mini|Talent-Triebwagen der S-Bahn Tirol vor Matrei am Brenner. mini|Talent-Triebwagen mit lackiertem neuen Logo im Bahnhof Kirchbichl mini|Detail des lackierten Logos
Die S-Bahn Tirol ist eine S-Bahn im Bundesland Tirol, die gemeinsam mit den Regional-Express-Linien den Kern des öffentlichen Nahverkehrsnetzes im Bundesland bildet. Das ab dem Jahr 2007 eingeführte Nahverkehrsprojekt war zunächst nur dem Namen nach eine S-Bahn. In den letzten Jahren wurde sukzessive der gesamte regionale Schienennahverkehr in das System integriert und durch Taktverdichtungen und Angebotserweiterungen qualitativ stark ausgebaut. Seit 2016 werden insbesondere in der Agglomeration Innsbruck neue Haltestellen und Umsteigeknoten errichtet, welche die S-Bahn enger mit dem städtischen und regionalen Nahverkehr verknüpfen. Mit 40.000 Fahrgästen am Tag wies das System 2013 nach der Wiener S-Bahn und der S-Bahn Steiermark die dritthöchste Fahrgastfrequenz der österreichischen S-Bahnen auf.
Linien und Betrieb Liniennetz Seit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2023 umfasst das Liniennetz der S-Bahn Tirol insgesamt sieben Linien (S1 bis S8 ohne S5). Im Großraum Innsbruck verkehren die Linien S3, S4 und S6. Die S1 und S2 auf der Drautalbahn, die S8 auf der Salzburg-Tiroler-Bahn und die S7 auf der Außerfernbahn sind ebenfalls Teil der S-Bahn Tirol. Somit werden in Tirol sämtliche Nahverkehrszüge mit Halt an allen Stationen als S-Bahn bezeichnet. Die S-Bahn-Linien verkehren in der Regel im Stundentakt, die Linien S3 und S4 abschnittsweise auch halbstündlich. An den Tagesrandzeiten ist das Angebot zum Teil reduziert.
Am Wochenende wird auf den Linien S4, S6 und S8 zusätzlich zur ansonsten letzten Abfahrt kurz nach Mitternacht ein Nachtverkehr geboten, dessen Frequenz von annähernd stündlichen Zügen der S4 bis zu einzelnen Zügen der S8 variiert.
Die Regionalexpresszüge der Linien REX 1 und REX 2 ergänzen das Nahverkehrsangebot und verkehren täglich mindestens stündlich und bedienen abschnittsweise nur ausgewählte Stationen.
Viele der Linien werden nach Möglichkeit durchgebunden, etwa von Landeck-Zams oder Brennero/Brenner bis Hochfilzen oder Kufstein (REX1/S3/CJX1 – REX2 – S8 – CJX1).
Liniennetz S-Bahn Tirol Linie Strecke Kursbuchstrecke (ÖBB) Verlauf Grundtakt Drautalbahn 223 Lienz – Spittal-Millstättersee (– Villach Hbf)60 min Drautalbahn, Pustertalbahn Lienz – Sillian – (– Brennerbahn, Unterinntalbahn 300, 301 – (– 30 min Arlbergbahn, Unterinntalbahn 300, 301, 400 (Kufstein – Wörgl Hbf) – Jenbach – – Telfs-Pfaffenhofen (– Ötztal – Landeck-Zams) Mittenwaldbahn 410 Innsbruck Hbf – Seefeld – Scharnitz (– Mittenwald – Garmisch-Partenkirchen)60 min Außerfernbahn (München – Murnau a. Staffelsee –) Garmisch-Partenkirchen – Ehrwald Zugspitzbahn – Reutte in Tirol – Pfronten-Steinach Salzburg-Tiroler-Bahn 201 Wörgl Hbf – St. Johann in Tirol – Hochfilzen – Saalfelden – Zell am See Arlbergbahn 400 Innsbruck Hbf – Ötztal (– Landeck-Zams) Unterinntalbahn 300 – Jenbach – Wörgl Hbf (– Kufstein)30 min Salzburg-Tiroler-Bahn 201 Wörgl Hbf – Hochfilzen – Saalfeldenein Zug pro RichtungUnterinntalbahn, Neue Unterinntalbahn300 – Jenbach – Wörgl Hbf – Kufstein120 min
S4: Arlbergbahn und Unterinntalbahn Die Linie S4 verkehrt halbstündlich zwischen Jenbach und Telfs-Pfaffenhofen. Einzelne Leistungen der S4 werden zu Tagesrandzeiten bis Landeck-Zams einerseits und bis Kufstein andererseits verlängert.
Die Linie REX 2 weist in Innsbruck Hbf um 15 Minuten versetzte halbstündliche Ab- und Ankunftszeiten auf, womit ein mit der Distanz zunehmend hinkender 15-Minuten-Takt zwischen Innsbruck und Jenbach entsteht.
S3: Brennerbahn Die S3 verkehrt halbstündlich von Innsbruck Hbf bis Brennero/Brenner. Einzelne Verbindungen enden allerdings bereits in Steinach in Tirol.
S6: Mittenwaldbahn Die S6 verkehrt stündlich von Innsbruck Hbf nach Seefeld in Tirol und meistens darüber hinaus weiter bis nach Scharnitz. Zusätzlich verkehren halbstündlich versetzt alle zwei Stunden Züge von Innsbruck Hbf bis nach Garmisch-Partenkirchen. Diese Leistungen werden zwischen Innsbruck Hbf und Scharnitz als S6 und ab Mittenwald als RB 6 bezeichnet.
S7: Außerfernbahn Die Regionalzüge der Außerfernbahn werden als S7 bezeichnet und verkehren werktags meist stündlich zwischen Garmisch-Partenkirchen und Pfronten-Steinach über Reutte in Tirol. Einige Leistungen befahren nur einen Teilabschnitt der Strecke. Einige Züge der Linie sind vom Betreiber DB Regio Bayern von Garmisch-Partenkirchen bis München durchgebunden.
S8: Salzburg-Tiroler-Bahn Die S8 verkehrt stündlich zwischen Wörgl Hbf und Zell am See. Einzelne Züge der S8 fahren nur bis Saalfelden. Stündliche Regionalexpresszüge der Linie REX 3 ergänzen das Angebot auf dieser Strecke zu einem Halbstundentakt ab/an Wörgl.
S1 und S2: Drautalbahn und Pustertalbahn Die S1 fährt stündlich zwischen Lienz und Spittal-Millstättersee. Darüber hinaus fährt die S1 meist weiter bis Villach Hbf und geht in die Linie S6 der S-Bahn Kärnten über. Zwischen Lienz und San Candido/Innichen fährt die S2 im Stundentakt. Diese Verbindungen werden meistens über San Candido/Innichen hinaus bis Fortezza/Franzensfeste verlängert und in Südtirol als Regionalzuglinie R400 bezeichnet.
REX1: Arlbergbahn Die Regionalexpresszüge der Linie REX1 fahren großteils stündlich zwischen Innsbruck Hbf und Landeck-Zams. Zwischen Telfs-Pfaffenhofen und Landeck-Zams bedienen die Züge der Linie REX1 alle Stationen, da dieser Abschnitt nur selten von einer S-Bahn befahren wird. Zu den Hauptverkehrszeiten verkehren zusätzliche Regionalexpresszüge zwischen Innsbruck-Hbf und Landeck-Zams.
REX2: Unterinntalbahn Die Linie REX2 fährt in der Regel halbstündlich zwischen Innsbruck Hbf und Wörgl und stündlich weiter bis Kufstein. In der Hauptverkehrszeit wird der Halbstundentakt teilweise bis Kufstein verlängert. In Wörgl endende Kurse verkehren häufig als S8 weiter nach Zell am See, teilweise kommt es in der Hauptverkehrszeit auch zu Flügelungen in Wörgl.
Einmal täglich je Richtung ersetzt der Fernverkehr Zürich – Innsbruck – Graz (EC Transalpin) in der entsprechenden Taktlage mit weniger Halten den REX2.
REX3: Salzburg-Tiroler-Bahn Die Regionalexpresszüge der Linie REX 3, welche einst bis nach Schwarzach-St. Veit und Salzburg führten, sind seit Fahrplanwechsel im Dezember 2025 überwiegend eingestellt. Es verkehrt nur mehr je ein Zug zwischen Wörgl und Saalfelden (Am Abend nach Saalfelden und in der Früh nach Wörgl). Die restlichen Verbindungen der Regionalexpresszüge wurden durch den IR Ennstal (Innsbruck–Graz) und den IR Pinzgau (Wörgl–Salzburg) ersetzt, welche aber in Tirol das gleiche Haltemuster wie zuvor der REX 3 aufweisen. Bisher in Schwarzach-St.Veit endende Züge werden bis Graz Hbf durchgebunden und weisen im Salzburger Abschnitt weniger Halte auf.
CJX1: (Neue) Unterinntalbahn Der CJX1, einer der drei CJX-Linien in ganz Österreich, verkehrt zweistündlich und verkürzt den 2h-Takt der Fernverkehrsverbindung zwischen München und Innsbruck im Abschnitt Kufstein–Innsbruck mit zusätzlichen Halten in Schaftenau, Rum und Innsbruck-Messe zu einem Stundentakt. In Wörgl endende Kurse verkehren meist als S8 weiter nach Zell am See, häufiger kommt es auch zu Flügelungen in Wörgl. mini|366x366px|Netzgrafik des Schienenverkehrs in Nordtirol 2019
Ehemalige Linienbezeichnungen Bis zum Fahrplanwechsel im Dezember 2020 verkehrten sechs S-Bahn-Linien in Tirol: Liniennetz Nordtirol bis Dezember 2020 Linie Strecke Kursbuchstrecke (ÖBB) Verlauf Arlbergbahn, Unterinntalbahn 300, 301, 400 Kufstein – Innsbruck – Telfs-Pfaffenhofen Arlbergbahn, Unterinntalbahn (Landeck-Zams –) Ötztal – Innsbruck – Hall in Tirol – Jenbach Brennerbahn, Unterinntalbahn 300, 301 Steinach in Tirol – Innsbruck – Hall in Tirol Brennerbahn 300 Brenner – Steinach in Tirol – Innsbruck Mittenwaldbahn 410 Innsbruck – Seefeld – Scharnitz Salzburg-Tiroler-Bahn 201 Wörgl Hbf – St. Johann in Tirol – Hochfilzen (– Saalfelden) REX 1300Innsbruck – KufsteinREX 2201Wörgl – Hochfilzen (– Salzburg)REX 3400Landeck – InnsbruckREX 4410Innsbruck – Garmisch (– Reutte)Achenseebahn311Jenbach – SeespitzZillertalbahn310Jenbach - Mayrhofen
Die S1 verkehrte zwischen Telfs-Pfaffenhofen und Kufstein im 60-Minuten-Takt. Die S2 verdichtete diesen Takt von Telfs-Pfaffenhofen bis Jenbach auf 30 Minuten und bediente zudem den Abschnitt Ötztal – Telfs-Pfaffenhofen. Die Linie S2 verkehrte nur werktags, sonntags wurden die Halte der S2 zwischen Ötztal und Telfs-Pfaffenhofen vom Regionalexpress mitbedient. Einzelne Züge der S1 und S2 bedienten als Hauptverkehrszeitverstärker und in Schwachverkehrszeiten auch den Abschnitt Landeck-Zams – Ötztal, auf dem ansonsten keine S-Bahnen verkehrten.
Die Linie S4 verkehrte von Brenner bis Innsbruck Hbf, teilweise ging sie dort auf REX-Züge in Richtung Wörgl über. Einzelne Züge verkehrten ab Innsbruck weiter bis Völs, Zirl oder Telfs-Pfaffenhofen. Die Verstärkerlinie S3 fuhr nur werktags von Steinach in Tirol über Matrei am Brenner nach Innsbruck, montags bis freitags in der Hauptverkehrszeit weiter nach Hall. S4 und S3 bildeten zusammen von Innsbruck Hbf bis Steinach einen 30-Minuten-Takt, zwischen Innsbruck Hbf und Hall bestand montags bis freitags in der Hauptverkehrszeit ein 15-Minuten-Takt, wobei der vierte Zug je Stunde ein Regionalexpress war. Die Haltestellen Patsch und Unterberg-Stefansbrücke wurden nur von einzelnen Fahrten bedient.
Die bestehende Regionalzuglinie auf der Mittenwaldbahn verkehrte über Seefeld nach Scharnitz als S5 im 120-Minuten-Takt, montags bis freitags wurde bis Seefeld auf einen 60-Minuten-Takt verdichtet. Die überlagernde Linie über Garmisch-Partenkirchen nach München verkehrte als REX im 120-Minuten-Takt.
Zwischen Wörgl und Hochfilzen fuhr die Linie S6 im Stundentakt, einige Züge wurden bis Saalfelden bzw. ein Zug am Wochenende nach Zell am See weitergeführt. An Werktagen wurde die Schnellbahnlinie von den Regionalexpress- (REX-) Zügen (Wörgl – Saalfelden – Schwarzach-St. Veit (– Salzburg Hbf)) zu einem groben Halbstundentakt verdichtet.
Die S-Bahn-Linien wurden teilweise zur Verstärkung mit Regionalexpresszügen überlagert. Ein durchgehender Taktverkehr bestand aber nur in Richtung München über Mittenwald im 120-Minuten-Takt. In Richtung Kufstein bestand montags bis freitags ein 60-Minuten-Takt mit mehreren Taktlücken, in Richtung Landeck-Zams wurde alle 60 bis 180 Minuten gefahren. Von Wörgl über Saalfelden nach Schwarzach-St. Veit bzw. Salzburg bestand montags bis freitags ein Stundentakt mit Regionalexpresszügen, an den Wochenenden werden nur einzelne Fahrten angeboten. Weitere REX-Züge waren als Verstärkung zu den Hauptverkehrszeiten im Einsatz.
Stationen
Geschichte Die erste Linie verband seit 9. Dezember 2007 die Tiroler Landeshauptstadt zwischen 6 und 22 Uhr im 30-Minuten-Intervall zunächst über die entlang der Inntalachse in der Agglomeration gelegenen Stationen Hall in Tirol, Rum bei Innsbruck, Innsbruck Hbf, Innsbruck Westbahnhof, Völs, Kematen in Tirol, Zirl, Inzing, Hatting, Flaurling, Oberhofen im Inntal und Telfs-Pfaffenhofen. Diese Züge befuhren damit die Unterinntalbahn sowie die Arlbergbahn.
Am 14. Dezember 2008 wurde der zweite Streckenast auf der Wipptal-Bahn als S-Bahn in Betrieb genommen. Mit ihm wurden die im Wipptal gelegenen Vororte und Dörfer entlang der Brennerbahn mit einem 30-Minuten-Takt an das Liniennetz angeschlossen.
Obwohl über den Eingängen des Innsbrucker Hauptbahnhofes, des Westbahnhofes und weiterer Stationen als deutliches Signal bereits von Beginn an große S-Bahn-Logos montiert wurden, waren die Züge erst seit Dezember 2008 auch im Fahrplan als S-Bahnen geführt.
Mit dem Fahrplanwechsel am 13. Dezember 2009 wurde das Linienschema S1–S6 eingeführt.
Ein Jahr nach Inbetriebnahme der Neubaustrecke im Unterinntal wurde im Dezember 2013 die Linie S2 bis nach Jenbach verlängert.