Mit dem Friedensfilmpreis Osnabrück wird ein Spiel- oder Dokumentarfilm ausgezeichnet, der seine ästhetische Qualität in herausragender Weise mit humanem Denken und sozialem Engagement verbindet.

Auswahl der Preisträger Die zur Wahl stehenden Filme werden auf dem Unabhängigen FilmFest Osnabrück gezeigt. Der Filmpreis wurde zuletzt von der Sievert Stiftung für Wissenschaft und Kultur gestiftet und war im Jahr 2019 mit 15.000 Euro dotiert. Daneben werden ein Preis für die Darstellung von Kinderrechten sowie zwei Preise für Kurzfilme vergeben.

Der zugrundeliegende Friedensbegriff umfasst die ganze Spannweite von internationalen Konflikten über gesellschaftliche Auseinandersetzungen bis hin zu familiären Problemen. Insbesondere werden Beiträge zu den im Folgenden genannten Themenkomplexen ausgewählt:

Migration: Vertreibung, Asyl, Exil Internationale Konflikte Entwicklungspolitik und Umweltpolitik Menschenrechte und Freiheitsrechte Friedenspolitik, Friedensforschung

Eine dreiköpfige Expertenjury wählt den Preisträger aus. Die Jury wird gebildet aus namhaften Vertretern der Filmwirtschaft, Friedensarbeit und des Journalismus. Der Friedensfilmpreis wird im Rahmen einer Preisverleihungszeremonie zum Abschluss des FilmFestes verliehen.

Bisherige Preisträger 2002: In Or Between, Deutschland 2002, Realisation: Wuppertaler Medienprojekt 2003: Rachida, Algerien/Frankreich 2003, Regie: Yamina Bachir Chouikh 2005: Auf der Schwelle des großen Vergessens, Niederlande 2004, Regie: Thom Verheul 2006: Rwanda, les collines parlent, Belgien 2005, Regie: Bernard Bellefroid 2007: Kurz davor ist es passiert, Österreich 2006, Regie: Anja Salomonowitz 2008: Shahida - Brides of Allah, Israel 2008, Regie: Natalie Assouline 2009: Welcome, Frankreich 2009, Regie: Philippe Lioret 2010: Les Arrivants, Frankreich 2010, Regie: Claudine Bories und Patrice Chagnard 2011: Vaterlandsverräter, Deutschland 2011, Regie: Annekatrin Hendel 2012: Sharqiya (Israel 2012, Regie: Ami Livne) und The Tiniest Place (Mexiko 2012, Regie: Tatiana Huezo Sánchez) 2013: Salma, Indien/Großbritannien 2013, Regie: Kim Longinotto 2014: Timbuktu, Mali 2014, Regie: Abderrahmane Sissako 2015: No Land’s Song, Deutschland/Frankreich/Iran 2014, Regie: Ayat Najafi 2016: Haus ohne Dach, Deutschland/Irak 2016, Regie: Soleen Yusef 2017: The Intruder, Italien 2017, Regie: Leonardo Di Costanzo 2018: The Distant Barking of Dogs, Dänemark 2017, Regie: Simon Lereng Wilmont 2019: Lovemobil, Deutschland 2019, Regie: Elke Lehrenkrauss 2020: The Viewing Booth, USA/Israel 2019, Regie: Ra‘anan Alexandrowicz 2021: Hive, Kosovo/Schweiz/Albanien/Nordmazedonien 2021, Regie: Blerta Basholli 2022: Ta farda, Iran/Frankreich/Katar 2022, Regie: Ali Asgari 2023: Etilaat Roz, Regie: Abbas Rezaie 2024: Intercepted, Regie: Oksana Karpovych

Kontroverse um Lovemobil Um den 2019 mit dem Friedensfilmpreis ausgezeichneten Film Lovemobil entstand 2021 eine Kontroverse, da ihn die Filmemacherin Elke Lehrenkrauss als Dokumentation der Realität ausgegeben hatte, es sich jedoch tatsächlich weitgehend um Scripted Reality handelte. Die Auszeichnung des Films mit dem mit 15.000 Euro dotierten Friedensfilmpreis wurde daraufhin von der dreiköpfigen Jury überprüft. Mit einer 2:1-Entscheidung beschloss die Jury schließlich, dass die Vergabe an Lovemobil bestehen bleibt.

Weblinks

Filmfest-Osnabrück

Einzelnachweise

Kategorie:Kunst (Osnabrück) Kategorie:Filmpreis (Deutschland) Kategorie:Erstverleihung 2002 Kategorie:Film (Niedersachsen) Kategorie:Auszeichnung (Niedersachsen)