Walther Hellige (* 22. März 1910 in Straßburg; † 23. März 1984 in Göttingen) war ein deutscher Politiker (FDP, CDU).

Leben und Beruf Nach dem Abitur am humanistischen Gymnasium studierte Walther Hellige orientalische Sprachen, Geschichte und Theologie an den Universitäten in Halle, Leipzig und Berlin. Während seines Studiums wurde er 1928 in Halle Mitglied der Burschenschaft der Pflüger. Er arbeitete von 1931 bis 1933 als Assistent beim ehemaligen preußischen Kultusminister Carl Heinrich Becker und war von 1933 bis 1945 als wissenschaftlicher Hilfsarbeiter am Münzkabinett den Staatlichen Museen in Berlin im Bereich der islamischen Numismatik tätig, de facto aber seit 1939 nicht mehr am Kabinett tätig.Bernhard Weisser (Hrsg.): Münzkabinett: Menschen, Münzen, Medaillen. Battenberg, Regenstauf 2020 (= Das Kabinett 17), ISBN 978-3-86646-202-1, S. 207. Er wurde 1936 promoviert. 1935/36 leistete er zunächst Wehrdienst bei der Wehrmacht und von 1939 bis 1945 nahm er als Soldat am Zweiten Weltkrieg teil, zuletzt als Hauptmann der Reserve.

Nach dem Kriegsende siedelte Hellige nach Niedersachsen über. Er war seit 1952 Leiter des Fremdenverkehrsamtes und wurde 1954 Direktor des Städtischen Museums im Göttingen.Hans-Georg Schmeling: Das Städtische Museum Göttingen 1889 bis 1989. In: 100 Jahre Göttingen und sein Museum. Texte und Materialien zur Ausstellung im Städtischen Museum und im Alten Rathaus, 1. Oktober 1989 – 7. Januar 1990. Redaktion Jens-Uwe Brinkmann, Hans-Georg Schmeling. Druckhaus Göttingen, Göttingen 1989, S. 7–34, hier S. 23–25.

Partei Hellige trat zum 1. Mai 1937 der NSDAP bei (Mitgliedsnummer 4.359.139),Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/14631660Helmut Gewalt: (PDF-Datei, abgerufen am 19. November 2011; 61 kB). dann 1949 der FDP und war seit 1957 Vorsitzender des FDP-Kreisverbandes Göttingen. Er wurde 1958 in den Landesvorstand der FDP Niedersachsen gewählt und war dort Vorsitzender des kulturpolitischen Ausschusses. Nach seinem Wechsel zur Unionsfraktion wurde er 1967 aus der FDP ausgeschlossen und trat anschließend zur CDU über.

Abgeordneter Hellige wurde bei der Bundestagswahl 1961 über die Landesliste Niedersachsen für die FDP in den Deutschen Bundestag gewählt, dem er zunächst bis 1969 angehörte. Er verließ am 13. Oktober 1967 die FDP-Bundestagsfraktion und wurde am 24. Oktober 1967 in die CDU/CSU-Bundestagsfraktion aufgenommen. Vom 19. April 1971, als er für den verstorbenen Abgeordneten Alfred Hein nachrückte, bis 1972 war er erneut Mitglied des Bundestages. Von 1965 bis 1967 war er stellvertretender Vorsitzender des Bundestagsausschusses für Entwicklungshilfe. Außerdem war er seit 1963 Mitglied der Beratenden Versammlung des Europarates und der Versammlung der Westeuropäischen Union (WEU).

Ehrungen 1968: Verdienstkreuz 1. Klasse der Bundesrepublik Deutschland 1973: Großes Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland

Publikationen Die Regentschaft Al-Muwaffaqs. Ein Wendepunkt in der 'Abbâsidengeschichte. (= Neue deutsche Forschungen. Abteilung Orientalische Philologie und Kulturgeschichte Band 1). Junker & Dünnhaupt, Berlin 1936 (Dissertation).

Literatur Rudolf Vierhaus, Ludolf Herbst (Hrsg.), Bruno Jahn (Mitarb.): Biographisches Handbuch der Mitglieder des Deutschen Bundestages. 1949–2002. Band 1: A–M. K. G. Saur, München 2002, ISBN 3-598-23782-0, S. 324. Helge Dvorak: Biographisches Lexikon der Deutschen Burschenschaft. Band I: Politiker, Teilband 7: Supplement A–K, Winter, Heidelberg 2013, ISBN 978-3-8253-6050-4. S. 449–450.

Einzelnachweise

Kategorie:FDP-Mitglied Kategorie:Betroffener eines Parteiausschlussverfahrens (FDP) Kategorie:CDU-Mitglied Kategorie:NSDAP-Mitglied Kategorie:Bundestagsabgeordneter (Niedersachsen) Kategorie:Mitglied der Parlamentarischen Versammlung des Europarats für Deutschland Kategorie:Mitglied der Parlamentarischen Versammlung der WEU Kategorie:Wissenschaftlicher Mitarbeiter des Münzkabinetts (Berlin) Kategorie:Burschenschafter (20. Jahrhundert) Kategorie:Person (Göttingen) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1910 Kategorie:Gestorben 1984 Kategorie:Mann