Der Ford Ka ist ein Pkw-Modell des Automobilherstellers Ford. Der Wagen hatte seine Markteinführung am 11. September 1996 und war einer der ersten Vertreter der Kleinstwagen-Klasse. Der Produktionszeitraum der auffällig aussehenden ersten Modellgeneration war mit zwölf Jahren ungewöhnlich lang.
Auf der Mondial de l’Automobile in Paris stellte Ford Anfang Oktober 2008 die zweite Modellgeneration vor, die gemeinsam mit dem italienischen Automobilhersteller Fiat entwickelt wurde. Die Markteinführung in Deutschland war am 14. Februar 2009. Die Produktion lief nach mehr als sieben Jahren im April 2016 aus.
Bereits ab 2014 wurde in Brasilien die dritte Generation gebaut, ab 2015 auch in Indien (als Figo). Anfang Juni 2016 präsentierte Ford die Europaversion, die von Oktober 2016 bis Januar 2020 unter dem Namen Ford Ka+ verkauft wurde.
Ka (Typ RBT, 1996–2008)
Sonstige Messwerte CO2-Emission: 140–182 g/km Kraftstoffverbrauch kombiniert (EG-Norm): 5,9–7,6 l/100 km Sterne im Euro-NCAP-Crashtest 105px
Allgemeines Als günstiger Zweitwagen für die Stadt gedacht, verteidigte der Ka die Marktanteile, die sich Ford in den 1980er-Jahren mit den Modellen Escort und Fiesta im europäischen Kleinwagensektor erarbeitet hatte. Obwohl er deutlich kleiner als ein Fiesta war, handelte es sich bei dem Dreitürer um einen vollwertigen Viersitzer. Außerhalb von Europa war die erste Modellgeneration von 1997 bis 2007 in Mittel- und Südamerika, der Türkei sowie von 1999 bis 2006 in Japan erhältlich. Von 1999 bis 2002 wurde er darüber hinaus in Australien angeboten.
Die europäischen Modelle produzierte Ford in Almussafes bei Valencia (Spanien). 2002 lief dort das einmillionste Fahrzeug vom Band, insgesamt wurden rund 1,5 Millionen Exemplare verkauft. Die Fahrzeuge für den süd- und mittelamerikanischen Markt kamen aus dem Werk São Bernardo (Brasilien).
Namensherkunft Der Ursprung des Namens liegt in einem Bestandteil der altägyptischen Seelenvorstellung, wo Ka der Teil einer Seele war, der die Lebenskraft spendet. Noch heute ist im Ägyptischen Ka als Bezeichnung für die menschliche Seele üblich. Dies nahm Ford bei der Markteinführung zum Anlass, mit dem Slogan „Auto mit Seele“ für den auffälligen Wagen zu werben.
Die weit verbreitete Annahme, der Name entspringe einer alternativen, nicht-rhotischen Schreibweise des englischen Wortes für Automobil, car, ist nicht korrekt.
Design Mit dem Ka führte der damalige Ford-Designchef Claude Lobo das anfänglich umstrittene New-Edge-Design ein, eine Kombination von gewölbten Flächen und kantigen Details. 1994 auf dem Genfer Auto-Salon vorgestellt, errang der Wagen weltweit zahlreiche Auszeichnungen. 1995 präsentierte Ford auf der North American International Auto Show in Detroit den Prototyp des vom New-Edge-Design geprägten Supersportwagen GT90. Nach der Markteinführung des Ka erschienen mit der neuen Generation des Mondeo, dem Puma, dem Cougar und dem Focus weitere Fahrzeuge dieser Designlinie.
Auf der Essen Motor Show 1998 präsentierte Ford ein von Luigi Colani aerodynamisch optimiertes Redesign des Ka, das auf große Nachfrage stieß und vom Kölner Ford-Haupthändler R&S Mobile in einer Kleinserie von 200 Exemplaren produziert wurde.
Technik Allgemein Der Ka baute technisch auf dem Fiesta ’96 auf und teilte sich mit diesem die Bodengruppe. Daher gab es viele Gemeinsamkeiten zwischen den Fahrzeugen, sie waren beide frontgetrieben, hatten die gleichen Motoren und die gleichen vorderen Einzelradaufhängungen mit MacPherson-Federbeinen und Verbundlenker-Hinterachsen. Ebenfalls gleich war die Bremsanlage, massive Scheibenbremsen vorne und Trommelbremsen hinten. Die Plattform des Fiesta ’96 wurde bis Ende der Produktion 2008 beibehalten, obwohl der Fiesta ’96 bereits Ende 2001 durch einen komplett neuentwickelter Nachfolger abgelost wurde.
Motorisiert war der Ka zunächst ausschließlich mit einem 1,3-Liter-Endura-E-Motor, wahlweise mit 37 kW oder 44 kW. Dieser Vierzylinder-Motor mit seitlicher Nockenwelle und hängenden Ventilen, ebenfalls in Valencia produziert, basierte auf dem gleichen Motor, der schon den ersten Ford Fiesta antrieb. Da die untenliegende Nockenwelle durch eine Steuerkette angetrieben wurde, waren die Wartungskosten niedriger als bei einem Nockenwellenantrieb mit Zahnriemen, der in regelmäßigen Abständen ersetzt werden muss. Die beiden Motorvarianten waren zwar bis auf die Drosselklappe gleich, die 37-kW-Version war jedoch nicht mit der bei der 44-kW-Variante serienmäßigen Servolenkung ausgerüstet. Sie wurde im Oktober 1998 leicht auf 36 kW gedrosselt, und im August 1999 aus dem Programm genommen.
Ende 2002 wurde dieser Motor durch einen Vierzylinder-Duratec-Motor ersetzt, der im südafrikanischen Ford-Werk in Port Elizabeth produziert wurde. Wie beim Endura-E bestand der Zylinderblock aus Grauguss und die Nockenwelle wurde mit einer Steuerkette angetrieben, war aber obenliegend angeordnet. Darüber hinaus gab es beim Duratec einen modernen Aluminiumzylinderkopf und Rollenschlepphebel mit hydraulischem Ventilspielausgleich, wodurch das regelmäßige Einstellen des Ventilspiels entfiel.
Außerdem erreichte er die Abgasnorm Euro 4. Es gab diesen Motor ebenfalls mit 1,3 Litern Hubraum, wahlweise mit 44 kW und 51 kW sowie in einer 70 kW starken 1,6-Liter-Version, die jedoch dem SportKa vorbehalten war. Anders als beim Endura-E war für den Leistungsunterschied der beiden 1,3-Liter-Varianten ein anderes Motorsteuergerät verantwortlich.
Die Kraft wurde bei allen Motoren über eine hydraulisch betätigte Kupplung und ein Fünfgang-Schaltgetriebe übertragen. Fahrzeuge mit Klimaanlage waren kürzer übersetzt, um eine ähnlich schnelle Beschleunigung bei eingeschalteter Klimaanlage zu erreichen. Dies erhöhte den Kraftstoffverbrauch, er lag auf 100 Kilometern um bis zu 0,3 Liter höher als bei Fahrzeugen ohne Klimaanlage.
In Südamerika war der Ka schon bei seiner Markteinführung mit einem 1,0-Liter-Endura-E-Motor erhältlich, da hier Fahrzeuge mit maximal einem Liter Hubraum steuerbegünstigt sind. Dieser Motor lieferte 39 kW und wurde 2000 von einem 1,0-Liter-Duratec-Turbomotor mit 48 kW abgelöst. Ab 2001 war der Ka als sogenannter Ka XR, ähnlich wie der SportKa hier, mit dem 1,6-Liter-Motor erhältlich. Der Motor wurde in Südamerika jedoch nicht als Duratec, sondern unter der Bezeichnung Zetec-RoCam vertrieben.
Der Ka war eines der ersten Großserienfahrzeuge, das serienmäßig mit Klarglasscheinwerfern ausgestattet wurde.
Motorisierungen + Ottomotoren Bezeichnung Motortyp Hubraum Zylinder Bohrung × Hub Leistung Max. Drehmoment Kraftstoffverbrauch Bauzeit Sonstiges 1.0 Endura-E 999 cm³ R4 (8V) 68,70 × 67,80 mm 39 kW (53 PS) 76 Nmbei 3000 min−1 6,5 Liter/100 km 1997–1999 nur in Südamerika 1.3 1299 cm³ 73,96 × 75,48 mm 37 kW (50 PS) 97 Nmbei 2000 min−15,9 Liter/100 km 09/1996–10/1998 ohne Servolenkung 36 kW (49 PS) 95 Nmbei 2000 min−1 10/1998–08/1999 44 kW (60 PS) 105 Nmbei 2500 min−1 6,3 Liter/100 km 09/1996–07/2002 1.0 Duratec (RoCam) 999 cm³ 68,70 × 67,80 mm 48 kW (65 PS) 87 Nmbei 3250 min−1 7,1 Liter/100 km 2000–2007 Turbomotor, nur in Südamerika 1.3 1299 cm³ 73,96 × 75,48 mm 44 kW (60 PS) 99 Nmbei 2500 min−1 5,9 Liter/100 km 08/2002–08/2008 51 kW (69 PS) 106 Nmbei 3000 min−1 1.61599 cm³ 82,7 × 75,48 mm 70 kW (95 PS) 135 Nmbei 4250 min−1 7,6 Liter/100 km 07/2003–08/2008 Sportka
Modellpflege Bedingt durch die lange Bauzeit wurden dem Ka mehrere kleinere Facelifts zuteil. Allerdings griffen diese nicht nennenswert in die äußere Erscheinung des Modells ein, sondern waren hauptsächlich auf technische Änderungen beschränkt.
November 1998: Der Ka wurde mit einer anderen Hinterachse mit geänderten Stoßdämpferaufnahmen (Auge statt Gabel) gebaut. Darüber hinaus änderte sich die Position der Spritzdüsen, sie wurden vom Windlauf auf die Motorhaube versetzt.
Februar 1999: Die Fahrzeuge bekamen serienmäßig eine dritte Bremsleuchte. Außerdem unterschied sich die Form von Antennenfuß und Heckklappengriff, dieser wurde kleiner. In den Ablagefächern der Türverkleidungen waren Becherhalter eingebaut, der Schalter für die Warnblinkanlage wurde verlegt, statt am Radio war er nun am Lenkrad zu finden. Auf Wunsch waren die Stoßfänger jetzt in Wagenfarbe lackiert erhältlich.
März 2000: Der Ka wurde mit bequemeren Sitzen angeboten, die in Deutschland serienmäßig mit Seitenairbags ausgestattet waren. Der Fahrersitz erhielt eine manuelle Höhenverstellung, auf der Rücksitzbank gab es jetzt Kopfstützen. Des Weiteren wurden die hinteren Fahrwerksfedern geändert, sie waren seitdem deutlich schmaler als zuvor. Der Ka verfügte nun über innenbelüftete Bremsscheiben an der Vorderachse, außerdem wurde die Anordnung der Flüssigkeitsbehälter im Motorraum verändert.
Oktober 2002: Die Motorisierung des Ka wurde auf Duratec-Motoren umgestellt, darüber hinaus gab es ein neues Kombiinstrument, das nicht mehr über eine Tachowelle funktionierte, sondern elektronisch. Teilweise gab es hier serienmäßig einen Drehzahlmesser. Den Beifahrerairbag gab es jetzt auf Wunsch deaktivierbar. Der Ka bekam andere Radzierblenden, außerdem wurden die vorderen Bremsleitungen verändert.
Januar 2005: Die auffälligste Überarbeitung war ein anderes Armaturenbrett mit „klassischem“ Handschuhfach. Es gab neue elektronische Funktionen, zum Beispiel ein frei programmierbares Scheibenwischerintervall. Schaltknauf und Schaltsack bestanden aus einer Einheit und waren gesteckt statt geschraubt. mini|Ford Ka (Südamerika, 2003–2008)
Sonstige Aufwertungen: Im Gegensatz zu diesen äußerlich kaum erkennbaren Änderungen wurde der Ka in Südamerika 2003 deutlich überarbeitet, auffälligste Merkmale sind hier das an der Heckklappe und nicht am Stoßfänger angebrachte Kennzeichen, die Stoßfänger und die Heckleuchten.
Sicherheit Der Ka hatte seit seiner Markteinführung in Deutschland serienmäßig einen Fahrerairbag, bis Oktober 1997 war ein Beifahrerairbag aufpreispflichtig. Vierkanal-Antiblockiersystem war ab Januar 1997 ebenfalls gegen 560 DM Aufpreis verfügbar, darüber hinaus bei einigen Sondermodellen serienmäßig eingebaut. Seit 2000 gab es den Ka mit innenbelüfteten Bremsscheiben an der Vorderachse. Dazu gab es in Deutschland mehr Sicherheit durch serienmäßige Seitenairbags, die in Österreich und anderen europäischen Ländern nur gegen Aufpreis erhältlich waren. Seit 2005 war Antiblockiersystem europaweit serienmäßig. Elektronisches Stabilitätsprogramm war beim Ka jedoch nicht erhältlich.
Bei dem vom ADAC im Oktober 2000 durchgeführten Euro-NCAP-Crashtest erreichte der Ka lediglich drei von fünf Sternen. Allerdings wurde hier die Europa-Version ohne Beifahrer- und Seitenairbag getestet.
Schwachstellen Allgemein mini|hochkant|Korrosionsschäden vor der A-Säule
Es gab eine Reihe von Problemen, die beim Ka immer wieder auftraten. Hierzu gehörte vor allem Rost im Bereich des Tankdeckels, an den Einstiegsleisten (unter der Türdichtung), der Heckklappe, an den A-Säulen, den Schwellern und unter dem vorderen und hinteren Stoßfänger. Dies betraf auffällig oft Fahrzeuge der Baujahre ab 2000. Außerdem gab es, genau wie bei Fiesta und Escort, häufiger Probleme mit den Türschlössern. Kabelbrüche im Türschlauch sorgten des Öfteren für Defekte bei der Zentralverriegelung, den elektrischen Fensterhebern oder den Lautsprechern. Gelegentlich kam es zu schadhaften Gebläsewiderständen, in diesem Fall funktionierte das Gebläse nur noch auf höchster Stufe. Ähnlich wie beim Fiesta war beim Ka der Lenkstockschalter anfällig für Defekte. In den meisten Fällen war hier jedoch nur eine einzige Funktion des Schalters betroffen, beispielsweise die Warnblinkanlage oder der Heckscheibenwischer. Der TÜV berichtet zudem von Problemen bei der Achsaufhängung, den Dämpfern und der Lenkanlage sowie von porösen Bremsschläuchen und Ölverlusten.