Das Forum Deutscher Katholiken ist ein eingetragener Verein nach deutschem Recht, der am 30. September 2000 in Fulda gegründet wurde. Es wurde von Hubert Gindert initiiert, der den Verein als Konkurrenzorganisation zum Zentralkomitee der deutschen Katholiken gegründet hat und bis 2023 Vorsitzender und Sprecher des Forums war. Kommissarischer Nachfolger ist seitdem Pfarrer Christof Anselmann aus Lauterecken. Das Forum versteht sich bis heute als lockerer Zusammenschluss „papst- und kirchentreuer“ Katholiken, der diesen „eine verlässliche Heimat bietet“; in den Äußerungen seitens des Zentralkomitees der Katholiken sei „diese Heimat selten zu finden“. Über die Mitgliederzahl macht der Verein keine konkreten Angaben; Christof Anselmann sagte dazu 2025: „Die Mitglieder des Forums im engeren Sinne waren und sind bewusst wenige; jedoch gehört immer dazu, wer sich verbunden fühlt.“

Zielsetzung Das Forum richtet sich nach Eigenangaben an engagierte Laien in der römisch-katholischen Kirche, die sich zum „unverfälschten und unverkürzten“ Glauben bekennen, wie er im Katechismus der Katholischen Kirche zusammengefasst sei. Durch Kongresse und andere Veranstaltungen will das Forum „Menschen zusammenführen mit dem Ziel der Förderung des katholischen Glaubens nach der Lehre der Kirche“. Auf ihrer Webseite heißt es: „Wir sehen einen Neuanfang nicht in der Fortsetzung von Strukturdebatten und Satzungsdiskussionen, sondern in persönlicher Umkehr, in geistlicher Erneuerung, im Glaubensgehorsam und in der Loyalität gegenüber dem Heiligen Vater und den mit ihm verbundenen Bischöfen.“ Mit dem Petersdom im Logo will das Forum seine Verbundenheit mit dem Papst zum Ausdruck bringen. Die Monatszeitschrift Der Fels wurde zuletzt im Januar 2021 als „das Sprachrohr des Forums Deutscher Katholiken“ bezeichnet. Nach 2021 ist eine Verbindung zwischen Zeitschrift und Verein nicht mehr offen ersichtlich.

Wichtigste Veranstaltung des Forums war der von 2001 bis 2022 jährlich stattfindende Kongress Freude am Glauben, der von Alois Konstantin zu Löwenstein-Wertheim-Rosenberg geleitet und 2014 vom seinerzeitigen Präfekten der Glaubenskongregation, Gerhard Ludwig Müller, eröffnet wurde. Die Kongresse fanden in Fulda und Regensburg statt, wobei der Diözesanbischof und andere geistliche Würdenträger als Zelebranten oder Referenten mitwirkten. Beim Kongress 2002 war Joseph Kardinal Ratzinger, der spätere Papst Benedikt XVI., Zelebrant der Abschlussmesse. Der Kongress von 2006 hatte circa 1800 Teilnehmer. Wegen des Leitungswechsels des Vereins wird ein für 2025 geplanter weiterer Kongress nicht stattfinden.

Zurzeit beschränkt sich das Forum auf die Unterstützung guter katholischer Einzelveranstaltungen wie Exerzitien und Vortragstage. Stellungnahmen zu aktuellen kirchlichen Themen gebe es nach Aussage des kommissarischen Vorsitzenden nur selten; man schließe sich meist Stellungnahmen anderer Gruppen wie „Neuer Anfang“ oder „Maria 1.0“ an.

2009 wurden in einer Resolution Muslime als natürliche Verbündete im „Kampf gegen eine Kultur des Todes“ bezeichnet. Mitglieder beider Religionen müssten sich gemeinsam den „zahlreichen Herausforderungen stellen, die eine gottferne Zeit uns aufgibt“. Nicht der Islam, sondern die „systematische Verdrängung des christlichen Glaubens aus der Politik und dem öffentlichen Leben, die zu einer geistigen Immunschwäche Europas führt“, sei die gefährlichste Bedrohung Europas.

Kuratorium Zum Kuratorium gehören: Heinz Josef Algermissen Barbara Dyba-Roth Peter Gauweiler Norbert Geis Karl-Maria Heidecker Gabriele Kuby Christa und Heinz-Georg Ley Konrad Löw Alois Konstantin zu Löwenstein-Wertheim-Rosenberg Bernhard Mihm Gerhard Ludwig Kardinal Müller Werner Münch Wolfgang Ockenfels Bernd Posselt Maritta und Ludwig Ruppert Andreas Späth Gloria von Thurn und Taxis Ursula Zöller

Verstorbene Kuratoriumsmitglieder: Christoph Casetti Manfred Christ Paul Josef Kardinal Cordes Edmund Dillinger, pädophiler Priester und Religionspädagoge (Der Name Dillingers als verstorbenes Mitglied ist auf der Homepage des Forum Deutscher Katholiken inzwischen getilgt.Louis Berger: Den geschätzten Bruder verschwinden lassen. In: Publik Forum 9/2024, 10. Mai 2024, S. 37.) Traugott Georgi Josef Grabmeier Otto von Habsburg Leo-Ferdinand Graf Henckel von Donnersmarck Hans Graf Huyn Gontard Jaster Andreas Laun Paul Augustin Mayer Joachim Meisner Lothar Roos Leo Scheffczyk Hans Schieser Karin Struck Ludwig Vogel Johanna Gräfin von Westphalen Aloysius Winter Anton Ziegenaus

Bemerkenswert ist das Engagement von Peter Gauweiler, der selbst evangelisch ist, und von Andreas Späth, der zur konservativ-lutherischen Kirchlichen Sammlung um Bibel und Bekenntnis gehört.

Kontroversen 2007 wurde die Teilnahme von Eva Herman als Gastrednerin des siebten Kongresses Freude am Glauben u. a. von Dieter Graumann, Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, kritisiert. Der hessische Wirtschaftsminister Alois Rhiel legte aufgrund des Auftritts seine Schirmherrschaft für diesen Kongress nieder. Der Verein verteidigte im selben Jahr Bischof Walter Mixa, der wegen Äußerungen zur Familienpolitik in die Kritik geraten war. 2019 veröffentlichte das Forum bei seinem Kongress „Freude am Glauben“ in Ingolstadt eine Resolution, die sich laut dem Augsburger-Allgemeine-Journalisten Daniel Wirsching „wie ein AfD-Papier liest“, denn darin sei von einer „Keule der ‚political correctness‘“ und einem „zwangsfinanzierten Staatsfunk“ die Rede. Weiterhin wird in der Resolution der Begriff der „Gedankenpolizei“ benutzt, und es heißt darin, „Pressevertreter […] kommentieren so, als ob sie zum bezahlten Hofstaat der Regierung gehörten“, was die Publizistin Liane Bednarz als „absurd“ und „in Richtung Verschwörungstheorie gehend“ bezeichnete. Die katholischen Bischöfe Rudolf Voderholzer und Gregor Maria Hanke, die auf diesem Kongress „Freude am Glauben“ anwesend waren und Gottesdienste hielten, unterzeichneten laut Bednarz die Resolution zwar nicht, distanzierten sich jedoch auch nicht davon.

Literatur Peter Hertel: Glaubenswächter. Katholische Traditionalisten im deutschsprachigen Raum. Verlag Echter, 2000

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