Prosity () ist ein Ort in der Stadt- und Landgemeinde Bisztynek (Bischofstein) im Powiat Bartoszycki (Kreis Bartenstein) in der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren.

Geographische Lage Das Dorf liegt im historischen Ostpreußen, etwa 24 Kilometer westlich der früheren Kreisstadt Rößel () und 21 Kilometer südlich der heutigen Kreismetropole Bartoszyce ().

Geschichte Ortsgeschichte Urkundlich erstmals erwähnt wird Prossitten im Jahr 1354. Am 9. Juni 1502 verschrieb Fürstbischof Lucas Watzelrode seinem Weihbischof Johann Wilde (1438–1532) den Nießbrauch des Dorfs Prossiten auf Lebenszeit.Anton Eichhorn: Die Weihbischöfe Ermlands. In: Zeitschrift für Geschichte und Alterthumskunde Ermlands. Band 3, Braunsberg 1866, Seite 139–164, insbesondere S. 141 ff. Im 16. Jahrhundert fiel der Ort durch Kriegseinflüsse wüst und wurde 1529 unter Bischof Mauritius Ferber neu begründet.

Am 9. Juli 1874 wurde Prossitten Amtsdorf und damit namensgebend für einen Amtsbezirk im Kreis Rößel im Regierungsbezirk Königsberg (ab 1905: Regierungsbezirk Allenstein) in der preußischen Provinz Ostpreußen.Rolf Jehke: Amtsbezirk Prossitten

Aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrags stimmte die Bevölkerung in den Volksabstimmungen in Ost- und Westpreussen am 11. Juli 1920 über die weitere staatliche Zugehörigkeit zu Ostpreußen (und damit zu Deutschland) oder den Anschluss an Polen ab. In Prossitten stimmten 480 Einwohner für den Verbleib bei Ostpreußen, auf Polen entfielen keine Stimmen.Herbert Marzian, Csaba Kenez: Selbstbestimmung für Ostdeutschland. Eine Dokumentation zum 50. Jahrestag der ost- und westpreussischen Volksabstimmung am 11. Juli 1920. Herausgeber: Göttinger Arbeitskreis, 1970, S. 109

Im Jahr 1945 gehörte Prossitten zum preußischen Landkreis Rößel im Ermland im Regierungsbezirk Königsberg der Provinz Ostpreußen des Deutschen Reichs.

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die Region im Frühjahr 1945 von der Roten Armee besetzt. Nach Kriegsende wurde der Ort unter der Bezeichnung Prosity im Sommer 1945 gemäß dem Potsdamer Abkommen zusammen mit der südlichen Hälfte Ostpreußens zum Bestandteil der Volksrepublik Polen. Danach begann die Zuwanderung polnischer Migranten. Soweit die einheimischen Dorfbewohner nicht geflohen waren, wurden sie in der Folgezeit aus Prossitten vertrieben. Im Jahre 2021 zählte Prosity 238 Einwohner.

Bevölkerungsentwicklung 1816 bis 1945 Jahr Einwohner Anmerkungen 1816 296 Alexander August Mützell und Leopold Krug: Neues topographisch-statistisch-geographisches Wörterbuch des preussischen Staats. Band 4: P–S, Halle 1823, S. 85, Ziffer 3061. 1858 577 ausschließlich KatholikenAdolf Schlott: Topographisch-statistische Uebersicht des Regierungs-Bezirks Königsberg, nach amtlichen Quellen. Hartung, Königsberg 1861, S. 218, Ziffer 117. 1864 587 am 3. DezemberPreußisches Finanzministerium: Die Ergebnisse der Grund- und Gebäudesteuerveranlagung im Regierungsbezirk Königsberg: Berlin 1966, 19. Kreis Roessel, S. 10, Ziffer 77. 1885 595 https://wiki.genealogy.net/Prossitten 1905 591 1910 556 1933 615 1939 587

Amtsbezirk Prossitten 1874 bis 1945 Der 1874 gebildete Amtsbezirk Prossitten setzte sich in der Zeit seines Bestehens bis 1945 aus folgenden Dörfern zusammen: Deutscher Name Polnischer Name Begnitten Biegonity Fürstenau Księżno Landau Lądek Prossitten Prosity Kirche Römisch-katholisch Die römisch-katholische Pfarrkirche St. Marien in Prossitten entstand im Jahre 1585 und wurde 1608 geweiht. In den Jahren 1840–1844 wurde auf den Grundmauern der Vorgängerkirche ein neogotischer Neubau errichtet und 1845 von Bischof Josef Geritz geweiht. Die Pfarrei gehört zum Dekanat Jeziorany (Seeburg) im Erzbistum Ermland.

Evangelisch Bis 1945 war Prossitten in die evangelische Kirche BischofsteinWalther Hubatsch: Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens, Band 3 Dokumente, Göttingen 1968, S. 490 in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union eingepfarrt. Heute gehört der Ort zur Pfarrei Kętrzyn (Rastenburg) mit der Filialkirche Bartoszyce (Bartenstein) in der Diözese Masuren der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen.

Persönlichkeiten Aus dem Ort gebürtig Josef Engling (* 5. Januar 1898 in Prossitten), deutscher römisch-katholischer Geistlicher, Mitglied der Schönstattbewegung († 1918) Arthur Kather (* 7. Dezember 1883 in Prossitten), deutscher römisch-katholischer Geistlicher (1883–1957), zuletzt Kapitularvikar († 1957) Linus Kather (* 22. September 1893 in Prossitten), deutscher Jurist und Politiker († 1983)

Mit dem Ort verbunden Johann Wilde (1438–1532), Augustiner-Eremit, Weihbischof, erhielt 1502 auf bischöfliche Anordnung den Nießbrauch des Dorfes Prossitten auf Lebenszeit Adalbert Prothmann (1876–1945), römisch-katholischer Geistlicher, ab 1919 Pfarrer in Prossitten, Märtyrer, wurde am 4. Februar 1945 in Prossitten von Rotarmisten ermordet Theodor Kortendieck (1887–1945), römisch-katholischer Geistlicher und Märtyrer, wurde am 4. Februar 1945 in Prossitten von Rotarmisten ermordet

Verkehr Prosity liegt an einer Nebenstraße, die die beiden Städte Bisztynek (Bischofstein) an der polnischen Landesstraße 57 (frühere deutsche Reichsstraße 128) und Jeziorany (Seeburg) an den Woiwodschaftsstraßen 593 und 595 verbindet. Eine aus Żardeniki (Scharnigk) über Księżno (Fürstenau) kommende Nebenstraße endet in Prosity.

Eine Anbindung an den Bahnverkehr besteht nicht.

Weblinks GenWiki: Prossitten (mit historischer Landkarte) Prossitten bei Ostpreussen.net Beschreibung des Ortes mit Bildern (polnisch)

Einzelnachweise

Kategorie:Ort der Woiwodschaft Ermland-Masuren Kategorie:Ersterwähnung 1354 Kategorie:Gmina Bisztynek