Der 1. FC Novi Pazar 95 Berlin (offiziell: 1. Fußball Club Novi Pazar 1895 e.V.) ist ein Sportverein aus dem Berliner Stadtteil Neukölln. Gegründet wurde der Verein im Jahre 1895.

Geschichte Der Verein wurde am 15. Juni 1895 als Rixdorfer FC Normannia 1895 gegründet1. FC Neukölln. In: Hardy Grüne, Christian Karn: Das große Buch der deutschen Fußballvereine. AGON Sportverlag, Kassel 2009, ISBN 978-3-89784-362-2, S. 347. und 1912 in Neuköllner FC Fortuna 1895 umbenannt. Am 23. September 1923 fusionierte die Neuköllner Fortuna mit dem Rixdorfer FC Fortuna 1907 zum 1. FC Neukölln. Nach der Auflösung 1945 wurde zunächst die Sportgruppe Rixdorf gebildet, die sich 1949 wieder in 1. FC Neukölln umbenannte. Am 23. Juni 2017 übernahm der serbische Bauunternehmer Ismet Bajevac den Verein, der diesen in 1. FC Novi Pazar Neukölln 95 umbenannte. Amtsgericht Charlottenburg VR 2265. Daneben wurde eine Kooperation mit dem serbischen Fußballklub FK Novi Pazar abgeschlossen.tagesspiegel.de: Neuer Name für den 1. FC Neukölln (23. Juni 2017), abgerufen am 6. Oktober 2020 Anfang 2020 zogen die Mannschaften des Vereins von Neukölln an die Koloniestraße in Berlin-Gesundbrunnen. Nachdem der Abstieg aus der Berlin-Liga frühzeitig feststand, kehrte der Verein nach Neukölln zurück und gab Ende Mai 2022 die Fusion mit dem NSC Marathon 02 zum 1. FC Novi Pazar/Marathon 1895 bekannt.BZ: Vom Aussterben der Berliner Traditionsvereine Formell ist der 1. FC Novi Pazar dem NSC Marathon 02 beigetreten, der daraufhin am 7. August 2022 seinen Namen änderte. Seit dem 5. April 2024 heißt der fusionierte Verein 1. Fußball Club Novi Pazar 1895 e. V.Amtsgericht Charlottenburg VR 2214.

Frauenfußball als 1. FC Neukölln Geschichte 1990 gewannen die Neuköllnerinnen die Berliner Meisterschaft. Damit qualifizierten sie sich für die neugegründete Bundesliga.Der Bundesligakader auf weltfussball.de Dort verloren die Neuköllnerinnen alle Saisonspiele und beendeten die Saison mit einem Torverhältnis von 8:102. Gegen den deutschen Meister TSV Siegen gab es sogar zwei 0:10-Niederlagen. Die Frauenfußball-Abteilung ist somit bisher der einzige Bundesligist, der noch keinen Punkt holen konnte. Mit Tasmania Berlin stammt das Pendant als am wenigst erfolgreicher Verein der Männer-Bundesliga ebenfalls aus Neukölln.

In der Regionalliga Nordost konnte man sich zwei Jahre in der Spitzengruppe halten. 1993 wurde Neukölln mit zwei Punkten hinter dem Lokalrivalen 1. FC Lübars Vizemeister. Ein Jahr später stieg der Verein aus der Regionalliga ab. 1997 schaffte man den Wiederaufstieg und konnte danach die Klasse halten. Vor der Saison 1998/99 wurde die Mannschaft jedoch wieder zurückgezogen. Zurzeit ist keine Frauenmannschaft im Spielbetrieb.

Erfolge Berliner Meister 1990, 1997 Berliner Pokalsieger 1989

Statistik Saison Liga Platz S U N Tore Punkte DFB-Pokal 1990/91 Bundesliga Nord 10. 0 0 18 8:102 0:36 nicht qualifiziert 1991/92 Oberliga Nordost 3. 12 2 6 33:25 26:14 nicht qualifiziert 1992/93 Oberliga Nordost 2. 13 6 3 49:18 32:12 nicht qualifiziert 1993/94 Oberliga Nordost 9. 1 12 9 20:43 14:30 nicht qualifiziert 1994/95 Verbandsliga Berlin 4. 12 5 5 58:30 29:15 nicht qualifiziert 1995/96 Verbandsliga Berlin 4. 14 6 4 86:33 48 nicht qualifiziert 1996/97 Verbandsliga Berlin 2. 17 2 5 70:36 53 nicht qualifiziert 1997/98 Regionalliga Nordost 10. 2 2 16 28:77 8 nicht qualifiziert 1998/99 Regionalliga Nordost zurückgezogen nicht qualifiziert danach nicht bekannt Anmerkung: Grün unterlegte Spielzeiten kennzeichnen einen Aufstieg, rot unterlegte Spielzeiten einen Abstieg.

Männerfußball Die Fußballabteilung gehörte in den 1920er Jahren zu den erfolgreicheren Berliner Vereinen. 1925 drangen die Neuköllner bis in das Finale um den Berliner Pokal vor, das sie gegen den SV Norden-Nordwest mit 1:3 verloren. Zugleich gelang dem 1. FC der Aufstieg in die zweigleisige Oberliga Berlin-Brandenburg. In der Staffel A belegten die Neuköllner in der Saison 1925/26 den fünften Platz von zehn Vereinen. Die nächsten beiden Spielzeiten war der 1. FC in die Staffel B eingeteilt und belegte die Plätze 8 bzw. 6 von jeweils zehn Mannschaften. Zurück in der Staffel A durften sich die Neuköllner wieder mit Hertha BSC messen und belegten 1928/29 den fünften Platz. Doch in der folgenden Spielzeit ereilte die Mannschaft als Tabellenneunter schließlich der Abstieg. Zwar gelang der sofortige Wiederaufstieg, doch konnte der 1. FC die Klasse nicht halten und stieg 1931/32 sofort wieder ab. Eine Qualifikation für die 1933 eingeführte Gauliga Berlin-Brandenburg gelang nicht, 1934 stieg der Verein in die zweitklassige Fußball-Bezirksklasse Berlin-Potsdam auf.

Erst mit der Neugründung als SG Rixdorf nach dem Zweiten Weltkrieg war die Mannschaft wieder in der höchsten Spielklasse und gehörte 1945/46 zu den 36 Sportgruppen, die in vier Staffeln die Teilnehmer für die neue Berliner Stadtliga ausspielten. Als Fünfter in der Staffel C verfehlten die Rixdorfer jedoch den Sprung in die eingleisige Stadtliga.

Erst 1953, mittlerweile wieder unter dem alten Vereinsnamen, gelang dem Verein der Aufstieg in die zweitklassige Amateurliga Berlin. Dort traf die Mannschaft unter anderem auf Absteiger Hertha BSC und belegte am Ende der Saison 1953/54 einen guten sechsten Platz. Noch besser lief es in der folgenden Saison. Als Tabellendritter verfehlten sie nur um fünf Punkte den zum Aufstieg berechtigenden zweiten Platz. Als Trost vertrat der 1. FC Neukölln Berlin bei der Deutschen Amateurmeisterschaft, war jedoch in der Vorrundengruppe chancenlos. Alle Spiele gegen die Sportfreunde Siegen, den SV 09 Bergisch Gladbach sowie die SpVgg Sterkrade 06/07 gingen verloren. Danach lief es wechselhaft. 1956 schloss Neukölln als Elfter ab, wurde 1957 noch einmal guter Vierter, ehe die Mannschaft 1958 als 15. und damit Letzter abstieg.

Mit der Gründung der Bundesliga gelang dem 1. FC Neukölln auch die Rückkehr in die nun mehr drittklassige Berliner Amateurliga. In der Saison 1963/64 gelang dem Neuling als Tabellenzehnter der Klassenerhalt, die folgende Spielzeit brachte dann den Aufstieg in die zweitklassige Regionalliga Berlin. Dort waren die Neuköllner bis zum Ende des Bestehens der Regionalliga 1974 vertreten. Die beste Platzierung war der sechste Platz 1968/69, ein zwölfter Platz 1967/68 bedeutete für die zumeist im Mittelfeld stehende Mannschaft das schlechteste Abschneiden. Der siebte Platz 1973/74 reichte nicht zur Qualifikation für die 2. Bundesliga Nord, wie die Mehrheit der Berliner Regionalligisten gehörte der 1. FC Neukölln ab sofort zur drittklassigen Oberliga Berlin. Hier konnte der 1. FC aber nur noch in der Gründungssaison 1974/75 die Klasse halten. Mit nur zwei Siegen stiegen die Neuköllner 1975/76 als Tabellenletzter ab.

Seitdem standen die Männer im Schatten der Lokalkonkurrenten TSV Rudow, Tasmania Berlin und Concordia Britz. Seit dem Aufstieg 2015 spielten die Neuköllner in der siebtklassigen Landesliga. Nach dem Umzug nach Gesundbrunnen über die Winterpause 2019/2020 gelang zum Ende der pandemiebedingt abgebrochenen Saison der Aufstieg in die Berlin-Liga. In dieser konnte sich der Verein zwei Jahre halten und stand bereits sieben Spieltage vor Saisonende 2021/22 als Absteiger fest. Der 1. FC Novi Pazar/Marathon übernahm 2022 den Startplatz des 1. FC Novi Pazar in der Landesliga, wo er mit einem 13. Platz die Klasse halten konnte. 2025 stieg er als Tabellenletzter in die Bezirksliga ab, inzwischen wieder als 1. FC Novi Pazar.

In der ewigen Tabelle der Berlin-Liga belegt der Verein den 60. Platz (Stand 2025).

Logo Als 1. FC Neukölln führte der Verein eine Fahne als Logo mit dem Neuköllner Wappen in der Mitte. Mit der Umbenennung in 1. FC Novi Pazar wurde das Logo an den serbischen FK Novi Pazar angelehnt. Das im Kreis gezeigte Gründungsjahr wurde zur Fusion mit dem NSC Marathon 02 durch die Buchstaben NSC ersetzt. Seit 2023 steht dort eine heraldische Lilie, ein Symbol der Bosniaken bzw. des Sandžak, dessen Zentrum Novi Pazar bildet.

Persönlichkeiten

Literatur Peter Czoch, Daniel Küchenmeister, Thomas Schneider: Hertzbergplatz – Rekorde von der Sonnenallee. In: Fußballheimat Berlin. 100 Orte der Erinnerung. Ein Stadtreiseführer. Arete Verlag, Hildesheim 2024, ISBN 978-3-96423-115-4, S. 84–85.

Weblinks Offizielle Facebook-Seite des Vereins

Einzelnachweise

Kategorie:Fußballverein aus Berlin Kategorie:Verein im Berliner Fußball-Verband #:1. Fc Novi Pazar 95 Berlin #1 FC Novi Pazar 95 Berlin