Die Sportvereinigung Polizei Hamburg von 1920 ist ein Sportverein aus Hamburg. Die Vereinsfarben sind Grün-Weiß. Der Verein hat 3750 Mitglieder (Stand: 2017).Startseite In der ersten Hälfte der 1950er Jahre war die SV Polizei der dominierende Handballverein in Deutschland und gewann mehrfach den Deutschen Meistertitel, sowohl im Hallenhandball als auch im Feldhandball.
Geschichte mini|Der Polizei-Sportplatz im Schanzenpark war früher Schauplatz großer Fußball- und Feldhandballspiele. mini|links|100px|Logo um 1930 Der Verein wurde am 28. Mai 1920 als Sportabteilung der Sicherheitspolizei Hamburg gegründet. Bereits im September erfolgte die Umbenennung in Sportvereinigung der Ordnungspolizei, aus der noch im selben Jahr der Verein SpVg Polizei Hamburg wurde. Genutzt wurde das Stadion Nord in Groß Borstel. Bedingt durch die Trennung der Polizei Hamburg in eine Landespolizei und die Schutzpolizei spaltete sich im Juli 1934 der Militär-Sportverein Hansa als Verein der Landespolizisten ab. Die SpVg blieb der Verein der Schutzpolizisten und benannte sich am 7. September 1935 in Polizei SV Hamburg um. Nur ein Jahr später schloss sich der MSV Hansa dem Polizei SV wieder an. 1938 kam es infolge des Groß-Hamburg-Gesetzes nicht nur zur Eingemeindung der Städte Altona, Harburg-Wilhelmsburg, Wandsbek sowie Bergedorf nach Hamburg, sondern auch zum Beitritt der entsprechenden Polizeisportvereine Polizei SV 1921 Harburg, Polizei SV 1924 Altona sowie Polizei SV 1924 Wandsbek. Am 16. Januar 1942 benannte sich der Verein erneut um und firmierte ab sofort als SG OrPo Hamburg. 1945 löste sich der Verein offiziell auf, blieb jedoch unter dem alten Namen SpVg Polizei Hamburg bestehen. Erst am 3. Juni 1946 erfolgte die offizielle Neugründung.
Handball Größte Erfolge: Handball: Deutscher Meister (Halle):1950, 1951, 1952, 1953 Deutscher Vizemeister:1948 (inoffiziell), 1954, 1955 Deutscher Meister (Feld):1941, 1943, 1951, 1952, 1953, 1955 Deutscher Vizemeister:1949, 1950
Bereits 1941 und 1943 war der Polizeiverein Deutscher Meister im Feldhandball geworden. Nach dem Krieg folgten 1949 und 1950 zunächst zwei Vizemeisterschaften, bevor 1951, 1952 und 1953 drei weitere Meistertitel in Serie gewonnen werden konnten. 1955 kam die sechste und letzte Großfeldmeisterschaft hinzu. Das Endspiel gegen den TSV Bayer 04 Leverkusen fand im Hamburger Stadion Hoheluft statt.„Polizei im Handball-Finale“ in Hamburger Abendblatt vom 23. Mai 1955, abgerufen am 21. März 2022. Auch im – zur damaligen Zeit gegenüber dem Feldspiel allerdings zweitrangigen – Hallenhandball dominierte die SV Polizei in der ersten Hälfte des Jahrzehnts und wurde von 1950 bis 1953 viermal in Serie Deutscher Meister, nachdem bereits 1949 der Hamburger und der norddeutsche Titel gewonnen wurde.„Polizei norddeutscher Hallenmeister“ in Hamburger Abendblatt vom 24. Januar 1949, abgerufen am 10. Januar 2022. 1954 und 1955 folgten noch zwei Vizemeisterschaften, bei denen man jeweils im Finale gegen Frisch Auf Göppingen unterlag.Die Meisterschaftsendrunden 1950-1966, www.bundesligainfo.de (16. Juni 2007) Anschließend konnte sich die SV Polizei nie mehr für die Teilnahme an einer DM-Endrunde in der Halle qualifizieren.
Auch auf dem Großfeld endete in der zweiten Hälfte der fünfziger Jahre die große Zeit des Vereins. 1956 scheiterte das Team im Viertelfinale an der SG Leutershausen. 1958 erreichte die Mannschaft als norddeutscher Vizemeister letztmals eine Endrunde um die deutsche Meisterschaft, schied aber bereits in der ersten Runde daheim gegen den anschließenden Deutschen Meister Hamborn 07 aus. Zu den bekannten Spielern der Polizei gehörten unter anderem die Angreifer „Atom-Otto“ Maychrzak und Jürgen Isberg, die Torhüter Carl Boysen und Heinz Singer sowie der Verteidiger und spätere Bundestrainer der Männer und Frauen, Werner Vick.
Seit 1996 nimmt der Verein im Rahmen der SG Altona gemeinsam mit Union 03 und Hansa 10/11 am Spielbetrieb teil.
Erfolge Deutscher Meister (Feld) 1941, 1943, 1951, 1952, 1953 und 1955 Deutscher Vizemeister (Feld) 1949, 1950 Deutscher Meister (Halle) 1950, 1951, 1952 und 1953 Deutscher Vizemeister (Halle) 1948 (inoffiziell), 1954 und 1955 Gaumeister Nordmark: 1934, 1935, 1940, 1941, 1942 Norddeutscher Meister (Feld) 1949, 1950, 1951, 1952 und 1953 Norddeutscher Meister (Halle) 1950, 1951, 1952, 1953, 1954 und 1955 Hamburger Meister (Feld) 1949 bis 1958 Hamburger Meister (Halle) 1950, 1951, und 1953 bis 1957
Fußball Die Fußballabteilung startete 1920 als drittklassiger Verein. Bereits 1921/22 waren die Polizei-Fußballer zweitklassig und 1922 standen sie bereits in der höchstmöglichen Spielklasse, der Elbekreisliga. Zum raschen Aufstieg im Hamburger Fußball trugen die damals typischen Vorteile von Polizeisportvereinen bei. Eine vergleichsweise gute finanzielle Situation erlaubte eine gute Ausstattung, gepflegte Sportplätze sowie moderne Räumlichkeiten. Da die Mitglieder den Sport jedoch nicht nur als Selbstzweck betrieben, sondern um für den Polizeidienst fit zu sein, hatten es die Spieler vergleichsweise einfach, für Pflichtspiele frei zu bekommen. Nach dem knappen Klassenerhalt in der Relegation nach dem ersten Jahr der Erstklassigkeit etablierten sich die Polizisten zusehends in der höchsten Spielklasse. 1927/28 konnte sie erstmals ein Unentschieden gegen den Hamburger SV erreichen. Da auch die SpVgg Polizei mit der Zersplitterung der Ligen in Norddeutschland unzufrieden war, schloss sie sich unter Führung von Lothar Danner der sogenannten Fußball-Revolution an, mit der zehn norddeutsche Spitzenklubs eine eingleisige norddeutsche Liga erreichen wollten. Mit der Oberliga Hamburg erreichten die Revolutionäre immerhin einen Teilerfolg. In der ersten Oberligasaison 1929/30 erreichte die SpVg einen ersten großen Erfolg. In der Liga schlug man erstmals den HSV mit 3:1 und qualifizierte sich am Ende für die Endrunde um die norddeutsche Fußballmeisterschaft. Dort war jedoch in der ersten Runde, dem Achtelfinale, bereits bei der SpVg Hannover 97 durch eine 2:6-Niederlage Schluss. Nach dem enttäuschenden Aus stieg die Polizei 1931 prompt aus dem Oberhaus ab, kehrte aber 1932 sofort wieder zurück. 1933 stand der Verein erneut in der Endrunde um die norddeutsche Meisterschaft, schied jedoch in der Gruppe IV als Vierter und Letzter erneut vorzeitig aus.Grüne 1996, S. 120
Bedingt durch die jüngeren Erfolg wurde die SpVg Polizei eine der zehn ersten Mannschaften der neuen Gauliga Nordmark, die 1933 als höchste Spielklasse eingerichtet wurde. Die Mannschaft erhielt damit den Vorzug vor Vereinen wie Victoria Hamburg oder dem FC St. Pauli. Die erste Saison 1933/34 schlossen die Polizisten auf dem achten Tabellenplatz ab. Neben glanzvollen Siegen wie dem 6:0 gegen Union 03 oder dem 9:1 gegen den Schweriner FC 03 gab es auch eine deutliche 1:7-Niederlage gegen den späteren Ligaersten Eimsbütteler TV. Unter anderem durch das 1:1 bei der Polizei verlor dagegen der spätere Tabellenzweite Hamburger SV den fehlenden Punkt zur Meisterschaft.Grüne 1996, S. 129 Die folgende Saison konnten die Polizei-Fußballer erneut auf dem achten Platz abschließen. Höhepunkt war ein 6:2 über den Altonaer FC 93.Grüne 1996, S. 139
Bedingt durch die oben erwähnte Aufteilung des Vereins in den Polizei SV für die Schutzpolizei und den MSV Hansa für die Ordnungspolizei musste sich der Polizei SV zurückziehen. Der MSV Hansa übernahm den Gauligaplatz, konnte diesen jedoch nicht halten. Als Tabellenletzter mit nur drei Siegen aus 18 Spielen, darunter ein 2:1 gegen Altona 93, stieg der Verein ab.Grüne 1996, S. 150
Nachdem der MSV Hansa 1936 wieder zum Polizei SV zurückgekehrt war, gelang diesem 1937 mit Trainer Walter Risse als Sieger der Staffel Hammonia der Fußball-Bezirksklasse Groß-Hamburg anschließend auch der Gruppensieg in der Aufstiegsrunde zur Gauliga Nordmark.Grüne 1996, S. 159 In der nun zwölf Mannschaften umfassenden Gauliga verfehlte der Polizei SV jedoch um einen Punkt den Klassenerhalt und stieg als Vorletzter direkt wieder in die Bezirksklasse ab. Lediglich für Altona 93 gab es gegen den Polizei SV erneut nichts zu holen. Dieser setzte sich zu Hause mit 5:2 und in Altona mit 2:1 durch.Grüne 1996, S. 169 Drei Jahre spielte der Polizei SV zweitklassig. Der erste größere Erfolg dieser Zeit war die Qualifikation für die Endrunde um den Tschammerpokal 1939. Nach einem Sieg in der 1. Runde beim ASV Blumenthal bedeutete in der 2. Runde ein 2:11 beim Hamburger SV nicht nur ein Debakel, sondern auch das Pokalaus.Grüne 1996, S. 185 Auch der Sturmlauf durch die Bezirksliga Germania mit 16 Siegen aus 16 Spielen 1940/41 führte zunächst nicht zur Rückkehr in die Gauliga, da sich der FC Kilia Kiel in der Aufstiegsrunde dank des besseren Torverhältnisses durchsetzte.Grüne 1996, S. 203 Erst 1942 gelang dann die letzte Rückkehr in die Gauliga. Dieses Mal genügte die Meisterschaft in der Bezirksliga Germania. Denn die Gauliga Nordmark war zur Saison 1942/43 in die Ligen Hamburg, Mecklenburg und Schleswig-Holstein aufgeteilt worden.Grüne 1996, S. 216 In der zehn Vereine umfassenden Hamburger Gauliga schlossen die nun als SG OrPo antretenden Polizisten auf dem siebten Platz ab. Ein 4:0 gegen den schwächelnden Altmeister Eimsbütteler TV war der bemerkenswerteste Erfolg. Nach der Saison löste die Ordnungspolizei allerdings die Fußballabteilung auf, der Verein zog sich aus der Gauliga zurück.Grüne 1996, S. 231
1950/51 war die wiedergegründete SpVg Polizei als Aufsteiger in die Amateurliga Hamburg wieder zweitklassig. Dort traf der Verein auf alte Gauliga-Rivalen wie den SC Victoria, Union 03 und den Wilhelmsburger SV. Als 14. von 16 Vereinen stieg der Neuling am Saisonende wieder ab,Grüne 1996, S. 316 kehrte jedoch zur Saison 1952/53 gleich wieder in das Hamburger Oberhaus zurück. Der Klassenerhalt in der Saison auf einem guten sechsten Platz (bei ausgeglichenem Punktekonto) bedeutete den letzten großen Erfolg.Grüne 1996, S. 333 1953/54 stiegen die Polizeifußballer als Vorletzter ab.Grüne 1996, S. 342 Bei der Polizei Hamburg standen die Erfolge der Handballherren im Verein klar im Vordergrund.
Immerhin hielt sich der Verein bis 1960 noch in der drittklassigen Verbandsliga, in die die Fußball-Herren auch von 1961 bis 1963 noch einmal zurückkehrten. Als sie 1966 bis 1972 erneut in der Verbandsliga standen, war diese bedingt durch die Einführung der Bundesliga nur noch viertklassig. 1972 löste der Stammverein von Gert Dörfel die Liga- und Jugendfußballabteilung auf.
Boxen Die Boxabteilung wurde mit der Vereinsgründung im Jahr 1920 eingerichtet. Der Übungsbetrieb wurde zunächst in Sporthallen in den Stadtteilen Rothenburgsort, Barmbek und Hammerbrook durchgeführt. Bis 1933 war dann die Halle einer Kaserne in der Bundesstraße in Hamburg-Eimsbüttel die Heimat der Boxabteilung. Während des Zweiten Weltkrieges wurde in einem Bunker im Hamburger Heußweg geboxt, nach dem Krieg wurde ein Keller im Sprinkenhof die Heimat der Boxabteilung. 1952 erfolgte der Umzug in eine Halle in der Haubachstraße in Hamburg-Altona.
In den 1930er Jahren gehörten zehn Sportler des Vereins der deutschen Nationalstaffel an. Der spätere Europameister Hein ten Hoff, der seine Amateurkarriere bei der SV Polizei begann, Adolf Baumgarten und Carl „Kuddel“ Schmidt gewannen deutsche Meistertitel.
Heinrich Meinhardt wurde mehrmals deutscher Meister und war später Berufsboxer. Trainer Franz Mück betreute bei dem Verein Boxer, die in den 1950er und 1960er Jahren zahlreiche Meistertitel auf Hamburger und norddeutscher Ebene gewannen. In den 1960er Jahren war der Sänger Knut Kiesewetter Mitglied der Boxabteilung des SV Polizei.