Marie-France Dubreuil (* 11. August 1974 in Montreal, Québec) ist eine ehemalige kanadische Eiskunstläuferin, die im Eistanz startete. Mit Patrice Lauzon wurde sie fünfmal Kanadische Meisterin und vertrat Kanada bei den Olympischen Winterspielen 2002 und 2006. Nach ihrer Wettbewerbskarriere wurde sie Trainerin vieler erfolgreicher Eistanzpaare.
Karriere als Sportlerin
Dubreuil wollte im Alter von fünf Jahren Eiskunstlaufunterricht nehmen und bekam daraufhin von ihrer Großmutter Schlittschuhe geschenkt. Mit zehn Jahren begann sie mit dem Eistanzen. Mit Bruno Yvars gewann sie 1990 die Bronzemedaille bei den Juniorenweltmeisterschaften.
1995 wurde Patrice Lauzon Dubreuils Eistanzpartner. Im Jahr 2000 wurden sie erstmals kanadische Meister und debütierten daraufhin bei den Vier-Kontinente-Meisterschaften, bei der sie auf Anhieb die Silbermedaille gewinnen konnten. Ihr Weltmeisterschaftsdebüt beendeten sie wenig später auf dem zehnten Platz. Bei Vier-Kontinente-Meisterschaften errangen Dubreuil und Lauzon noch drei weitere Medaillen. 2001 gewannen sie Bronze, 2004 Silber und 2007 schließlich die Goldmedaille. Bei Weltmeisterschaften gewannen sie ihre einzigen Medaillen 2006 und 2007, als sie hinter den Bulgaren Albena Denkowa und Maxim Stawiski Vize-Weltmeister wurden. Zweimal nahmen die fünffachen kanadischen Meister an Olympischen Winterspielen teil. 2002 wurden sie Zwölfte und 2006 mussten sie zurückziehen, da Dubreuil bei einer Hebefigur am Ende des Originaltanzes gestürzt war.
Am 20. Mai 2008 verkündeten Dubreuil und Lauzon ihren Rücktritt vom Wettkampfsport. Im August 2008 heirateten sie.
Karriere als Trainerin
2014 gründete Marie-France Dubreuil mit Patrice Lauzon und dem früheren französischen Eistänzer Romain Haguenauer die Ice Academy of Montreal (kurz I.AM).Website der Ice Academy of Montreal, abgerufen am 20. Januar 2022 (englisch) Ab 2016 trainierten sie Tessa Virtue und Scott Moir, abgerufen am 20. Januar 2023, die gegen Ende der Wettbewerbskarriere von Dubreuil und Lauzon zu ihrer Hauptkonkurrenz gehört hatten und die unter ihrem Training das Grand-Prix-Finale, die Vier-Kontinente-Meisterschaften, die Weltmeisterschaften und die Olympischen Winterspiele gewannen.
Ab der Saison 2014/15 trainierte Dubreuil zusammen mit Lauzon und Haguenauer die Olympiasieger von 2022 und fünfmaligen Weltmeister Gabriella Papadakis und Guillaume Cizeron,, abgerufen am 20. Januar 2023 außerdem zahlreiche weitere der höchstgerankten Eistanzpaare, darunter Madison Hubbell und Zachary Donohue,, abgerufen am 20. Januar 2023 Madison Chock und Evan Bates,, abgerufen am 20. Januar 2023 Kaitlin Hawayek und Jean-Luc Baker, Olivia Smart und Adrián Díaz,, abgerufen am 20. Januar 2023 Laurence Fournier Beaudry und Nikolaj Sørensen,, abgerufen am 20. Januar 2023 Misato Komatsubara und Tim Koleto,, abgerufen am 20. Januar 2023 Lilah Fear und Lewis Gibson,, abgerufen am 20. Januar 2023 Allison Reed und Saulius Ambrulevičius, abgerufen am 20. Januar 2023 sowie Marie-Jade Lauriault und Romain Le Gac., abgerufen am 20. Januar 2023
Bei den Olympischen Winterspielen 2022 gehörten 10 der 23 antretenden und 6 der in den Top 10 abschneidenden Eistanzpaare der Ice Academy of Montreal an.
Dubreuil ist auch als Choreografin tätig. Sie choreografiert die Programme für die meisten bei ihr trainierenden Eistanzpaare. Für die Saison 2022/23 erstellte sie die Kür der japanischen Einzelläuferin Kaori Sakamoto,, abgerufen am 20. Januar 2023 mit der diese die Weltmeisterschaften 2023 gewann.
Ergebnisse Eistanz (mit Patrice Lauzon) Wettbewerb / Saison 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 Olympische Winterspiele 12. Z Weltmeisterschaften 10. 11. 10. 10. 8. 7. 2. 2. Vier-Kontinente-Meisterschaften 2. 3. 4. 2. 1. Kanadische Meisterschaften 6. 4. 4. 4. 1. 2. 2. 2. 1. 1. 1. 1. - Grand-Prix-Wettbewerb / Saison 95/96 96/97 97/98 98/99 99/00 00/01 01/02 02/03 03/04 04/05 05/06 06/07 Grand-Prix-Finale 6. 6. 6. 6. 5. 3. 2. Skate Canada 4. 3. 2. 3. 2. 1. 1. Cup of Russia 6. 5. 6. Trophée Eric Bompard 6. 2. Bofrost Cup 8. 2. 4. 1. NHK Trophy 4. 1. 1. Cup of China 3. Z = Zurückgezogen
Programme Saison Originaltanz Kürtanz Schaulaufen2006–2007 Paya d'Ora von Del Tango de la Ciudad de Buenos AiresAt Last von Etta James Ne Me Quitte Pas von Jacques Brel2005–2006 Salsa- und Rhumba-Remix aus Ne me quitte pas von Jacques Brel Somewhere in Time, Filmmusik von John Berry Ne Me Quitte Pas von Jacques Brel;Singing in the Rain von Arthur Freed2004–2005 Singin' in the Rain von Arthur FreedWinter Vision von Scott Fitzgerald;Taboo von Peter GabrielSinging in the Rain von Arthur Freed2003–2004 Americano von Renato Carosone; Why Don't You Do Right Des Tours De Vies (Nu Tango) von Antony Rouchier; Santa Maria (del Buen Ayre) von Christoph Mullee and Edouardo Markoff; Vuelvo al sur von Astor Piazzolla; Tango Inna Babylone (Nu Tango) von Cesar Valente, Sebastien Isaia und Antony Rouchier L'Oiseau; Glory Box von Portishead2002–2003At the Ball, Furioso Polka von Johann Strauss Dance with my Heart von Majoly Tango Medley2001–2002Yo Soy Maria; Balada Renga Para Un Organito Loco; Yo Soy Maria von Ástor Piazzolla Madame Butterfly von Giacomo Puccini2000–2001L-O-V-E von Nat King Cole; My Melancholy Baby von E. Burnette und G. A. Norton, Soundtrack aus Forget ParisVictorious Titus aus dem Film Titus (Soundtrack von E. Goldenthal) The Ninth Gate, Soundtrack1999–2000 Relax and Mambo (Machito); Magalenha; Dance with Me Soundtrack Life Is Beautiful, Soundtrack The First Time Ever I Saw Your Face von Georges Michael; The Feeling Begins von Peter Gabriel1998–1999La Grimas Y Sonisas; Argentine Waltz The Feeling Begins von Peter Gabriel
Weblinks
Marie-France Dubreuil / Patrice Lauzon in der Skate Canada Hall of Fame (englisch, französisch) Webpräsenz des Eistanzpaares
Einzelnachweise
Kategorie:Eiskunstläufer (Kanada) Kategorie:Olympiateilnehmer (Kanada) Kategorie:Teilnehmer der Olympischen Winterspiele 2002 Kategorie:Teilnehmer der Olympischen Winterspiele 2006 Kategorie:Kanadischer Meister (Eiskunstlauf) Kategorie:Kanadier Kategorie:Geboren 1974 Kategorie:Frau