Die Fußball-Regionalliga 1964/65 war die zweite Saison dieser zweithöchsten Liga im Bereich des DFB.
Nord Saisonverlauf Der Tabellenfünfte der Premierenrunde 1963/64, Holstein Kiel, eröffnete die Hinrunde mit einem 22:0 Punktestart. Am 12. Spieltag, den 8. November 1964, riss die Serie, St. Pauli gewann vor 17.000 Zuschauern im Holstein-Stadion gegen die „Störche“ mit 2:1 Toren. Nach der Vorrunde stand Holstein Kiel souverän mit 28:4 Punkten auf Platz eins im Norden. Amateurnationalspieler Franz-Josef Hönig hatte sich als wertvolle Verstärkung erwiesen und der Jugendnationalspieler des Jahres 1962, Gerd Saborowski, schaffte den Durchbruch als Torjäger. St. Pauli folgte mit 23:9 Punkten nach der Vorrunde auf dem zweiten Rang und konnte diesen Platz auch bis zum Schlusstag am 9. Mai 1965 verteidigen. Altona 93 kam mit einer Rückrunde von 23:9 Punkten auf den 3. Rang, vor Arminia Hannover, das nach der Vorrunde (21:11 Punkte) noch vor der Mannschaft von Trainer Kurt Krause platziert war. Die Arminen, der junge Horst Witzler hatte das Traineramt neu angetreten, gewannen in der Rückrunde alle drei Heimspiele gegen Altona, Kiel und St. Pauli. Die drei verlorenen Spiele in Folge gegen Wolfsburg, Concordia und Hildesheim im Januar/Februar 1965 machten die Erfolge in den Spitzenspielen für die Mannschaft um Gerhard Elfert und Helmut Kafka wertlos. Trainer Fritz Rebell kam mit Aufsteiger Göttingen 05 auf Platz fünf. Im Abstiegskampf erhielt der VfV Hildesheim mit dem 3:1-Auswärtserfolg am Schlusstag, den 9. Mai 1965, bei St. Pauli, die Klasse gegen den punktgleichen Rivalen VfR Neumünster, der mit 0:2 Toren bei Concordia Hamburg verlor.
Die Torjägerliste wurde angeführt von Gerd Saborowski (Holstein Kiel) mit 34 Toren. Vereinskamerad Gerd Koll folgte mit 23 Treffern vor Ulrich Kallius von Altona 93 mit 21 Toren. Zur Runde 1965/66 wechselten in die Bundesliga:
Arthur Dobat (VfB Oldenburg) Gerhard Elfert (Arminia Hannover) Helmut Kafka (Arminia Hannover) Manfred Podlich (Holstein Kiel)
Abschlusstabelle
(M) Regionalligameister Nord 1963/64 (N) Aufsteiger 1963/64
Aufstiegsrunde zur Regionalliga Nord
Die Amateurmannschaften von Hannover 96 und Eintracht Braunschweig als Erster bzw. Zweiter aus Niedersachsen durften nicht an der Aufstiegsrunde teilnehmen. Es rückten die Tabellenvierten und -fünften SV Union Salzgitter bzw. TSR Olympia Wilhelmshaven nach.
Gruppe A
Gruppe B
Berlin Saisonverlauf Zunächst spielten alle zehn Vereine in einer gemeinsamen Vor- und Rückrunde. Anschließend nahmen die besten fünf an der Meisterrunde, die letzten fünf an der Relegationsgruppe bzw. Abstiegsrunde teil.
Nach der gemeinsamen Vor- und Rückrunde mit 18 Spielen führte der Spandauer SV mit 32:4 Punkten, vor Tennis Borussia (29:7) und Tasmania 1900 mit 27:9 Punkten die Tabelle an. Am Tabellenende stand Blau-Weiß 90 mit 9:27 Punkten. In der Meisterrunde setzte sich Tennis-Borussia mit 13:3 Punkten durch – die Angriffsreihe mit Willi Kraus, Klaus Marquardt, Helmut Beekmann, Bernd Sobeck und Erhard Foit entschied in der entscheidenden Phase die Spiele – und kam mit insgesamt 42:10 Punkten zur Meisterschaft und damit zum Einzug in die Bundesliga-Aufstiegsrunde 1965. Spandau konnte die Form der ersten Gruppenphase nicht halten – keine Niederlage –, holte nur noch 9:7 Punkte und musste somit mit der Vizemeisterschaft vorliebnehmen, die aber nicht zur Teilnahme an der Bundesliga-Aufstiegsrunde berechtigte. Vorjahresmeister Tasmania Berlin konnte zwar in der Meisterrunde zulegen – die Blau-Weißen aus dem Südberliner Bezirk Neukölln holten 12:4 Punkte –, in der Abschlusstabelle landete „Tas“ aber auf dem dritten Rang.
Die Reinickendorfer Füchse gewannen die Relegationsspiele gegen Rapide Wedding und verblieben als Tabellenletzter auch in der Regionalliga Berlin.
Die Torjägerkrone holte sich zum zweiten Mal Mittelstürmer Heinz Fischer von Tasmania 1900 mit 25 Treffern. Auf den Rängen folgten Willi Kraus (TeBe) mit 23 und Klaus Triemer (BFC Südring) mit 19 Toren.
Durch den Lizenzentzug von Hertha BSC rückte unmittelbar vor Rundenbeginn 1965/66 Tasmania Berlin als Berliner Vertreter in die Bundesliga nach (der zweitplatzierte Verein Spandauer SV verzichtete auf den Aufstieg). Torjäger Heinz Fischer hatte aber bereits bei Eintracht Gelsenkirchen in der Regionalliga West unterschrieben und stand somit „Tas“ in der Bundesliga nicht zur Verfügung. Vom Berliner SV 1892 wurde Bernd Meißel und von Wacker 04 der Stürmer Ulrich Sand aus der Regionalliga Berlin verpflichtet.
Vorrunde
Meisterrunde
Abstiegsrunde
(M) Regionalligameister Berlin 1963/64 (N) Aufsteiger aus der Amateurliga Berlin 1963/64
West Saisonverlauf In die zweite Saison Regionalliga West gingen 18 Mannschaften. Als Favoriten galten der Bundesligaabsteiger Preußen Münster, die in der Aufstiegsrunde gescheiterten Teams aus Aachen und Wuppertal, der Vorjahresdritte Fortuna Düsseldorf sowie Arminia Bielefeld, das sich durch Uwe Erich, Ulrich Kohn und Gustav Walenciak verstärkt hatte.
In den Blickpunkt der Saison schob sich Borussia Mönchengladbach mit ihrem neuen Trainer Hennes Weisweiler. Vor Saisonbeginn waren die Abgänge Heinz Crawatzo (Schalke 04; Bundesliga), Horst-Dieter Höttges (Werder Bremen; Bundesliga), Ulrich Kohn (Arminia Bielefeld; Regionalliga West) und Karl-Heinz Mülhausen (Hannover 96; Bundesliga) zu kompensieren. Als Neuzugänge verpflichtete Weisweiler die Amateure Bernd Rupp (SV Wiesbaden) und Werner Waddey (1. FC Mönchengladbach); außerdem konnte er den ein Jahr durch Wechselsperre ruhenden Jupp Heynckes von Grün-Weiß Holt ins Rennen schicken. Nach 12 Spieltagen hatte die Mannschaft mit 22:2 Punkten und bemerkenswerten 41:12 Toren bereits die Tabellenspitze inne. Erst am 13. Spieltag kassierte man mit 0:2 auf dem Aachener Tivoli die erste Niederlage. Nach der Hinrunde führte BMG mit 27:7 Punkten die Tabelle vor Aachen (26:8), Düsseldorf (23:11), Oberhausen (23:11) und Viktoria Köln mit 22:12 Punkten an.
Die vor der Runde als Mitfavoriten gehandelten Arminen aus Bielefeld lagen da bereits abgeschlagen mit 16:18 Punkten auf dem neunten Rang. In der Rückrunde holte Bielefeld aber mit 23:11 Punkten die gleichen Zähler wie der Vorjahresmeister aus Aachen und schob sich damit noch auf den fünften Rang vor.
RW Oberhausen, der Tabellensiebte des Vorjahres, kam auf den vierten Rang und hatte mit Hans Siemensmeyer ein herausragendes Talent im Mittelfeld.
Die Mannschaft von Trainer Kuno Klötzer, Fortuna Düsseldorf, spielte wieder um die Meisterschaft mit, am Ende sprang für das Team um Torjäger Peter Meyer wiederum der undankbare dritte Platz heraus.
Westfalia Herne (Hinrunde 11:23 Punkte und damit 17.) steigerte sich in der Rückrunde enorm, kam auf 20:14 Zähler und damit noch auf den zwölften Tabellenplatz. Bei Herne hatte sich der Verlust von Jürgen Bandura, Hans Cieslarczyk und Alfred Pyka zu Beginn der Runde leistungsmäßig deutlich ausgewirkt.
Die Tivoli-Mannschaft aus Aachen zog als Vizemeister erneut in die Bundesligaaufstiegsrunde ein. Da Mönchengladbach aus den letzten vier Begegnungen 7:1 Punkte holte, Aachen lediglich 4:4 Punkte erreichte, wurde die Elf vom Bökelberg mit drei Punkten Vorsprung vor dem Titelverteidiger neuer Meister der Regionalliga West. Der Angriff mit Herbert Laumen, Jupp Heynckes, Bernd Rupp, Günter Netzer und Werner Waddey wurde zu einem Begriff für Angriffsschwung, Kombinationsfreude und Tore. Erstligareif war auch der Zuschauerzahl am Bökelberg: 23.000 Zuschauer im Schnitt.
Am Tabellenende konnte Aufsteiger Homberger SV, der nach der Vorrunde noch mit 12:22 Punkten auf Platz 16 lag, nicht die Klasse halten. Erst nach 329 Minuten glückte dem Team das erste Tor in der neuen Liga. Insgesamt erwies sich die Spielerdecke als zu dünn, Verletzungspech und Platzverweise taten ein Übriges. Zudem war das neue Rheinstadion noch nicht fertig; man musste die ersten Heimspiele im benachbarten Meerbusch austragen.
Die Torjägerliste führten an:
Bernd Rupp (Mönchengladbach) 25 Tore Peter Meyer (Düsseldorf) 25 Tore Jupp Heynckes (Mönchengladbach) 24 Tore Günter Netzer (Mönchengladbach) 17 Tore Manfred Fallisch (RW Essen) 16 Tore Ulrich Kohn (Bielefeld) 16 Tore
In die Fußball-Bundesliga zur Runde 1965/66 wechselten die Spieler:
Hans Siemensmeyer (RW Oberhausen) Karl-Heinz Wirth (Hamborn 07) Werner Görts (Bayer Leverkusen) Manfred Pohlschmidt (Preußen Münster) Hans-Otto Peters (Bayer Leverkusen) Manfred Rummel (Eintracht Duisburg) Heinz Pliska (Hamborn 07) Rolf Lendzian (RW Oberhausen) Hans-Jürgen Bäsler (Arminia Bielefeld)
Abschlusstabelle
(M) Regionalligameister West 1963/64(A) Absteiger aus der Bundesliga 1963/64(N) Aufsteiger aus der Verbandsliga 1963/64
Aufstiegsrunde zur Regionalliga West
Die Aufstiegsrunde entfiel, weil der Mittelrheinmeister 1. FC Köln Amateure nicht aufstiegsberechtigt ist und keine andere Mannschaft einen Lizenzantrag für die Regionalliga gestellt hatte. Daher stiegen Westfalenmeister VfL Bochum und Niederrheinmeister VfB Bottrop kampflos auf.
Südwest Saisonverlauf Der Bundesligaabsteiger 1. FC Saarbrücken setzte sich im Südwesten als Meister durch. Im heimischen Ludwigsparkstadion legte er mit 33:1 Punkten dafür die Grundlage. In der Offensive waren sie den Konkurrenten aus Worms, Trier und dem Lokalrivalen Saar 05 klar überlegen. Der Vizemeister Worms führte nach dem zwölften Spieltag die Tabelle noch mit 21:3 Punkten an. Wormatia verlor aber dann das folgende Auswärtsspiel beim 1. FC Saarbrücken mit 1:2 Toren und eröffnete somit den Saarländern wieder den Anschluss. Die Wormser bauten auf die beste Abwehr. Nur 24 Gegentreffer in 34 Verbandsspielen ließ die Abwehr um Torhüter Slavko Stojanovic zu; in 17 Heimspielen konnten die gegnerischen Sturmreihen nur neun Treffer anbringen. Beim 1. FC Saarbrücken wurde während der Runde der Trainer gewechselt: Für Helmut Schneider übernahm der saarländische Verbandstrainer Jupp Derwall. Die Sportfreunde Saarbrücken hatten sportlich mit dem Abgang des jungen Torjägers Johannes Löhr zu kämpfen und zogen sich aus finanziellen Gründen nach der Runde aus der Regionalliga zurück. In Ludwigshafen hatte es vor Rundenbeginn eine Fusion zwischen Phönix und TuRa gegeben mit dem Ergebnis der Geburt des SV Südwest Ludwigshafen. Südwest belegte den fünften Platz. Beim Vizemeister des Vorjahres, dem FK Pirmasens, gab es zu viele Niederlagen (12) und dadurch Turbulenzen auf der Trainerbank. Kurt Sommerlatt löste Alfred Preißler ab. Dem VfR Kaiserslautern nutzten auch die zwei Erfolge am Rundenschluss gegen Bellheim und Spfr. Saarbrücken nichts mehr, die Elf vom Erbsenberg stieg zusammen mit Germania Metternich in das Amateurlager ab.
Der Stürmerneuzugang beim 1. FC Saarbrücken, Emil Poklitar, holte sich mit 27 Treffern die Torschützenkrone im Südwesten. Hans-Erwin Volberg (FKP) mit 26 und Fritz Altmeyer (SV Saar 05) mit 24 Toren folgten dicht dahinter. Zur Runde 1965/66 unterschrieben die Spieler Hugo Dausmann (FKP) und Dieter Bedürftig (Worms) Verträge in der Bundesliga.
Abschlusstabelle
(A) Absteiger aus der Bundesliga 1963/64 (N) Aufsteiger aus der 1. Amateurliga 1963/64
Aufstiegsrunde zur Regionalliga Südwest
Süd Saisonverlauf