Winden () ist ein Gemeindeteil des Marktes Altmannstein im oberbayerischen Landkreis Eichstätt.

Lage Das Kirchdorf liegt auf der Hochfläche der südlichen Frankenalb östlich von Denkendorf und der Bundesautobahn 9 und westlich der Bundesstraße 299. Nördlich an Winden vorbei führt die Staatsstraße 2392 in westlicher Richtung über Bitz nach Dörndorf und in östlicher Richtung nach Pondorf. Bei Winden zweigt die nach Wolfsbuch führende Kreisstraße EI 26 ab. Eine Gemeindeverbindungsstraße führt von Winden in südlicher Richtung nach Breitenhill.

Geschichte Winden entstand als Rodungsdorf im 10. Jahrhundert, als hier slawische „Wenden“ angesiedelt wurden.Karl Kugler: Erklärung von tausend Ortsnamen der Altmühlalp und ihres Umkreises. Ein Versuch. Eichstätt 1873: Verlag der Krüll’schen Buchhandlung, S. 140 Die erste Erwähnung stammt von einer Urkunde, die zwischen 1100 und 1106 ausgestellt wurde. Die Kapelle zu Winden gehörte 1136/37 zur Urausstattung des Augustinerchorherrenstift Schamhaupten;Sammelblatt Historischer Verein Eichstätt 92/93 (1999/2000), S. 55 1183 bestätigte Bischof Kuno von Regensburg die Zugehörigkeit zu diesem Stift.Der Eichstätter Raum, S. 304; Fersch, S. 8

Winden gehört zu den 30 Orten im Landkreis Eichstätt, nach deren Ortsnamen sich Adelige benannt haben, ohne dass sich bisher in diesen Orten eine Burg nachweisen lässt.Sammelblatt Historischer Verein Eichstätt 92/93 (1999/2000), S. 282

1554 kam die heruntergekommene Propstei Schamhaupten und damit Winden unter weltliche Verwaltung; 1606/09 erhielt unter dem Bayernherzog Maximilian I. mit Bewilligung von Papst Paul V. die Universität Ingolstadt die Propsteieinkünfte.Sammelblatt des Historischen Vereins Eichstätt 92/93 (1999/2000), S. 58

Im neuen Königreich Bayern (1806) wurde Winden mit Neuses (bis 1924, dann zu Pondorf gehörend), Breitenhill und Megmannsdorf eine eigene Gemeinde. Die zwischenzeitlich gebildete Gemeinde Breitenhill mit Megmannsdorf ging am 1. April 1949 wieder in der Gemeinde Winden auf. 1954 bekam Winden ein neues Schulhaus; Winden und Breitenhill bildeten bis 1966 einen eigenen Schulsprengel.Fersch, S. 8

Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wechselte die Gemeinde Winden am 1. Juli 1972 vom zur Oberpfalz gehörenden Landkreis Riedenburg in den ehemals mittelfränkischen, nunmehr oberbayerischen Landkreis EichstättFersch, S. 10 und wurde am 1. Juli 1977 in den Markt Altmannstein eingegliedert.

Um 1830 herum bestand das Kirchdorf Winden aus 13 Häusern.Joseph Anton Eisenmann und Carl Friedrich Hohn: Topo-geographisch-statistisches Lexicon vom Königreiche Bayern. 2. Band, Erlangen 1832, S. 1097 1876 zählte man in Winden 92 Gebäude, 31 Pferde und 104 Stück Rindvieh.Kgl. Statistisches Bureau in München (Bearb.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern, München 1876, Spalte 863 1961 standen in Winden 24 Wohngebäude. 1983 gab es in Winden acht landwirtschaftliche Vollerwerbs- und 14 Nebenerwerbsbetriebe sowie einen Zimmereibetrieb.Der Eichstätter Raum, S. 304

Im 19. Jahrhundert wurde bei Winden schwarzgraue Tonerde zur Herstellung von Hafnerwaren gewonnen; auch die frühere Steingutfabrik in Sandersdorf verwendete diese Tonerde.Mayer, S. 309

Katholische Kirche St. Wolfgang mini|hochkant|Katholische Filialkirche St. Wolfgang

Die Nebenkirche von Pondorf ist ein Bau des 17. Jahrhunderts, der 1913 erweitert wurde.Fersch, S. 8 Im Westen befindet sich ein Dachreiter mit Haube. Der viersäulige Hochaltar stammt aus der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts. Die Hochaltarfiguren, eine Marienfigur in der Mitte, eine Figur des hl. Wolfgangs links und des hl. Jakobus des Älteren rechts, sind dem frühen 16. Jahrhundert zuzurechnen. Die Glocke wurde 1795 von Michael Dival in Stadtamhof gegossen.Hofmann/Mader, S. 155

Einwohnerentwicklung 1832: 60Eisenmann/Hohn, S. 1097 1860: 134Der Eichstätter Raum, S. 304 1871: 115 1912: 183Der Eichstätter Raum, S. 304 1961: 149 1972: 143Der Eichstätter Raum, S. 304 2013: 134 2021: 126

Vereine Freiwillige Feuerwehr WindenFreiwillige Feuerwehr Winden, Altmannstein: Festschrift zum 100-jährigen Gründungsfest 9. bis 11. Juni 1989, Winden 1989 FischereivereinNach: Der Eichstätter Raum, S. 304

Literatur Franz Xaver Mayer: Pondorf mit Zugehör. In: Verhandlungen des historischen Vereins für Oberpfalz und Regensburg. Regensburg 1838. Franz Fersch: Chronik über Dorf und Pfarrei Pondorf, Schierling [circa 1973] [Ex. im Bischöfl. Zentralarchiv Regensburg]. Winden, Gemeinde Altmannstein. In: Der Eichstätter Raum in Geschichte und Gegenwart. Eichstätt: Sparkasse 1984, S. 304 Winden. in: Friedrich Hermann Hofmann und Felix Mader (Bearb.): Die Kunstdenkmäler von Oberpfalz und Regensburg. Bezirksamt Beilngries II, München 1908 (Nachdruck 1982), S. 155

Weblinks

Glockengeläute und Fotos der Filialkirche St. Wolfgang

Einzelnachweise

Kategorie:Geographie (Altmannstein) Kategorie:Ort im Landkreis Eichstätt Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Eichstätt) Kategorie:Ersterwähnung im 12. Jahrhundert Kategorie:Gemeindeauflösung 1977 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp)