mini|St. Michael
Ziegelerden ist ein Gemeindeteil der Kreisstadt Kronach im oberfränkischen Landkreis Kronach in Bayern.
Geographie Das Kirchdorf besteht aus der Kernsiedlung, die in Hanglage zu einer Hochebene liegt, und daran anschließenden Neubausiedlungen, die gegen Westen weiter in die Hochebene bzw. östlich bis zum rechten Ufer der Haßlach reichen. Im Norden fällt das Gelände ins Tal des Dobersgrundbaches ab. Die den Ort tangierende Bundesstraße 85 führt nach Kronach (1,1 km nördlich) bzw. zur Bundesstraße 173 (0,4 km südlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt ebenfalls nach Kronach zur B 85 (1,2 km nordöstlich) bzw. nach Zollbrunn (1,8 km westlich). Ein Anliegerweg verbindet mit Poppenhof (0,3 km nördlich).
Geschichte Der Ort wurde 1686 als „Uff der Ziegel-Erden“ erstmals urkundlich erwähnt.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Ziegelerden aus 27 Anwesen (1 Fronsölde, 1 Gütlein, 23 Häuser, 2 halbe Häuser). Das Hochgericht übte das bambergische Centamt Kronach aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft sowie die Grundherrschaft über alle Anwesen hatte das Rittergut Küps-Theisenort inne.H. Demattio: Kronach – Der Altlandkreis, S. 522.
Ziegelerden kam durch den Reichsdeputationshauptschluss im Jahr 1803 an das Kurfürstentum Bayern. Mit dem Gemeindeedikt wurde Ziegelerden dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Neuses zugewiesen. Infolge des Zweiten Gemeindeedikts (1818) entstand die Ruralgemeinde Ziegelerden, zu der Kuhberg gehörte. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Kronach zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Kronach, 1919 in Finanzamt Kronach umbenannt. In der freiwilligen Gerichtsbarkeit unterstanden einige Anwesen bis 1848 dem Patrimonialgericht. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde auf dem Gemeindegebiet Breitenschrot gegründet. Ab 1862 gehörte Ziegelerden zum Bezirksamt Kronach, 1939 in Landkreis Kronach umbenannt. Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Kronach, 1879 in das Amtsgericht Kronach umgewandelt.H. Demattio: Kronach – Der Altlandkreis, S. 609. Die Gemeinde hatte eine Fläche von 1,012 km².
Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde die Gemeinde Ziegelerden am 1. Januar 1972 nach Kronach eingegliedert.
Baudenkmäler Bauernhaus Zwei Bildstöcke
Einwohnerentwicklung Gemeinde Ziegelerden Jahr 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970Einwohner 277 307 312 322 345 362 346 344 372 367 355 416 413 470 510 558 610 655 697 696 689 683 664HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Von 1871 bis 1987 werden diese als Wohngebäude bezeichnet. 52 53 54 55 71 90 119 Quelle
Ort Ziegelerden Jahr 1818 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987Einwohner 221 305 344 356 394 550 685 674 655 743Häuser 38 51 52 69 88 117 188Quelle
Religion Bis 1848 stand Ziegelerden unter der evangelischen Herrschaft von Redwitz. Die Einwohner waren jedoch mehrheitlich katholischer Konfession und in die katholische Kuratie Schmölz gepfarrt. Da aber der Weg dorthin sehr weit war, besuchten die Gläubigen aus Ziegelerden stattdessen das Franziskanerkloster in Kronach. 1829 wurde der Ort der Pfarrei Kronach angeschlossen.
Im Jahr 1947 wurde ein Kirchenbauverein gegründet. 1949 folgte die Grundsteinlegung des Sandsteinbaus. Das Baumaterial stammte aus einem Sandsteinbruch im Dobersgrund. Am 12. November 1950 konsekrierte der Bamberger Erzbischof Joseph Otto Kolb die Filialkirche St. Michael.
Verkehr Ziegelerden wird vom Kronacher Stadtbus angefahren, welcher einige Stadtteile Kronachs miteinander verbindet.
Literatur
Geschichte der Filialgemeinde Ziegelerden. Landkreisheft Kronach, Seite 23.
Weblinks
Ziegelerden auf der Website hasslacherberg.de
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Kronach Kategorie:Geographie (Kronach) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Kronach) Kategorie:Ersterwähnung 1686 Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Gemeindeauflösung 1971 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp)