300px|mini|Panorama der im Tal gelegenen Kernstadt aus Richtung Nordstetten Horb am Neckar ist eine Stadt mit Einwohnern () im Landkreis Freudenstadt in Baden-Württemberg. Sie ist die bevölkerungsreichste Gemeinde des Landkreises und liegt etwa 50 Kilometer südwestlich von Stuttgart. Seit 1981 ist Horb am Neckar Große Kreisstadt. Die Stadt Horb am Neckar bildet ein Mittelzentrum in der Region Nordschwarzwald und gehört zur „Kooperationszone Metropolregion Stuttgart“. Die Stadt ist ausführende Gemeinde der Verwaltungsgemeinschaft Horb, der auch die Gemeinden Empfingen und Eutingen im Gäu angehören.
Geographie Geographische Lage Horb liegt im Naturraum Obere Gäue bei der Einmündung des Grabenbachs in den Neckar, der hier ein mehr als hundert Meter tiefes Tal in die Gäuhochfläche gegraben hat. Die gut erhaltene Altstadt inklusive Burggarten und dem alten Marktplatz, an dem sich in einer Höhe von das Rathaus befindet, liegt auf einem Hochflächensporn oberhalb des Neckars. Die Vororte erstrecken sich in die Täler der beiden Flüsse und über die umliegenden Hochflächen. Der Neckar verlässt die Gemarkung im Osten an deren tiefstem Punkt auf ca. , während sich der höchste Punkt Horbs auf im Westen unweit des Schwarzwalds befindet.Höhenangaben nach Die Stadt Horb ist Mitglied im Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord und liegt an dessen östlichem Rand.
mini|Horb mit Blick auf Stiftskirche, Schurkenturm und Schütteberg (2019)
Nachbargemeinden Die folgenden Städte und Gemeinden grenzen im Uhrzeigersinn, beginnend im Osten, an die Stadt Horb am Neckar: Eutingen im Gäu (Landkreis Freudenstadt), Starzach (Landkreis Tübingen), Haigerloch (Zollernalbkreis), Empfingen (Landkreis Freudenstadt), Sulz am Neckar (Landkreis Rottweil), Glatten, Schopfloch und Waldachtal (alle Landkreis Freudenstadt) sowie Haiterbach und Nagold (beide Landkreis Calw).
Stadtgliederung mini|Fachwerkhäuser und historische Gebäude prägen das Stadtbild und die Teilorte + Einwohner (Stand 31. Dezember 2022) Stadtteil Einwohner Horb (Kernstadt) 5602 (Stand 2011) Ahldorf 831 Altheim 1706 Betra 972 Bildechingen 2296 Bittelbronn 747 Dettensee 569 Dettingen 1596 Dettlingen 327 Dießen 426 Grünmettstetten 725 Ihlingen 432 Isenburg 333 Mühlen 1045 Mühringen 1012 Nordstetten 2666 Rexingen 1332 Talheim 2704 Das Stadtgebiet gliedert sich in die Kernstadt Horb am Neckar1 und die im Rahmen der Gemeindereform der 1970er Jahre 17 eingemeindeten Stadtteile Ahldorf1, Altheim4, Betra2, Bildechingen1, Bittelbronn4, Dettensee1, Dettingen2, Dettlingen2, Dießen2, Grünmettstetten4, Ihlingen1, Isenburg1, Mühlen1, Mühringen3, Nordstetten1, Rexingen1 und Talheim4, zu denen 68 weitere Dörfer, Weiler, Höfe und Häuser gehören.
Die Stadtteile sind zugleich Ortschaften im Sinne der baden-württembergischen Gemeindeordnung, das heißt, sie haben jeweils einen von der wahlberechtigten Bevölkerung gewählten Ortschaftsrat mit einem Ortsvorsteher. Die Ortschaft Talheim besteht aus den ehemals selbständigen Gemeinden Obertalheim und Untertalheim.
Die Kernstadt selbst unterteilt sich wiederum in mehrere Bereiche und Gebiete. Zu diesen zählt beispielsweise Horber Altstadt im Neckartal, sowie das Gebiet Hohenberg, das einen wesentlichen Teil der Einwohnerzahl ausmacht. Die Ansiedlung von Industriebetrieben wird hauptsächlich in Horb-Hohenberg und Heiligenfeld forciert. Aus der Zeit der französischen Besatzung ist das Wohnviertel Haugenstein hervorgegangen, das bis heute genutzt wird.
Abgegangene, heute nicht mehr bestehende Ortschaften sind Zollhäusle im Stadtteil Grünmettstetten, Harda und Zillhäuser im Gebiet der Kernstadt, Dietfurt im Stadtteil Isenburg, das möglicherweise aber die alte Bezeichnung für Isenburg ist.Quellen für den Abschnitt Stadtgliederung: Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band V: Regierungsbezirk Karlsruhe Kohlhammer, Stuttgart 1976, ISBN 3-17-002542-2. S. 633–643 Hauptsatzung der Stadt Horb am Neckar 2. November 1976 zuletzt geändert am 29. April 2008 (PDF; abgerufen am 21. August 2008)
Raumplanung Horb am Neckar bildet ein Mittelzentrum innerhalb der Region Nordschwarzwald, in der die Stadt Pforzheim als Oberzentrum ausgewiesen ist. Zum Mittelbereich Horb gehören neben der Stadt Horb die Gemeinden Empfingen und Eutingen im Gäu, was in der Gänze knapp 35.000 Einwohnern entspricht.
Schutzgebiete
Auf dem Horber Stadtgebiet gibt es insgesamt sieben Naturschutzgebiete. Die Wertwiesen östlich von Ahldorf, der Kugler Hang zwischen Horb und Hohenberg, die Osterhalde am Neckarhang zwischen Horb und Rexingen und das Naturschutzgebiet Doxbrunnen-Steinachtal zwischen Altheim und Talheim. Drei Gebiete sind als Naturschutzgebiete mit dienendem Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen: das Dießener Tal und Seitentäler zwischen Dettlingen und Ihlingen, der Waldbrunnen zwischen Grünmettstetten und Altheim und das Salzstetter Horn nördlich von Altheim.
Hinzu kommen die Landschaftsschutzgebiete Südhänge des Neckartales, Berghänge des Haugenloches, Alte Bildechinger Steige, Altheimer Tal und angrenzende Hochflächen, Isenburger Tal, Wacholderheide Rauschbart, Käppele am Hochsträß, Ihlinger Berg und Osterhalde, Eutinger Tal und Oberes Neckartal.
Außerdem liegen auf dem Stadtgebiet mehrere Teilgebiete des FFH-Gebiets Horber Neckarhänge und des FFH-Gebiets Freudenstädter Heckengäu. Horb liegt zudem im Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord.Daten- und Kartendienst der LUBW
Geschichte links|mini|Hackbrunnen (2018) Bis zum 19. Jahrhundert Horb wurde um das Jahr 1090 erstmals urkundlich erwähnt unter dem Namen horv oder horva, was im Althochdeutschen Sumpf bedeutet. Da die althochdeutsche Sprache allerdings in jener Zeit schon nahezu verschwunden war, wird angenommen, dass Horb noch älter ist. Der Sumpf entlang des Neckars zwang die Erbauer der Stadt jedenfalls dazu, diese an den Ausläufern des sogenannten Schüttebergs anzulegen. Charakteristisch für das heutige Stadtbild ist zudem, dass sich die gesamte Altstadt auf einem Hügel befindet und daher aus allen Richtungen gut zu sehen ist. Der Hackbrunnen, der heute noch genutzt werden kann, versorgte bis fast zum Ende des 19. Jahrhunderts die Bewohner der westlichen Neckarstraße mit Trinkwasser. Ein Gang führt tief in den Schüttenbergausläufer durch die untere Altstadt bis hin zur Hackbrunnenquelle. Erstmals erwähnt wurde der „Hagbrunnen“ 1472.
Horb wurde 1228 zum ersten Mal als Stadt erwähnt.Ludwig Eglers Chronik der Stadt Hechingen: S. 14 Anm 1244 war von einem Schultheiß und 1277 erstmals von einem Markt die Rede. Bis 1305 gehörte der Ort den Pfalzgrafen von Tübingen, dann den Grafen von Hohenberg; 1381 kam Horb zu Österreich (Vorderösterreich) und wurde Sitz des hohenbergischen Obervogteiamtes.
Am 17. Januar 1725 brannte ein Großteil der damaligen Kernstadt nieder. Historische Quellen gehen davon aus, dass mehr als zwei Drittel der damaligen Stadt in Schutt und Asche gelegt wurden. Fast die gesamte mittelalterliche Bausubstanz des Marktplatzes und weite Teile der Oberstadt gingen verloren.
1806 kam Horb an das Königreich Württemberg, ein Jahr später wurde es Sitz für das Oberamt Horb, das in den folgenden Jahren mehrmals in seinen Grenzen verändert wurde und von 1818 bis 1924 dem Schwarzwaldkreis zugeordnet war. 1866 erreichte die Obere Neckarbahn Horb, womit der Anschluss an das Netz der Königlich Württembergischen Staats-Eisenbahnen erfolgte.
mini|Horb um 1900. Durch das Wachstum der Stadt wurden zunehmend Gebiete der umliegenden Anhöhen erschlossen, da der Platz im Tal begrenzt ist. Die heutigen Horber Stadtteile Betra, Dettensee, Dettingen, Dettlingen und Dießen gehörten ab 1803 zum Fürstentum Hohenzollern-Sigmaringen und waren dort dem Oberamt Hechingen, ab 1838 dem Oberamt Haigerloch und 1854 erneut dem Oberamt Hechingen zugeordnet, aus dem 1925 der Landkreis Hechingen entstand.
20. Jahrhundert 1934 wurde das Oberamt Horb in Kreis Horb umbenannt und 1938 in den Landkreis Horb überführt. Beim Novemberpogrom 1938 zerstörten SA-Angehörige Schaufenster jüdischer Geschäfte und den jüdischen Betsaal. Unter Führung eines Lehrers beteiligten sich auch Hitlerjungen an den Ausschreitungen. Jüdische Bürger wurden verhaftet und bis Januar 1939 in das Schutzhaftlager Welzheim und das KZ Dachau deportiert, die Kultusgemeinde wurde 1939 aufgelöst. 1941 wurden die verbliebenen jüdischen Bürger nach Rexingen zwangsweise „umgesiedelt“ und dann nach Riga und Theresienstadt deportiert. Nach Angaben der Gedenkstätte Yad Vashem wurden 35 jüdische Bürger aus Horb ermordet. Im Herbst 1999 wurde von der Stadt Horb auf dem Friedhofsgelände ein Gedenkstein aufgestellt, der an die ehemaligen jüdischen Bewohner Horbs erinnert. 2011 wurden auf Beschluss des Stadtrates die ersten „Stolpersteine“ als Erinnerung an die ermordeten Opfer verlegt. Der Platz vor dem Haus des ehemaligen Betsaales wurde nach dem 1942 ermordeten Rabbiner Abraham Schweizer benannt.
Bei der zum 1. Januar 1973 wirksam gewordenen Kreisreform wurden die Landkreise Horb und Hechingen aufgelöst. Der überwiegende Teil des Landkreises Horb, darunter auch die Stadt Horb, wurde dem Landkreis Freudenstadt eingegliedert, der damit Teil der neu gegründeten Region Nordschwarzwald wurde, die dem damals neu umschriebenen Regierungsbezirk Karlsruhe zugeordnet wurde. So wird die ehemals württembergische Stadt Horb seitdem von der ehemals badischen Hauptstadt Karlsruhe aus verwaltet.
Von 1971 bis 1975 wurden insgesamt 18 umliegende Gemeinden, darunter auch die ehemals zum Landkreis Hechingen gehörigen Orte Betra, Dettensee, Dettingen, Dettlingen und Dießen, nach Horb eingegliedert und damit dem Landkreis Horb bzw. dessen Rechtsnachfolger, dem Landkreis Freudenstadt, zugeordnet.
Im Laufe des Jahres 1979 hatte die Stadt Horb am Neckar erstmals mehr als 20.000 Einwohner, woraufhin sie den Antrag zur Erhebung zur Großen Kreisstadt bei der Landesregierung von Baden-Württemberg stellte. Diesem entsprach die Landesregierung mit Wirkung zum 1. Januar 1981.
mini|Sebastian-Lotzer-Haus in der Unterstadt an der Bundesstraße 14 mini|Oberer Marktplatz, Sitz der Verwaltung
Siehe auch: Burg Hohenberg, Ruine Hohendießen, Burgstelle Isenburg, Burg Neckarhausen
Religion
Konfessionsstatistik Gemäß dem Zensus 2022 waren am 25. Mai 2022 19,7 % der Einwohner evangelisch, 42,6 % katholisch, und 37,7 % waren konfessionslos, gehörten einer anderen Glaubensgemeinschaft an oder machten keine Angabe. Seit dem Zensus 2011 sinkt der Anteil der Protestanten und Katholiken an der Gesamtbevölkerung jährlich um einen Prozentpunkt.Bevölkerung kompakt (Gebietsstand 15.05.2022, Religion), abgerufen am 19. Oktober 2024
Christentum mini|Die kunsthistorisch wertvolle St. Ulrichskapelle in Betra-Neckarhausen