 – VI. Korps Ergänzungsbezirk: VI. Korps Garnison: Kaschau Kommandant: Oberstleutnant Anton Holan

Trainbataillon Nr. 7 Errichtet: 1910 – VII. Korps Ergänzungsbezirk: VII. Korps Garnison: Temesvár Kommandant: Major Friedrich Stampf

Trainbataillon Nr. 8 Errichtet: 1910 – VIII. Korps Ergänzungsbezirk: VIII. Korps Garnison: Prag II. Bez. (Pořič 3/Alte Josefskaserne) Kommandant: Major Adolf Kohl

mini|Stabswachtmeister der Traintruppe Trainbataillon Nr. 9 Errichtet: 1910 – IX. Korps Ergänzungsbezirk: IX. Korps Garnison: Festung Josephstadt Kommandant: Major Viktor Gröger

Trainbataillon Nr. 10 Errichtet: 1910 – X. Korps Ergänzungsbezirk: X. Korps Garnison: Festung Przemysl Kommandant: Oberstleutnant Alois Bauer

Trainbataillon Nr. 11 Errichtet: 1910 – XI. Korps Ergänzungsbezirk: XI. Korps Garnison: Lemberg (Arciszewskiego ulica/Trainkaserne) Kommandant: Major Anton Havelka

Trainbataillon Nr. 12 Errichtet: 1910 – XII. Korps Ergänzungsbezirk: XII. Korps Garnison: Nagyszeben Kommandant: Major Ferdinand Gross

Trainbataillon Nr. 13 Errichtet: 1910 – XIII. Korps Ergänzungsbezirk: XIII. Korps Garnison: Agram Kommandant: Major Ferdinand Dits

Trainbataillon Nr. 14 Errichtet: 1910 – XIV. Korps Ergänzungsbezirk: XIV. Korps Garnison: Innsbruck (Viaduktstrasse) 3 Eskadronen in Linz Kommandant: Major Franz Patzak mini|Uniformrock eines Werkmeisters der Trainzeugsanstalt Trainbataillon Nr. 15 Errichtet: 1910 – XV. Korps Ergänzungsbezirk: XIII. und XV. Korps Garnison: Sarajevo (Defensionslager) Kommandant: Major Alois Andrich

Trainbataillon Nr. 16 Errichtet: 1910 – XVI. Korps Ergänzungsbezirk: III. Korps Garnison: Mostar Kommandant: Major Wilhelm Watznauer

siehe auch:K.u.k. Militär-Seilbahnen

Literatur Johann C. Allmayer-Beck, Erich Lessing: Die K.u.k. Armee. 1848–1914. Verlag Bertelsmann, München 1974, ISBN 3-570-07287-8. Stefan Rest: Des Kaisers Rock im ersten Weltkrieg. Verlag Militaria, Wien 2002, ISBN 3-9501642-0-0 Das k.u.k. Heer im Jahre 1895 Schriften des Heeresgeschichtlichen Museums in Wien – Leopold Stocker Verlag, Graz 1997

Weblinks

Kategorie:Truppengattung (Österreichisch-Ungarische Armee) Kategorie:Militärlogistik