Lausitz ist ein Ortsteil der Stadt Bad Liebenwerda im brandenburgischen Landkreis Elbe-Elster. Bad Liebenwerda ist Mitglied der Verbandsgemeinde Liebenwerda. Der Ortsteil umfasst die Gemarkung Lausitz. Er hat entsprechend der brandenburgischen Kommunalverfassung und der Hauptsatzung einen Ortsbeirat und Ortsvorsteher.
Lausitz liegt vier Kilometer westlich der Kernstadt.
Geschichte mini|Lausitz auf einer geschichtlichen Karte des Kreises Liebenwerda (1910). mini|links|hochkant|Die alte Schule
1197 wurde Lausitz urkundlich erstmals als Lusiz erwähnt. Der Ortsname Lausitz von Łužica bedeutet so viel wie Niederung, Sumpfland oder auch Bach in der Niederung.Emilia Chrome: Die Ortsnamen des Kreises Bad Liebenwerda, Akademie-Verlag Berlin, 1968
1243 schenkten die Grafen Botho und Otto von Ileburg dem Kloster Mühlberg zwei Holzhufen in der Nähe des Ortes. 1391 zahlten die Bewohner des Ortes die Abgaben an die Kirche und Schlosskapelle von Liebenwerda. 1422 wurde Lusicz Leibgedinge der auf der Burg in Liebenwerda ansässigen Herzogin Offka. 1533 wurden im Dorf eine Kapelle und 369 Einwohner erwähnt. 1583 und 1589 kam es zu schweren Bränden. Der Ort wurde dabei bis auf zwei Häuser sowie vier Scheunen fast vollständig vernichtet.„Aus dem Gemeindebuch des Dorfes Maasdorff“ in „Die Schwarze Elster“, Nr. 361, 1928
Im Dreißigjährigen Krieg folgten weitere Brände. So hieß es 1637, dass es von 30 Höfen nur noch sieben Häuser gab. Von den ehemals 30 Familien lebten noch elf.
1701 wurde ein Schulmeister erwähnt. 1725 wurde zwischen Lausitz und Liebenwerda Raseneisenstein abgebaut und im Lauch bei Bockwitz zu Eisen verarbeitet.
1835 hatte Lausitz 37 Wohnhäuser mit 252 Einwohnern, 54 Pferden, 324 Rindern, 5 Ziegen und 57 Schweinen. 1844 erhielt die Gemeinde die Erlaubnis, eine eigene Schule zu errichten. 1913 erfolgte die Elektrifizierung des Ortes. Die Freiwillige Feuerwehr Lausitz wurde 1933 gegründet und sorgt seitdem für den Brandschutz und die allgemeine Hilfe insbesondere auf Ortsebene.
1945 wurden die Glocken der Schule Opfer des Zweiten Weltkrieges, aber später durch vier Schiffsglocken ersetzt. Die alte Schule ist mit ihren vier Glocken im Giebel einmalig für diese Gegend.
1952 erfolgte die Gründung der LPG Helmut Just und 1973 der kooperativen Abteilung Landwirtschaft. 1974 war der Bau des Glockenturms und 1989 erfolgte die Übergabe des neuen Gemeindehauses. Am 6. Dezember 1993 wurde Lausitz in die Stadt Bad Liebenwerda eingemeindet.Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1993 StBA Bis dahin gehörte es zum Landkreis Bad Liebenwerda.
Einwohnerentwicklung Einwohnerentwicklung in Lausitz seit 1875Historisches Gemeindeverzeichnis 2005 für Brandenburg Online als PDF-DateiJahr EinwohnerJahr EinwohnerJahr EinwohnerJahr EinwohnerJahr EinwohnerJahr Einwohner1875 3001946 5071989 3641995 3402001 3272007 3081890 3301950 5081990 3681996 3362002 3262008 3081910 3501964 4521991 3691997 3312003 3292009 2961925 3671971 4451992 3561998 3292004 3382010 2931933 3711981 3951993 3581999 3302005 3272011 2791939 3671985 3801994 3452000 3332006 3112012 284
Persönlichkeiten Carl Koch (* 16. September 1826 in Lausitz; † 11. September 1862 in Trebnitz), Jurist und Politiker Eduard Rüffer (* 27. Dezember 1835 in Lausitz; † 18. November 1878 in Prag) war ein deutscher Schriftsteller, der in deutscher, französischer und tschechischer Sprache schrieb.
Literatur
Weblinks
Website der Stadt Bad Liebenwerda. Lausitz in der RBB-Sendung Landschleicher vom 3. Juli 2016
Anmerkungen und Einzelnachweise
Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Elbe-Elster) Kategorie:Ort im Landkreis Elbe-Elster Kategorie:Geographie (Bad Liebenwerda) Kategorie:Ersterwähnung 1197 Kategorie:Gemeindeauflösung 1993 Kategorie:Weinort in Brandenburg