mini|hochkant|Helmut Freiherr von Maltzahn-Gültz, Oberpräsident von Pommern. mini|hochkant|Herrenhaus (Schloss) Gültz. Sammlung Alexander Duncker sen. Berlin 1873. mini|hochkant|Gedenktafel am Haus, Derfflingerstraße 8, in Berlin-Tiergarten. Helmuth Freiherr von Maltzahn (* 6. Januar 1840 in Gültz, Kreis Demmin, Pommern; † 11. Februar 1923 in Gültz) war Oberpräsident der preußischen Provinz Pommern in Stettin und Reichstagsabgeordneter.
Herkunft Seine Eltern waren der Landrat und Rittergutsbesitzer Axel von Maltzahn (1808–1841) und dessen Ehefrau Auguste von Lützow-Boddin (* 9. Februar 1820; † 9. Mai 1891), eine Tochter der Sophie, geb. Freiin von Brandenstein (1796–1876) und des Mecklenburg-Schwerinschen Staatsministers Ludwig von Lützow. August Georg von Brandenstein war Maltzahn`s Großvater mütterlicherseits. Der Generalmajor Louis von Lützow (1831–1882) und der Landrat Rudolph von Oertzen wurden seine Schwäger.Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. der in Deutschland eingeborene Adel (Uradel). 1901. Jahrgang 2, Justus Perthes, Gotha 1900, S. 591.
Leben und Werk Helmuth Ludwig Wilhelm von Maltzahn studierte nach dem Abitur Rechtswissenschaften in Erlangen, Heidelberg (Mitglied des Corps Vandalia) und Berlin. Seine Berufslaufbahn begann er 1860 als Auskultator. 1861 wurde er Kammergerichtsreferendar, 1862 Regierungsreferendar in Koblenz, 1866 Regierungsassessor. 1867 schied er zur Bewirtschaftung seiner eigenen Güter aus dem Staatsdienst aus. In den Jahren 1868 bis 1872 ließ er mit Schloss Gültz ein klassizistisches Herrenhaus errichten.
An den Feldzügen von 1866 und 1870/71 nahm er als Kavallerieoffizier teil. 1871 wurde er als Angehöriger der Deutsch-Konservativen Partei Mitglied des Reichstags (MdR) für den Wahlkreis Anklam-Demmin und übernahm den Vorsitz des Haushaltsausschusses. Dem Reichstag gehörte er als Abgeordneter des Wahlkreises Stettin 1 (Demmin-Anklam) bis 1888 an.Fritz Specht, Paul Schwabe: Die Reichstagswahlen von 1867 bis 1903. Eine Statistik der Reichstagswahlen nebst den Programmen der Parteien und einem Verzeichnis der gewählten Abgeordneten. 2. Auflage, Carl Heymanns Verlag, Berlin 1904, S. 45.
Von 1888 bis 1893 war er Staatssekretär im Reichsschatzamt. Im Jahre 1900 schließlich übernahm er die Aufgaben eines Oberpräsidenten der Provinz Pommern in Stettin und übte dieses Amt bis 1911 aus. 1909 wurde er Erblandmarschall von Altvorpommern. Er unterstützte die Gründung der Historischen Kommission für Pommern in den Jahren 1910/1911 und war deren erster Vorsitzender.Roderich Schmidt: Die Historische Kommission für Pommern in Vergangenheit und Gegenwart. In: Hans Jürgen Eggers: Baltische Studien. Band 55 N.F., Hrsg. Gesellschaft für pommersche Geschichte, Altertumskunde und Kunst, Hamburg 1969, , S. 111.
Um 1914 besaß er das Rittergut Gültz mit 1100 ha, das Rittergut Schossow (zu Tützpatz) mit 579 ha sowie das Rittergut Werder mit 730 ha und Wodarg mit 924 ha, sämtlich im Kreis Demmin gelegen.
In seiner Dohrn-Biographie benennt Theodor Heuss ihn mit dem Kürzel „von Maltzahn-Gültz“. Helmuth von Maltzahn war Mitglied und Ehrenmitglied mehrerer Gesellschaften und Verbände.Gustav Braun (Hrsg.): XI. Jahresbericht der Geographischen Gesellschaft zu Greifswald 1907–1908. Julius Abel, Greifswald 1909. S. 494.Gesellschaft für Völker- und Erdkunde zu Stettin. Bericht über das Vereinsjahr 1901/1902. Julius Abel, Greifswald 1903, S. 72.Georg Kollm (Hrsg.): Zeitschrift der Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin. 1902. Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1902, S. 29.
Der Erblandmarschall war bereits als junger Mann 1862 an der Gründung des Von Maltzahn und von Maltzanschen Familienvereins aktiv beteiligt. Sein Enkel war der Luftwaffenoffizier Günther von Maltzahn, sein Urenkel der Historiker Christoph von Maltzahn. Zu seinen direkten Nachfahren gehört auch der gleinnamige Helmuth von Maltzahn (* 1949) a.d.H. Gültz, der sich um den Wiederaufbau von Schloss Ulrichshusen verdient gemacht hat.
Familie Er heiratete 1867 in Erfurt die in Annaburg gebürtige Anna von Rohrscheidt (* 10. Oktober 1847; † 26. November 1913), Tochter des Oberst z. D. Julius von Rohrscheidt (* 1800; † 1869) und der Auguste von Hagen (* 1807; † 1892), die zuletzt in Gültz lebte.Gotha. 1907. Jahrgang 1, Justus Perthes, Gotha 1906, S. 646. Helmuth und Anna von Maltzahn hatten mehrere Kinder: Axel (* 17. Februar 1868), Erbe der Gültzer Güter, königlich preußischer Rittmeister ⚭ 1898 Helene von Platen, auf Poggenhof (anteilig) (* 30. Januar 1879; † 13. Juni 1942) Agnes (* 30. April 1869) ⚭ 1887 August von Gadow (* 29. November 1861; † 1. November 1929) Helmuth (* 22. Dezember 1870; † 1. Juni 1959) ⚭ 1912 Freda von Arnim (* 22. August 1889; † 12. März 1963), Tochter des Hans von Arnim Elsbeth (* 24. Januar 1874) ⚭ Servaz von Gerlach (* 1. März 1868), Sohn des Friedrich von Gerlach Gerhard (* 25. Juni 1877), königlich preußischer Rittmeister ⚭ Helene von Borcke (* 14. November 1884; † 31. August 1946)
Paul Freiherr von Maltzahn ist ein direkter Nachfahre.
Siehe auch Liste der Oberpräsidenten in preußischen Provinzen
Literatur Helmuth Freiherr von Maltzahn: Helmuth Freiherr von Maltzahn-Gültz. In: Pommersche Lebensbilder II. Leon Saunier, Stettin 1936, S. 266–280. Die Mitglieder der Vandalia zu Heidelberg nach dem Stande vom 29. September 1935. [Berlin 1936]. Hans Friedrich von Ehrenkrook, Jürgen Thiedicke von Flotow: Genealogisches Handbuch der Freiherrlichen Häuser. A (Uradel). 1956. Band II, Band 13 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Ausschuss für adelsrechtliche Fragen in Gemeinschaft mit dem Deutschen Adelsarchiv, C. A. Starke Verlag, Glücksburg/Ostsee 1956, , S. 287–294. Klaus Schwabe (Hrsg.): Die preußischen Oberpräsidenten 1815–1945. In: Deutsche Führungsschichten in der Neuzeit. Band. 15 = Büdinger Forschungen zur Sozialgeschichte. 1981. Boldt, Boppard am Rhein 1985, ISBN 3-7646-1857-4. Christoph Freiherr von Maltzahn: Maltza(h)n, von. In: Neue Deutsche Biographie. (NDB). Band 15. Duncker & Humblot, Berlin 1987, ISBN 3-428-00196-6, S. 740–743. Eckhard Hansen, Florian Tennstedt (Hrsg.) u. a.: Biographisches Lexikon zur Geschichte der deutschen Sozialpolitik 1871 bis 1945. Band 1: Sozialpolitiker im Deutschen Kaiserreich 1871 bis 1918. Kassel University Press, Kassel 2010, ISBN 978-3-86219-038-6, S. 104 f. (PDF)
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Wirklicher Geheimer Rat Kategorie:Exzellenz (Preußen) Helmuth Kategorie:Reichstagsabgeordneter (Deutsches Kaiserreich) Kategorie:Mitglied der Konservativen Partei Kategorie:Mitglied der Deutschkonservativen Partei Kategorie:Staatssekretär (Deutsches Kaiserreich) Kategorie:Person (Reichsfinanzwesen) Kategorie:Mitglied der Historischen Kommission für Pommern Kategorie:Landmarschall (Pommern) Kategorie:Corpsstudent (19. Jahrhundert) Kategorie:Person im Deutschen Krieg Kategorie:Person im Deutsch-Französischen Krieg Kategorie:Kavallerist (Preußen) Helmuth Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1840 Kategorie:Gestorben 1923 Kategorie:Mann