Möglenz ist ein an der Grünen Heide gelegener Ortsteil der Stadt Bad Liebenwerda im brandenburgischen Landkreis Elbe-Elster. Bad Liebenwerda ist Mitglied der Verbandsgemeinde Liebenwerda. Der Ortsteil umfasst die Gemarkung Möglenz. Er hat entsprechend der brandenburgischen Kommunalverfassung und der Hauptsatzung einen Ortsbeirat und Ortsvorsteher.
Möglenz liegt sechs Kilometer südwestlich der Stadt und gehörte bis zur Eingemeindung im Jahr 1993 zum Landkreis Bad Liebenwerda.
Geschichte mini|Möglenz auf einer geschichtlichen Karte des Kreises Liebenwerda (1910).
Möglenz ist ein reines Angerdorf und war wohl ursprünglich eine slawische Ortsgründung. Die urkundliche Ersterwähnung erfolgte im Jahr 1243 als Mogelenc. Der Name des Ortes wird vom slawischen mogyla (Erd- oder Grabhügel) abgeleitet. In Abgrenzung zum nahe gelegenen Ort Lausitz, welcher als Lužica (Bach in der Sumpfniederung) bezeichnet wurde, könnte Mogyl- nica als Bach im hügeligen Gelände verstanden werden.Emilia Chrome: Die Ortsnamen des Kreises Bad Liebenwerda. Akademie-Verlag, Berlin 1968. Der Ort bestand früher aus zwei Teilen, was sich darin äußerte, dass jeder Teil seinen eigenen Ortsrichter besaß. Die Bewohner von Möglenz betrieben seit jeher Ackerbau und Viehzucht.
1343 verkaufte Botho von Ileburg, Stadtherr zu Liebenwerda, seinen Teil des Dorfes an das Kloster Güldenstern in Mühlberg. Dieser westliche Ortsteil musste fortan seine Steuern, Abgaben und Dienste nach Mühlberg leisten, während der östliche Ortsteil weiter dem Amt Liebenwerda unterstellt war. 1337 bezeichnete man den Ort als Mogelencz und 1346 als Mogelentz.
1540 wurde der Ort als Filiale von Saxdorf genannt. Von 1559 bis 1570 gehörte der Ort zum Bistum Meißen. 1601 brannte die erste Kirche im Dorf ab.
Im Jahre 1637 verzeichnete man in Möglenz infolge des Dreißigjährigen Krieges viele wüste Güter. 1647 entstand die erste Mühle im Ort und bereits 1673 wurde die erste Schule des Ortes errichtet. 1709 brach im Rittergut ein großes Feuer aus, welches 14 Güter nebst Scheunen verbrannte. Infolge Wassermangels brannte 1817 fast das ganze Dorf. Diesem Brand fielen 40 Häuser, Scheunen sowie die Kirche zum Opfer, welche in den Jahren 1819 bis 1820 durch Spenden wieder errichtet wurde und bis heute erhalten geblieben ist.
1835 gab es im Ort 51 Häuser, 291 Einwohner mit 80 Pferden, 242 Rinder, 298 Schafe und 62 Schweine.
Im Ersten Weltkrieg fielen 25 Einwohner und im Zweiten 28 Menschen aus Möglenz.
Am 23. April 1945 marschierte die Rote Armee in Möglenz ein.
Am 6. Dezember 1993 wurde Möglenz in die Stadt Bad Liebenwerda eingemeindet.Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1993 StBA
Weitere historische Daten mini|Möglenzer Dorfkirche mini|Teich am Rande des Dorfangers 1953 Gründung der LPG Roter Stern 1954–55 Bau des Kindergartens (Erntekindergarten) mit Wohnung 1964 Gründung der Sportgemeinschaft Möglenz 1970 Fertigstellung des Feuerwehrhauses und Erneuerung der Dorfkirche 1973 Bau des Sportlerheims 1976–1977 Neubau des Kindergartens und Umbau der Kinderkrippe 1992 Umsetzung und Erneuerung des Denkmals für die Opfer der Kriege
Bevölkerungsentwicklung Einwohnerentwicklung von Möglenz ab 1875 bis 1992Historisches Gemeindeverzeichnis 2005 für Brandenburg () Jahr Einwohner Jahr Einwohner Jahr Einwohner 1875 470 1946 563 1989 443 1890 460 1950 575 1990 439 1910 450 1964 509 1991 435 1925 447 1971 490 1992 429 1933 442 1981 466 1939 417 1985 457
Literatur
Heimatkalender für den Kreis Bad Liebenwerda 1959. S. 77/78.
Weblinks
Website der Stadt Bad Liebenwerda. Möglenz In: moeglenz.com. (Aus Webarchiv) Beitrag in der RBB-Sendung Landschleicher vom 20. März 2011
Einzelnachweise
Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Elbe-Elster) Kategorie:Ort im Landkreis Elbe-Elster Kategorie:Angerdorf Kategorie:Ersterwähnung 1243 Kategorie:Gemeindeauflösung 1993 Kategorie:Geographie (Bad Liebenwerda)