Die Dornier Do 29 war ein in den späten 1950er-Jahren entwickeltes Experimentalflugzeug, das zusammen mit der Deutschen Versuchsanstalt für Luftfahrt (heute Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt) zur Erforschung des Überganges von der Kurz- zur Senkrechtstarttechnik gebaut wurde.
Geschichte Der Erstflug des ersten von insgesamt zwei Prototypen (ein dritter war geplant, wurde jedoch nie realisiert) war am 12. Dezember 1958.
Konstruktion mini|Rechte Motorgondel Der Entwurf basierte in weiten Teilen auf der Dornier Do 27, war jedoch im Rumpfvorderteil und Flügelmittelstück wesentlich modifiziert. Die stark verglaste einsitzige Pilotenkabine bot gute Rundumsicht, besonders auch nach unten und war mit einem Martin-Baker-Schleudersitz ausgestattet.
Auffallendes Merkmal waren die beiden Triebwerke unter den Tragflächen mit nach hinten gerichteten dreiblättrigen Schubpropellern. Diese Propeller konnten über ein Schwenkgetriebe bis 90° nach unten geschwenkt werden und waren zur Sicherstellung des gleichmäßigen Schubes im Falle eines Motorschadens durch eine Welle miteinander verbunden. Über die Schwenkgetriebe wurde auch die notwendige Gegenläufigkeit zum Ausgleich der Kreiselmomente der Propeller erreicht.
Nutzung Die Erprobungen mit den gesteckten Zielen waren von Anfang an erfolgreich und weitere Forschungsergebnisse lieferten grundlegende Erkenntnisse für den Kurz-Start/-Landung und Langsamflug für den Entwurf der Dornier Do 31. Die Flugerprobung wurde im Wesentlichen von dem Werkspiloten Heinrich Schäfer durchgeführt, wie auch durch Piloten der Bundeswehr und des DLR.
Technische Daten mini|Seitenansicht im Bundeswehrfarbschema
Kenngröße Daten Besatzung 1 Länge 9,5 m Spannweite 13,2 m Höhe 2,7 m Flügelfläche 21,6 m² Leermasse 2180 kg Startmasse 2490 kg Reisegeschwindigkeit 285 km/h (erreicht 200 km/h) Höchstgeschwindigkeit 330 km/h (erreicht 230 km/h) Landegeschwindigkeit 70 km/h Dienstgipfelhöhe 6500 m Reichweite 400 km Startstrecke 170 m Landestrecke 150 m Triebwerke zwei 6-Zylinder-BoxermotorenAvro-Lycoming GO-480-BI-A6 mit je
Erhaltene Flugzeuge mini|Dornier Do 29, abgestellt in der NT-Zeppelinhalle Friedrichshafen Der letzte noch vorhandene Prototyp der Do 29 war bis März 2009 im Luftwaffenmuseum der Bundeswehr in Berlin ausgestellt. Er steht nun als Dauerleihgabe im Dornier-Museum in Friedrichshafen, das im Juli 2009 eröffnet wurde.
Siehe auch Liste von Flugzeugtypen
Literatur
Weblinks
Private Website zur Do 29
Einzelnachweise
Kategorie:Experimentalflugzeug Dornier Do 029 Dornier Do 029 Kategorie:Prototyp der Bundeswehr (Luftfahrzeug) Kategorie:Erstflug 1958 Kategorie:Nicht realisiertes Militärflugzeugprojekt (Deutschland)