miniatur|Werbung für die Vereinswettbewerbe der UEFA in Monaco Als Europapokal oder Europacup bezeichnet man einen auf europäischer Ebene von Vereinsmannschaften, in manchen Sportarten auch Nationalteams oder auch in Einzelsportarten ausgetragenen sportlichen Wettbewerb. Die Europapokale werden meist von dem jeweiligen europäischen Sportverband ausgetragen. Die sportliche Qualifikation der teilnehmenden Mannschaften erfolgt auf nationaler Ebene, sowie teilweise zusätzlich in kontinentalen Qualifikationswettbewerben.
In Österreich und in der Schweiz ist der Begriff „Europacup“ seit jeher üblich, hingegen ist in Deutschland der Begriff „Europapokal“ üblicher.
Ein auf globaler Ebene ausgetragener sportlicher Wettbewerb ist der Weltpokal. Das Gegenstück für Nationalmannschaften ist die Europameisterschaft.
Bedeutung Heute finden in fast allen Mannschaftssportarten europäische Vereinswettbewerbe statt. Auch in einigen Individualsportarten gibt es mittlerweile Europapokal-Wettbewerbe. So zum Beispiel in der Leichtathletik.
In der öffentlichen Wahrnehmung Europas und der Welt hat auf Grund der Beliebtheit des Fußballs die UEFA Champions League den bei weitem höchsten Bekanntheits- und Popularitätsgrad. In der Saison 2004/05 kam sie auf einen Zuschauerschnitt von 39.645. Die Stadien waren jeweils früh ausverkauft und die Zuschauerquoten der Fernsehsender hoch. Dies wirkte sich auch positiv auf die Einnahmen der Beteiligten aus; so verdienen die UEFA, die teilnehmenden Mannschaften und die übertragenden TV-Stationen sehr gut an dem Wettbewerb.
Weit hinter diesen Milliardengeschäften, aber trotzdem mit guten Erträgen für alle Seiten und hohem Zuschauerinteresse, stehen vor allem die EHF Champions League (Handball), die EuroLeague (Basketball) und der Heineken Cup (Rugby). So waren die Endspiele 2006 der Euroleague mit 16.805 und der Heineken Cup mit 74.534 Zuschauern jeweils ausverkaufte Veranstaltungen. Schon der Saisonzuschauerschnitt lag beim Basketball-Wettbewerb mit 5.941 und beim Rugby-Union-Wettbewerb mit 12.211 in einem passablen Bereich. Die Handball-Champions-League-Spiele werden sogar außerhalb von Europa vermarktet.
Die übrigen anderen Wettbewerbe erreichen allerdings nur in den jeweiligen Teilnehmerstädten eine größere Aufmerksamkeit. Diese lassen sich in zwei Austragungsgrundtypen unterscheiden, zum einen den Modus mit einer Entscheidung an einem Wochenende an einem Ort wie beim CEB European Cup, zum einen den Modus mit einem Wettbewerb gestreckt über eine ganze Saison wie bei der EFAF European Football League, dass einer kommerzielleren Ausrichtung zu Grunde liegt.
In Zukunft wollen nicht nur die meisten Verbände weiter an der kommerzielleren Variante festhalten, sondern auch die letzten verbliebenen Verbände im Mannschaftssportbereich, wie beispielsweise im Baseball, sehen die Zukunft ihrer Wettbewerbe im „Champions League“-Format.
American Football Ausrichter der Europapokal-Wettbewerbe im American Football ist die IFAF Europe. Der bedeutendste Titel auf europäische Ebene war bis 2019 der Eurobowl, der von 1986 bis 2014 das Finale der European Football League und von 2015 bis 2018 das Finale der Big6 war. Seit 2021 gilt die Central European Football League als offizieller Europapokal-Wettbewerb.
Central European Football League Der Wettbewerb findet parallel zu den nationalen Meisterschaften zwischen April und Juni statt. Aktueller Titelträger ist das österreichische Team Danube Dragons. Einziger deutscher Sieger sind die Schwäbisch Hall Unicorns, die den Titel 2021 und 2022 gewinnen konnten. Für Österreich gab es bereits vier verschiedene Titelträger, darunter die Raiders Tirol, die 2019 ihren dritten Titel gewannen. Rekordsieger sind die Belgrade Vukovi, die jedoch ihre sechs Titel zwischen 2007 und 2014 gewannen, als der Wettbewerb noch eine regionale Liga ohne europäische Spitzenteams war.
Ehemalige Wettbewerbe Eurobowl Der erste und für lange Zeit prestigeträchtigste europäische Wettbewerb war die European Football League, die 1985 eingeführt wurde. Das Finalspiel, der European Football League hieß Eurobowl. Im Jahr 2014 wurde die Big6 European Football League eingeführt. Ursprünglich war die Big6 für die besten sechs europäischen Mannschaften gedacht. Zuletzt nahmen 2018 nur vier Mannschaften teil. Zur Zeit der Big6 gewannen ausschließlich deutsche Mannschaften den Eurobowl, darunter vier Mal die New Yorker Lions Braunschweig. In der ewigen Bestenliste führen die Lions mit sechs Titeln vor den Vienna Vikings aus Österreich mit fünf Titeln.
Gespielt wurde in der Regel immer zwischen März und Juli. Erster Sieger 1986 war die finnische Mannschaft TAFT Vantaa. Der bislang letzte Eurobowl wurde 2019 als einzelnes Spiel ohne Turnier ausgetragen. Sieger waren die Potsdam Royals.
Weitere Wettbewerbe Der zweithöchste Wettbewerb war von 2014 bis 2018 die European Football League. Deutsche Teams holten vier der fünf Titel, darunter zwei durch die Kiel Baltic Hurricanes.
Vorgängerwettbewerbe waren der EFAF Cup, der zwischen 2002 und 2013 ausgetragen wurde, der Euro-Cup (1996–99) und der Federations-Cup (1997–98). Erster Sieger des EFAF Cups war die österreichische Mannschaft Graz Giants, die auch Rekordsieger sind und drei Titel erringen konnten.
Baseball Ausrichter der Europapokal-Wettbewerbe im Baseball ist die Confederation of European Baseball (CEB). Es gibt momentan zwei Wettbewerbe:
CEB European Champions Cup Dieser Pokal wird im best-of-three-Modus zwischen den beiden Siegern des CEB European Cups ausgespielt. Bis 2012 waren auch beide zweitplatzierte Mannschaften spielberechtigt und der Pokal wurde als Final Four Turnier gespielt.
CEB European Cup Der höchste europäische Wettbewerb ist der CEB European Cup, kurz auch einfach nur EC. Seit 2008 wird der Pokal in zwei Pools (Turnieren) zu je 6 Teams gespielt. Die beiden Sieger qualifizieren sich für den European Champions Cup. Gespielt wird meistens Mitte Juni. Der Wettbewerb endet in einem Finale. Das erste Mal wurde der Wettbewerb 1963 ausgetragen, als Picadero Jockey Club aus der spanischen Liga gewann. Rekordsieger ist eine italienische Mannschaft, sie gewannen ihre neun Titel unter den Namen Germal Parma, Parmalat Parma, World Vision Parma, Cariparma Angels und CUS Cariparma.
Ältere Turniere CEB Cup Winners’ Cup Der zweithöchste europäische Wettbewerb mit zuletzt acht Teilnehmern ist der CEB Cup Winners’ Cup. Darunter ist auch der deutsche Vizemeister der Vorsaison der Baseball-Bundesliga, zuletzt waren so die Regensburg Legionäre qualifiziert. Österreichische oder Schweizer Mannschaften haben sich nicht qualifiziert. Gespielt wird meistens in der Mitte vom Juni. Der Wettbewerb endet in einem Finale. Das erste Mal wurde der Wettbewerb 1990 ausgetragen. Erster Sieger war Neptunus Rotterdam aus der niederländischen Honkbal Hoofdklasse, sie sind auch Rekordsieger des Wettbewerbs (5 Titel).
CEB Cup Der dritthöchste europäische Wettbewerb mit zuletzt acht Teilnehmern ist der CEB Cup. Darunter ist auch eine deutsche Mannschaft, 2007 waren die Heidenheim Heideköpfe durch ihre Leistungen in der Saison 2006 in der Baseball-Bundesliga qualifiziert haben. Österreichische oder Schweizer Vereine haben sich nicht qualifiziert. Gespielt wird meistens in der Mitte vom Juni. Der Wettbewerb endet mit einem Finale. Das erste Mal wurde der Wettbewerb 1993 ausgetragen. Erster Sieger war der italienische Verein Nettuno BC, sie sind auch Rekordsieger mit insgesamt drei Siegen.
Basketball Ausrichter der Europapokal-Wettbewerbe im Basketball ist die ULEB und die Fédération Internationale de Basketball Europe (FIBA Europe). Es gibt derzeit drei Wettbewerbe:
EuroLeague Der höchste europäische Wettbewerb mit derzeit 24 Teilnehmern ist die EuroLeague, abgekürzt auch EL. Darunter ist mit den Brose Baskets aus Bamberg auch der deutsche Meister aus der Vorsaison. Die Landesmeister aus der Schweiz bzw. aus Österreich sind nicht teilnahmeberechtigt. Gespielt wird zwischen Ende Oktober und Anfang Mai des nächsten Jahres und endet mit einem Final Four Turnier. Mit fünf Triumphen ist die Mannschaft von Panathinaikos Athen Rekord-Titelträger. Der Vorgänger der EuroLeague war der Europapokal der Landesmeister, welcher vom Weltverband FIBA erstmals 1957/1958 ausgetragen wurde. Erster Sieger war der ASK Riga aus der Lettischen SSR der Sowjetunion, die meisten Titel gewann mit acht die spanische Mannschaft von Real Madrid. Als in der Saison 2000/01 die ULEB die EuroLeague ins Leben rief, wurde der Europapokal von der FIBA unter dem neuen Namen Suproleague parallel dazu ausgetragen. Da diese aber gegenüber dem Gegenwettbewerb der ULEB die geringere sportliche Bedeutung besaß und um eine künftige Spaltung des europäischen Vereinsbasketballs zu verhindern, einigten sich beide Verbände bereits nach einer Saison auf die Einstellung dieses Turniers.
ULEB EuroCup Der zweithöchste europäische Wettbewerb ist der ULEB Eurocup, welcher in der Saison 2002/03 erstmals ausgetragen wurde. Mittlerweile umfasst das Starterfeld 54 Mannschaften. Darunter sind auch fünf deutsche Mannschaften aus der Basketball-Bundesliga: Hauptrunden-Sieger Alba Berlin, die BBL-Playoff-Halbfinalisten Artland Dragons, Köln 99ers und EnBW Ludwigsburg und mit einer Wild Card die Deutsche Bank Skyliners. Ebenfalls zum Teilnehmerfeld gehören die jeweiligen Meister Österreichs und der Schweiz (Allianz Swans Gmunden bzw. Benetton Fribourg). Gespielt wird zwischen Ende Oktober und Mitte April des nächsten Jahres. Der Wettbewerb endet mit einem Finale. Der Sieger ist für die nächste Saison der EuroLeague qualifiziert. Der spanische Verein Pamesa Valencia konnte diesen Wettbewerb im Jahr 2003 zuerst gewinnen. Der Vorgänger des ULEB Eurocup war der Europapokal der Pokalsieger, welcher vom Weltverband FIBA erstmals 1966/1967 ausgetragen wurde. Erster Sieger war der italienische Verein Ignis Varese, Rekordsieger ist auch hier Real Madrid, sowie die italienische Mannschaft von Pallacanestro Cantù (ehemals Birra Forst, Gabetti, Squibb) mit jeweils vier Titeln. Nach mehreren Namenswechseln (Europacup, Eurocup, Saporta Cup) wurde der Wettbewerb nach der Spielzeit 2002 schließlich eingestellt.
FIBA EuroChallenge Der dritthöchste europäische Wettbewerb ist die EuroChallenge, die von der FIBA veranstaltet wird und in der Saison 2002/03 erstmals ausgetragen wurde. Gespielt wird zwischen Anfang November und Mitte April des nächsten Jahres. Der Wettbewerb endet mit einem Final-Four-Turnier. Erster Sieger war die russische Mannschaft UNICS Kasan. Der Vorgänger des EuroCup war der Korać-Cup, welcher vom Weltverband FIBA erstmals 1971/1972 ausgetragen wurde. Erster Sieger war die kroatische Mannschaft Lokomotiva Zagreb. Rekordsieger ist die italienische Mannschaft Pallacanestro Cantù (ehemals Birra Forst, Shampoo Clear) mit insgesamt vier Titeln. Wie der Europapokal der Pokalsieger wurde auch der Korać-Cup nach der Saison 2002 eingestellt.
Sonstige Wettbewerbe FIBA EuroCup Challenge Der vierthöchste europäische Wettbewerb war die FIBA EuroCup Challenge, welcher während der Spielzeiten von 2002/03 bis 2006/2007 ausgetragen wurde. Erster Sieger war Aris Saloniki aus Griechenland. Dieses Turnier war besonders in den mittel- und osteuropäischen Ländern populär, in denen Basketball einen hohen Stellenwert besitzt, für die jedoch nicht ausreichend Startplätze in den Wettbewerben der ULEB zur Verfügung standen. Nachdem man im Sommer 2007 die Erweiterung des Teilnehmerfeldes für den ULEB Cup auf 54 Mannschaften beschloss, wurde die FIBA EuroCup Challenge wieder eingestellt.
Eishockey Ausrichter der Europapokal-Wettbewerbe im Eishockey ist die Internationale Eishockey-Föderation IIHF, da es keine kontinentalen Verbände gibt. Derzeit werden zwei offizielle Europapokalwettbewerbe ausgetragen:
Champions Hockey League