Shaun das Schaf ist eine mittels Stop-Motion animierte britische Fernsehserie von Aardman Animations (bekannt u. a. durch Wallace & Gromit). Der Hauptautor, Regisseur und Creative Director ist der englische Trickfilmer Richard Goleszowski.Wir versuchen nur, lustig zu sein. In: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 5. Januar 2014, S. 49.
Hintergründe Das Schaf Shaun taucht erstmals in der Wallace-&-Gromit-Folge Unter Schafen auf, in der es versehentlich kahlgeschoren wird. Dadurch kommt es in Anspielung auf das englische shorn („geschoren“) zu seinem Namen. Außerdem hat es einen kurzen Auftritt im Kurzfilm Einkaufswagen 13 in der Kurzfilmserie Wallace & Gromit – Großartige Gerätschaften.
Die Serie umfasst bisher (2025) sieben Staffeln mit insgesamt 190 Episoden. Zusätzlich wurden anlässlich der Olympischen Sommerspiele 2012 in London 21 Kurz-Episoden hergestellt, die jeweils Bezug zu einer Sportart haben.
Im Januar 2014 begann die Produktion des ersten Kinofilms Shaun das Schaf – Der Film. Der Kinostart in Großbritannien war am 6. Februar 2015, in Deutschland am 19. März 2015.
Für Weihnachten 2015 produzierte Aardman den 30-minütigen Film Shaun das Schaf – Die Lamas des Farmers. 2019 folgte der Kinofilm Shaun das Schaf – Der Film: UFO-Alarm und zu Weihnachten 2021 der Kurzfilm Shaun das Schaf – Es ist ein Schaf entsprungen.KiKA-Kinderkanal von ARD und ZDF: ..
Mit den Werbespots Shaun the Sheep x Baa-bour bewarb der englische Hersteller J. Barbour & Sons Weihnachten 2023 den Nachwachs- und Reparaturservice für seine als sehr langlebig geltenden WachsjackenShaun the Sheep Stars in Christmas Film for Barbour. Shaun the Sheep News, 1. November 2023, abgerufen am 22. Juli 2024. und Weihnachten 2024 seine warme Winterbekleidung.Shaun the Sheep Returns for a New Christmas Film for Barbour! Shaun the Sheep News, 4. November 2024, abgerufen am 9. Dezember 2024.
Ein neuer Spielfilm unter dem Titel Shaun das Schaf – Spuk im Kürbisfeld erschien 2026. Darin verwandelt sich Shaun in einen verrückten Wissenschaftler.A New Shaun the Sheep Film Releases in 2026! Shaun the Sheep News, 6. Mai 2025, abgerufen am 13. Mai 2025.
Beschreibung der Serie mini|Der Stop-Motion-Animator Richard Goleszowski und im Vordergrund v. l. n. r.: Ein Schaf aus der Herde, Bitzer, Timmy und Shaun Shaun, Namensgeber der Serie, ist ein neugieriges, verschmitztes Schaf. Die Herde lebt zusammen mit dem Hütehund Bitzer, dem Bauern, drei fiesen Schweinen und weiteren Tieren auf einem idyllisch gelegenen Bauernhof. Alle Tiere zeigen menschliches Verhalten, doch die Schafe sind darauf bedacht, dass der Bauer nicht bemerkt, was sie treiben, und verhalten sich daher wie normale Tiere, wenn er sie beobachtet.
Alltägliche Begebenheiten bringen die Schafe unter der Leitung Shauns in aberwitzige Situationen, aus denen die Komik der Serie erwächst. Die Folgen sind mit sechs Minuten (ohne Vor- und Abspann) relativ kurz und in sich abgeschlossen, verzichten also auf einen Folgen-übergreifenden Handlungsbogen, aber nicht auf Running Gags. Die Serie bietet Slapstick und Situationskomik, gepaart mit vielen Details und Anspielungen auf filmische Klassiker, und verzichtet dabei vollständig auf gesprochenen Text. Die Menschen erscheinen aus Sicht der Tiere und geben folglich auch nur unverständliche Laute von sich, deren Bedeutung einzig durch Klang und Gestik transportiert wird.
Alle Folgen wurden in jeweils zwei Längen produziert – mit sieben oder fünf Minuten; beide Varianten enthalten eine Minute Titel und Abspann. Die kürzere Version existiert, weil einige Sender ein Sieben-Minuten-Stück nicht in ihren Programmen unterbringen können und deshalb eine knappere Variante nachfragten. Aardman bezeichnet die Langform als den „Director’s Cut“ und gibt auch zu, dass einige Kurzversionen nicht so funktionieren wie beabsichtigt, weil sie für die zwei Minuten längere Laufzeit geschrieben wurden.
Hauptfiguren Shaun, ein Schaf und Anführer der Herde. Shaun ist das kleinste erwachsene Schaf der Herde. Es scheint nach Timmy auch das zweitjüngste Schaf zu sein. Im Gegensatz zu seinen Artgenossen in der Herde hat es sich mit dem Leben noch nicht einfach abgefunden, sondern ist bereit für neue Ideen. Shaun besitzt in der Scheune, wie alle anderen Schafe auch, eine umfassende Sammlung an persönlichen Gegenständen. Insbesondere eine Schutzgasschweißausrüstung kommt immer wieder zum Einsatz. Der Farmer trägt dicke Brillengläser, hat rote Haare und eine Halbglatze. Er ist Junggeselle und von starker Tollpatschigkeit gekennzeichnet, die er aber nicht erkennt, weil diese oft von Bitzer oder den Schafen ausgebügelt wird. Er geht wechselnden Hobbys nach, die er mit mehr oder weniger Erfolg betreibt. Aus diesem Grund bleibt ihm oft keine Zeit für die Farmarbeit, die er dann meist an Bitzer delegiert, was oft zu Chaos führt und mit Hilfe der Schafe wieder geregelt werden muss. Einerseits wird Bitzers menschliches Verhalten von ihm als selbstverständlich erachtet, andererseits findet er Anklänge solchen Verhaltens bei den Schafen oder den Schweinen als unziemlich, weshalb diese ein solches Verhalten vor ihm verbergen. Als Running Gag taucht in verschiedenen Folgen immer wieder das Interesse des Farmers für moderne Technik auf. Aufgrund von Ungeduld, Pech oder Unvermögen scheitert er daran regelmäßig (während Altes und Herkömmliches in Haus und Hof immer tadellos funktioniert). So bekommt er beispielsweise die neue CD-Anlage nicht zum Laufen, repariert unbeherrscht den PC kaputt oder ruiniert innerhalb von Sekunden ein neues Quad-Gefährt. Als Grundeigenschaft wird dies in einer kurzen Szene des (neueren) Vorspanns angedeutet, in der ein Elektrorasierer in Einzelteile zerfällt. Weitere Charaktereigenschaften des Farmers, die die Autoren immer wieder als Aufhänger für ihre Geschichten nutzen, sind gefühlsmäßige Ambivalenz und Selbstüberschätzung. So behandelt er seine tierischen Mitbewohner mit Liebe und Sorgfalt ebenso wie mit unsensibler Nachlässigkeit. Und seine (realen oder eingebildeten) früheren Erfolge als Sportskanone (Golf, Ski, Angeln) sind in mehreren Episoden Auslöser haarsträubenden Scheiterns mit turbulenten Folgehandlungen. Bitzer, der Hütehund. Bitzer zeichnet sich durch starke Loyalität gegenüber dem Farmer aus, mit dem er gleichzeitig ein sehr dienstliches Verhältnis pflegt. Im Gegensatz zur Schafherde, die ihre menschliche Verhaltensweise vor dem Farmer geheim hält, zeigt er diese ganz offen, was vom Farmer aber als selbstverständlich erachtet wird. Er trägt eine Armbanduhr und eine blaue Strickmütze, salutiert beim Erscheinen oder Rufen des Farmers und geht akribisch und bisweilen bürokratisch seiner Arbeit nach. Jeden Morgen bringt er die Schafe von der Scheune auf die Weide und überprüft die Anwesenheit mittels einer Checkliste auf einem Klemmbrett. Er liest Zeitung und geht dem Bauern auch im Haushalt und bei der Feldarbeit umfassend zur Hand. In seiner Hundehütte (mit Dachfenster, Elektrifizierung und Türglocke) besitzt er einen umfangreichen Hausrat, der bisweilen auch Verwendung bei Shauns Unternehmungen findet. Durch das Werfen seines Spielzeugknochens oder eines Stöckchens vergisst Bitzer sofort alle menschlichen Eigenschaften und jagt wie hypnotisiert in „hündlich-infantiler“ Weise dem geworfenen Gegenstand nach. Dies machen sich sowohl Shaun, die Schweine als auch die Katze oft zu Nutzen, um Bitzer außer Gefecht zu setzen. Bitzer selbst merkt erst hinterher, dass er ausgetrickst wurde und ist mit seiner charakterlichen Schwäche äußerst unzufrieden, kann sie aber dennoch nicht kontrollieren. Die Herde, die übrigen Schafe, die immer sehr an Shauns Ideen interessiert sind. Sie versuchen ihn nach Kräften zu unterstützen, jedoch gelingt das nicht immer. Gelegentlich gehen sie auch ganz eigene Wege, was Shaun und vor allem Bitzer dann oft in größte Schwierigkeiten bringt. Die Herde hält ihre menschliche Verhaltensweise gegenüber dem Farmer geheim. Sollte der Bauer sie doch einmal unbeabsichtigt und kurzzeitig mitbekommen, so nimmt er dies nicht so selbstverständlich hin wie bei Bitzer, sondern versucht sich mit einem zweiten Blick noch einmal dessen zu vergewissern, was er gesehen hat. Vor diesem zweiten Blick haben sich die Schafe aber schnell wieder auf ihr tierisches Verhaltensmuster besonnen. Herausragende Figuren sind: Shirley, ein stark übergewichtiges Schaf, isst alles – auch nicht Essbares – in ihrer Umgebung. Des Weiteren verschwinden regelmäßig diverse Gegenstände in ihrem dicken Fell oder werden daraus hervorgeholt. Timmy, das Lämmchen, ist meistens mit Schnuller unterwegs und Unsinn nicht abgeneigt. Häufig findet es auch „Verwendung“ in Shauns Unternehmungen, was nicht selten zu Komplikationen führt. Timmy ist aber für sein Alter überaus intelligent und kreativ. Er ist ein Naturtalent im Seiltanzen und Quad-Bike-Fahren und überhaupt äußerst mutig. Timmys Mutter, zu erkennen an ihren Lockenwicklern. Sie ist von mütterlicher Fürsorge und Angst um Timmy geprägt, den sie oft mit Hilfe von Shaun und der Herde wieder einfangen muss.
Nebenfiguren Tiere Ein Hahn, der in der Eröffnungssequenz kräht und in den Folgen „Schafwandeln“, „Die Entführung“ und „Fröhliche Weihnachten“ Auftritte hat. Wenn er nicht kräht, wachen die Farmbewohner nicht rechtzeitig auf. Drei fiese Schweine, die sich mit den Schafen regelmäßig streiten. Die Schweine zeichnen sich durch einen fiesen und schadenfrohen Charakter aus. Im Gegensatz zur Katze Pidsley, die oft listige Pläne schmiedet, sind ihre Fiesheiten von einfacher Art. Auch untereinander sind ihre Umgangsformen rau und derb. Oft prügeln sie sich und ziehen sich dabei gegenseitig an den Ohren. Ihr Charakter scheint weniger intellektuell angelegt zu sein als der der Schafe. Sie gehen aber einem geregelten Alltag nach und haben eine gewisse „schweinische Kultur“. Sie halten eine Teerunde nach englischem Vorbild mit feinem Geschirr ab (das oft unabsichtlich durch einen von den Schafen geworfenen Gegenstand zu Bruch geht, was für neue Komplikationen sorgt) und betreiben sogar Körperpflege, letztere allerdings unter schweinespezifischen hygienischen Grundvorstellungen. Sehr einig sind sich die Schweine immer dann, wenn es darum geht, den Schafen eins auszuwischen oder sich für erlittenes Unrecht zu rächen. Sie beteiligen sich als eigene Gruppe lebhaft am Farmleben und an den Geschehnissen, was von den Schafen mal mehr und mal weniger gerne gesehen wird. Enten, von denen eine in „Gemüsefußball“ den Kohlkopf schluckt oder in „Badetag“ zu Eis gefriert. In „Spuren im Beton“ treiben sie den Farmer zum Wahnsinn, weil sie auf dem frischen Beton herumlaufen. Die Rasenmäher-Ziege kommt in der gleichnamigen Folge als nicht zu stoppende Fressmaschine sowie in „Disco in der Scheune“, „Voll auf der Linie“, „Shaun als Farmer“ und „Der Mais ist reif!“ vor. Der Bulle ist leicht reizbar und sehr aggressiv, weshalb er von allen anderen Tieren und sogar vom Farmer gefürchtet wird. Er tritt meist unerwartet auf; immer dann, wenn ihm versehentlich jemand zu nahe kommt oder sein Revier verletzt. Er ist aber leicht abzulenken und in die Irre zu führen.