Der Gemeinwebel ist ein alter militärischer Dienstgrad.
Gemeinwebel wurden im 16. und 17. Jahrhundert von den Landsknechten aus ihrer Mitte gewählt und bildeten die Mittler zwischen dem Hauptmann und den Landsknechten. Insbesondere hatten sie dem Hauptmann etwaige Beschwerden der Gemeinen vorzutragen.
Darüber hinaus waren die Gemeinwebel verantwortlich für die Austeilung von Pulver und Blei an die Hakenschützen und verausgabten die vom Proviantmeister (im Regiment zuständig für die Versorgung der Landsknechte mit Lebensmitteln und anderen Gütern) empfangenen Lebensmittel an die Mannschaften. In größeren Heeren gab es auch einen „Obersten Feldtprofandmeister“.Von Kayserlichen Kriegßrechten Malefitz und Schuldhaendlen / Ordnung und Regiment […]. 4., vermehrte und verbesserte Auflage. Sigmund Feyerabend und Simon Hüter, Frankfurt am Main 1566, Blatt 81.Ralf Vollmuth: Die sanitätsdienstliche Versorgung in den Landsknechtheeren des ausgehenden Mittelalters und der frühen Neuzeit. Probleme und Lösungsansätze (= Würzburger medizinhistorische Forschungen. Band 51). Königshausen & Neumann, Würzburg 1991, ISBN 3-88479-800-6; zugleich Medizinische Dissertation Würzburg 1990, S. 98 und 101.
Einzelnachweise
Kategorie:Dienstgrad (Militär) Kategorie:Historische Personenbezeichnung (Militär)