Die Japanische Invasion der Malaiischen Halbinsel (Operation „E“) war die erste Kampfhandlung des Pazifikkriegs, die noch vor dem japanischen Angriff auf Pearl Harbor am 7. (8.)Für das Datum gilt es die Datumsgrenze zu beachten. Während in Pearl Harbor noch der 7. Dezember war, befand man sich in Kota Bahru schon am 8. Dezember. Dezember 1941 stattfand. Die Militäroperation begann mit den Landungen japanischer Streitkräfte bei Kota Bharu im Norden von British Malaya und weiteren Landungen in Thailand. Sie kennzeichnete sich durch das unerwartet rasche Vordringen der Japaner durch den Dschungel und über mehr als hundert zerstörte Brücken mithilfe von Radfahrtruppen und starken Pionierkräften. Die Invasion endete am 15. Februar 1942 mit der Eroberung Singapurs, dem wichtigsten britischen Stützpunkt in Südostasien.

Vorgeschichte

mini|links|Soldaten des britischen 1st Manchester Regiment bei einer Übung in British Malaya im Oktober 1941 Die Eroberung der bedeutenden britischen Marinebasis Singapur (vgl. Singapur-Strategie) war eines der Hauptziele der ersten Phase der japanischen Südoffensive. Das japanische Oberkommando (Daihon’ei) hatte sich darauf im November 1941 endgültig festgelegt und die Kampfhandlungen des Pazifikkrieges eröffnet. Hierzu war es zunächst notwendig, die Malaiische Halbinsel möglichst rasch als Ausgangsbasis für Land- und Luftoperationen in Besitz zu nehmen, wofür amphibische Landungen japanischer Truppen in Südthailand und Nordmalaya geplant wurden. An Truppen stand die auf Hainan dislozierte 25. Armee unter Generalleutnant Tomoyuki Yamashita bereit. Diese Armee wurde durch das 4., 15. und 23. Selbstständige Pionierregiment verstärkt, da sich auf der über 1000 km langen Strecke zwischen den Landungsstellen und Singapur etwa 250 Brücken befanden, mit deren Zerstörung durch die alliierten Streitkräfte man rechnete. Im Gegensatz zu den Alliierten verfügte die japanische Infanterie auch über Panzerunterstützung durch die 3. Panzerbrigade mit ihren leichten und mittleren Panzern des Typ 95 Ha-Gō und Typ 97 Chi-Ha.

Am 4. Dezember 1941 liefen von Hainan 18 Transporter, beladen mit 26.640 japanischen Soldaten der 5. Infanteriedivision unter Generalleutnant Matsui Takurō und dem 56. Regiment der 18. Infanteriedivision, zur Invasion der Malaiischen Halbinsel aus. Die Sicherung des Konvois übernahm die 3. Zerstörerflottille unter Vizeadmiral Jisaburo Ozawa. Das 7. Kreuzergeschwader bekam die Aufgabe der Deckung übertragen und lief am selben Tag unter dem Kommando von Konteradmiral Takeo Kurita aus. Vizeadmiral Nobutake Kondo übernahm die Fernsicherung mit der 2. Division des 3. Schlachtschiffgeschwaders und verließ am selben Tag die Pescadoren in Richtung Südchinesisches Meer. Weitere Einheiten stießen am 6. Dezember aus der Cam Ranh Bay zum Konvoi und aus Saigon kommend verstärkte die „Süd-Expeditionsflotte“ den Stoßkeil.

Japanische U-Boote und Minenleger legten in der Nacht auf den 7. Dezember etliche Minensperren in Südostasien, beispielsweise vor Singapur und zwischen den Anambas-Inseln und Tioman.

Während der Fahrt nach Süden standen die Japaner unter stetiger Beobachtung der Briten, Niederländer und Amerikaner, die mit ihren Aufklärungsflugzeugen das Gebiet abflogen. Die Alliierten versetzten ihre Kriegsschiffe in höchste Alarmbereitschaft. Vier amerikanische Zerstörer, die vor Balikpapan lagen, wurden angewiesen in das südchinesische Meer zu laufen, und die Repulse wendete auf dem Weg nach Darwin, um sich unverzüglich wieder nach Singapur zu begeben. Unterdessen verschlechterte sich allerdings die Wetterlage über dem Meer, so dass die Aufklärungsflüge weitestgehend eingestellt werden mussten und die japanischen Schiffe zunächst unbehelligt blieben. Einige Maschinen sichteten die Japaner aber am 5. und 6. Dezember. Am Morgen des 7. Dezember klarte das Wetter ein wenig auf und eine PBY Catalina der 205. Staffel der Royal Air Force unter dem Kommando von Flugoffizier Bedell nahm Kurs auf den japanischen Konvoi. Sie wurde von Bord japanischer Schiffe mit Flugabwehrgeschützen unter Feuer genommen und über dem chinesischen Meer am Übergang zum Golf von Thailand abgeschossen. Die Mitglieder der Besatzung waren die ersten Opfer auf alliierter Seite.

mini|links|Luftmarschall Brooke-Popham (rechts) im Gespräch mit dem niederländischen Admiral Helfrich.

Von der Invasionsflotte spalteten sich am Mittag des 7. Dezember kleinere Landungsflottillen ab. Ziele waren Prachuap Khiri Khan (→ Kampf um Prachuap Khiri Khan), Chumphon, Bucht von Bandon und Nakhon Si Thammarat, zur Blockade des Isthmus von Kra, der schmalen Landenge zwischen der Andamanensee und dem Golf von Thailand. Die Hauptstreitmacht mit 17 Transportern fuhr weiter nach Pattani, Singora und Kota Bharu.

In Singapur beriefen die Briten am Abend um 22:30 Uhr eine Konferenz ein, bei der Luftmarschall Robert Brooke-Popham mit der Idee spielte, die Operation Matador auszulösen. Sie sah vor, dass die Briten in Thailand einmarschierten, um einer drohenden Invasion von Norden vorzubeugen. Nach einigen Diskussionen mit Sir Shenton Thomas und Arthur Percival verschob Popham die Entscheidung auf den nächsten Tag.

British Malaya, 8. Dezember 1941 Kurz nach Mitternacht (Ortszeit), etwa gegen 0:25 Uhr, sichteten britisch-indische Patrouillensoldaten vor dem Strand von Pantai Kuala Pak Amat bei Kota Bharu drei große Schatten am Horizont. Es waren die japanischen Transporter Awagisan Maru, Ayatosan Maru und Sakura Maru, die drei Kilometer vor der Küste vor Anker gegangen waren. Auf ihnen befanden sich etwa 5.200 Soldaten der Takumi-Einheit unter dem Kommando von Generalmajor Hiroshi Takumi, der sich auf der Awajisan Maru befand. Etwas weiter auf See lag die Deckungsflotte unter Konteradmiral Hashimoto Shintarō, die aus dem Leichten Kreuzer Sendai, den Zerstörern Ayanami, Isonami, Shikinami und Uranami, sowie zwei Minenlegern und einem U-Boot-Jäger bestand. Im selben Moment begannen die Japaner mit der Beschießung des Strandes. Damit begann noch etwa 90 Minuten vor dem Angriff auf Pearl Harbor die Ausdehnung des Ostasiatischen Konflikts auf den Pazifikraum und der Zweite Weltkrieg war voll entbrannt.

mini|links|Der japanische Leichte Kreuzer Sendai

Die drei Transporter begannen unmittelbar nach dem Ankern mit dem Verladen der Soldaten auf die Landungsboote. Bedingt durch die raue See kenterten einige dieser kleinen Boote und etliche japanische Soldaten ertranken. Doch trotz der Widrigkeiten konnten die restlichen Boote eine vierstaffelige Phalanx bilden, die sich ab 0:45 Uhr als erste Landungswelle auf die Strände von Kuala Sungai Pengkalan Chepa, Sungai Sabak, Pantai Badang und Sungai Kelantan zubewegte.

mini|Der Strand bei Kelantan, Kota Bahru im Frühjahr 1941.

Zur Verteidigung lagen am Strand die 8. Indische Infanteriebrigade, die 21. Mountain Battery mit vier Haubitzen und in Sichtweite des Strandes ein Bataillon Dogra. Letzteres sollte einen zwölf Kilometer langen Strandabschnitt bewachen. Die Inder hatten den kompletten Strand vermint, mit Stacheldraht versehen und befestigte Unterstände gebaut. Eine britische Artillerieeinheit, die am Flugfeld bei Kota Bharu stationiert war, unterstützte die indischen Soldaten. Als klar wurde, dass eine japanische Landung unmittelbar bevorstand, begannen die Briten aus ihren Geschützen auf die vor der Küste liegenden Schiffe zu feuern. Ebenso eröffneten die Dogras aus ihren Stellungen das Feuer mit ihren Maschinengewehren. Viele Japaner, darunter auch Offiziere, fielen dem starken Abwehrfeuer der Verteidiger zum Opfer, als sie den Strand erreichten. Erst als die Japaner ihrerseits begannen, die beiden Maschinengewehrstellungen der Inder sowie die zu diesen führenden Gräben konzentriert anzugreifen, gelang es ihnen, auf dem Strand Fuß zu fassen. Dabei kam es auch zu Nahkämpfen mit den Verteidigern. Unterdessen landete die zweite Welle, die aber vom Artilleriefeuer der Briten zunächst am Strand aufgehalten wurde und große Verluste hinnehmen musste. Nachdem die Stellungen der Dogras erobert worden waren und die Japaner in voller Stärke gegen die Verteidigungsgräben anrannten, begannen die Inder, sich zurückzuziehen.

mini|Gurkha-Soldaten auf der malaiischen Halbinsel 1941.

Auf dem nördlich gelegenen Flugfeld rüstete sich währenddessen eine Staffel Lockheed Hudsons der Royal Australian Air Force (RAAF), um die Invasoren mit Bomben anzugreifen. Die ersten sieben Maschinen konnten um 2:10 Uhr am 8. Dezember starten und nahmen Kurs auf die japanischen Transporter. Nach zwei Anflügen war es den Australiern gelungen, die Awajisan Maru in Brand zu setzen und zu versenken. Sie war das erste japanische Schiff im Pazifikkrieg, das verloren ging. Bis etwa 5:00 Uhr unternahmen die Australier insgesamt 17 Anflüge auf die japanischen Schiffe. Dabei konnten die Begleitschiffe der Transporter zwei Hudsons abschießen und drei weitere schwer beschädigen. Da alle Transporter mittlerweile brannten, ersuchten die Japaner bei ihrem Befehlshaber um den Rückzug der Schiffe, der aber vorerst verweigert wurde, da noch nicht alle Einheiten an Land gegangen waren. Erst gegen 6:00 Uhr setzten zwei Transporter und die Begleitschiffe Nordkurs.

Drei weitere australische Bomber hoben um 6:30 Uhr vom Kuantan-Flugfeld bei Kota Bahru ab und drei weitere Staffeln zu je drei Hudsons folgten kurz darauf. Die Japaner hatten ihre Schiffe mittlerweile durch einen Schirm aus Rauch gedeckt und beschossen die anfliegenden Maschinen mit ihrer Bordflak. Von den zwölf Hudsons wurden fünf schwer getroffen und eine von ihnen machte eine Bruchlandung auf dem Flugfeld.

Als die ersten Jagdmaschinen der kaiserlich japanischen Luftwaffe, die die Hauptlandungen in Thailand gedeckt hatten, aus dem Norden anflogen, gerieten die britischen Bristol Blenheims, die gerade einen Angriff auf die Schiffe fliegen wollten, mit diesen in einen Luftkampf, der etliche britische Opfer forderte. Im weiteren Verlauf des Morgens erweiterten die Japaner ihren Brückenkopf auf volle drei Infanteriedivisionen und konnten trotz einer kurzen Gegenattacke der Inder etwa um 10:30 Uhr die Außenbezirke von Kota Bahru erreichen. Die indischen Soldaten waren bis nach Kuala Lipis zurückgedrängt worden und Kota Bahru befand sich am Nachmittag gegen 14:00 Uhr vollständig unter japanischer Kontrolle.Japanese Ivasion of the Malay Peninsula and the Singapore., Abschnitt der Webseite von "JAPAN DEFEATS THE BRITISH IN WORLD WAR II AND TAKES MALAYA AND SINGAPORE", Februar 2022 (englisch), abgerufen am 3. Dezember 2023.Japanese Landings at Kota Bharu, 8 December 1941., You-Tube Video: "Storm of Steel Military History", mit Quellenangaben, 17. Mai 2019 (englisch), abgerufen am 3. Dezember 2023.The First Battle In The Pacific - The Invasion of Malaya 1941 Animated., You-Tube Video: "Historigraph", 2021 (englisch), abgerufen am 3. November 2023.

Beide Seiten hatten während der Schlacht hohe Verluste zu beklagen. Zwar existieren keine britischen Aufzeichnungen dazu und die japanischen Quellen differieren stark in ihren genannten Zahlen, doch nennt Oberst Tsuji Masanobu in seinem Buch über die malaiische Invasion 320 Tote und 538 Verwundete. Zudem nennt er die Schlacht „eine der brutalsten und blutigsten der ganzen malaiischen Kampagne“.Masanobu Tsuji, Japan’s Greatest Victory/Britain’s Worst Defeat, Sarpedon Publishers, 1997, ISBN 1-885119-33-X

Thailand, ab 8. Dezember 1941 mini|Invasion Thailands am 8. Dezember Zur Invasion Thailands starteten die Japaner eine kombinierte Boden-, Luft- und Seeoperation, die im Morgengrauen des 8. Dezember an neun separaten Orten begann. Die Landoffensive startete von Battambang in Kambodscha und die ersten Landungsunternehmen von See im Süden Thailands fanden zwischen Huan Hin und Pattani statt. Obwohl gerade im Süden ein schnell organisierter, lokaler Widerstand aufgebaut werden konnte, ordnete der thailändische Feldmarschall Phibul Songkhram nach einigen Stunden verzweifelten Kampfes die Feuereinstellung an.