mini|Gino Fano Gino Fano, auch Gino da Fano (* 5. Januar 1871 in Mantua; † 8. November 1952 in Verona), war ein italienischer Mathematiker.
Der Sohn eines Garibaldi-Anhängers aus reicher jüdischer Familie studierte ab 1888 in Turin Mathematik bei Enrico D’Ovidio, Corrado Segre und Guido Castelnuovo, dem Assistenten von Segre. Wie seine Lehrer spezialisierte er sich auf Geometrie und ging nach seinem Diplom 1893 für weitere Studien zu Felix Klein in Göttingen, dessen Erlanger Programm er ins Italienische übersetzte. 1894 wurde er Assistent von Castelnuovo in Rom. 1899 ging er als Professor nach Messina und 1901 wieder nach Turin. 1938 war er aufgrund der antijüdischen Gesetze gezwungen, Italien zu verlassen und ging in die Schweiz. Nach dem Krieg hielt er weiter Vorlesungen in den USA und Italien. Aus der 1911 geschlossenen Ehe mit Rosetta Cassin gingen die Söhne Ugo Fano und Robert Fano hervor, die beide in den USA bekannte Wissenschaftler wurden. 1919 wurde er zum korrespondierenden und 1946 zum ordentlichen Mitglied der Accademia Nazionale dei Lincei gewählt. Seit 1935 war er Mitglied der Accademia delle Scienze di Torino.
Gino Fano ist vor allem als Pionier endlicher Geometrien bekannt (Fano-Ebene). Noch vor David Hilbert stellte er die Geometrie auf eine abstrakte Grundlage und untersuchte auf dieser Grundlage geometrische Axiomensysteme und deren Abhängigkeiten, betrieb also synthetische Geometrie im modernen Sinn (Fano-Axiom). Er arbeitete außerdem über algebraische Geometrie und nicht-archimedische Geometrie. Seine Vorlesungen über Darstellende Geometrie von 1914 und die über projektive und analytische Geometrie von 1930 waren weit verbreitete Lehrbücher.
Werke Gino da Fano: Lehrbuch der allgemeinen Arithmetik. 1, Die verschiedenen Theorien der Zahlengebiete. Zürich, Leipzig : Speidel & Wurzel, 1925 Gino da Fano: Aufgaben aus der darstellenden Geometrie : Für die Studierenden der technischen Hochschulen. 3. Auflage, Zürich : E. Wurzel, 1949 Gino Fano: Lezioni di geometria descrittiva / tenute dal prof. Gino Fano, raccolte dagli studenti Roberto Ballarati e Franco Brindisi. In: Campo universitario italiano. Università di Losanna. Lezioni, 37, Losanna, Fonds européen de secours aux étudiants, 1944 Gino Fano: Lezioni di geometria analitica. In: Campo universitario italiano. Università di Losanna. Lezioni, 6, Losanna, Fonds européen de secours aux étudiants. Ufficio dispense, 1944 Gino Fano: Kontinuierliche geometrische Gruppen. Enzykl. Mathem. Wiss.1907 Gino Fano: Gegensatz von synthetischer und analytischer Geometrie in historischer Entwicklung im 19. Jahrhundert. Enzykl. Mathem. Wiss. 1907
Literatur Alberto Collino, Alberto Conte, Alessandro Verra: On the life and scientific work of Gino Fano. Arxiv 2013.
Weblinks
Gino Fano in der Datenbank zbMATH
Einzelnachweise
Kategorie:Mathematiker (20. Jahrhundert) Kategorie:Hochschullehrer (Universität Turin) Kategorie:Mitglied der Accademia dei Lincei Kategorie:Mitglied der Accademia delle Scienze di Torino Kategorie:Italiener Kategorie:Geboren 1871 Kategorie:Gestorben 1952 Kategorie:Mann